40 Geschichten zum Lob Mariens

 

1. Geschichte: Die Güte Marias

2. Geschichte: Marias Fürbitte vertreibt die Pest

3. Geschichte: Maria ist eine Retterin der jungfräulichen Ehre

4. Geschichte: Maria tröstet einen geängstigten Sterbenden

5. Geschichte: Marias Fürbitte besänftigt den erzürnten, bedrohenden Gott

6. Geschichte: Die Bekehrung eines Mörders

7. Geschichte: Die Bekehrung eines jüdischen Mädchens

8. Geschichte: Maria ist die Retterin eines stark Angefochtenen

9. Geschichte: Maria zündet das Glaubenslicht an

10. Geschichte: Marias Fürbitte hilft einem großen Sünder

11. Geschichte: Maria die Unbefleckte, eine Erretterin der Gefahrleidenden

12. Geschichte: Beatrix wird durch Marias Güte bekehrt

13. Geschichte: Heilsame Verehrung der Unbefleckten Empfängnis Marias

14. Geschichte: Maria hält von einer schweren Sünde ab

15. Geschichte: Buße und Erweckung der Toten durch Marias Fürbitte

16. Geschichte: Maria beschützt gegen den Anfall des Satans

17. Geschichte: Maria, die schmerzhafte Mutter, ist eine Trösterin ihres Verehrers

18. Geschichte: Herrlicher durch von Maria erhaltenem Sieg

19. Geschichte: Durch die Schönheit Marias erblindet und erleuchtet

20. Geschichte: Die Fürbitte der schmerzhaften Mutter hält das Mordschwert auf

21. Geschichte: Maria umfängt einen Büßenden Mörder

22. Geschichte: Besiegung des Neides und des Todes durch Maria

23. Geschichte: Geringe und doch kräftige Verehrung Marias

24. Geschichte: Große Belohnung eines geringen Dienstes

25. Geschichte: Andacht zur schmerzhaften Mutter öffnet einem großen Sünder den Himmel

26. Geschichte: Die Begnadung der Verehrer der schmerzhaften Mutter

27. Geschichte: Maria die Schmerzhafte ist eine Erhalterin des Lebens

28. Geschichte: Ein großer Sünder wird durch Marias Güte ein Büßer

29. Geschichte: Maria in der Glorie verwandelt Leid in Freude

30. Geschichte: Ein herrlicher Sieg über Satan erhalten durch die Andacht zu Maria

31. Geschichte: Die Andacht zu Maria erhält das wahre Glaubenslicht

32. Geschichte: Errettung des Theophili durch Maria aus den Klauen des Satans

33. Geschichte: Marias Güte ist ein Licht in der Finsternis des Irrtums

34. Geschichte: Bekehrung der großen Sünderin Helenä durch die Fürbitte Marias

35. Geschichte: Maria ist die Siegstrahlende wegen der durch sie geschlagenen Feinde

36. Geschichte: Maria die Bittende wendet ab die großen, schweren Übel

37. Geschichte: Der gnadenvolle Anblick Marias

38. Geschichte: Die Buße und der selige Tod eines Maria verehrenden Sünders

39. Geschichte: Sieg gegen den unreinen Geist durch die Andacht zur unbefleckten Mutter

40. Geschichte: Die kräftige Fürbitte Marias bewegt den göttlichen Richter zur Gnade

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25. Geschichte

 

Andacht zur schmerzhaften Mutter öffnet einem großen Sünder den Himmel

 

In den von den

 

26. Geschichte

 

Die Begnadung der Verehrer der schmerzhaften Mutter

 

