Im Jahresring

 

Vom Jahresring, Jahreskreis oder Kirchenjahr sollte schon jeder katholische Christ etwas wissen, denn wem das Kirchenjahr nichts bedeutet, wer sich gar keine Mühe gibt, es im Geist mitzuerleben, der kann den Gottesdienst nicht mit vollem Verständnis mitfeiern und der wird dabei auch nicht jene religiöse Anregung empfangen und jene tiefe Befriedigung empfinden, die er sonst leicht und ohne weiteres haben könnte.

Das Kirchenjahr zerfällt in drei große Abschnitte, in den Weihnachts-, den Oster- und den Pfingstkreis (heute Jahreskreis). Der Weihnachtskreis versammelt sich um die Herabkunft des Erlösers. Der Advent, die Zeit der Erwartung bildet die Vorbereitung, der sinngemäß auch das Fest der Unbefleckten Empfängnis Mariä einverleibt ist. Mit dem Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit und mit dem Gedächtnis des Todes und der Auferstehung Christi in der Karwoche und in den Ostertagen feiern wir den Höhepunkt des Osterfestkreises. Er findet nach den fünf Sonntagen nach Ostern und dem Fest Christi Himmelfahrt seinen Abschluss. Wie um Weihnachten der Beginn und um Ostern die tatsächliche Durchführung des Erlösungswerkes, so ist am Pfingstfest die Vollendung des Heils der beherrschende Gedanke. Die Herabkunft des Geistes, der das Werk Christi zu Ende führt, das Fortleben Christi in der Eucharistie (Fronleichnamsfest), der Dreifaltigkeitssonntag, das Herz Jesu-, das Christkönigsfest - überall tritt uns hier die Idee der Reife, der Frucht, die unendliche Fülle des innergöttlichen Lebens, die Gnade des Gottesreiches sieghaft entgegen. Und auch hier gliedert sich außer den Sonntagen im Jahreskreis das Fest der beiden Apostelfürsten, die dieses Reich den Menschen verkündeten, das Fest Mariä Himmelfahrt, das Fest Allerheiligen sehr passend ein, denn das Leitmotiv der Vollendung, der herbstlichen Fülle, des ewigen Lebens klingt auch in diesen Tagen immer wieder an, und sehr geistvoll beginnt jetzt, wo sozusagen die Früchte eingeheimst sind, mit der zarten und sehnsüchtigen Verheißung des Advents der heilige Kreislauf wieder von vorne. Es ist ganz so wie draußen in der Natur, wo die letzten Blätter fallen und gleichzeitig auch schon wieder die ersten, zagen Knospen ansetzen.

So ist der ganze Jahresring der Kirche organisch und sinnvoll gegliedert, ist eine gewaltige Symphonie mit zarter Einleitung, mit drei großen Sätzen und mit mächtigem, weitausholendem Finale, ist ein streng einheitlicher Bau, der von der Erde bis hinauf zum Himmel reicht. Wer sich hier von der Kirche führen lässt, der erlebt Jahr für Jahr alle wichtigen Ereignisse der Heilsgeschichte neu mit, vertieft sich ganz anders in die Tatsachen der Erlösung und in die grundlegenden Wahrheiten des Christentums und wird beim Gottesdienst viel mehr Abwechslung, Freude, Befriedigung spüren.

Freilich muss man sich um die ganze Sache auch ein wenig kümmern, muss sich ein bisschen über den Geist und Sinn der Feste und der liturgischen Texte unterrichten.

 

Maria mit dem Kindlein lieb,

 

uns allen deinen Segen gib!

 

 

Januar - Der Namen-Jesu-Monat

 

* * *

 

Zwölf Herren hat das Jahr,

Der erste naht, heißt Januar.

Er ist der wunderbarste Greis,

Fast blind, gefroren und schneeweiß,

Und doch fängt er zu wachsen an.

Sooft ins Dunkel kräht der Hahn

Und Ställ und Stuben treulich weckt,

Der Tag schon längre Glieder reckt.

Wegkundig zeigen hellen Stern

Gottsuchern die drei Weisen gern.

Sebastians Blut am Baum versiegt,

Sein Mut noch heut die Pest bekriegt.

Knab Jesus taut den Professoren

Das Herz auf, wenn es zugefroren.

