Betrachtungen

 

Die Betrachtungen aus der Tradition der Kirche sollen beim gläubigen Christen ein wahrhaftes Vertrauen erwecken und zur getreuen Nachfolge Jesu und Mariä aufmuntern. Das ist die erste und wichtigste Absicht. Allen anderen, die diese Betrachtungen lesen, wird Gelegenheit gegeben, die alten Spöttereien wieder aufzuwärmen. Die Betrachtungen über Maria, die Heiligen und wunderbare Begebenheiten aus der langenGeschichte der Kirche, sollen auch unsere Liebe zu Gott vermehren. Als der hl. Antonius von Padua etwa 5 Jahre alt war und noch bei den Eltern lebte, klopfte eine Tages - es war an einem kalten Wintertag - jemand an der Tür. Der kleine Antonius hörte dieses Klopfen, eilte zur Tür und öffnete sie. Was sah er? Ein kleines Kind stand vor ihm, barfuß und ärmlich gekleidet; auf dem Rücken trug es einen kleinen Bettelsack. Der kleine Anton warf einen neugierigen Blick in diesen Sack und statt der Brote, die er darin zu sehen erwartete, erblickte er zu seinem Erstaunen lauter rote Herzen, die wie kostbare Rubine leuchteten. Da fragte Antonius: "Wer bist denn du? Was willst du?" Das Kindlein antwortete: "Ich bin ein Königssohn und gehe betteln um die Herzen der Menschen. Ich will auch dein Herz." Da sprach Antonius: "Wie heißt du?" Das Kindlein antwortet: "Ich brauche dir meinen Namen nicht erst zu sagen; denn deine liebe Mutter hat dir ihn schon gesagt; denn ich bin Jesus." Daraufhin verschwand das Kindlein. Auch die Betrachtungen wollen uns nahelegen, dass sich der liebe Gott nach den Herzen der Menschen sehnt, dass er also von uns geliebt sein will.

Matthias Hergert