Maiandachten I

Die Maienkönigin:

Eine Betrachtung über Maria im Monat Mai

Unerschöpflich ist das Lob der allerseligsten Jungfrau Maria. Wer kann diejenige genug ehren, fragt der heilige Ambrosius, die Gott selbst so unendlich geehrt hat. Wenn all die Gedanken und Worte deines ganzen Lebens nur ein einziges Lob und ein einziges Preisen zu Ehren der Himmelskönigin wären, sagt der heilige Thomas von Villanova, du würdest auf dem Sterbebett dennoch erkennen, dass du sie zu wenig gepriesen und dass gegenüber ihrer Liebe und Herrlichkeit dein Lob im Nichts verschwindet. Die 31. Betrachtungen von Ludwig Gemminger aus dem Jahr 1863 für jeden Tag des Marienmonats Mai sollen zu diesem Lob der allerseligsten Jungfrau Maria beitragen.

Matthias Hergert

 

Preislied für die Maienkönigin

 

Kommt, Christen, kommt, zu loben,

Der Mai ist neu erwacht;

Singt froh des Lobes Lieder

Zu seiner Blütenpracht.

 

Kommt, singt mit reichstem Schalle

Tief aus des Herzens Grund;

Stimmt ein, ihr Vöglein, alle,

Ihr Blüten reich und bunt!

 

Ihr Blümlein, die zum Feste

Hat die Dreieinigkeit

Der Tochter, Braut und Mutter

In Tau und Duft geweiht!

 

O pflückt, o pflückt, ihr Kinder,

Die Blümlein auf der Au,

Und schmückt und schmückt die hohe,

Die königliche Frau.

 

Die auf dem Mutterarme

Des Himmels König trägt,

Dem als das reinste Opfer

Ihr Herz entgegenschlägt.

 

O blicke liebend nieder,

Du Maienkönigin!

Nimm hin die frischen Lieder,

Nimm all die Blüten hin!

 

O mach auch uns zu Blüten,

So reich an Gnadentau,

Zum Himmelsmaienfeste,

Du unbefleckte Frau!