Erlebnisse mit Maria

 

Das Brot der lieben Mutter Gottes

 

Der Vater des kleinen armen Jakob war vor Elend gestorben. Sechs Monate später erlag auch seine Mutter der großen Not und dem schweren Kummer um den geliebten Gatten, und auch sie entschlief zu einem besseren Leben. Als sie bereits mit dem Tode rang, fiel ihr sterbender Blick auf ihr Söhnlein, das an ihrem Lager stand. „Lebe wohl“, sagte sie, „mein teures Kind, das Einzige, was mich in diesem Augenblick ängstigt und mir das Scheiden aus dieser Welt schwer macht, ist der Gedanke an deine Zukunft. Was soll aus dir werden? O du armes, verlassenes Kind! Ach, dass ich dich doch mitnehmen dürfte! Bleibe brav, und wir werden uns im Himmel wieder finden!“

 

So war Jaköbchen allein in der Welt geblieben. Er war erst sieben Jahre alt. Eine barmherzige Nachbarin erbarmte sich des verlassenen Kleinen, nahm ihn in ihr Haus auf und gedachte Mutterstelle an ihm zu vertreten. Sie pflegte ihn mit aller Liebe und Sorgfalt. Indes, der Junge wollte nicht froh werden. Seine Gedanken weilten bei den hingeschiedenen lieben Eltern, sein Herz sehnte sich nach Vater und Mutter, und nichts auf Erden konnte ihm dieselben ersetzen.

 

„Im Himmel“, sprach das Kind zu sich selbst, „im Himmel muss es schön sein, denn Vater und Mutter haben mich, den sie doch so lieb hatten, verlassen, um in den Himmel zu gehen. Dort hat man gewiss alle Tage zu essen, im Himmel friert man sicher nicht, und zittert nicht vor Kälte. Warum haben sie mich nicht mitgenommen! O könnte ich doch wieder bei ihnen sein!“ So jammerte der Kleine fortwährend.

 

Eines Tages nun, als er wieder so heißes Verlangen nach den lieben Eltern hatte, beschloss er, sie im Himmel aufzusuchen. Er machte sich also auf den Weg. Wohin? Das wusste er selbst nicht. Er schlug den ersten besten Weg ein und gelangte nach mehrstündigem Marsch in einem Dorf an, wo er ganz erschöpft an einer Türschwelle des ersten Hauses ohnmächtig niedersank. Über der Tür des Hauses stand eine schöne Muttergottes-Statue; es war das Pfarrhaus.

 

Als Jakob wieder zu sich kam, begann er so laut zu schluchzen und zu weinen, dass es der Pfarrer in seinem Zimmer hörte. Er trat aus der Tür und fand den ganz erschöpften kleinen Wanderer.

 

„Wer bist du, armes Kind? Wo kommst du her, wo willst du hin?“ fragte der Seelsorger voller Mitleid.

 

„Ich bin der kleine Jakob“, antwortete er mit matter Stimme. „Mein guter Vater und meine liebe Mutter haben mich allein gelassen. Sie sind in den Himmel gegangen und die Mutter sagte mir, als sie weg ging, im Himmel fänden wir uns wieder. Nun will ich sie suchen. Sag’ mir nur, wo ich den Himmel finde. O ich bin so müde; ich bin schon gar weit gegangen.“

„Komm mit mir, lieber Kleiner, wir wollen zusammen den Weg dorthin aufsuchen,“ sprach tiefbewegt der Pfarrer und führte ihn mit sich ins Haus.

 

Mit väterlicher Liebe nahm der gute Seelsorger sich des verlassenen Kindes an und freute sich recht oft über dessen Einfalt und Liebenswürdigkeit. O wie glücklich fühlte sich Jakob im Haus des guten Pfarrherrn! Allein der Gedanke an seine lieben Eltern im Himmel verließ ihn auch da nicht. „Herr Pfarrer“, sprach er eines Tages, „wo ist denn der Himmel? Du wolltest mich ja dahin führen, du hast es mir versprochen.“

 

„Bete recht inständig zum lieben Gott, mein gutes Kind,“ sprach der Pfarrer, „und er wird dich den Himmel finden lassen, wenn du recht fromm und brav bist.“

 

Jakob ließ sich’s gesagt sein. Er betete sehr fleißig; einen großen Teil des Tages brachte er in der stillen Dorfkirche zu. Besonders gern kniete er vor dem Bild der lieben Mutter Gottes mit dem Jesuskindlein auf dem Arm; das erinnerte ihn so lebhaft an seine Mutter. Das Bild war schon sehr alt und kein Meisterstück, die Gesichter sahen blass und abgemagert aus, und Jakob empfand inniges Mitleid mit Maria und ihrem lieben Kind, die beide so ausgehungert aussahen. In seiner kindlichen Einfalt fiel ihm einmal ein, die heilige Jungfrau sei so blass und mager, weil sie nichts zu essen habe. Bei diesem Gedanken traten ihm die Tränen in die Augen, denn er dachte an die Armut und Not seiner eigenen Mutter. Er eilte nach Hause; sein Entschluss war gefasst: am andern Morgen aß er nur die Hälfte seines gewöhnlichen Frühstücks; dann eilte er mit der Hälfte zur Kirche und legte sein Butterbrot zu den Füßen der Gottesmutter nieder, indem er sprach: „Nimm es nur, liebe Mutter Gottes, und iss und gib auch dem Jesuskindlein davon. Ich habe es nicht gestohlen, nein, ich hab’ mir selbst es abgespart; es ist die Hälfte von meinem Frühstück; ich will Dir jetzt jeden Tag so viel bringen.“ Darauf entfernte er sich.

 

Als er am Nachmittag wieder in die Kirche kam, war das Brot verschwunden, und er war voller Freude, dass die liebe Mutter Gottes seine Gabe nicht verschmäht hatte. Von der Zeit an brachte Jakob jeden Morgen die Hälfte seines Frühstücks, und richtig war am Nachmittag das Butterbrot verschwunden. – Aber trotzdem sahen Maria und das Jesuskind immer noch so bleich und elend aus. Das ging dem Jungen doch sehr zu Herzen und er beklagte sich darüber bei seinem Wohltäter.

 

„Herr Pfarrer“, sagte er betrübt, „schon viele Tage teile ich mein Frühstück mit der lieben Mutter Gottes in der Kirche, weil sie so mager ist und gewiss Hunger leidet, aber immer will sie nicht besser aussehen. Wie mag doch das sein? Sie wird wohl vor Hunger krank sein.“

„Aber das tote Bild kann dein Brot nicht essen.“

 

„Ja, ja, sie isst alles, was ich ihr bringe.“

 

Der Pfarrer, der sich Gewissheit über den sonderbaren Vorgang verschaffen wollte, sagte seinem Schützling, er möge nur fortfahren, seine Gabe zu den Füßen der Himmelskönigin nieder zu legen; es werde sie gewiss freuen.

 

Am nächsten Morgen stellte sich der Pfarrer in den Beichtstuhl, von wo aus er das Bild gerade vor Augen hatte. Es dauerte nicht lange, nachdem Jakob sich aus der Kirche entfernt hatte, da öffnete ein kleiner Junge schüchtern die Kirchentür, und näherte sich leisen Schrittes dem Bild, kniete dort nieder und nachdem er kurze Zeit still und andächtig gebetet hatte, erhob er sich, nahm mit einem Dankesblick auf das Bild das Butterbrot, küsste es, verbarg es unter seinen Kleidern und wollte sich eilig entfernen. Da trat plötzlich der Pfarrer aus dem Beichtstuhl und hielt den Kleinen an. Dieser blieb stehen und rief mit zitternder Stimme: „O ich bin kein Dieb; ich bin bloß gekommen, das Brot zu holen, das die liebe Mutter Gottes mir alle Tage gibt.“

 

„Aber wie weißt du denn, dass die liebe Mutter Gottes dir das Brot gibt?“ fragte der Pfarrer.

Mit weinerlicher Stimme antwortete der Junge: „Ach, ich ging von Tür zu Tür, mir Brot zu betteln, denn ich bin gar sehr arm und habe niemand, der sich meiner annimmt. Die Leute wiesen mich unbarmherzig ab, und fast wäre ich vor Hunger gestorben; da trat ich hier in die Kirche und bat die liebe Mutter Gottes, mir doch zu helfen, dass ich nicht verhungern müsse; und als ich aufblickte, lag zu den Füßen der Mutter Gottes da ein Butterbrot. Seit der Zeit komme ich täglich hierher, und jeden Tag schenkt sie mir wieder das Brot.“

Jakob hatte also wirklich in diesem Bild den Heiland genährt und auf diese Weise den Weg zum Himmel gefunden.

 

Der gute Pfarrer aber nahm sich auch dieses armen Kostgängers der lieben Mutter Gottes mit väterlicher Liebe an und trug Sorge, dass er ein anderes Zuhause finden konnte.

"O gütige Jungfrau Maria, es ist noch nie gehört worden, dass einer, der seine Zuflucht zu Dir nahm und dich um Hilfe anflehte, von Dir verlassen worden sei!"

 

 

"Ich pflege zu beten, bevor ich komponiere!"