 

* * *

 

 Das Gesicht des Monats Januar (Hartung)

 

Noch stehen die Bäume kahl, die Felder leer. Aber – „es wächst viel Brot in der Winternacht . . .“ Schon beginnt sich das Leben unter der Erstarrung zu regen. Die Tage werden wieder länger, und in unseren Herzen keimt die zage Hoffnung auf den Frühling. Wir beginnen das Jahr im Namen Jesu. Wir denken noch der Kindheit Jesu an Epiphanie. Dieses Fest aber weist schon darüber hinaus auf den Herrn und König, auf den sich der Geist Gottes niederließ und der sein erstes Wunder wirkt.

Von Petri Stuhlfeier bis Pauli Bekehrung beten wir um die Wiedervereinigung der Christenheit. Antonius der Einsiedler, Sebastian, Agnes, Timotheus, Chrysostomus, Franz von Sales, Don Bosco sind bedeutende Heiligenfeste des Monats.

 

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 Sankt Vinzenz Sonnenschein

bringt noch viel Schnee herein.

 

Vinzenz von Saragossa - 22. Januar

 

Beginn getrost mit Strenge, Januar,

Der Bauer wünscht den Tag jetzt kalt und klar.

Die stete Lindigkeit tut Mensch und Feld nicht gut,

Den Frost des Winters lohnt des Juli Glut.

Wie gleicht das neue Jahr dem Samenkorn!

Wir wissen nicht, bringt´s Frucht, bringt´s Dorn,

Wir können tapfer nur die Hände regen

Und fest dabei vertrau´n auf Gottes Segen.

 

* * *

 

 Monatstugend: 

 

Glaube

 

Der Glaube ist unser großer Seelenfreund und kann an die menschlichen Wissenschaften, die sich ihrer Deutlichkeit und Klarheit wegen rühmen, mit allem Recht die Worte richten, die die Braut im Hohenlied zu den übrigen Mädchen sprach: Ich bin schwarz, aber ich bin schön.

Der Glaubensakt besteht in der freien Zustimmung unseres Geistes, der nach Empfang des angenehmen Lichtes der Wahrheit ihr mit sanfter, aber mächtiger und unerschütterlicher Festigkeit anhängt, die ihm die Autorität der empfangenen Offenbarung gewährt.

 

Als Jesus zu Betlehem in Judäa geboren war, kamen die Heiligen Drei Könige, deren Namen nach einer Überlieferung Kaspar, Melchior und Balthasar waren, von fernher aus dem Morgenland zu ihm, um ihn anzubeten. Sein Stern war ihnen erschienen, und sie folgten dem Stern ohne Zaudern und Wanken. Sie glaubten Gott, und herrlich wurde ihr Glaube belohnt. Der Heiland nahm ihre Geschenke an und gab ihnen dafür unendlich kostbarere, nämlich seine Gnade, seinen Frieden und die ewige Seligkeit.

Folgen auch wir dem Stern des Heilandes! Er leuchtet uns im Glauben.

 

* * *

 

 Andacht im Januar: 

 

zum Jesuskind / zur Heiligen Familie

 

Das gnadenreiche Weihnachtsfest hat der Welt den Heiland geschenkt, und nun werden nacheinander die Geheimnisse seiner Kindheit gefeiert. Leben wir sie von ganzem Herzen mit und lassen wir sie auch in unserm Tun und Lassen sich auswirken! Am ehemaligen Fest der Beschneidung, dem Neujahrstag, wo zum ersten Mal das Blut des Erlösers fließt, wollen wir wieder alle verkehrten Begierden ablegen und lauteren Sinnes in das neue Jahr treten. Das Namen-Jesu-Fest soll das freundliche Licht des hellleuchtenden Namens Jesus, in dem wir allein das Heil erlangen können, in unsere Seele strahlen lassen. Mit den Heiligen Drei Königen wollen wir sodann in einfältigem Glauben vor dem göttlichen Kind niederfallen, es anbeten und ihm unsere Geschenke darbringen, das Gold der Liebe, die Myrrhe des Opfers und den Weihrauch der Hingabe und des Gebetes. In der übrigen Zeit des Januars sind unsere Augen auf das stille Häuschen von Nazareth gerichtet, wo das göttliche Kind unter der treuen Hut Marias und Josefs heranwächst; wir feierten bereits das Fest der Heiligen Familie. Versetzen wir uns oftmals in den trauten Kreis dieser heiligen Familie, betrachten wir ihr Tun und Lassen und ahmen wir sie nach! Vor allem wollen wir klein und demütig werden wie das liebe Jesuskind, das als Gott so groß, nun aber aus Liebe zu uns so klein geworden ist.

