Von den Heiligen Messen zur Ehre Mariens

 

Vortrefflichkeit des heiligen Messopfers

 

So groß ist die Vortrefflichkeit des heiligen Messopfers, sagt das Konzil von Trient, dass man es nur Gott allein darbringen kann. Doch ist es gestattet, das heilige Opfer zu feiern, um Gott zu danken für die Gnaden, die er den Heiligen, und vorzugsweise der Königin der Heiligen erwiesen hat, und um sie zu gleicher Zeit zu bitten, dass sie unsere Fürsprecher werden. Hiernach ist leicht einzusehen, wie angenehm diese göttliche Andacht Maria ist.

 

Daher kommt es, dass in Spanien statt der Messen für die Verstorbenen oft die Messe von der Unbefleckten Empfängnis zelebriert wird. So groß ist die Andacht und das Vertrauen, das man dort zu Maria hat. In vielen Kathedralen, Kollegiatkirchen und Klöstern bringt man das heilige Messopfer zur Ehre der allerseligsten Jungfrau dar. In Lille hatten die Kanoniker von St. Peter im Jahr 1159 den Gebrauch eingeführt, in ihrer Kirche alle Tage eine Messe zur Ehre Mariens lesen zu lassen.

 

Diese Andacht stand im Oratorium in großen Ehren, wo alle Priester regelmäßig einmal im Monat das heilige Messopfer nach den Intentionen der allerseligsten Jungfrau darbrachten, ein Gebrauch, nach dem sich auch die richteten, die nicht Priester waren, indem sie zu demselben Zweck eine ihrer Kommunionen aufopferten.

 

Nach einer ehrwürdigen Überlieferung führte der heilige Petrus, der Apostelfürst, zuerst den frommen Gebrauch ein, die heilige Jungfrau in der Messe zu kommemorieren. Man betete darin, auch nach seinem Beispiel, zu seiner Zeit den Englischen Gruß, was gegenwärtig nicht mehr der Fall ist.

 

Ihr könnt darum nichts tun, fromme Kinder Mariens, was eurer göttlichen Mutter angenehmer wäre, als recht oft, besonders aber an Samstagen, dem zu ihrer Ehre dargebrachten Messopfer beizuwohnen.

 

 

Der selige Friedrich bringt zur Ehre Mariens das heilige Messopfer dar

 

Von Jugend auf stellte der selige Friedrich seine Keuschheit unter den Schutz Mariens, der Königin der Jungfrauen. Er hatte auch eine große Andacht zu Johannes dem Evangelisten, der Maria zu sich genommen hatte. Als er Pfarrer von Halem in Friesland war, ließ er nie eine Woche vergehen, ohne zur Ehre seiner himmlischen Fürsprecherin eine Messe zu lesen. Während er eines Tages bei Tisch saß, zeigte man ihm an, dass in einem benachbarten Dorf ein junger Katechumen ohne Taufe gestorben ist. Von Schmerz durchdrungen verließ er alsbald seine Mahlzeit, indem er dies Unglück seiner Nachlässigkeit zuschrieb, und lief zum Altar Mariens, wo er die heilige Jungfrau bat, ihm Hilfe und Trost zu spenden. Dann verfügte er sich zu dem toten Kind, legte das Evangelium und seine Stola darauf, und rief es, die heiligen Namen Jesus und Marias anrufend, auf wunderbare Weise wieder ins Leben zurück. Das Kind empfing die heilige Taufe, und gab des anderen Tages nochmals seinen Geist auf.

 

 

Wunder des heiligen Franziskus Xaverius

 

Eines Tages rief man den heiligen Apostel von Indien zu einem Kranken, der dem Tod nahe und überdies von einem bösen Geist besessen war. Ohne sich von den Verdrehungen und dem entsetzlichen Geheul des Besessenen beirren zu lassen, warf sich Xaver auf die Knie nieder, betete laut die Leidensgeschichte, hängte dem Kranken sein Reliquienkästchen um den Hals und besprengte ihn mit Weihwasser. Diese Mittel brachten die Wut des Dämons zum Weichen, und der junge Mensch blieb regungslos. Dann stand der Heilige auf, und wendete sich an den Vater des Sterbenden mit den Worten: „Bereitet ihm etwas zu essen, und sobald er imstande sein wird, zu gehen, so führt ihr selbst ihn neun Tage hintereinander in die Kirche Unserer Lieben Frau vom Berge, und morgen werde ich die Messe für ihn lesen.“ Als Xaver am folgenden Tag für den Kranken das heilige Messopfer darbrachte, erlangte er den Gebrauch seines Verstandes wieder, und war vollkommen geheilt.