 

Als einst Joseph Haydn mit einer Gesellschaft von Musikern zusammensaß, erzählte einer nach dem andern, wie er es mache, um sich vor dem Komponieren in geeignete Stimmung zu versetzen. Der eine sagte: "Ich muss Kaffee trinken, dann geht`s." Der andere: "Ich brauche ein paar Gläser Champagner, dann kommen mir die besten musikalischen Gedanken." Der dritte berichtete, er müsse vorher einen Spaziergang im Freien machen usw. Stillschweigend hörte Haydn zu. Endlich kam die Reihe auch an ihn. Er war der Edelstein der Gesellschaft, der gefeiertste Tonsetzer unter allen Anwesenden. Man fragte ihn, wie er es anstelle. Haydn zauderte noch immer mit der Antwort. Endlich zog er aus seiner Tasche einen Rosenkranz heraus, zeigte ihn der erstaunten Gesellschaft und sprach: "Ich pflege zu beten, bevor ich komponiere."

 

 

Das entdeckte Marienbild

 

In Japan findet man aus frühreren Jahrhunderten immer noch Reste des Christentums und der Verehrung Mariens. In Schikoku lebte eine uralte angesehene Familie, die ein geheimnisvolles Schatzkästlein besaß. Über 300 Jahre lang war keines Menschen Blick neugierig in dieses Geheimnis gedrungen; denn wer hineinsähe, - so lautet die Überlieferung - müsste zur Strafe erblinden. Vor einigen Jahren wagte der Hausherr, der ein Heide war, den Schleier zu lüften und die Tür des Kästchens zu öffnen. Und was fand er? Ein schönes Bild mit der Inschrift "Santa Maria" und einen Rosenkranz. Die Folge davon war, dass er sich zum Christentum bekehrte.

 

 

Nur ein Ave

 

Die Stürme der Revolution brausten über das unglückliche Frankreich dahin: das schöne Land wurde in kurzer Zeit zur Einöde, zu einer Greuelstätte schlimmster Art. Schande und Laster und Verbrechen walteten überall frei, große und kleine Städte wurden die Tummelplätze aller menschlichen Leidenschaften.

 

Am ärgsten wüteten die revolutionären Machthaber in Paris, der Brutstätte der Revolution, dem Herd aller Blutschuld. Tag für Tag, Stunde für Stunde rasselten hier jene unheimlichen Wagen und Karren durch die Straßen, welche die armen Opfer wahnsinniger Wut zum Blutgerüst brachten. Eine große Menge entmenschlichter Leute folgte stets diesem gräßlichen Gefährt: es waren Männer und Frauen, die ihre böse Lust daran hatten, den unglücklich Verurteilten das Geleit zu geben und sie auf dem Weg noch mit Schmähungen und Schimpfworten zu überhäufen.

 

Am tollsten und widerwärtigsten gebärdete sich in dieser Rotte jedesmal eine Frau in mittlerem Alter, Georgine Tissot. Nie fehlte sie bei Hinrichtungen; sie belegte die armen Opfer mit den schändlichsten Namen, ballte die Fäuste, rollte die Augen gegen sie und stieß himmelschreiende Verwünschungen aus.

 

Eines Tages wurde ein Priester namens Jaquet zum Schafott gefahren. Natürlich fehlte auch hierbei Georgine Tissot nicht; denn auf die Priester hatte sie einen ganz besonderen Hass. Die Frau bewarf den Verurteilten mit Straßenkot, schrie und schimpfte wie besessen und glich mehr einer Rasenden wie einer Vertreterin des weiblichen Geschlechts. "Du Scheusal", kreischte Georgine jetzt wieder, "möchte doch der Wagen viel schneller fahren, damit du dein Leben recht bald verlierst! Jede Minute, die du länger atmest, ist ein Unrecht, eine Schmach für die Welt!" Jaquet antwortete nicht; er kniete in dem Wagen und betete mit tiefer Inbrunst. "Er schweigt", fuhr die wütende Frau fort; "er wagt es nicht, den Mund zu öffnen."

 

Da drehte der Priester sein edles, bleiches Gesicht zu Georgine um, sah sie lange tiefernsten Blickes an und sagte mit milder Stimme: "Frau, ich bitte dich, bete ein Ave Maria für mich, damit ich vor dem göttlichen Richter, vor dem ich nun bald stehen werde, Gnade finde."

 

"Ha, ha, ha!" lachte Georgine. "Ich ein Ave für dich? Er ist verrückt geworden, die Angst raubt ihm die Sinne. O der Feigling, der Feigling!"

 

"Ich bitte dich nochmals um ein Ave", war die gelassene Antwort auf diesen Wutausbruch.

 

Dabei leuchteten seine Augen so mild, sein Gesicht so verklärt, dass es Georgine einskalt überlief. Ihr Mund, der sich schon zu einer neuen Schmähung öffnen wollte, brachte keinen Laut mehr hervor; stumm blickte sie auf den betenden Priester. Dieser hob eben beide Hände zum Himmel empor: Georgine empfand es tief im Herzen, dass der Priester für sie betete, für diese lästernde, schreckliche Frau, die alles menschliche Gefühl mit Füßen trat. Und es überkam sie ein seit langer Zeit nicht mehr gekanntes Gefühl: sie schämte sich vor sich selber und den Menschen. Ihr Mund blieb deshalb zum großen Erstaunen des mitziehenden Volkes bis zum Schafott stumm.

 

Man war an der Richtstätte angekommen. Das scharfe Beil der Guilliotine blitzte und gleiste in der Sonne, die Scharfrichter trafen ihre letzten Vorbereitungen.

 

Würdig, ruhigen Antlitzes bestieg der Priester das Schafott. Oben angekommen, kniete er nieder und bat Gott laut und innig um Beistand. Dann sprach er vernehmlich all denen seine Verzeihung aus, die ihm unrecht getan und noch taten, und rief die Barmherzigkeit Gottes auf sie herab. Die Scharfrichter drängten. Er erhob sich, schaute nochmals mit dem Blick eines schon halb verklärten auf die Volksmenge, er suchte Georgine Tissot. Endlich gewahrte er sie; sie nahm nicht, wie sonst, die vorderste Stelle in der Rotte ein, sondern hatte sich weiter nach hinten gestellt. Ihr Gesicht trug einen gar sonderbaren Ausdruck.

 

"Ein Ave für mich", stammelte Jaquet, "ein einziges Ave!"

 

Es klang soviel Innigkeit, so unendlich viel Rührendes in dieser Bitte, dass die Angeredete, deren Wildheit schon auf dem Gang zum Schafott gebändigt worden war, nicht mehr widerstehen konnte. Eine unsichtbare Hand drängte sie vorwärts an die Stufen des Schafotts. Hier sank sie auf die Knie nieder, breitete die Arme aus und betete, noch ehe die aufs höchste erstaunte Menge sie daran hindern konnte, betete mehr rufend als sprechend, das gewünschte Ave.

 

Ein glückseliges Lächeln flog über die Züge Jacquets, der eben sein Haupt auf den Block legte.

 

"Bitte für uns Sünder, jetzt und in der Stunde unseres Todes, Amen", schrie Georgine geradezu den Schluss des Gebetes heraus, - da sauste das Beil der Guilliotine nieder und trennte des Priesters Kopf vom Rumpfe.

 

Georgine Tissot kreischte wie wahnsinnig auf, als sie das Blut des Priesters sah. Mit einem Ruck fuhr sie von den Knien in die Höhe, tunkte einige Tropfen des Blutes mit ihrem Taschentuch auf und rannte dann davon.

 

Von dieser Zeit ab sah man Georgine Tissot niemals wieder bei einer Hinrichtung. Sie hielt sich meist in ihrer Wohnung. Nach der Revolution aber wurde sie eine der eifrigsten Katholikinnen von Paris und fehlte bei keinem Werk der christlichen Caritas. Sie starb im Ruf großer Frömmigkeit; und dies alles hatte bewirkt: nur ein Ave.

 

 

Für ein mutiges Glaubensbekenntnis ein Bild der allerseligsten Jungfrau

 

Im August 1935 wurde in Mailand eine Versammlung von Lehrerinnen und Lehrern abgehalten. Unter anderem kam auch die Abschaffung des Religionsunterrichts aus der Schule zur Sprache. Ob denn nieman eine Lanze brechen wird für den Glauben?

 

Eine meldet sich zu Wort! Unter Hunderten - eine! Aber sie stand da voller Mut und hielt mit Entschiedenheit die Notwendigkeit der Religion gerade für die Kinder in der Schule aufrecht.

 

Papst Leo XIII. schickte dieser Lehrerin, Angelina Casaro war ihr Name, ein in Gold gefasstes, in Edelstein geschnittenes Bild der seligsten Jungfrau, das Bild derjenigen, die einst unter Tausenden den Mut gehabt hatte, Christus den Herrn auf dem Kalvarienberg zu bekennen.

 

 

Maria zur Königin des Landes erklärt

 

Im 17. Jahrhundert ging es in Polen bunt zu. Zuchtlos und eigensinnig war der Adel, schwankend und uneinig das Volk. Nichtkatholische Verräter verkauften das Land an die Schweden, von Osten drangen die Russen ein, im Land wütete der Bürgerkrieg, der König floh ins Ausland.

 

Da wagten es die Schweden, das Heiligtum der Muttergottes in Czenstochau anzugreifen. Mit einem Schlag besann sich das Volk. Unter der Führung des PaulinerpriorsKordecki verteidigten die "Ritter Mariä" das Heiligtum der Gottesmutter, die sichtlich ihre schützende Hand über dem Kloster hielt. Der Schwedengeneral Miller zog nach monatelanger Beschießung fluchend ab, weil er den "Hühnerstall" nicht hatte einnehmen können. Czenstochau hatte ganz Polen aufgerüttelt und geeint. Die Feinde wurden vertrieben, der König Johann Kasimir zurückgeholt.

 

Seine erste Tat im befreiten Land war die feierliche Erklärung der Gottesmutter zur Königin der Krone Polens. Mit ihm beschwor das ganze Volk den Treueid zu seiner Königin.