 

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 Stoßgebetlein:

 

O Jesus, Freund der Kinder, segne die Kinder der ganzen Welt.

 

Wunderbarer Jesus, gib mir Vermehrung des Glaubens, der Hoffnung und Liebe, ein zerknirschtes und gedemütigtes Herz.

 

Jesus, Maria, Josef !

 

O Herr, bewahre uns den Glauben!

 

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 Bauernregeln

 

Ist der Januar nicht nass,

füllt er des Winzers Fass.

 

Im Januar viel Regen, wenig Schnee,

tut Feldern, Wiesen und dem Weinstock weh.

 

Wächst das Gras im Januar,

ists im Sommer in Gefahr.

 

Am Weihnachtstage wächst der Tag,

so weit die Mucke gähnen mag;

am neuen Jahrstag wächst der Tag,

so weit der Haushahn schreien mag;

um drei Königen wächst der Tag,

soweit das Hirschlein springen mag.

 

Friert es auf Virgilius,

im Märzen Kälte kommen muss.

 

Wenn der Erdboden im Januar offen ist

und besonders die Südwinde dabei stark brausen,

so verursachen sie kalte Flüsse und Krankheiten.

 

Hat Paulus weder Schnee noch Regen,

so bringt das Jahr gar manchen Segen.

 

Sankt Paulus klar, gutes Jahr;

bringt er Wind, regnets geschwind.

 

Morgenrot am ersten Tag

Unwetter bringt und große Plag.

 

Ist der Januar gelind,

Lenz und Sommer fruchtbar sind.

 

Viel Schnee, viel Heu, aber wenig Korn.

 

Januar warm,

dass Gott erbarm!

 

Im Januar Donnergeroll

maccht Kufen und Fässer voll.

 

Wenn vor und im Januar nicht viel Fröste und Schnee kommen,

so kommen sie gemeiniglich im März und April.

 

Auf trockenen, kalten Januar,

folgt Schnee im Februar.

 

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Februar - Der Maria-Leidens-Monat

 

* * *

 

 Hätt er die Nacht vom Januar,

Im Mutterleib brächt er Gefahr

Dem Kalb, so grimm sein Odem weht,

Und plötzlich er als Narr sich bläht.

Wie Circe einst so Greis als Knab

Zu Schweinen hexte mit dem Stab,

So wandelt er in Narren um

Die Welt und macht die Klügsten dumm.

Doch weiht sein schlimmes Koboldhaus

Mit frommem Licht Maria aus

Und schickte zu Herren gut und recht

An Lichtmess treue Mägd und Knecht.

St. Blasius mit Kerzenschein

Legt um dein Haupt ein Krönlein fein.

Wenn Aschenregen niederfällt,

Wird still die allzu laute Welt.

 

* * *

 

Das Gesicht des Monats Februar (Hornung)

 

In den vom Winterwind durchtobten Straßen lärmt das lustige Fastnachtsvolk. Sind der Pritschenlärm und das Geschrei ein uraltes Zaubermittel, um den Winter auszutreiben, den wir nun allmählich satt bekommen? Ach, weil in unserer Armut Holz und Kohlen knapp sind, sehnen wir uns nach dem Frühling, auf den die länger werdenden Tage und die volleren Knospen der Bäume schon hindeuten.

Schon beginnt die Fastenzeit, der ernste Weg zum großen Fest der Osterfreude. So lasst auch uns dem Licht entgegenwachsen, der Sonne und dem, dessen Sinnbild sie ist!

 

 * * *

 

 Sankt Blasius gnädig uns bewahr

vor Halskrankheiten in diesem Jahr.

 

Blasius von Sebaste - 3. Februar

 

Schon wächst das Licht, und kürzer wird die Nacht,

Doch künden Eis und Schnee des Winters Macht.

Die Kinder singen froh die lütke Fastnacht ein,

Sie wollen auch beschert vom Schweineschlachten sein.

Der Rosenmontag kommt mit Lärm und Narretei,

Und manche Maske zeigt ihr wahr Gesicht dabei.

Wem Aschermittwoch scheint die Sonne klar,

Der hat gut Wetter für das ganze Jahr.