Nach der Auffahrt Mariä in den Himmel verlangte Johannes, der liebe Jünger Christi, eben seine am Stamm des Kreuzes von Christus empfangene göttliche Mutter zu sehen: er bat Gott oft, damit er in seinem Verlangen möchte erhört werden. Er bat und weinte so lange, bis ihn der günstige Himmel einmal mit einer Erscheinung tröstete. In dieser sah er Christus und seine göttliche Mutter miteinander sprechen von den Peinen, die sie in ihrem schmerzlichen Leiden ausstehen mussten. Danach hörte er Maria ihren Sohn bitten, dass er denen, die sich öfters dieser Drangsalen andächtig erinnern, eine ganz besondere Gnade wolle mitteilen. Darauf antwortete Christus, dass er solchen, die sich öfters seiner Schmerzen erinnern werden, vier besondere Gnaden verleihen wolle. Die erste soll sein eine vollkommene Reue, und Leid vor dem tödlichen Hinscheiden über alle begangenen Sünden zu erwecken. Die zweite ein besonderer Beistand im letzten Todeskampf. Die dritte, dass einer solchen Seele die schmerzhaften Geheimnisse des bitteren Leidens gleichsam eingeprägt werden, und sie deswegen einen großen Lohn werden im Himmel empfangen. Die vierte, dass er seiner göttlichen Mutter nichts abschlagen wolle, was sie immer für eine solche Seele von ihm begehren werde. Marchantius Diar. B. V. Pelbartus schreibt, dass die gemeldeten Gnaden auch jenen erteilt werden, die das Leiden öfter zu Gemüt führen.

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27. Geschichte

 

Maria die Schmerzhafte ist eine Erhalterin des Lebens

 

Pelbartus schreibt, dass er einen mit seinen Augen gesehen und auch mit ihm geredet hat, der ihm bei seiner Treue und Glauben erzählt hat: dass er noch mit zwei anderen auf der Donau im Schiff gefahren und mitten in ihr einen Schiffbruch gelitten hat: und da die anderen zwei hinaus geschwommen sind, ging er unter und hörte in der Tiefe die Stimme: Siehe, o Mensch! du solltest jetzt sterben, und weil du tödliche Sünden auf dir hast, in die Hölle fahren: weil du aber mit meiner Mutter oft ein Mitleiden trugst, sie fleißig verehrt hast, wird dir diese Gnade erteilt, dass du leben und beichten sollst. Unterdessen, da seine zwei anderen Gesellen Fischer bestellt hatten, die den ertrunkenen Leichnam in der Donau suchen und herausziehen sollten, sie ihn aber nicht fanden, sahen sie ihn nach drei Tagen in dem Gestade des erwähnten Flusses aussteigen. Er erzählte alles, was sich mit ihm zugetragen hatte ging alsogleich hin zu P. Pelbarto, und hat eine reuevolle Beicht abgelegt.

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28. Geschichte

 

Ein großer Sünder wird durch Marias Güte ein Büßer

 

Zwei junge Männer lebten in einer großen Stadt, führten ein ärgerliches Leben, ergaben sich dem sündigsten Leben und hielten sich viele Stunden des Tages in Trinkhäusern auf. Da sie sich nun auch einst bis in die späte Nacht im Wirtshaus aufhielten, die Zeit mit Essen, Trinken, Spielen, Tanzen, und anderen Possen und Mutwillen zubrachten, fiel einem, mit Namen Richard, ein, er sollte sich doch einmal nach Hause begeben. Er folgte der rufenden Stimme Gottes, obwohl ihn sein Spießgeselle deswegen auslachte und verhöhnte, machte sich auf, geht in sein Haus und will sich zur Rehe begeben: erinnerte sich aber zugleich, dass er denselben Tag das gewöhnliche Gebet zu Ehren der Mutter Gottes nicht gesprochen habe. Es fiel ihm zwar ein, er könne es ohne Sünde auslassen: doch hat die Liebe gegenüber der Mutter Gottes ihn überwunden, er ließ sich nieder auf seine Knie, spricht seine Gebete, legt sich alsdann in das Bett, hört bald darauf einen an der Tür klopfen, gibt keine Erlaubnis hineinzugehen, hört alsdann eine Stimme: Öffne mir, oder ich werde auch gegen deinen Willen zu dir hineinkommen. Richard begegnet der Stimme mit folgenden Worten: Komm, wenn du kannst ohne Öffnung der Tür eingehen. Er sah sodann ein Gespenst, das er leicht erkennen konnte. Er wurde befragt: Kennst du mich? Ja, sagte Richard: du bist ja mein Kamerad, mein Trinkbruder. Ja, leider, entgegnete das Gespenst, fing an zu seufzen, und fuhr so fort mit seiner Rede: Da wir im Wirtshaus beisammen waren, hat der böse Feind bei dem strengen Richter und beide angeklagt, unsere Seelen begehrt, und über mich Gewalt bekommen, da er mich mit einer engen Schlinge, da ich nach Hause gehen wollte, erwürgte. Ein Gleiches wäre dir widerfahren, wenn du nicht das gewöhnliche Gebet zu Ehren der Mutter Gottes hättest gesprochen. Nachdem der Verdammte dies geredet hatte, zog er sein Kleid auseinander: sodann wurde Richard gewahr, dass der ganze Leib gleich einem glühenden Eisen war, er sah in ihm verborgene Würmer und Schlangen, hörte den Elenden, ehe er verschwand, seufzen und rufen: ach wie werde ich im Feuer geplagt! Richard wurde ungemein durch das, was er gehört und gesehen hatte, bewegt, sagte Gott und Maria für die empfangene Gnade Dank, hört das Glockenzeichen, durch das die Ordensgeistlichen in einem Kloster des heiligen Franziskus zur Mette gerufen wurden, empfand sodann einen Antrieb, in denselben Orden einzutreten, was auch geschah. Er lebte fromm, arbeitete mühsam im Weinberg des Herrn, starb als ein Märtyrer mitten im Feuer in Japonien.