 

 

Ohne Mutter geht es nicht

 

Vor Jahren kam ein bereits ergrauter adeliger Herr in England zu einem Ordensmann und bat ihn, ihn in den Schoß der katholischen Kirche aufnehmen zu wollen; er sei entschlossen, mit der sogenannten anglikanischen Kirche für immer zu brechen. Der Pater fragte ihn, was ihn denn bewogen, diesen Schritt zu tun und wie er die feste Überzeugung gewonnen habe, dass die katholische Kirche die einzig wahre sei. Er gab zur Antwort: "Ich habe eingesehen, und lebendig gefühlt, dass ich, obwohl bereits alt an Jahren, im geistlichen Leben doch eine Mutter brauche, die für mich eintritt, die sich meiner auf Schritt und Tritt annimmt, die mit meiner Armseligkeit und Gebrechlichkeit ein unerschöpfliches Mitleid hat, die mich an ihrer Mutterhand führt und leitet, die mir im Leben und im Sterbenbeisteht. Auf dem Weg zum Himmel bleiben wir arme Menschen immer hilflose Kinder, nun hat aber die sogenannte anglikanische Kirche sich von Maria losgesagt; und daher sind die Anhänger dieser Religionsgenossenschaft in Wahrheit Waisenkinder, sie sind ohne Mutter. Die Katholiken jedoch haben in Maria eine Mutter und werden durch ihren Glauben immer wieder aufgefordert, an diese Mutter sich zu wenden. Das ist es eben, was ich brauche, darum will ich der katholischen Kirche beitreten und in dieser als treuer Sohn leben und sterben.

 

 

Wie sich Pater Roh als Kind Mariens erwies und wie Maria sein Vertrauen belohnte

 

Pater Roh, der berühmte Missinar der Gesellschaft Jesu, war ein kindlicher Verehrer der Himmelskönigin. Er war am Vorabend des Festes Mariä Himmelfahrt geboren als Marienkind, legte am Fest der Unbefleckten Empfängnis die Gelübde ab, wurde am Fest Mariä vom Berge Karmel Subdiakon und am Namensfest Mariä Diakon und an einem Samstag Priester. Seine Primiz feierte er an einem Altar der Muttergottes und legte am 15. August am Fest Mariä Himmelfahrt die feierlichen Gelübde ab. Sein Wahlspruch war: Maria rufe an und liebe sie bis zum Tod und du wirst selig sein. Diesem Wahlspruch blieb er treu, wie er auch bei Missionen gern die Marienpredigt hielt. Die gütige Himmelskönigin belohnte ihrerseits diese treue Liebe mit zahllosen Gnaden und wunderbarem Schutz in großen Gefahren. Am 23. Mai 1853 kehrte Pater Roh von Hochheim in Nassau mit einem Schnellzug zurück. Er betete eben die Vesper des folgenden Tages: "Maria, Helferin der Christen", und hatte gerade die Antiphon zum Magnifikat: "Seht, Maria war unsere Hoffnung, zu ihr flüchten wir um Hilfe und sie kam zu unserem Beistand" gebetet, da kam ein furchtbarer Schlag, ein gewaltiger Ruck, Jammergeschrei von allen Seiten, der Schnellzug war entgleist. Manche Reisenden waren verwundet, mancher gequetscht, einer blieb tot. Pater Roh war unverletzt. Er konnte den Verwundeten Hilfe bringen. Er starb am 17. Mai 1872 als treues Marienkind.

 

 

Der Mutter Maria geschenkt

 

Im Jahr 1932 feierte der apostolische Vikar Grouard aus dem Orden der Oblaten der Unbefleckten Jungfrau Maria sein 60jähriges Priesterjubiläum. Bei dieser Gelegenheit erzählte der verdienstvolle Missionar die Geschichte seiner Berufung.

 

Ich war zehn Jahre alt und ein recht ausgelassenes Bürschlein, so dass sein Vater, obwohl Gendarm, die Hoffnung aufgab, aus mir einen ordentlichen Menschen zu machen. Eines Tages, als ich wieder die Schule geschwänzt hatte, fasste er mich und schob mich am Arm in die Kirche hinein. Da drückte er mich auf die Knie nieder vor dem Altar der Muttergottes, indem er sprach: "Meine liebe Mutter Maria, ich schenke ihn dir, suche du etwas aus ihm zu machen; ich gebe die Sache auf."

 

Das Gebet muss wohl einigen Erfolg gehabt haben; denn ich wurde später ins Knabenseminar aufgenommen. Aber als ich nun, zehn Jahre später, meinem Vater mitteilte, ich wolle in die Mission nach Kanada gehen, da konnte er sich doch nicht enthalten, unter Schluchzen und unter Tränen zu sagen: "Das hätte ich nun doch nicht gedacht, dass mich die seligste Jungfrau derart beim Wort nehmen würde!"

 

Zum Andenken an diese Begebenheit habe ich dann später bei meiner Bischofsweihe als Wahlspruch genommen: "Sub tuum praesidium" - "Unter deinen Schutz und Schirm, heilige Gottesgebärerin!"

 

 

Ein frommer Verehrer Mariens vermacht ihr sein Herz

 

In der ersten Hälfte des siebzehnten Jahrhunderts war ein frommer Erzherzog namens Karl, Erzbischof von Olmütz. Er hegte eine ungemein große Verehrung zu Maria, die gefeierte Mutter des Erlösers. Er gelobte eine Wallfahrt nach Mariazell, um sie an dieser Gnadenstätte zu besuchen, ihr seine besondere Liebe zu bezeigen und sie ihrem mächtigen Schutz zu empfehlen. Durch eine schwere Krankheit, welche seinen Tod herbeiführte, wurde er an der Ausführung seines Gelübdes gehindert. Darum verordnete er sterbend, man solle nach eingetretenem Tod sein Herz herausnehmen, dasselbe in eine Kapsel hineinlegen und nach Mariazell tragen, um es dort neben dem Gnadenaltar in eine Maueröffnung zu hinterlegen. Dies geschah wirklich im Jahr 1664. Noch jetzt sieht man nahe am Altar einen Stein an der Mauer angebracht, der durch seine Inschrift auf die Begebenheit hinweist; hinter dem Stein befindet sich die Kapsel. Der fromme Erzbischof wünschte also, dass sein Herz dort sei und dort die Auferstehung von den Toten erwarte, wo Maria, die er so inniglich verehrte und liebte, ihren Gnadenthron aufgeschlagen hatte.

 

 

Maria - die gute Freundin

 

In seinen jungen Jahren ging der heilige Bernardin an jedem Morgen in der Frühe zu einer außerhalb seiner Vaterstadt gelegenen Muttergotteskapelle, um den Rosenkranz zu beten. Seinen Verwandten und Freunden gab er auf ihre Frage, wohin er doch alle Tage so früh spazieren gehe, stets zur Antwort: "Ich gehe eine gar gute Freundin besuchen." Diese Antwort machte sie aber recht neugierig; darum schlichen sie ihm nach, um auszukundschaften, was Bernardin jeden Morgen vor dem Stadttor treibe. Da fanden sie ihn aber jedesmal in der Muttergotteskapelle, den Rosenkranz in den Händen, in tiefster Andacht versunken und von himmlischer Freude überströmt. Daher hatte er denn auch so vieler, besonderer Gnaden sich zu erfreuen, die er der Fürbitte der seligsten Jungfrau verdankte, und sein ganzes Leben stand in merkwürdigem Bezug zu Maria, "seiner gar guten Freundin", wie er dies im Jahre 1427 an Mariä Geburt öffentlich erklärte: "Stets habe ich Maria mit besonderer Liebe verehrt, aber auch gar oft ihren Schutz und ihre Hilfe erfahren. Mein Leben hängt aber auch innig mit ihr zusammen. Am Fest Mariä Geburt bin ich auch geboren; an diesem Tag zog ich mein Ordenskleid an, an diesem Tag legte ich meine Profess ab, an diesem Tag brachte ich Gott mein erstes Messopfer dar. Deshalb wünsche ich auch an diesem Fest, dem Geburtstag der heiligen Gottesmutter zu sterben."

 

 

Ein Zeichen der Berufung zum Priesterstand

 

Als der spätere Priester und hochgefeierte Geschichtsschreiber Johannes Janssen noch weltlicher Lehrer an einem Gymnasium in Frankfurt a. M. war, beschäftigte ihn der Gedanke, ob er nicht den geistlichen Stand wählen und Priester werden sollte. Um zur Klarheit zu gelangen, entschloss er sich, Exerzitien zu machen und zwar in einem Kapuzinerkloster in Aschaffenburg. Dort weilte und wirkte Pater Borgias, der weit und breit von Hilfe- und Tatbedürftigen, auch von Menschen der feinsten und gebildetsten Kreise aufgesucht wurde. Zu ihm reist denn auch der junge weltliche Professor. Er steht an der Klosterpforte, er zieht an der Klosterglocke, die Pforte geht auf und - da steht schon der erfahrene Kapuziner und begrüßt ohne viel Einleitung den Überraschten: "Haben Sie Liebe zum innerlichen Leben und zur Muttergottes? Wenn ja, dann werden Sie Priester, so werden Sie ein guter und glücklicher sein. Haben Sie aber solche Liebe zum innerlichen Leben und zur Muttergottes nicht, dann werden Sie kein Priester." ... Und als die Exerzitien zu Ende waren, da war des Kapuziners Abschiedswort noch einmal ein Lob auf das innerliche Leben und auf die Liebe zur Muttergottes.