 

* * *

 

 Monatstugend: 

 

Hoffnung

 

Damit die Unruhe und die tiefe Wehmut, die das Streben der heiligen, sehnsüchtigen Liebe in unsern Herzen weckt, uns nicht Kraft und Mut nehme und uns nicht zur Verzweiflung bringe, so gibt uns dasselbe höchste Gut, das uns anregt, so glühend nach ihm zu verlangen, durch die unzähligen Verheißungen in seiner Offenbarung und durch seine inneren Einsprechungen die Versicherung, dass wir es sehr leicht erreichen können, wenn wir nur die Mittel gebrauchen wollen, die es uns hierzu vorbereitet hat und nun anbietet.

 

Matthias hatte sich schon früh dem Heiland als Jünger angeschlossen. Als Judas durch seinen Verrat sein Apostelamt verloren hatte, wurde er nach der Himmelfahrt Christi durch den im Los geoffenbarten Willen Gottes zum Apostel erwählt. Von seiner Aposteltätigkeit ist uns nichts genaues berichtet. Er soll zuerst in Judäa, alsdann im nördlichen Vorder-Asien, und auch in Äthiopien das Evangelium gepredigt haben. Jedenfalls krönte er sein apostolisches Werk mit dem Martertod. Er soll von den Juden gesteinigt und dann von einem römischen Soldaten enthauptet worden sein, weshalb er mit einem Beil abgebildet wird.

Matthias wurde nicht wankend in der Hoffnung. Sie soll auch der Anker unseres Lebensschiffleins sein!

 

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 Andacht im Februar: 

 

Mariä Lichtmess

 

Vierzig Tage nach der Geburt des göttlichen Kindes brachten es Maria und Josef nach Jerusalem, um es dem Herrn darzustellen und um das Gesetz der Reinigung zu erfüllen. Es war ein Opfergang. Jesus bringt sich seinem Vater als Opferlamm des Neuen Bundes dar und Maria und Josef geben ihn hin. Simeon, der gottesfürchtige Greis, begrüßt das Jesuskind als das Heil Gottes und das Licht zur Erleuchtung der Heiden, spricht aber auch davon, wie er zum Fall und zur Auferstehung vieler in Israel bestimmt sei und wie Marias Seele ein Schwert durchdringen werde. Schließen wir uns dem Opfergang der heiligen Familie an; auch unser Leben muss ja ein Opfer sein für Gott, wie es die Kerzen bei Mariä Lichtmess versinnbilden.

Die Weissagung Simeons ist schon eine Wolke, die das Nahen der Fastenzeit ankündigt. Bald zieht das Vorspiel und der Eingang zum 40tägigen Gedächtnis des leidenden und sterbenden Heilandes, die vormalige Vorfastenzeit, herauf.

 

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Stoßgebetlein:

 

Guter Jesus, sei mir nicht Richter, sondern Erlöser.

 

Erlöser der Welt, erbarme dich unser.

 

Herz Jesu, auf dich vertraue ich!

 

Jungfrau Maria, Mutter Gottes, bitte bei Jesus für mich.

 

O Maria, unsere Hoffnung, habe Erbarmen mit uns!

 

Mutter der Liebe, Mutter der Schmerzen und der Barmherzigkeit, bitte für uns!

 

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 Bauernregeln

 

Lichtmess hell und klar,

gibt ein gutes Roggenjahr.

 

Wenn es an Petri Stuhlfeier kalt ist,

soll die Kälte noch 14 Tage währen.

 

Sankt Matthias kalt,

die Kälte lang anhalt.

 

Sankt Dorothee

gibt den meisten Schnee.

 

Ein nasser Februar

bringt ein fruchtbar Jahr.

 

Scheint an Lichtmess die Sonne heiß,

so kommt noch viel Schnee und Eis.

 

Lichtmess trüb,

ist dem Bauern lieb.

 

Mattheis bricht Eis,

hat er keins,

so macht er eins.

 

Zu Lichtmess hat der Bauer lieber den Wolf im Stall,

als die Sonne.

 

Wenns im Hornung nicht recht wintert,

so kommt die Kälte zu Ostern.

 

Lichtmess dunkel,

wird der Bauer ein Junker.

 

Im Februar muss die Lerch auf die Heid,

mags sein lieb oder leid.

 

Wenn die Katze im Februar in der Sonne liegt,

muss sie im Mai wieder hinter den Ofen.