Carolus Rosignoli

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29. Geschichte

 

Maria in der Glorie verwandelt Leid in Freude

 

Der selige Hertinodus, ein Mönch aus dem Orden des heiligen Augustinus, hörte einst in einer Predigt: was ihr den Vater bitten werdet in meinem Namen, das wird er euch geben, begehrt alsobald Jesus, wie er am Kreuz hing, zu sehen. Christus erscheint ihm ganz lebhaft, kläglich, blutig und jämmerlich: er sah das ganze traurige Schauspiel seines Leidens, hörte alle seine traurigen Worte, mit solcher Bewegung, dass er glaubte, er müsse vor Herzeleid sterben. Er begehrte darauf Maria, wie sie im Himmel als eine Königin in der Glorie zu sehen: was er auch erlangte. Da ist er gleichsam vom Tod erstanden, oder besser gesagt, in eine neue Gefahr des Lebens geraten, denn gleichwie zuvor sein Herz die unaussprechlichen Schmerzen Christi nicht konnte erleiden, so viel weniger die unbeschreiblichen Freuden der Himmelskönigin. Nach diesem ist ihm alles Kreuz um Jesus und Mariä willen honig- und zuckersüß vorgekommen, und er wollte auch nicht hören, wenn sich einer beklagte, er leide zu viel.

Chronicon Eremit. Ord. S. Aug.

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30. Geschichte

 

Ein herrlicher Sieg über Satan erhalten durch die Andacht zu Maria

 

Ein reicher Mann ist durch Unglück in große Armut geraten. Darüber war er dermaßen gekränkt, dass er wegen des zeitlichen Verlustes sogar verzweifelte und sich dem bösen Feind ergeben hat. Er verleugnete Gott und seine Taufe und verschrieb sich mit seinem eigenen Blut dem Satan. In diesem unglückseligen Zustand kam er einst in eine Prediger-Kirche und hörte eine Predigt, in der gesagt wurde, was es für ein Elend sei, in der Gewalt des Teufels zu sein: wie grausam der Satan die armen Sünder halte. Hingegen, wie Gottes Barmherzigkeit groß ist, wie lange Zeit er oft auf die Bekehrung der Sünder wartet: wie viel er ihnen Mittel an die Hand gibt, durch die die größten Sünder sich bekehren und von des Teufels Gewalt sich losmachen können: auch wie unter solchen Mitteln ein sehr kräftiges die Andacht zur Mutter Gottes und das Rosenkranzgebet ist. Diese Predigt ist dem Sünder so zu Herzen gegangen, dass er damit anfing einesteils seine Elend zu erkennen: andernteils, weil er Gott verleugnet hatte, sich deswegen zu ihm zu kommen sich für unwürdig schätzte, und seine Zuversicht und Hoffnung zu Maria zu nehmen. Er ließ sich daraufhin in die Rosenkranzbruderschaft einschreiben, ruft Maria in seinem elenden Stand um Hilfe an. Aber darüber trieb der Teufel nur ein Gespött, er warf ihm die Handschrift vor und gab vor, er wäre ewig sein. Allein der arme Sünder ließ seine Hoffnung, die er auf Gott und auf die Fürbitte Marias setzte, nicht fallen, ging mit großem Vertrauen in die Kapelle Unserer Lieben Frau, kniete vor dem Bildnis Marias nieder, klagte mit heißen Tränen seine Not, betete so eifrig und so lange, bis dass er seine eigene Handschrift, mit der er sich zuvor mit seinem eigenen Blut dem Satan verschrieben hatte, herabfallen sah, und er gänzlich versichert wurde, dass alles, was er dem Satan versprochen hatte, ausgelöscht und er vermittelst der kräftigen Fürbitte der Mutter Gottes vereinigt, und wiederum in Gnaden aufgenommen sei.