 

Der junge Professor hatte in der Tat die Vorbedingungen zum Priesterberuf und wurde dann auch ein frommer und seeleneifriger Priester.

 

 

Papst Pius IX. schon als Kind der Allerseligsten Jungfrau geweiht

 

Der große Papst Pius IX. wurde schon in den ersten Tagen seines Lebens von seiner frommen Mutter der allerseligsten Jungfrau geweiht. Sie nahm den Kleinen, trug ihn vor das Bild Mariens, kniete dort nieder, hob den Jungen auf den Armen empor zur Muttergottes und betete: "O Maria, nimm ihn auf! Dir weihe ich ihn, dir überlasse ich ihn ganz!"

 

Diese kluge Mutter hat gewusst, wo ein Kind am besten gedeihen kann zur Freude Gottes und zu seinem eigenen Heil: am Mutterherzen Mariens.

 

Hier findet das reine unverdorbene Kinderherz seine größte Freude, seinen mächtigsten Schutz und sein schönstes Vorbild.

 

 

Der Sänger des Ave Maria

 

Der bekannte Dichter von Dreizehnlinden, Friedrich Wilhelm Weber hat als kleines Kind auf den Knien seines protestantischen Vaters das Ave Maria gelernt. Die Mutter war freilich katholisch. Später ist er ein herrlicher Sänger des Ave Maria geworden. Er hat eine sehr hübsche Gedichtsammlung geschrieben zur Erläuterung und Verherrlichung des Ave Maria. Darin singt er unter anderem:

 

"So tönt es um die weite Welt

Und klingt hinauf zum Sternenzelt:

Ave Maria, Amen.

So klingt es fort durch Raum und Zeit

Und klingt in alle Ewigkeit:

Ave Maria, Amen!"

 

 

Maria lässt nichts unbelohnt

 

Bei einer heiligen Mission in Gelsenkirchen erzählt ein Pfarrer folgendes Erlebnis aus seiner seelsorglichen Praxis: In seiner Pfarrei lag ein Mann schwer krank darnieder, der jede priesterliche Hilfe verschmähte. Lange Jahre hatte derselbe nicht mehr die heiligen Sakramente empfangen und sich einer radikalen Partei angeschlossen. Trotz alledem besuchte ihn der Pfarrer und sprach mit ihm über ganz harmlose Dinge. Schließlich sagte er nach mehrfach wiederholten Besuchen: "Wer meint es nun eigentlich gut mit ihnen, Ihre Genossen, die, wie Sie selbst sagen, Sie noch kein einziges Mal besucht haben, oder Ihr Freund, der Pfarrer, der als Freund zu Ihnen gekommen ist?" "Da haben Sie eigentlich Recht, Hochwürden, unter diesem Titel will ich mich Ihnen anvertrauen." Er empfing mit großer Andacht die heiligen Sterbesakramente. Nach dem Versehen sah zufällig der Pfarrer auf dem Nachttischchen die Uhr des Kranken liegen, und an der Kette derselben befestigt, eine kleine Muttergottesmedaille. "Ja wie kommen Sie denn zu dieser Medaille? Sie glauben doch gar nicht mehr?" "Ach, Hochwürden, das ist eine so eigene Sache. Die Medaille fand ich eines Tages auf der Straße im Schmutz liegen. Da tat sie mir leid. Ich hob sie auf, reinigte sie sorgfältig, und seitdem trage ich sie an meiner Uhrkette als Behang." Nun hatte der Pfarrer den letzten und tiefsten Grund dieser schnellen Bekehrung erkannt: Die Muttergottes hatte dem Kranken diesen kleinen Liebesdienst gelohnt. Spes nostra, salve! Unsere Hoffnung, sei gegrüßt!

 

 

Das Ave Maria im Munde des Moslems

 

Die seeleneifrigen Jesuiten, die in Kairo wirkten, förderten besonders bei den Gläubigen die Marianischen Kongregationen. Ein Sodale stand in freundschaftlicher Beziehung zu einem Moslem; dieser war gerade, wie er auch, 28 Jahre alt. Von dem heiligen Wunsch beseelt, ihn für die katholische Religion zu gewinnen, riet ihm unser Sodale, jeden Tag das Ave Maria zu beten. Als Freund wollte der Moslem der Bitte seines Freundes entsprechen. Nach Verlauf eines Monats suchte dieser seinen christlichen Freund auf und eröffnete ihm: "Ich möchte dir etwas anvertrauen. Denk einmal, seit ich das Gebet verrichte, das du mir anempfohlen hast, begann ich auch schon an meiner Religion zu zweifeln, in meinem Herzen aber spüre ich ein großes Verlangen, deine Religion kennen zu lernen."

 

Selbstverständlich bot sich der Sodale sofort an, ihn die Grundwahrheiten des Glaubens zu lehren. Es vergingen nicht viele Tage und der Moslem fand sich bei Pater Michel ein, bat ih um die heilige Taufe und fügte bei: "Die Muttergottes hat mich erkennen lassen, dass die katholische Religion die einzig wahre ist."

 

Und der Moslem wurde in den Schoß der heiligen Kirche aufgenommen.

 

Es war in der Tat die Muttergottes gewesen, die dem Moslem die kostbare Gabe des Glaubens vermittelte zum Lohn dafür, dass er sie so treu durch das tägliche Beten des Ave Maria verehrt hat.

 

 

Maria hat gesiegt

 

Der fromme Ségur erzählt von einem Sieg der Lieben Frau, den er miterlebt hat. Ein junger protestantischer Geistlicher aus Schottland, der von Hass auf die katholische Kirche erfüllt war, hatte es sich zur Aufgabe gesetzt, dieselbe mit allen Mitteln zu bekämpfen. Mit einem wahren Fanatismus trat er auch gegen die liebe Gottesmutter auf. Er hatte viel von "Unserer Lieben Frau vom Sieg" in Paris gehört. Da entschloss er sich, den Krieg in das Zentrum des "Aberglaubens" zu tragen. Vollbepackt mit verschiedenen Traktätchen und Broschüren, die der Hass gegen die Gottesmutter diktiert hatte, reiste er nach Paris und begab sich sofort in die berühmte Kirche "Unserer Lieben Frau vom Sieg". Der Anblick der unzähligen silbernen und goldenen Votivherzen und der anderen Votivgaben und -bilder, mit denen dieses Heiligtum geschmückt ist, steigerte nur noch den Hass in seinem Herzen. Er ging vorwärts bis er vor der Statue der Lieben Frau, dem Gnadenbild dieser Kirche steht. "Hier ist es, das ist das Götzenbild", sagte er bei sich, zitternd vor Zorn. Doch plötzlich, ohne zu wissen, wie ihm geschieht, sinkt er in die Knie und bricht in Tränen aus. Als er aufsteht, sagt er zu sich: "Ich muss katholisch werden." Nachdem er die Kirche verlassen und auf sein Zimmer zurückgekehrt war, dachte er über diesen Vorfall nach. Da kam der alte Fanatismus in ihm wieder zur Geltung. Empört über das, was er gefühlt hatte, versuchte er die Erinnerung daran mit Gewalt zu unterdrücken. Während einer Woche tat er alles mögliche, um sich zu zerstreuen. Am Abend besuchte er die Theater, am Tag lief er von einer Sehenswürdigkeit zur anderen, aber immer wieder, wie ganz zufällig kam er zur Kirche "Maria vom Sieg". Wie mit Gewalt trieb es ihn immer wieder hinein. Wieder einmal tritt er vor den Altar der Mutter Gottes. Er fühlt sich tief erschüttert, fängt an zu weinen, er kniet nieder und beugt sich zur Erde: Maria hat gesiegt.

 

Nachdem er lange geweint und gebetet hat, begibt er sich in die Sakristei, fragt nach einem Priester und erzählt ihm kurz, was sich zugetragen hat. Und von diesem unterrichtet, legte er einige Wochen später das katholische Glaubensbekenntnis ab und empfängt genau an diesem Altar "Unserer Lieben Frau vom Sieg", dort wo die Liebe Frau sein Herz angerührt hatte, die heilige Kommunion. Sofort schrieb er an seine Familie und seine früheren Amtsgenossen, verkauft danach seinen gesamten Besitz und wurde Mitglied der Gesellschaft Jesu.

 

 

Ein protestantischer Professor findet durch Maria den Weg zum katholischen Glauben

 

Ein protestantischer Universitätsprofessor Dr. Gustav Bickel, der ein hervorragender Kenner der orientalischen Sprachen war, befand sich im Jahr 1862 in London, um sich dort mit dem Abschreiben der bis dahin noch unbekannten Lieder des heiligen Ephrem zu beschäftigen, der darin auch der unbefleckten Empfängnis Mariens gedenkt und sie besingt. Der heilige Ephrem lebte im vierten Jahrhundert. Dr. Bickel sagte sich beim Studium der Lieder des heiligen Ephrem: Der Protestantismus, der die Marienverehrung verwirft, kann also nicht die wahre Religion sein. Er studierte und forschte weiter und bald, es war im Jahr 1865, schloss er sich freudig der katholischen Kirche an und zwei Jahre später stand er als neugeweihter Priester am Grab des heiligen Bonifatius in Fulda und feiert seine erste heilige Messe.