 

Wenns der Hornung gnädig macht,

bringt der Lenz den Frost bei Nacht.

 

Wenn im Hornung die Schnaken geigen,

müssen sie im Märzen schweigen.

 

Gefrierts in der Petersnacht nicht,

so gefrierts nicht mehr.

 

Alle andern Monat im Jahr

verwünschen einen schönen Februar.

 

An Romanus hell und klar,

bedeutet gutes Jahr.

 

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März - Der St. Josephs-Monat

 

* * *

 

 Der März kommt auf dem Föhnhengst her,

Des Winters Burg zerschmettert er.

Dann sitzt er an der Quellen Rand

Und knüpft das erste Veilchenband.

St. Joseph aus dem Himmelshaus

Streckt über ihm die Arme aus.

Indes er wirkt des Frühlings Kleid,

Besingt er still des Herren Leid.

Der Kelch durch seine Gärten glüht,

Das Kreuz in jedem Haus erblüht

Und lehrt das deutsche Volk sein Fasten

Ergebner tragen und die Lasten.

 

* * *

 

 Das Gesicht des Monats März

 

Im Monat März beginnt nach dem Kalender der Frühling. Und allgemach spürt man auch das Erwachen der Natur: die Wiesen werden grün, die Blumen beginnen zu blühen, in den Bäumen steigt der Saft, und die Knospen schwellen. Die Sonne wird wärmer, und die Kinder spielen auf Straßen und Plätzen.

Der ganze Monat März steht unter dem Zeichen dieser heiligsten Zeit des Jahres, der Fastenzeit, da wir uns bereiten, Ostern, das Fest der Erlösung, mitzufeiern. Es ist eine Zeit der Stille und des Opfers. Alle lauten Vergnügungen schweigen, wir schränken uns an leiblicher Nahrung ein, damit wir umso eifriger das Brot des Lebens essen und das Wort Gottes hören. Der Monat schließt mit dem Fest der sieben Schmerzen. Denn am Ende der Fastenzeit versenkt sich der gläubige Christ in das Leiden des Herrn, geht gläubig und beschaulich den Kreuzweg und singt die Lieder vom „Haupt voll Blut und Wunden“.

Die Heiligenfeste treten in der Fastenzeit etwas zurück, obwohl gerade bedeutende Heilige gefeiert werden: Thomas, der Fürst der Scholastik, Johannes von Gott, der Vagabund und Stifter eines Krankenpflegeordens, Klemens Hofbauer, Heribert, der deutsche Kanzler, Cyrill, der große Katechet, Josef, der Nährvater Jesu, Benedikt, der Lehrer des Abendlandes, Gabriel, der Erzengel, Johannes von Damaskus, der Verteidiger der christlichen Bilder, Johannes von Kapistran, der Prediger wider die Türken, und schließlich das Fest Mariä Verkündigung, das schon wieder auf Weihnachten hindeutet.

 

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 Willst Gerste, Erbsen, Zwiebeln dick,

so sä' sie an Sankt Benedikt.

 

Benedikt von Monte-Cassino - 21. März

 

Heraus den Pflug, die Pferde angeschirrt!

Im hohen Himmelsblau die Lerche schwirrt.

Die Bäche blitzen blank durchs Wiesengrün,

Am Heckenrand verborgne Veilchen blühn.

Sankt Gertrud schickt den ersten Gärtner aus,

Die Schwalben flügeln, heimgekehrt, ums Haus,

Von allen Bergen hell die Quellen rinnen,

Das Leben will mit junger Kraft beginnen!

 

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 Monatstugend: 

 

Liebe zu Gott

 

Die heilige Liebe ist eine Liebe aus Freundschaft, eine vorzügliche, hervorragende, unvergleichliche, allerhöchste, übernatürliche Liebe, die wie eine Sonne über der Seele schwebt, um sie zu beleuchten und mit ihrem Licht zu verschönern, über allen geistigen Fähigkeiten, um sie zu vervollkommnen, über allen Kräften, um sie auf das rechte Maß zu führen. In dem Willen aber hat sie ihren Thron, um zu herrschen und zu bewirken, dass er Gott über alles liebe. O glückselig ist die Seele, in welche diese heilige Liebe ausgegossen wird; denn alle Güter werden ihr mit derselben zufließen.