P. Joan. Bonifacius S.J.

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31. Geschichte

 

Die Andacht zu Maria erhält das wahre Glaubenslicht

 

Es bediente einen katholischen Edelmann ein lutherischer junger Gesell, Martinus Crutius, von Comburg gebürtig. Dieser erkrankte, das hitzige Fieber hat ihn sehr scharf angegriffen. Der Kranke begehrte inständig den Herrn Fridericus Fornerus, in Meinung, seiner Religion abzuschwören, und den allein seligmachenden römisch-katholischen Glauben anzunehmen. Die Freunde von ihm wollten es durchaus nicht gestatten, drohten ihm, falls er würde katholisch werden, ihn gänzlich zu enterben. Allein Martinus ließ sich nicht abschrecken, sagte, ich achte euer Erbteil nicht, wenn ich nur ein Himmelserbe werde. Der verlangte Priester wird also berufen, vernimmt mit Freuden Martini heiliges Vorhaben, fragte ihn, was ihn bewege, den wahren Glauben anzunehmen? Der Kranke erklärte sich mit folgenden Worten: O mein geistlicher Vater! verwichene Nacht, als am Fest der Unbefleckten Empfängnis Mariä, stand Maria die Mutter Gottes bei mir, sprach zu mir: Martine, weil du mich so andächtig gegrüßt, komme ich zu dir, ermahne dich, weil die Zeit deines Todes herzunaht, dass du den katholischen Glauben annimmst, beichtest, und das hochwürdige Gut empfängst! denn in der Christnacht, in jener Stunde, in der ich meinen Sohn geboren habe, will ich zu dir kommen, dich in die himmlische Freude führen. Fornerus aber fragte ferner: Martine, wie kann dies sein? denn du ja ein Lutheraner, diese aber verehren Maria nicht. Worauf der Kranke: Weil mein Herr, den ich bediente, katholisch war, bin ich oft zur katholischen Predigt gegangen, und weil ich öfters darin gehört habe, wie nützlich es sei Maria zu verehren, wie sehr der Himmelskönigin der Englische Gruß gefalle, wie hoch sie ihn belohne, der ihn mit Andacht spricht, habe ich alle Tage in der Frühe, und auf den Abend sieben Ave Maria auf den Knien liegend gebetet, sonst habe ich nichts getan. Darauf sagte er ab seinem falschen Glauben, nimmt den wahren an, empfängt das heilige Sakrament mit größter Andacht: und wie ihm Maria vorhergesagt, entschlief im Herrn. Das Angesicht erschien nach dem Tod viel lebendiger, schöner, und freundlicher, als da er noch gelebt hatte.

Bourghesius

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32. Geschichte

 

Errettung des Theophili durch Maria aus den Klauen des Satans

 