 

Eine große Zahl ähnlicher Gnaden wurden dem heiligen Doktor durch seine mächtige Patronin zuteil. Wir wollen nur eine von ihnen anführen. Als bei einer seiner Seereisen eine Schaluppe, die 15 Personen trug, während eines Sturms vom Schiff losgerissen und weit weg verschlagen wurde, betrachtete die ganze Schiffsmannschaft diese Schaluppe als verloren, und beweinte schon das traurige Los der darauf befindlichen Unglücklichen. Der heilige Ordensmann begab sich ins Gebet, und noch war er damit nicht zu Ende, als er schon gewiss war, dass es erhört worden war. Und sogleich erklärte er, dass man vor dem Ablauf von drei Tagen die Schaluppe wiedersehen würde. Einer der Matrosen erlaubte sich, zu erwidern, dass dieses Fahrzeug nie mehr zum Vorschein kommen werde. Xaver erteilte ihm über seinen Mangel an Glauben einen sanften Verweis und setzte bei: „Das Vertrauen, das ich auf die göttliche Barmherzigkeit setze, lässt mich hoffen, dass die Leute, die ich unter den Schutz der heiligen Jungfrau gestellt, und für die ich bei Unserer Lieben Frau vom Berge drei Messen zu lesen gelobt habe, nicht zugrunde gehen werden. In drei Tagen erschien die Schaluppe wieder, ohne dass die mindeste Beschädigung erlitten oder eine einzige der Personen verloren hätte, die sich darauf befunden hatten.

 

 

Zwei wunderbare Heilungen durch Maria erwirkt

 

In einer der religiösen Genossenschaften zu Cahors befand sich eine Tochter, die seit zweieinhalb Jahren am ganzen unteren Teil ihres Körpers dermaßen gelähmt war, dass sie daran nicht einmal die Einwirkung des siedenden Wassers empfand. Zu diesem Gebrechen, das sie hinderte, ihre Beine im Bett, wo sie unbeweglich liegen musste, von einer Stelle zur anderen zu legen, kamen noch zwei große Wunden, die sie auf dem Rücken hatte, und die beständig flossen. Als der 8. September herannahte, machte die Oberin ihr den Vorschlag, sich mit einer neuntägigen Andacht an Unsere Liebe Frau von Roc-Amadour zu wenden, indem sie noch beisetzte, auch die Genossenschaft würde für sie beten. Die Tochter nahm den Vorschlag gerne an, und machte ihre neuntägige Andacht mit großer Inbrunst. Donnerstag, vier Tage vor Mariä Geburt sagte die Kranke, am achten werde sie entweder tot oder geheilt sein. Und wirklich traf am achten Tag einer dieser beiden Fälle ein, nämlich die Heilung, und zwar eine so plötzliche und vollständige Heilung, dass sie nicht anders, als durch ein Wunder erklärt werden kann. Als man nach ihrer Meinung die Heilige Messe las, empfand sie im Augenblick der Wandlung heftige Schmerzen, und sagte zu der Schwester, die ihr zur Pflege und Obsorge beigegeben war: Ach! Was muss ich leiden! doch lassen wir die Letztere reden. Im Augenblick, als sie zu mir sagte: Ach! Was muss ich leiden! stand ich auf, denn bis dahin hatte ich der Messe kniend angewohnt, . . . aber jetzt stand ich auf, um ihr Hilfe zu leisten. Aber da ich ihr nahe kam, nahm ich wahr, dass ihr Gesicht und ihre Hände ganz schwarz geworden waren. Auch hörte ich ein Krachen in allen ihren Gliedern. All das machte mir Angst, und ich dachte mir, sie würde jetzt wohl sterben, anstatt zu genesen.

