Die Maienkönigin - Maiandachten IV

im Licht der Heiligen Schrift

31 biblische Lesungen und Gebete für den Monat Mai

Mein Maialtar

Am Schluss des Maimonats

 

Es liegt so nahe, dass man über den Abschluss eines so schönen Monats, wie der Mai es durch die Maiandacht ist, nicht gleichgültig und ohne eine gewisse Reflexion hinweggehe. Wir haben es uns angelegen sein lassen, der hehren Himmelskönigin in dem ihr geweihten Frühlingsmonat unsere besondere Verehrung darzubringen. Täglich führten wir das erhabene Bild ihres heiligen Lebens, ihrer Tugenden und Vollkommenheiten uns vor, um sie in dieser ihrer Heiligkeit, und auch in ihrer wunderbaren Mutterwürde zu verehren. Wir dürfen hoffen, dass, wie in der Frühlingsmilde die Pflanzenwelt fröhliches Wachstum gewonnen hat, so auch unter dem segensvollen Einfluss der Maiandacht die Verehrung der heiligen Gottesmutter und dadurch die wahre katholische Frömmigkeit überhaupt zu höherer Vollkommenheit gediehen ist.

 

Indem unser Blick im Laufe des Frühlingsmonats immer von neuem auf das wunderbare Bild des Lebens der Maikönigin sich richtet, empfinden wir lebhafter wie sonst, wie weit wir auf dem Weg der Vollkommenheit noch zurück sind; wir fühlen uns beschämt, und gar nachdrücklich finden wir uns aufgefordert, der heiligen Jungfrau nachzuahmen, um dem erhabenen Vorbild ähnlicher zu werden. Wie mancher hat auf solche Weise im Marienmonat zu mehreren guten Werken sich angeregt gefunden und Fortschritt im Guten gewonnen! Es ist ein Monat, reich an Fortschritt und Verdiensten.

 

Wie das Bild der heiligen Jungfrau überhaupt, so gewann auch das Bewusstsein ihrer Mütterlichkeit, ihrer mütterlichen Liebe und Fürbitte und der Macht dieser ihrer Fürbitte durch die verschiedenen frommen Weisen der Maiandacht neues Leben. Mehr noch als sonst legten wir all unsere Anliegen an ihr Mutterherz, vertrauensvoller sprachen wir unsere Bitten vor ihr aus. Wie manche fromme Bitte, wie manches kindliche Flehen ist in den Maitagen der Himmelskönigin ausgesprochen. Und ist es wahr, was der Heilige sagt - und es ist wahr, - "es sei nicht erhört, dass Gott jemals den verlassen hätte, der zu Maria seine Zuflucht nahm", wer zählt dann die Gaben und Gnaden, die ihr Fürwort in ihrem Monat Tausenden vermittelt hat, wer vermisst den Trost und die Hilfe, so ihre Vermittlung bereitete, wer die Segnungen, die von ihr ausgegangen sind?

 

So ruft denn der Schluss ihres Monats hohe Freude in den ihr geweihten Herzen wach und herzliche Dankbarkeit gegen die große, milde und gnadenreiche Mutter und Königin.