 

St. Josef wurde das höchste Glück zuteil, das einem Menschen nach der Muttergottes beschieden sein konnte: er durfte den ewigen Gottessohn, den Heiland, seinen Gott und Herrn, auf den Armen halten als Vater. So verband sich in seinem Herzen echte Vaterliebe mit der größten Gottesliebe. Welche Vollkommenheit wird er in der Kunst heiliger Liebe erlangt haben, so nahe am heiligsten Herzen Jesu, dem Feuerofen der Liebe! Und die Gottesliebe brachte ihm den reichsten Schmuck an allen Tugenden.

Der Nährvater Jesu ist auch unser Vater und erklärter Beschützer. Er wurde feierlich zum Patron der hl. Kirche aufgestellt. Möge er vor allem in unseren Herzen das heilige Feuer der Liebe zu Gott und zum Heiland erhalten und bewahren!

 

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Andacht im März: 

 

zum hl. Josef / in der hl. Fastenzeit

 

Der März ist der St. Josefsmonat. Wie draußen in der Natur das erste Keimen und Sprossen anhebt, so begann mit dem heiligen Josef der Frühling im Werk der Erlösung. Er nahm nach der Mutter Gottes den denkbar innigsten Anteil daran. War er doch der Bräutigam Marias und der Nährvater Jesu. Deshalb weiht die Kirche einen ganzen Monat seiner Verehrung, wie sie es auch bei der Mutter Gottes tut. Stellen wir uns unter seine vielvermögende Obhut! St. Josef soll auch unser Vater und Beschützer sein! Er ist ja der Schutzherr der hl. Kirche.

St. Josef ist die freundliche Seite des Märzmonats; seine andere Seite ist die Fastenzeit, die von den Schmerzen und Leiden des sterbenden Heilandes durchzittert ist. Unter soviel Schmerzen hat uns Jesus erlöst. Leiden wir mit ihm durch innerliches Versenken und Mitfühlen, aber auch durch Werke der Buße und Abtötung. Nur so wird das Blut Christi an uns wieder seine Früchte bringen und uns erlösen.

Beten wir öfters den Kreuzweg, dem so viele Ablässe verliehen sind und wohnen wir andächtig dem heiligen Messopfer bei, in dem das Leiden und Sterben Christi unblutig erneuert wird.

 

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 Stoßgebetlein:

 

O hl. Josef, Pflegevater unseres Herrn Jesus Christus und wahrer Gemahl der Jungfrau Maria, bitte für uns.

 

Lass, Josef, schuldlos uns durchs Leben geh´n,

In deinem Schutz uns stets gesichert steh´n.

 

Des Himmelsscharen mögen dich, o Josef, preisen,

Und alle Christen freudig Lob dir singen.

 

O hl. Josef, Vorbild und Patron der Verehrer des heiligen Herzens Jesu, bitte für uns!

 

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 Bauernregeln

 

Soviel im Märzen Nebel steigen,

soviel im Sommer sich Wetter zeigen.

 

Auf Märzenregen

folgt kein Sommersegen.

 

Märzenwinde, Aprilregen

verheißen im Mai großen Segen.

 

Frierts an Gertrud,

der Winter noch vierzig Tage nicht ruht.

 

Ein schöner Josephstag

bringt ein gutes Jahr.

 

Ist der Himmel an Mariä Verkündigung vor Sonnenaufgang klar,

so folgt ein gesegnetes Jahr.

 

So viel Tage vor Marien die Frösche schreien,

so viel Wochen müssen sie nachher schweigen,

und so viel Tage sich vor Marien die Insekten (Mücken, Bienen) zeigen,

so lange müssen sie nachher wieder einsetzen.

 

Auf windigen März

folgt schöner Mai.

 

Trockener März, nasser April, kühler Mai

verheißen viel Frucht, Most, Obst und Heu.

 

Wenns im März donnern tut,

wird der Roggen gut.

 

Viel Regen im März,

macht einen dürren Sommer.

 

Ist Gertrude sonnig,

wirds dem Gärtner wonnig.

 

Wenn die Grasmücke singt,

ehe der Winstock treibt,

soll ein gutes (Wein-) Jahr folgen.

 

Zu Anfang oder zu End

der März seine Gifte sendt.

 

Wenn Sankt Gregor auf einem falben Hengst reitet

(d.h. um diese Zeit noch die Erde vom Frost kahl und fahl ist),

so ist er der Schrecken der Bauern und die Freude der Kornhändler.