 

Einen Augenblick danach sagte sie zu mir: Geben Sie mir meine Kleider. Ich rührte mich nicht, weil ich glaubte, sie rede irre. . . . Sie bestand aber darauf. Ich bitte sie geben Sie mir meine Kleider, ich will aufstehen, ich bin gesund. Da ich all das hörte und dabei sah, dass ihr Gesicht und ihre Hände wieder die natürliche Farbe angenommen hatten, so gab ich ihr ihre Kleider. . . . Sie nahm sie und stand auf. Mittlerweile kam eine der Vorsteherinnen in die Krankenstube. . . . Wie groß war aber ihre Verwunderung, als sie unsere Kranke aufrecht dastehen sah und sie zu mir sagen hörte: Sehen Sie, Schwester, ich kann gehen, und auch meine Wunden verursachen mir keine Schmerzen mehr. . . . Die heilige Jungfrau hat mich geheilt. . . . Und in Wirklichkeit waren ihre Wunden verschwunden, und an deren Stelle war nichts als eine kleine Röte zurückgeblieben, so dass die Oberin sich mit eigenen Augen davon überzeugen konnte. . . . Hierauf ging die durch das Wunder Begnadete in die Kapelle hinab, um der heiligen Jungfrau zu danken, dann begab sie sich zu ihren Mitschwestern, die vor freudigem Erstaunen alle ganz außer sich waren.

 

Am 17. September wallfahrtete die Begnadete nach Roc-Amadour, und stieg in einem Tag zweimal die zweihundertvierzig Stufen, die vom Schloss auf den Felsen in die Kapelle führen, hinauf und herab.

 

 

Ein blindes Kind wird während der Messe geheilt

 

Auf der Staatsstraße Nro. 11 von Milhau nach Tonneins, auf der Markung von Pont-de-Salars stehen die Trümmer einer alten gotischen Kapelle, an die sich manche fromme Erinnerung knüpft.

 

Dieses unscheinbare Kapellchen scheint bis ins 13. Jahrhundert hinaufzureichen, und war der allerseligsten Jungfrau unter dem Titel „Unserer Lieben Frau vom Mitleid“ geweiht.

 

Da ich von der Genauigkeit der Tatsachen, die ich Ihnen erzählen werde, berichtet ein sehr glaubwürdiger Mann, mich selbst überzeugen wollte, fragte ich zu wiederholten Malen eine Menge von Personen, die des vollsten Vertrauens würdig sind, und sie alle haben mir übereinstimmend folgende Angaben gemacht:

 

„In der Mitte des 18. Jahrhunderts lebte zu Pont-de-Salars eine außerordentlich fromme Frau, deren ältester Sohn ganz blind war. Nachdem die fromme Mutter seit sieben bis acht Jahren alle Hilfsmittel der Kunst erfolglos zur Anwendung gebracht hatte, wendete sie sich an Gott. Sie begnügte sich nicht damit, ihr liebes Kind an allen Andachtsorten der Umgegend von Pont-de-Salars darzubringen. Sie ging auch oft in die oben erwähnte Kapelle, um zu den Füßen Unserer Lieben Frau vom Mitleid zu beten, und ihr Vertrauen wurde nicht enttäuscht.

 

Einst besuchte sie ein heiligmäßiger Priester. Sie bat ihn, nach ihrer Meinung das heilige Opfer darzubringen, und führte ihr unglückliches Kind, das damals neun Jahre alt war, gleichfalls in die Kirche.

 

Als nun während der Heiligen Messe im Augenblick der Wandlung alle Anwesenden vor dem Allerheiligsten anbetend auf den Knien lagen, hörte man den Jungen plötzlich aus rufen: „O Mutter! O Mutter! Wie ist das so schön, wie ist das so schön!“ Dieser Ruf erweckte in den Herzen aller Anwesenden die lebhafteste Rührung. Aller Augen füllten sich mit Tränen. Ein Wunder hatte sich ereignet. Das Schauspiel war unbegreiflich.