Theophilus, zu Adana gebürtig, fromm und gelehrt, wurde zu einer hohen geistlichen Würde erhoben: da der Bischof des Ortes verstorben war, wurde er von allen einmütig zum Bischof erwählt. Der Erwählte aber hat die Würde aus lauter Demut ausgeschlagen. Da denn ein anderer geistlicher Oberhirte erwählt wurde, gaben sich einige große Mühe, Theophilum bei diesem Oberhirten verhasst zu machen: wurde falsch angeklagt, verfiel in die Ungnade des Bischofs, und wurde von seinem Amt abgesetzt. Dies hat zwar Theophilus sehr empfunden, doch blieb er dennoch standhaft und Gott dem Herrn getreu. Endlich da er vom Trauergeist und Ehrgeiz stark angefochten wurde, gab er dem bösen Feind das Spiel gewonnen. Er ersuchte einen Zauberer um Hilfe und dieser verspricht diese zu leisten. Er befahl aber sogleich Theophilo, er möge alle gewöhnlichen Andachtsübungen unterlassen und sich nicht mit dem Kreuz bezeichnen. Der Teufelsdiener stellt den Verzweifelten den bösen Geistern vor und legt die Bitte ein für den Theophilo. Die Antwort wird gegeben: Wir helfen keinem, als dem, der sich uns ergibt. Wird also Theophilus ermahnt: er soll Gott, wie auch der Mutter Gottes absagen, mit seinem eigenen Blut sich dem bösen Feind unterschreiben. In alles willigte der Elende ein, alles wurde vollzogen. Gleich darauf hat sich das Blatt gewendet. Der Bischof liebte Theophilum wie zuvor, die vorige Ehrenstelle wurde ihm verliehen, worüber sich Theophilus höchstens erfreute. Gott hat sich nach einer Zeit seines zuvor eifrigen Dieners erbarmt: er munterte den Eingeschläferten durch seine kräftige Gnade auf. Der Sklave des Teufels erkennt seine schwere Missetat, die Seelengefahr, fängt an bitterlich zu weinen, zu seufzen, zu fasten, bittet Maria eifrigst und inständig, verharrte im Gebet in der Kirche durch vierzig Tage und vierzig Nächte. Es erschien endlich dem Büßenden die seligste Jungfrau und gab ihm einen strengen Verweis. Als Theophilus mit noch größerem Eifer um Gnade anhielt, wurde ihm befohlen, er soll dem bösen Feind absagen, brechen den mit ihm gemachten Bund. Da nun die Mutter Gottes dem Büßer das dritte Mal erschienen ist, sagte sie: Die Sünden seien Theophilo nachgelassen. Nach der vierten Erscheinung bekam er seine dem bösen Feind gegebene Handschrift, fand sie auf seiner Brust: eilte sodann der Kirche zu, erzählt alles dem Bischof, und begehrt, dass es dem Volk soll kundbar gemacht werden. Er verharrte drei Tage im Gebet, empfing in der Kirche die heiligen Sakramente und stirbt selig.

Eutychianus famulus Theophili, testis oculatus

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33. Geschichte

 

Marias Güte ist ein Licht in der Finsternis des Irrtums

 

Ein kurbayerischer Soldat hatte 1646 einen Bürger zu Lauingen an der Donau erschossen, wurde verhaftet und zum Tod verurteilt. Weil er ein Ketzer war, wurde ein eifriger Pfarrherr, Georgius Pistorius, ermahnt, dem Übeltäter zu einem seligen Tod behilflich zu sein. Er bemühte sich auf alle Weise, den Irrgläubigen auf den rechten Weg zu bringen und zu bekehren. Aber es war alles vergebens und umsonst. Es kamen auf sein Zusprechen auch andere Priester, die aber auch nichts ausrichten konnten. Der ketzerische arme Sünder gab vor, man werde ihn nimmermehr dahin bereden, dass er wegen so kurzer Zeit seines Lebens seinen Glauben ändern werde. Es kam die letzte Nacht heran, an dessen Morgen er durch das Schwert hingerichtet werden sollte. Der fromme Priester befahl denn des armen Menschen Seele Gott, und der Fürbitte Mariens: empfand zugleich einen innerlichen Antrieb, er soll noch einmal den Schuldigen zum Guten ermahnen und zusprechen. Er geht denn in das Gefängnis, fängt allerhand an mit dem Gefangenen zu reden, fragt ihn unter anderem: Was er von Unserer Lieben Frau hält? Er gab zur Antwort: Er verachte die Mutter Gottes nicht, denn er hätte lange Zeit im Brauch, dass er täglich morgens und abends neben dem Vaterunser auch das Ave Maria ganz gebetet, so wie es die Katholischen im Brauch haben. Der Priester fragt: was er denn von dem Gebetlein halte, das die katholische Kirche aus Eingebung des Heiligen Geistes dem Englischen Gruß beigesetzt habe: Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder jetzt, und in der Stunde unseres Todes. Und ob er es auch glaube, was er schon so lange Zeit gebetet habe, dass nämlich Maria die Mutter Gottes im Leben und im Sterben für uns bitten könne? Und wie er sich hierauf etwas besonnen und mit Ja antwortete, hat ihn der Priester getröstet, und der ewigen Seligkeit gute Hoffnung gemacht, und ermahnt, er soll mit ihm fünf Vaterunser und fünf Ave Maria zu diesem Ende andächtig sprechen, dass, wenn er in einer falschen Religion sei, Gott ihn durch die Fürbitte Marias erleuchten und zur Erkenntnis des wahren Glaubens bringen wolle. Er folgt, und kaum war das Gebet vollendet, fing der Geist Gottes in ihm an also zu wirken, dass er bekehrt wurde. Es wurden andere gerufen, zu Zeugen seiner Bekehrung gemacht, und er zum Bekenntnis des katholischen Glaubens ersucht, sich die übrige kurze Zeit und Stunde also für den Tod zu bereiten, damit man augenscheinlich erkennen musste, die Bekehrung komme her von der allmächtigen Hand Gottes, und dass in Finsternis nicht stecken bleibe, der Maria mit wahrer Andacht verehrt.