 

 

Vor dem Marienbild den katholischen Glauben gefunden

 

Eine Protestantin, die auf den Katholizismus nicht gut zu sprechen war, machte mehr aus Neugierde eine Wallfahrt mit und zwar nach Neviges. Als sie vor dem Gnadenbild kniete, vollzog sich für sie eine völlige Umwandlung. Sie berichtet darüber: "Als ich dort kniete, war mir plötzlich die Marienverehrung eine Selbstverständlichkeit. Ich konnte nicht anders als die Muttergottes zu grüßen und zu bitten. Vorher eine überzeugte Gegnerin der katholischen Kirche, war es mir in den wenigen Augenblicken zu innerer Notwendigkeit geworden: Ich muss katholisch werden." Der nachfolgende Konvertitenunterricht war schließlich nur notwendig, um sie mit den verschiedenen Glaubens- und Sittenlehren bekannt zu machen. Allerdings, so teilte der Seelsorger mit, war die Frau bei aller Abneigung eine reine, sittlich hochstehende Seele, die in der Ablehnung der katholischen Wahrheiten sich im Grunde leiten ließ von der Liebe zur Wahrheit. Wer denkt nicht da an das Wort im Marianischen Brevier: "Alle Irrlehren hast du in der ganzen Welt überwunden!"

 

 

Der Muttergottes-Priester

 

In Volders, nahe bei Innsbruck, saß eine Bäuerin an der Wiege ihres kranken Bübleins, ihres Erstgeborenen. Angstvoll sah sie aufs Stöffele, das Gesichtchen war blau und der kleine Körper lag regungslos da. Sollte es zu spät sein? dachte sie. Nein! Hundertmal nein! Die Muttergottes muss helfen. Frühmorgens am andern Tag, es war der Vorabend von Weihnachten, machte sich die Bäuerin auf und ging eilenden Schrittes auf verschneitem Wege von Volders nach Absam zur Wallfahrtskirche der lieben Gottesmutter. Mutterseelenallein kniete sie um Mittag vor der „Schwarzen Muttergottes“. Ihr ganzer Körper bebte in innerem Schmerz. Innig betete sie: „Mutter, du musst mir helfen. Heute hast du dein Kindelein geboren, o schenk mir heute das meinige, dir soll es ganz gehören, dir soll´s sein Leben lang geweiht sein. Lass es mir nur, du gute Mutter!“ Und wieder betete die arme Frau an ihrem Rosenkranz; es war ihr, als wenn eine beruhigende Macht von ihm ausginge. Endlich stand sie auf. „Mutter“, sprach sie, „ich schenk ihn dir, mach grad was du willst mit ihm. Wenn du das Büblein lässt, dann sollst du´s ganz haben. Und wenn nicht – O, heilige Muttergottes hilf mir!“ Und sie trat den Heimweg an. Bald stand sie an der Wiege ihres Kindes. Ruhig schlafend lag das Büblein darin und der Bauer, ihr Mann, sagte gleich: „Er war recht brav den Tag über.“ „Ich glaub“, gab sie zur Antwort, „die Muttergottes macht ihn gesund. Aber ich hab ihr auch versprochen, dass der Stöffel ihr gehören soll, sein Leben lang. Gelt dir ist´s recht, Jörg?“ – „Ach freilich, Marie, freilich.“

 

Die Mutter hatte nicht umsonst gebetet. Das Büblein überstand die große Schwäche und erholte sich. Als er viereinhalb Jahre alt war, wanderte er zum ersten Mal zur „schwarzen Muttergottes“. „Siehst“, sagte die Mutter, „die hat dich gesund gemacht, tu ihr recht schön danken.“ Und sie faltete seine kleinen Händchen und ließ ich in seiner kindlichen Weise ein Ave Maria beten. In ihrer Seele aber reifte immer mehr der Entschluss, das Kind seiner Retterin zu weihen.

 

Die Zeit eilte dahin. Eines Tages kniete in der Dämmerstunde die Frau aus Volders stillselig zu den Füßen der „schwarzen Muttergottes“, neben ihr ein junger Mann im Priesterkleid. Morgen ist des Stöffele größter und schönster Ehrentag. Seine Augen strahlten in überirdischer Freude, wie er zum Madonnenbild aufsah, auf seinem edlen Antlitz lag der Widerschein des inneren Glücks.

 

Die beiden Beter traten aus der Kirche. Der Neugeweihte griff nach der Hand der Mutter, indes er feierlich wie gelobend sprach: „Mutterl, das gelob ich dir, ein echter Muttergottes-Priester will ich werden. Ich will ihr Kinder zuführen, soviel ich nur kann.“ Und er hat sicher Wort gehalten.

 

 

Maria sucht ihre Kinder

 

An die Klosterpforte der Englischen Fräulein in Ostindien kam eines Tages die Frau eines brahmanischen Priesters. Sie war noch jung an Jahren, aber bereits im letzten Stadium einer langwierigen Krankheit. Es war ein „innerer Zug“, der sie hierherführte, in das „Haus Gottes“. So nennen sie das Kloster. Sie erzählte, eine wunderschöne Frau sei ihr erschienen, die sie aufforderte, ihre letzten Tage bei den Klosterfräulein zu verbringen. Mit gläubigem Vertrauen nahm sie die Lehre des Christentums auf und bereits dem Tod nahe, empfing sie die heilige Taufe und gleichzeitig die Krankensalbung. Kurz vor ihrem Hinscheiden umspielte ein seliges Lächeln ihre Lippen und sie gab zu verstehen, dass dieselbe schöne Frau gekommen sei, um sie heimzuholen.

 

Gewiss war es Maria, die Mutter der Gnaden, die dieser Seele beistand und sie in den Himmel führte.

 

 

„Er ist gerettet“

 

Im Jahre 1855 reiste ein Pater namens Guillaumet nach Ars. Im Wagenabteil war von nichts anderem die Rede als von den Wundern, die in dem schönen Dörfchen um den heiligen Pfarrer Johannes Vianney geschahen. Neben dem Pater saß eine Frau in Trauer, die schweigend lauschte. Als die Bahnstation von Ars kam, öffnete die fremde Dame endlich den Mund. „Würden Hochwürden erlauben, dass ich Ihnen nach Ars folge? Dort ist es sicher so gut wie anderswo. Ich reise der Zerstreuung halber.“

 

Der Geistliche verstand zwar den Sinn der Worte nicht ganz, übernahm es aber, der sonderbaren Reisenden im Wallfahrtsort Führer zu sein. Der Pferdewagen, den sie gemeinsam bestiegen, setzte die Pilger vor der Kirche ab. Da gerade die Elf-Uhr-Christenlehre zu Ende ging, führte Guillaumet die Frau zwischen die Kirche und das Pfarrhaus. Sie brauchten nicht lange zu warten. Im Chorrock erschien der Pfarrer von Ars. Er hielt vor der Dame in schwarz an, die mit der Menge niedergekniet war. Er neigte sich zu ihrem Ohr: „Er ist gerettet,“ sagte er. Die Unbekannte schnellte empor. Vianney wiederholte: „Er ist gerettet.“ Eine Geste des Unglaubens war die ganze Antwort dieser Fremden. Darauf sagte der Heilige, indem er jedes seiner Worte betonte: „Ich sage Ihnen, er ist gerettet. Er ist im Fegfeuer und man muss für ihn beten... Zwischen dem Brückengeländer und dem Wasser hat er noch Zeit gehabt, einen Akt der Reue zu erwecken. Die liebe Gottesmutter hat ihm diese Gnade erwirkt. Erinnern Sie sich an den Monat Mai in ihrem Zimmer? Obgleich glaubenslos hat er sich zuweilen mit Ihrem Gebet vereint. Das hat ihm die Reue und ein letztes Erbarmen verdient.“

 

Guillaumet konnte sich die Worte des Pfarrers von Ars nicht erklären. Erst am nächsten Tag erfuhr er, wie wundersam Gott seinen Diener erleuchtet hatte. Vor ihrem Abschied suchte sie den Pater auf, um ihm zu danken. „Die Ärzte hatten mich verpflichtet, meiner Gesundheit wegen zu reisen“ und sie fügte hinzu: „“in Wirklichkeit litt ich an einer wilden Verzweiflung beim Gedanken an den tragischen Tod meines Gatten. Er war ungläubig, und ich lebte nur in dem Gedanken, ihn zu Gott zurückzuführen. Ich habe nicht die Zeit dazu gefunden. Er hat sich freiwillig ums Leben gebracht... Ich konnte nicht anders denken, als dass er verdammt sei. Nun haben Sie gehört, was der Pfarrer von Ars zu mir gesagt und wiederholt hat: „Er ist gerettet.“ Ich werde ihn also im Himmel wiedersehen. Hochwürden, ich bin geheilt.“

 

 

Durch Maria vor dem ewigen Untergang bewahrt

 

Ein junger Mann aus einer Stadt am Rhein, der einzige Sohn einer Witwe, kam als Kaufmann in ein Geschäft nach Marseille. Er war fromm erzogen worden. Aber in der großen Handelsstadt, wo mit den Handelsgütern auch die Schlechtigkeiten aller Länder zusammenströmen, geriet er bald auf Abwege. Er versank im Strudel des Lasters. Die arme Mutter, die vom Leben ihres Sohnes erfuhr, war aufs tiefste betrübt. Sie wusste kein anderes Mittel, als ihn täglich Maria, der Zuflucht der Sünder, anzuempfehlen. Und merkwürdig! Eines Tages erschien der Sohn plötzlich in der Heimat. Ein unbezwingbares Heimweh, so sagte er, habe ihn nach Hause getrieben. Die Mutter empfing ihn mit Tränen in den Augen. Sie bat ihn, flehte ihn an, die Volksmission, die gerade an jenem Ort abgehalten wurde, mitzumachen, oder wenigstens einer Predigt beizuwohnen. Um dem Wunsch seiner Mutter zu entsprechen, hörte der junge Mann eine Predigt an. Der Missionar sprach gerade von der Mutter der Barmherzigkeit. Seine Worte machten auf den Sünder einen solchen Eindruck, dass er sich, als die Leute die Kirche verließen, vor einer Statue der Gottesmutter niederwarf, und sie um Gnade und Erbarmen anflehte. Er flehte nicht vergebens. Die Gnade wirkte. Er erhob sich mit dem Entschluss, sofort eine reumütige Lebensbeichte abzulegen. So tat er denn noch am gleichen Abend. Ausgesöhnt mit Gott und mit dem felsenfesten Vorsatz, ein anderes Leben zu beginnen, kam er nach Hause zurück. Seine Mutter war überglücklich. Sie weinte vor Freude. Und am anderen Morgen? Am anderen Morgen fand sie ihren Sohn tot im Bett. Ein Hirnschlag hatte seinem Leben ein Ende gemacht. Maria, die Zuflucht der Sünder, die Wächterin auf dem Meer des Lebens, hatte den jungen Mann vor dem Untergang bewahrt, sie hat ihn heimgeholt.