 

Das Gerücht von diesem Ereignis verbreitete sich mit reißender Schnelligkeit. Alle wollten mit eigenen Augen sehen, und von dem Wunder sich überzeugen. Man umringte den Jungen, und der Eindruck dieses Wunders ist so lebhaft und tief geblieben, dass man noch heute, nach einhundert (heute fast dreihundert) Jahren davon spricht, als wäre man Augenzeuge gewesen. Die glückliche Mutter nahm zum Dank für eine so große Wohltat, die Unterhaltung der Kapelle auf sich, die erst im Jahr 1793 zerstört wurde.

 

Nach einer solchen Tatsache nahm die Andacht und das Vertrauen zu Unserer Lieben Frau vom Mitleid sichtbar zu. Und man wallfahrtete von allen Seiten und in allen Nöten in die heilige Kapelle.

 

Es gibt in dem Leben der christlichen Mutter einen Zustand, in dem sie wegen der Gefahren, denen sie ausgesetzt ist, mehr Interesse einflößt. So gibt es besonders dort keine Familie, die sich nicht beeilte, bei der geringsten Gefahr vor der verehrten Bildsäule eine Kerze oder eine Lampe anzünden zu lassen.

 

Die augenscheinlichen Beweise von Schutz, die man durch dieses Mittel erlangt hat, sind so zahlreich, dass man selten jemanden findet, der nicht irgendeinen besonderen Zug davon zu erzählen wüsste. Und dies ist der Grund, warum man an die Stelle des Namens „Unserer Lieben Frau vom Mitleid“ den viel bezeichnenderen „Unserer Lieben Frau von der Entbindung“ gesetzt hat.

 

Um der Dankbarkeit des Volkes ein Genüge zu leisten, musste man auf die Bildsäule der Unbefleckten Empfängnis verzichten, um jene, die übrigens durchaus nicht schön ist, auf den Tabernakel des Rosenkranzaltars zu stellen, wo sie noch heute der Gegenstand der nämlichen Verehrung und des nämlichen Vertrauens ist.

 

Ich habe die Ehre, mein wertester Mitbruder, in den heiligsten Herzen Jesu und Mariens zu sein ihr ganz ergebenster Daré Pfarrer.“

 

 

Gesicht des heiligen Columba von Rieti

 

Columba betete schon als ganz kleines Kind den Englischen Gruß und die Tagzeiten der heiligen Jungfrau mit der größten Freude. Sie wallfahrtete barfuß in die Kapelle der heiligen Jungfrau von der Eiche, die in der Nähe der Stadt Viterbo liegt. Einige Tage vor dem Fest der Himmelfahrt Mariens bat sie ihren Beichtvater, sieben Tage hintereinander die Messe von der heiligen Jungfrau zu zelebrieren. Der Beichtvater entsprach ihrem Wunsch, und als die sieben Tage vorüber waren, sagte sie ihm, sie hat den König des Himmels auf einem majestätischen, von blendendem Licht umflossenen Thron sitzen sehen. Er hat drei Schwerter in der Hand gehalten, und gedroht, sie auf die Stadt Perugia zu schleudern, um die Einwohner ihrer Sünden wegen zu bestrafen. Da hat die Königin der Engel dem Thron Gottes sich genaht, hat ihn dreimal angebetet, und ihn angefleht, er möge doch die Stadt verschonen. Der König des Himmels hat sich anfänglich unerbittlich gezeigt: es muss die Gerechtigkeit ihren Lauf haben. Endlich aber hat Maria Barmherzigkeit erlangt, und mit ihrer gesegneten Hand zwei von den drei Schwertern abgewendet, aber die Spitze des dritten ist immer gegen die Stadt gerichtet geblieben. Und wirklich hatten die Einwohner einige Züchtigungen zu leiden. Ein andermal sah man ein Marienbild Tränen vergießen, weil Columba und ihre Vaterstadt Rieti in Schmerz versenkt waren. Wer kann nun an der Liebe zweifeln, die Maria zu ihren Kindern trägt, da sie an ihrer Betrübnis so großen Anteil nimmt? 