Georgius Pistorius

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34. Geschichte

 

Bekehrung der großen Sünderin Helenä durch die Fürbitte Marias

 

In Engelland führte eine edle Frau vom zwölften bis in das dreißigste Jahr ein ärgerliches Leben. Helena, so wurde sie genannt, geht einst aus Vorwitz ins Gotteshaus, die Predigt anzuhören. In dieser hörte sie viel von der wunderbaren Wirkung des Rosenkranzgebetes, wird bewegt und nimmt sich vor, dieses Gebet öfters zu sprechen. So betete sie den Rosenkranz sehr oft und viel vierzehn Tage hindurch: am fünfzehnten Tag wurde sie aus Furcht vor dem Tod, vor dem strengen Gericht und vor der Hölle zur Reue bewegt und verabscheute ihre bisherigen Sünden. Sie fasste den Entschluss, fortan ein anderes Leben zu führen, legte von ihrem ganzen Leben, unter vielen vergossenen Tränen, eine Beichte ab, betet vor dem Bildnis Mariä kniend einen Rosenkranz, und vernimmt zugleich folgende Worte: Helena! Helena! du bist meinem Sohn und mir eine grausame Löwin gewesen. Befleiße dich ein frommes Schäflein zu werden: so will ich dich meiner mütterlichen Gnade teilhaftig machen. Durch diese Worte wurde das Herz der Büßerin so sehr verwundet, dass sie all ihr Hab und Gut unter die Armen ausgeteilt, der Welt den Rücken gekehrt, sich in ein Kloster begeben, allwo sie fromm lebte, und im Ruf der Heiligkeit das Leben beschlossen hat. Die Seele wurde in Gestalt einer weißen Taube in den Himmel sich erhebend gesehen. 

P. Ignat. Ertl. Ord. S. Aug.

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35. Geschichte

 

Maria ist die Siegstrahlende wegen der durch sie geschlagenen Feinde

 

Johannes Comnenus, der orientalische Kaiser, nach vielen herrlichen durch Mariä Fürbitte und Hilfe erhaltenen Siegen, sowohl gegen die Tartaren, als auch Seythier, nach Byzanz zurückkehrend, wollte sich gegenüber Maria, seiner Helferin, dankbar erzeigen. Wie aber geschah das? Es ließ der Fürst einen Wagen von Silber und Gold zurichten, mit Edelsteinen besetzen: alle Gassen, Paläste und Häuser waren mit Purpur waren mit Purpur und Gold unterzogenen Tapezereien bedeckt. Der Triumphwagen wurde von vier Pferden, die weißer denn der Schnee waren, dahergezogen. Der Kaiser aber bestieg den Wagen nicht, sondern erhebt und setzte hinauf das Bildnis der Gottesgebärerin, derentwegen er vor Freude aufhüpfte und fast in Ohnmacht sank: der er, als seiner im Reich unüberwindlichen Mitkaiserin, alle seine Siege zugeschrieben und darum gedankt hat.