 

 

Sein letztes Wort

 

In einem Badeort wurde ein Priester zu einem Kranken gerufen, den eine fromme Schwester pflegte. Er wollte von Bekehrung nichts wissen und der Priester ging unverrichteter Dinge wieder fort. Eines Tages musterte der ans Zimmer gefesselte Kranke aus Langeweile seine Bücher. Dabei stieß er auf ein Gebetbuch, das ihm seine Mutter am Tag seiner ersten heiligen Kommunion geschenkt und worin sie einige Worte geschrieben hatte. Mit diesen Worten stellte sie ihren Sohn unter den Schutz der Muttergottes. Da fing der Kranke wieder zum ersten Mal zu beten an und sprach das Ave Maria. Bald danach ließ er den Priester wieder zu sich bitten und legte eine reumütige Beichte ab. Sein Ende war nahe. Sein letztes Wort vor dem Verscheiden lautete: „Mutter, Mutter! Ave Maria!“

 

 

Das Bild der Unbefleckten – ein Leitstern zum wahren Glauben

 

Es war an einem Septembermorgen des Jahres 1838. Ein junger Arzt, Albert Hetsch, sollte an diesem Tag sein Vaterhaus und Vaterland verlassen, um studienhalber nach Paris zu reisen. So stieg er mit seinem Bruder Friedrich, ehe sie voneinander Abschied nahmen, den Schönenberg ihrer Heimat hinauf. Sie wussten nicht, dass es der Abend eines Muttergottesfestes war und dass zahlreiche Pilger am Morgen denselben Weg gegangen waren, um an dieser geweihten Stätte die heilige Messe zu hören.

 

Plötzlich blieb Heinrich stehen, hob von der Erde einen glänzenden Gegenstand auf, der ihm in die Augen gefallen war und wandte sich rasch Albert zu mit den Worten: „Nimm dies, es wird Dir Glück bringen.“ Albert nahm den von seinem Bruder dargereichten Gegenstand. Es war eine Medaille der allerseligsten Jungfrau.

 

Was sollte der junge protestantische Arzt mit diesem lächerlichen katholischen Aberwitz? Er glaubte doch nicht an Heiligenverehrung und an die Güte und Milde der reinsten Jungfrau, nicht an den Segen ihrer barmherzigen Führung. Dennoch nahm er das Metall mit dem Bild der Unbefleckten entgegen. Und mit diesem Augenblick kam mit dem unscheinbaren Gegenstand ein Leuchten über sein Gemüt. Gedanken an katholische Kirche, an Gemeinschaft der Heiligen, an die eine Herde und den einen Hirten tropften durch seinen Sinn. Er selbst hat seinen protestantischen Eltern später gestanden: von jener Stunde an habe sich seine Seele langsam umgewandelt, er sei leise und unbewusst auf den Weg der katholischen Kirche getreten; er habe vor sich das Licht aufleuchten sehen, das ihn heimlich locken musste. „In diesem Augenblick“, so sagte er, „erschien mir die Richtigkeit der katholischen Lehre und die Harmonie ihrer Glaubenssätze so klar, dass mich von dieser Zeit an nichts mehr von dieser Vision befreien konnte.“

 

 

Dank an Maria für glückliche Operation

 

Vor ungefähr 100 Jahren trat ein höherer Offizier in voller Uniform in die Sakristei der Kirche von „Unserer Lieben Frau vom Siege“ zu Paris. Er war von seiner Gemahlin begleitet. Sie begaben sich zu dem Geistlichen und erzählten ihm:

 

„Die hl. Jungfrau hat unser Kind vor dem Tod errettet. Unser Kleiner ist sechs Jahre alt. Vor einem Monat bekam er ein Halsleiden, aus dem ein entsetzlicher Krupp entstand. Wir ließen das Kind ins Sanatorium „Enfant Jesus“ bringen, damit ihm die beste Pflege zuteilwürde. Die Ärzte wussten keinen Ausweg mehr, die einzige Rettung sei eine Operation, jedoch verhehlten sie nicht, unter hundert Kranken würden höchstens zwei gerettet. Jedoch versuche man auf unseren Wunsch die Operation. In diesem Augenblick machte ich ein Gelübde, durch neun Tage zu „Unserer Lieben Frau vom Sieg“ zu pilgern. Ich habe mein Versprechen gehalten. Neun Tage bin ich in ihre Kirche gekommen, habe da gebetet und vor dem Altar der Muttergottes eine Kerze brennen lassen. Ich wollte in Uniform mein Gelübde erfüllen, Hochwürden, und zwar deshalb, weil man Gott fürchten soll und nicht den Menschen. Die heilige Jungfrau hat uns erhört. Sie hat uns wie durch ein Wunder das Kind zurückgegeben, die Operation ist zum Erstaunen der Ärzte herrlich verlaufen. Gestern trafen wir unser Kind spielend an. Heute werden wir es nach Hause holen; wir wollen aber vorher „Unserer Lieben Frau vom Sieg“ unseren Dank abstatten.

 

 

Wunderbare Heilung in Lourdes

 

Frau Martha Pedron, von Beruf Buchhalterin, 1900 zu Darnetal geboren, litt an chronischer Gehirnhautentzündung, Krankheit des Rückenmarks und völliger Lähmung der unteren Gliedmaßen und wurde durch zahlreiche behandelnde Ärzte für unheilbar erklärt. Sie ging durch acht verschiedene Krankenhäuser. Trotz der klugen Behandlung berühmtester Ärzte hatte sich ihr Leiden nur verschlimmert, so dass die Unheilbarkeit unwiderruflich festgestellt wurde. Am 8. Juli 1930 kommt sie nach Lourdes. Am nächsten Tag, am 9. Juli zeigt sich während der Sakramentsprozession eine sehr bemerkenswerte Besserung. Am 10. Juli verschwindet nach der heiligen Kommunion, die ihr Kardinal Verdier an der Grotte reicht, die Versteifung des Nackens und die Lähmung der unteren Gliedmaßen. Sie begibt sich zum Grottenteich, erhebt sich allein von der Bahre, geht die Stufen zum wunderbaren Teich hinunter, kniet darin nieder, steht auf und kleidet sich wieder an und isst mit gutem Appetit. Sieben Ärzte haben in der Zeit vom 18. Juli 1930 bis zum 24. April 1931 einhellig die Feststellung ihrer vollkommenen Gesundheit bezeugt.

 

 

Ein Blinder erhält bei der Gnadenmutter von Altötting das Augenlicht

 

Es war ein Mann aus dem Bayerischen Wald, der infolge einer schweren Krankheit sein Augenlicht verlor und zu seinem größten Unglück gänzlich erblindete. Nachdem er viele Ärzte um Rat gefragt, und Heilmittel und Arzneien gebraucht und alles vergebens war, nahm er seine Zuflucht zu Maria. Er hatte sie von Jugend auf verehrt und besonders jetzt in seiner Blindheit wuchs sein Vertrauen auf ihre mächtige Fürbitte. Selbst die lange Zeit von fünf Jahren war nicht imstande seine Hoffnung wankend zu machen. Vorzüglich war es die Gnadenmutter von Altötting, zu deren lieblichem Bild er oft gewallfahrtet, an die er sich im vertrauensvollsten Gebet wandte. Er unternahm nun mit einigen guten Freunden auch einen Pilgergang dahin, und nachdem er mit rührender Andacht auch die heiligen Sakramente empfangen hatte, kniete er in stillem Gebet an dem Gnadenaltar. Er sollte nicht mehr umsonst flehen; denn auf einmal fuhr es ihm wie ein Blitzstrahl durch die Augen, worauf eine bleibende Helle und zwar für immer erfolgte. „Ich sehe dich wieder, meine Mutter“, das war der erste Jubelruf, den der Dank und die Freude seinem Munde entrangen, „ich sehe wieder dein schönes Gnadenbild!“ Und dann erstickten Tränen seine Stimme. – Die Gnadenmutter hat ihm durch ihre mächtige Fürbitte das Augenlicht geschenkt.