 

 

Wunderbare Heilung eines Maria sehr ergebenen Priesters

 

Im Jahr 1228 zelebrierte ein Priester an einem Samstag die Heilige Messe zur Ehre Mariens. Einige Albigensische Ketzer überfielen ihn und schnitten ihm die Zunge ab. In diesem Zustand begab er sich ins Kloster Clugny, wo die guten Ordensleute ihn wegen seiner Schmerzen bemitleideten, und mit viel Güte aufnahmen. Was aber den heiligen Priester am meisten betrübte, war nicht der Verlust seiner Zunge, sondern die Unfähigkeit, in der er sich befand, weiterhin die Heilige Messe zu zelebrieren, und sein Brevier und die Tagzeiten der heiligen Jungfrau zu beten. Am Tag Epiphanias ließ er sich in die Kirche tragen, und warf sich vor dem Marienaltar nieder. Er flehte sie an, ihm die Zunge wiederzugeben, die er aus Liebe zu ihr verloren habe, damit er sie wieder preisen könnte, wie zuvor. Die Mutter Gottes erschien ihm, eine Zunge in der Hand haltend, und sagte zu ihn: Mein Sohn, weil du wegen deiner Anhänglichkeit an mich, und um meiner Ehre willen deine Zunge verloren hast, so will ich dir eine neue geben. Und zu gleicher Zeit brachte sie ihm die Zunge eigenhändig in den Mund. Alsbald erhob der Priester seine Stimme, und betete das Ave Maria. Auf dieses Wunder liefen alle Mönche herbei. Der Priester wollte unter ihnen bleiben, und trat in ihren Orden, um seine Wohltäterin ohne Unterlass zu preisen und ihr danken zu können. Man konnte an seiner Zunge die Spuren der Wunde noch recht gut wahrnehmen.

 

 

Die Heilige Messe in Gegenwart der Mutter Gottes

und der Heiligen zelebriert

 

Der heilige Bonet, Bischof von Auvergne, ist berühmt durch seine Tugenden, und durch die Wundergabe, womit er begnadet war. Aber das größte aller Wunder und der herrlichste Vorzug dieses heiligen Kirchenfürsten war die besondere Auszeichnung, die ihm von der erhabenen Gottesmutter zuteilwurde, zu der er die größte Andacht hatte.

 

Eines Tages ging er in die Michaelskirche, um dort zu beten, und um nicht zerstreut zu werden, zog er sich in eine Kapelle zurück, wo er von niemandem gesehen werden konnte. Nachdem der Gottesdienst vorüber war, entfernte sich das Volk, und er blieb an dem verborgenen Ort zurück. Als die Nacht kam, wurden die Kirchentüren geschlossen, er blieb allein zurück und verblieb die ganze Zeit im Gebet. Während sein Herz in der Betrachtung der göttlichen Vollkommenheiten sich entflammte, sah er die Kirche plötzlich von einer glänzenden Helle erleuchtet, und die erhabene Königin der Engel in Begleitung vieler Heiligen vom Himmel herabsteigen. Sie sangen alle das Lob Jesu und seiner göttlichen Mutter, und Maria selbst sang zum Preis ihres göttlichen Sohnes. Diese himmlische Schar ging in schöner Ordnung prozessionsweise in den Chor, und als sie beim Altar angelangt waren, fragten mehrere Heilige: Wer wird denn die Heilige Messe lesen? Maria antwortete, Bonet sei der wahre und getreue Hirt, der sie zelebrieren könne. Als der fromme Bischof diese Worte hörte, zog er sich voll Verwirrung zurück und verbarg sich noch mehr. Allein vergebens lehnte er diese Ehre ab. Er wurde hervorgeholt, zum Altar geführt, von den Heiligen mit den priesterlichen Gewändern bekleidet, und brachte das heilige Opfer dar. Am Ende der Feier machte ihm die Mutter Gottes ein prächtiges aus einem ganz unbekannten Stoff gefertigtes Gewand zum Geschenk. Man sieht bloß, dass es sehr leicht, zart und von blendendem Weiß ist. Dieses Wunder und diese Gnadenbezeigung werden in der Auvergne, wo man dieses köstliche Gewand bewahrt, als authentisch betrachtet.