In annalibus

 

Ferdinand III., König in Castell, nachdem er Hispalim erobert und wiederum eingenommen hat, da er seinen Einzug hielt, ließ das Bildnis Mariä de Victoria auf ein zierliches Gerüst setzen, und gleich als in einem Triumphwagen tragen. Die Bischöfe, Kriegsfahnen und Regimenter gingen vor, Ferdinand mit all seinem Hofstaat folgte bis in die verordnete Kirche: allwo er Gott und seiner Mutter um so herrlich eroberte Stadt gelobt, und schuldigsten Dank gesprochen hat. Da hörte man den lobreichen Gesang: Te Deum laudamus von der ehrwürdigen Priesterschaft anstimmen: die Stücke losbrennen, die Regimenter Salve geben, alles Volk unter freudigem Trompetenschall und Heerpauken fröhlich rufen: Vivat! vivat! vivat! triumphet Maria de Victoria! Maria von dem Sieg lebe, überwinde, lebe und triumphiere.

Pineda

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36. Geschichte

 

Maria die Bittende wendet ab die großen, schweren Übel

 

Im Jahr 1117 sind unter dem römischen König Henrico IV. große Zeichen gesehen worden, die den bevorstehenden Zorn Gottes augenscheinlich verkündigten. Wie Siegebertus und Bzovius schreiben, sind die Wasser weit übergelaufen und erschreckende Wolkenbrüche haben ganze Städte weggerissen. Erdbeben haben Türme und Schlösser gestürzt: es sind auch allerhand Wundertiere aus der Erde und dem Meer hervorgekommen: die Flüsse haben sich wie Mauern aufgebäumt, einige sind ganz ausgetrocknet, an etlichen Orten hat es Blut geregnet, in der Luft hat man Schüsse und ein Geräusch von Waffen gehört. In Summa, es war Elend, Schrecken, Angst und Furcht. Diese Übel abzuwenden und Gottes Zorn zu stillen, hat man hin und wieder in Welschland Bittgänge und Fasttage angestellt, Gott um Hilfe und Maria um Fürbitte angerufen. Was geschieht? Ein kleines unmündiges Kind hat zu Cremona angefangen zu reden, und gesagt: es habe vor dem Richterstuhl Christi Maria die Mutter Gottes stehen gesehen, und für das menschliche Geschlecht inständig gebeten, dass er dieses schwere Gericht, das er wegen der sündigen Menschen ergehen zu lassen gedacht, ab- und einstellen wolle, und sei auch erhört worden. O wunderbare Kraft der Fürbitte Mariä.

Gregorius Pistorius

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37. Geschichte

 

Der gnadenvolle Anblick Marias

 

Es wird zu München in der Kurfürstlichen Spitalkirche eine Bildsäule in hohen Ehren gehalten, die am Hochaltar die schmerzhafte Mutter Maria darstellt. Als, sie zu ehren, das zahlreiche Volk sich 1690, am 21. Januar versammelt, haben alle Anwesende während der Lauretanischen Litanei nicht ohne Erstaunen gesehen, dass Maria in ihrer Bildsäule die Augen bewege. Und zwar hat sie zuerst ihre Augen dem unterhalb im Kripplein liegende Jesuskind zugewendet. Als sie ein weiteres Mal ihre Augen bewegte, hat sie sie zu dem am Kreuz sterbenden Heiland gesehen. Das dritte Mal schließlich hat sie ihre Augen zum Volk gerichtet und es mit zartem, mütterlichem Blick angesehen. O glückselige Gemeinde!, auf die die Mutter der Gnaden und Barmherzigkeit ihre Augen gerichtet hat.

Chronicon Bavaricum

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38. Geschichte

 

Die Buße und der selige Tod eines Maria verehrenden Sünders

 