 

 

Das brennende Kerzlein vor dem Marienbild

 

In Paris lebten zwei arme alte Leute, Mann und Frau unter großen Sorgen in der bittersten Not. Sie wohnten in einer armseligen Stube, wofür sie jährlich zwanzig Franken Miete bezahlen mussten. Gar oft legten sie sich hungrig schlafen und zum Frühstück hatten sie manchmal nur Brotkrusten, die sie erst in Wasser aufweichen mussten. Und doch wagten sie nicht, es zu gestehen; denn sie waren in guten Verhältnissen gewesen und nach und nach ohne ihre Schuld zurückgekommen. Zuletzt hatten sie von dem Verkauf ihrer Habseligkeiten gelebt. Jetzt war alles verkauft. Es war an einem Samstag. Sie hatten keinen Heller Geld mehr, kein Stücklein Brot. Die Frau war schwach, der Mann lag krank zu Bett. Der Tag verging unter schlimmen Aussichten. Die Nacht kam, sie hatten keinen Bissen gegessen. Dann saßen denn die Alten zusammen und weinten und beteten. Der Sonntag war noch schrecklicher. Endlich aber trieb die furchtbare Qual des Hungers die Frau auf die Straße.

 

Sie wollte betteln; aber sooft sie das bittende Wort hervorbringen wollte, da verschloss die Scham ihren Mund, und sie kehrte wieder heim, erschöpfter und entmutigter als da sie gegangen war. Seit 48 Stunden hatten sie keine Nahrung zu sich genommen und der Angstschweiß rieselte über die bleichen abgezehrten Gesichter. „Wir sterben, meine liebe arme Frau“, sagte der Greis; „Gott verlässt uns!“ Die Frau antwortete nicht. Nach einiger Zeit erhob sie den Kopf und sagte wie von plötzlicher Eingebung ergriffen: „Wir wollen die Heilige Jungfrau anrufen, sie ist die Trösterin der Betrübten, die Zuflucht der Leidenden, sie wird uns helfen. Warte, ich habe noch eine kleine Kerze; die wollen wir vor ihrem Bild anzünden. Ich bin überzeugt, dass sie uns Hilfe schickt.“ Gesagt, getan! Im Dunklen finden sie das Kerzlein, zünden es an und stellen es vor ein kleines Marienbild, das noch in ihrem Besitz war, weil es niemand hatte kaufen wollen. Da knieten sie nieder und beteten und weinten bitterlich. Nun wohnte in einem Seitenflügel desselben Hauses eine Arbeiterin, die ein krankes Kind hatte. Diese stand in der Nacht auf, um dem Kind zu trinken zu geben, und bemerkte bei dieser Gelegenheit, dass die beiden alten Leute noch Licht hatten. Sie kannte sie oberflächlich und wenn sie sich begegneten, so grüßten sie einander. – „Am Ende ist den Leuten etwas zugestoßen“, da dachte sie bei sich, und ohne sich weiter zu besinnen, kleidete sie sich notdürftig an, nahm eine Laterne und ging, um nach den beiden Alten zu sehen. Als sie die Tür geöffnet hatte, welch ein jammervoller Anblick! Da lagen die beiden Unglücklichen bleich und zitternd, zusammengesunken vor dem Marienbild. Rasch eilte sie auf die beiden zu und fragte besorgt, was ihnen fehle. Unter Tränen gestanden sie ihre Lage und schneller als sie gekommen, war die Arbeiterin wieder verschwunden. Sie eilte schnell in ihr Stübchen, nahm Brot, Fleischbrühe und was ihr sonst noch an Nahrungsmitteln in die Hände kam und dann ging sie wieder hinüber zu den Alten, beschenkte und tröstete sie.

Am folgenden Tag benachrichtigte sie den Pfarrer, sowie den Vorsteher der Konferenz zum Heiligen Vinzenz. Beide kamen sogleich in die Wohnung des unglücklichen Paares und machten ihnen liebreiche Vorwürfe, dass sie ihre Not so lange verheimlicht hatten. Es wurde für eine Unterstützung gesorgt. Einige Tage später fiel den beiden Alten eine kleine Erbschaft von einem entfernten Verwandten zu. – Wie oft erzählten sie später jedem, der es hören wollte, dass sie ihre Rettung der Muttergottes zu verdanken hatten. Ohne das Kerzlein, oder vielmehr ohne das große Vertrauen zu Maria, das ihnen den frommen Gedanken eingab, das Kerzlein anzuzünden, hätte ihre Nachbarin ihnen nicht zu Hilfe kommen können und sie wären vielleicht den Entbehrungen unterlegen, ehe Hilfe gekommen war.

 

 

Das Kleid Mariens schützt vor Unglück

 

Am 8. Mai 1842 geriet in Frankreich ein dichtbesetzter Eisenbahnwaggon bei schneller Fahrt in Brand. Es dauerte längere Zeit, ehe man vorne auf der Lokomotive auf das schreckliche Unglück aufmerksam wurde und den Zug anhielt. Das Schreien der Insassen war überhört worden. Andere Vorsichtsmaßregeln kannte man damals noch nicht. Als der Zug zum Stehen gebracht war, wurde die Unglücklichen sofort herausgelassen oder herausgetragen. Alle hatten größere oder leichtere Brandwunden davongetragen und mussten in ein Spital gebracht werden. Nur ein einziger war zum Erstaunen aller ohne jede Verletzung davongekommen. Man fragte ihn nach der Ursache dieser auffälligen, wohl gar wunderbaren Rettung. Er gab zur Antwort: „Ich kann mir keine andere denken als diese.“ Dabei wies er auf das Skapulier hin, das er trug. „Seitdem ich dieses trage“, fuhr er fort, „empfehle ich mich täglich ihrem besonderen Schutz.“ Und in der Tat, er war der Einzige unter alles Passagieren, der mit diesem Kleid der Muttergottes gekleidet war.

 

 

Durch ein Marienbild gerettet

 

Über einen Familienvater waren so schwere Schicksale hereingebrochen, dass sein Vertrauen auf Gott und die Menschen von der Verzweiflung überwältigt wurde. Die Verzweiflung ist aber das Allerschlimmste in einem Menschenherzen; denn der Vater nahm einen Strick, um sich mit ihm zu erhängen. Beim Fortgehen wollte er seine Kinderchen, auch seine Ehefrau nicht mehr ansehen, damit er nicht etwa durch den rührenden Anblick an seinem schrecklichen Vorhaben gehindert würde. Er wählte sich einen vor der Stadt gelegenen einsamen mit Weidenbäumen bepflanzten Platz zur Ausführung seiner verzweiflungsvollen Gedanken. Da sah er im Vorübergehen auf dem Weg ein weißes, viereckiges Papier liegen. Er hob es auf und drehte es um – es war ein Muttergottes-Bildchen, worunter die Worte standen: „O Maria, ohne Sünde empfangen, bitte für uns, die wir unsere Zuflucht zu dir nehmen!“

 

Das ist ja eine wunderbare Fügung, dachte er und blieb stehen. Muss ich denn dieses Bildchen gerade jetzt finden, sehen, aufheben und lesen? Er ging weiter, indem er auf die Worte sah: „Bitte für uns, die wir zu dir unsere Zuflucht nehmen.“ Jetzt blieb er wieder stehen,- es wird ihm plötzlich so leicht ums Herz, neue Lebenskraft kehrt in seine Brust zurück, er betet: „Bitte für uns.“ Er wendet sich um und betet, „die wir zu dir unsere Zuflucht nehmen“,- er schleudert den Strick weg, er küsst das Muttergottes-Bildchen und eilt in seine Familie zurück, umarmt seine Frau und seine Kinder, bittet sie um Verzeihung, zeigt ihnen das Bild und alle knien hin und bitten: „O Maria, Mutter Gottes, bitte für uns, die wir unsere Zuflucht zu dir nehmen.“ Hierauf beichtete der Mann sein sündhaftes Vorhaben auch seinem Seelsorger und bald war es mit Gottes Hilfe gelungen, ihn aus aller Not zu retten. Das Bildchen aber bewahrte er heilig, weil er sagte: „Durch dieses Muttergottes-Bildchen hat mich Gott erhalten.“

 

 

Das belohnte Ave-Maria

 

Am 7. Mai 1868 wurde in Berlin eine der größten Seifenfabriken ein Raub der Flammen. In der Fabrik fand infolge ausgeströmten Gases eine entsetzliche Explosion statt. Hierbei verloren sechs Menschen das Leben und siebzehn wurden schwer verwundet. Am Abend desselben Tages erschien in der Mai-Andacht ein armes Dienstmädchen und brachte unter einem Strom von Tränen einen prachtvollen Blumenstrauß für den Mai-Altar. Man fragte sie um die Ursache ihrer Tränen und sie sprach: Ich war am Morgen von meiner Herrschaft in die Seifenfabrik geschickt worden, die heute zerstört worden ist. Auf dem Weg ging ich an einer Kirche vorüber, und es kam mir der Gedanke: Kehr ein und bete ein Ave-Maria; denn diesen Abend wirst du doch keine Zeit haben, in die Mai-Andacht zu gehen und ich kehrte ein und betete ein Ave-Maria. Dann ging ich zur Seifenfabrik. In diesem Augenblick, als ich mich dem Haus näherte, erfolgte der furchtbare Schlag. Hätte ich das Ave-Maria in der Kirche nicht gebetet, so wäre ich gerade recht gekommen und läge jetzt auch im Leichenhaus.“ Und immer wieder schluchzte und weinte das Mädchen und meinte noch: „Ach was würde meine Mutter gesagt haben, wenn ich gestorben wäre.“

 

So gut und mild erwies sich die Gnadenmutter, dass sie um eines einzigen Ave-Maria willen einem armen Dienstmädchen zur Lebensretterin wurde.

 

Welche Ermunterung muss darin für uns liegen, tagtäglich die heiligste Jungfrau zu grüßen und sich ihrem mütterlichen Schutz zu empfehlen.

 

Maria niemals des vergisst,

Der sie mit frommen Ave grüßt!