Ein Mörder in Flandern hatte doch dieses Lobwürdige, dass er täglich den Rosenkranz betete, damit er durch die Hilfe der Mutter Gottes nicht ohne die hl. Sakramente von der Welt hinscheiden müsste. Das Gebet war kräftig, denn als einer von seinen Kameraden von den Gerichtsdienern umgebracht wurde, wurde er auch verwundet, gefangengenommen und zum Rad verurteilt. Den Gefangenen hat ein Priester aus der Gesellschaft Jesu besucht, zur Buße und Beicht ermahnt: er gehorchte, beichtete allsogleich so reumütig, dass er den Beichtvater selbst bewegte. Nach abgelegter Beicht war er ganz bereit, die schärfste Pein auszustehen. Die folgende ganze Nacht brachte er zu im Beten des Rosenkranzes. In der Frühe hat er die hl. Wegzehrung mit solcher Erbauung empfangen, dass der Pfarrer selbst bekannte, dass er noch keinen gesehen hat, der so eifrig kommunizierte. An dem Spottkarren kniete er: den Rosenkranz hat er an das Kruzifix gehängt, das er in der Hand hielt. Sprach ihm selbst zu, seufzte und betete, dass alle Anwesenden bewegt wurden, die er um Verzeihung bat wegen seinem ärgerlichen Leben, und bat um einige hl. Messen. Da er den ersten Stoß bekommen hatte, wiederholte er mit Andacht die heiligen Namen Jesus und Maria.

Annuae S.J.

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39. Geschichte

 

Sieg gegen den unreinen Geist durch die Andacht zur unbefleckten Mutter

 

Ein junger Mann ergab sich der Wollust, fiel oft in schwere, und schändliche Sünden, hat sich oft im Beichtstuhl deswegen angeklagt, ohne den Erfolg einer Besserung. Eben der hörte einst am Fest der Unbefleckten Empfängnis Mariä eine Predigt, in der der Prediger unter anderem mit vollem Eifer verkündete, dass ein überaus kräftiges Mittel sei, die fleischliche Versuchung zu überwinden, die Verehrung der Unbefleckten Empfängnis Mariä, wenn man nämlich ihr zu Ehren morgens und abends einen Englischen Gruß spreche, und ihm hinzusetze: Seligste Jungfrau, ich schenke dir meine Augen, Ohren, Mund, Hände, und Herz. Hilf mir, dass ich dich, und deinen Sohn nicht beleidige. Wenn ich versucht werden soll, will ich zu dir meine Zuflucht nehmen, zu dir seufzend rufen: komm mir zu Hilfe, o mächtige Schutzfrau! Ich gehöre zu Jesus und Maria, denen ich mich ganz und gar geschenkt und aufgeopfert habe. Dieses Gebetlein merkte sich der junge Mann und er tat, was ihm geraten und vorgeschrieben wurde. Kaum nach einer kurzen Zeit war es so weit, dass er nicht nur das Gemüt mit gleichen Sünden verschonte, sondern sich auch vornahm, in eine Versuchung des unreinen Geistes nicht mehr einzuwilligen.

P. Joannes Nadafy S.J.

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40. Geschichte

 

Die kräftige Fürbitte Marias bewegt den göttlichen Richter zur Gnade

 

Ein Ordensgeistlicher führte allerdings ein nicht gutes, ja vielmehr ein böses Leben. Jedoch betete er täglich zur Ehre der Mutter Gottes einen Rosenkranz. Schließlich erkrankte er, starb und wurde von den bösen Geistern dem strengen Richter vorgestellt. Sie verlangten, die mit Sünden befleckte Seele soll ihnen übergeben werden. Der Beklagte wendete sich zur seligsten Jungfrau und ersuchte sie um den mütterlichen Beistand. Die Bitte wurde erhört. Maria spricht vor für ihr Pflegekind und sagt, dass er sehr oft den Rosenkranz gebetet hat, und verlangt, dass man diese Gebete in die leere Waagschale legen solle. Dies tat der Engel des Herrn, allerdings waren die Sünden schwerer. Als die Mutter Gottes dies sah, ließ sie sich nieder vor ihrem Sohn, bittet ihn inständig, dass er ihr diesen Sünder schenken möge. Der Sohn hört und erhört das Gebet, und spricht: die Seele soll leben. Er nimmt sodann einen Tropfen Blut aus seinen Wundmalen, besprengt damit die gebeteten Rosenkränze, und allsogleich bekamen sie das Übergewicht. Die Seele wurde dann Maria geschenkt, der Ordensgeistliche zum Leben erweckt, und er beichtete mit reumütigem Herzen, erzählte seinen Mitbrüdern die seltsame Begebenheit, und beschließt sein Leben unter anmutigen Bittseufzern zu Maria.

Fasti Mariani

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