 

 

Durch Maria wunderbar gerettet

 

Eine fromme Familie war mit ihrem einzigen Kind, einem Mädchen, das die Freude ihres Lebens war, nach Maria-Einsiedeln gepilgert. Nachdem die Eltern daselbst ihre Andacht verrichtet und sich mit ihrem Kind der Himmelskönigin in heißer Inbrunst empfohlen hatten, traten sie ihre Heimreise an. Während sie mit der Eisenbahn von Zürich wegfuhren, sah das fröhliche Mädchen zum Fenster hinaus und freute sich über die wechselnden Bilder, die die rasche Fahrt seinem Blick darbot. Es stand am Ende des Waggons und hielt sich an der Tür fest. Mit einem Mal öffnete, während der Zug dahinsauste, ein heftiger Stoß die Tür, die nicht gut verschlossen war, und das Kind fiel hinaus und verschwand. Ein Schrei des Entsetzens erscholl von den Lippen der Mitreisenden, die den schrecklichen Sturz des Kindes sahen. Der Schrecken und der Jammer der Eltern lässt sich denken. Die Zeit bis der Zug zum Halten gebracht wurde, schien ihnen eine halbe Ewigkeit zu sein. Eine unaussprechliche Qual war für sie die grässliche Ungewissheit, das Schwanken zwischen Furcht und Hoffen, zwischen Tod und Leben ihres Kindes. Während der Vater mit der Draisine zurückfuhr, hatte sich die Mutter auf die Knie geworfen in rührender Andacht voll kindlichen Vertrauens: „Gedenke, o gütigste Jungfrau Maria, dass es noch nie erhört worden, dass jemand der zu dir um Schutz geflohen, deine Hilfe angerufen, um deine Fürbitte gefleht, von dir verlassen worden sei.“ Es stand nicht lange an, als der Vater mit dem Kind kam, schon von weitem rief er: „Gott sei Dank! Freue dich, liebe Frau, die Muttergottes hat uns das Kind beschützt und mit ihren Mutterarmen aufgefangen.“ Dem Freudenruf des Vaters begleitete das Geschrei des Kindes, als es seiner Mutter ansichtig wurde. Wenige Augenblicke später hielt die Mutter ihr so wunderbar gerettetes Kind, dem außer einer geringen Hautabschürfung gar nichts fehlte, in ihren Armen und pries mit lauter Stimme die Macht und Barmherzigkeit der Gottesmutter.

 

 

Ein Spötter Mariens stirbt eines unglückseligen Todes

 

Anfang der achtziger Jahre des neunzehnten Jahrhunderts am 8. Dezember wurde ein alter Herr in ganz erschütternder Weise durch einen plötzlichen Tod hinweggerafft. Er hatte seit dreißig Jahren die heiligen Sakramente nicht mehr empfangen. Er war Freimaurer geworden und von jener Zeit an ein verbissener Feind der Kirche und besonders der allerseligsten Jungfrau Maria. Er kannte kein größeres Vergnügen, als gegen dieses „Weib“, wie er sie höhnisch nannte, die schrecklichsten Lästerungen auszustoßen. Einige Wochen vor seinem Tod kam er auf seinem Spaziergang an einer Wallfahrtsstätte der Muttergottes vorbei und machte einem Bauern, den er kannte, und der eben wallfahren ging, die spöttische Bemerkung: „Ihr denkt gewiss von mir: Dem alten Sünder täte es gewiss auch einmal not, zum „Weibe“ seine Zuflucht zu nehmen.“ So kam der 8. Dezember. Er saß auf dem Sofa in seinem Zimmer. Ein kleines Mädchen von neun Jahren, seine Enkelin, war eben dort am Spielen. Nun vernahm er das Festtagsgeläute und er fragte, warum denn geläutet würde? Die Kleine gab zur Antwort: „Es ist heute das Fest der unbefleckten Empfängnis der lieben Mutter Maria.“ Nun machte er über Maria eine abscheulich schmutzige Bemerkung, die man gar nicht wiedergeben kann. Kaum waren diese Worte über seine Lippen gekommen, als seine Gesichtszüge sich in schrecklichster Weise verzerrten, so furchtbar, dass die Kleine aus der Tür hinausschrie: „Kommt doch! Der Großvater sieht gerade aus wie ein Beelzebub. Ich fürchte mich.“ Als man kam, lag er tot auf dem Sofa. Gott der Herr duldet keinen Spott über jene von Ewigkeit her auserkorene Frau, der er sich bedienen wollte, um der ganzen Welt Heil und Segen zu spenden.

 

 

Bestrafte Lästerung Unserer Lieben Frau

 

Der liebe Gott hat grobe Lästerungen, die gegen die heiligste und unbefleckte Muttergottes Maria verübt wurden, schon manchmal auf Erden rasch und auffällig bestraft. Folgende Begebenheit hat sich vor über hundert Jahren in Unteritalien zugetragen:

 

Ein nicht im besten Ruf stehender Orstspolizist von Liveri, namens Barone, hat am 28. Januar 1899 beim Spiel im Gasthaus, wie der Bischof auf Grund eidlicher Zeugenaussagen feststellte, die Muttergottes beschimpft, indem er ein Stück Stockfisch nach ihrem Bild warf und schrie: „Wenn die Madonna etwas taugt, so soll sie mir den Arm verderben.“

 

Zwei Tage später fühlte der Polizist gewaltige Schmerzen in seinem rechten Arm und am 2. Februar konstatierte der Arzt ein bösartiges Muskelgeschwür an demselben. Der Arzt machte wiederholt Schnitte an dem erkrankten Teil des betroffenen Armes, aber die Geschwüre breiteten sich weiter aus, und der Polizist starb am 13. Februar, selbst überzeugt, dass Gott die Lästerung der göttlichen Mutter an ihm so schnell gerächt hatte.

 

 

Eine Erscheinung der unbefleckt Empfangenen

 

Am 8. Dezember 1854 erschien die Himmelskönigin im Glanz ihrer Schönheit und Reinheit in der Gestalt der unbefleckten Empfängnis ihrer Dienerin Dominika Klara Moes, der Gründerin des Dominikanerordens auf dem Limpertsberg in Luxemburg, die später die Wundmale Christi trug. Die Erschienene verkündete ihr, die Verehrung ihrer „Unbefleckten Empfängnis“ werde unermesslichen Segen bringen. Maria zeigte sich in entzückender Schönheit. Die gottselige Dienerin erzählt: „Ihr Angesicht glänzte schöner als tausend Sonnen, unbeschreibliche himmlische Anmut war über sie ausgegossen. Das lange faltenreiche Gewand schimmerte wie blendend weißer, frisch gefallener Schnee. In den aufrecht gehaltenen Händen hielt sie einen Strauß duftender Lilien und in Buchstaben waren die Worte zu erkennen: „Ich bin wie eine Lilie unbefleckt aus den Händen meines Schöpfers hervorgegangen. Keine Makel ist an mir.“ Dabei sprach die allerseligste Jungfrau sie liebevoll anblickend zu ihr: „Wisse, wenn du meine unbefleckte Empfängnis recht innig verehrst, wird der böse Feind dir weder im Leben noch im Sterben schaden können; ich werde diejenigen, die eine große Andacht zu meiner unbefleckten Empfängnis haben, ganz besonders unter meinen mächtigen Schutzmantel nehmen.“

 

 

Ein Verteidiger der Muttergottesverehrung

 

In Athagaska, im hohen Norden Amerikas, hat ein Mann aus dem Völkerstamm der Criesen in einem Gespräch mit einem anglikanisch-protestantischen Bischof in trefflicher Weise die Muttergottesverehrung verteidigt. "Der Bischof", so erzählt er dem Missionar Pater Grouard, "lud mich eines Tages zu sich ein. Es war Winter und sehr kalt. Ich wärmte mich an seinem Ofen, als er seine Bibel nahm und mich fragte, ob ich lesen könnte. Ich hatte mein Gebetbuch bei mir und zeigte es ihm. Er schaute es an, fand dort den Namen Maria und nahm davon Anlass, mir begreiflich zu machen, wie unglücklich ich sei, dass ich zu einer einfachen Frau, die den anderen Frauen gleich sei, Gebete verrichte. Und er fügte noch bei, es sei in seinem Buch geboten, zu Jesus allein zu beten. Ich beeilte mich nicht mit der Antwort, ich weiß ja nichts, und ich sagte ihm, ich halte mich nicht für fähig, mit ihm hierüber zu verhandeln. Ich fragte ihn aber, ob er eine Mutter habe? Ich habe eine, sagte ich zu ihm, und liebe sie. Hast du auch eine? Der Bischof etwas verblüfft, antwortete, er sei nicht allein auf die Welt gekommen und habe wie andere Menschen auch eine Mutter gehabt. Wohlan, erwiderte ich, du hast deine Mutter wohl geliebt und hast gut daran getan. Und du wolltest, dass Jesus seine Mutter nicht liebt? Und du sagst mir, er sei nicht zufrieden, wenn ich achtungsvoll mit seiner Mutter rede und zu ihr sage, dass sie bei ihrem göttlichen Sohn für mich bitte? Wir trennen in unserer Religion Jesus nicht von seiner Mutter. Wir beten zuerst zu Jesus und hernach zu Maria. Der Bischof erwiderte nichts und so habe ich mich aus den Händen des Bischofs losgemacht." Ist es nicht erfreulich, diesen armen Sohn der Wälder zu hören, der zwar in den menschlichen Wissenschaften unerfahren ist, aber vom Glauben erleuchtet, in seinem kindlichen Verstand und in seinem aufrichtigen Herzen eine so schöne Verteidigung der Muttergottesverehrung findet.