 

Wenn man an Mariä Verkündigung früh morgens noch Eis (Frost, Reif)

hinterm Busch findet, so kommt kein schädlicher Frost mehr nach.

 

Ein Scheffel Märzenstaub ist eine Krone wert;

doch allzu frühes Laub wird gern vom Frost verzehrt.

 

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April - Der Oster-Monat

 

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 Was Mai und Juni schlingt zum Strauß,

Das denkt April in Knospen aus.

Er legt in Laden still bereit

Des Frühlings buntes Wunderkleid.

Ein Künstlerkopf, doch launisch sehr,

Bald singt, bald seufzt er tränenschwer.

Der Jugend reicht er am Altar

Die erste Heilandsblüte dar,

St. Jörgens Schimmel er bestellt,

Dass er behütet Wies und Feld.

St. Markus mit der Fahne zieht

Und segnet Saat und Knosp und Blüt.

Mit eins steht er in Lichtgewanden

Und jauchzt: Der Herr ist auferstanden!

 

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 Das Gesicht des Monats April

 

April – Monat der Auferstehung. Das Feld und der Wald, lange Monate im Winterschlaf gefangen, wachen nun auf. Sturm und kalte Schauer wollen zwar den Frühling noch nicht zur Herrschaft kommen lassen, aber immer leuchtender und strahlender schmücken sich die Bäume und Hecken mit hellen Blütenlichtern. Das Leben siegt.

Doch all dies ist nur ein Sinnbild und Gleichnis für den Sieg des größeren Lebens über den Tod. Gott ist der Gott des Lebens. Darum kann Ihn das Grab nicht gefangen halten. Nach der Trauer der Karwoche leuchtet der seligste der Tage, Ostern, das Fest der Auferstehung. Auch uns gibt Er Leben von Seinem Leben. Osterzeit bedeutet im Leben des Christen das jubelnde Wissen, dass auch in uns ewiges Leben grundgelegt ist, dass nicht Sünde und Leid und Tod das Letzte sind, sondern der Jubel des ewigen Lebens, das von keinem Tod mehr geraubt werden kann.

Die Heiligenfeste treten in diesem Monat zurück. Nur am Ende ziehen am Markustag die Prozessionen über die Fluren. Fidelis von Sigmaringen und Petrus Canisius sind zwei deutsche Heilige der Reformationszeit, ein Märtyrer und ein Kirchenlehrer.

 

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Wenn vor Georgi Regen fällt

wird man hernach damit gequält.

 

Georg von Nikomedia - 23. April

 

Undücht April, nur los, nur ausgetobt!

Den ungebärdigen der Bauer lobt.

Stürm nur mit Regen, nähre Laub und Gras,

Mit deinem Nass füllst Scheuer du und Fass.

Zu Ende geht die Zeit der Passion,

Palmsonntag leuchtet mit Narzissen schon,

Dann läutet Ostern über allen Landen,

Und Osterfeuer glühn: Christ ist erstanden!

 

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 Monatstugend: 

 

Nächstenliebe

 

So oft wir den Nächsten, das Ebenbild und Gleichnis Gottes sehen, sollten wir zueinander sprechen: "Sieh, wie dieses Geschöpf seinem Schöpfer ähnlich ist!" Aber dabei sollten wir es noch nicht bewenden lassen, sondern ihm auch vielfache Beweise unserer Zärtlichkeit und Liebe geben und ihm tausend Segnungen wünschen.

Warum aber das? . . . Aus Liebe zu Gott, der es nach seinem Ebenbild und Gleichnis erschaffen und folglich fähig gemacht hat, an seiner Güte, Gnade und Glorie teilzunehmen.

 

Philippus hörte vom Heiland wenige Tage nach seiner Taufe im Jordan das gnadenreiche Wort: "Folge mir nach!" Unverzüglich kam er der Einladung nach und wirkte nach der Herabkunft des Heiligen Geistes ein langes Menschenleben hindurch für das Heil der Seelen als Apostel. Er soll zu Hierapolis gemartert worden sein, nachdem er einen Drachen beschworen hatte.

Jakobus der Jüngere war der erste Bischof von Jerusalem und war voll Liebe für die Juden tätig. Sie überlieferten ihn aber nach fast 30jähriger Wirksamkeit dem Tod, indem sie ihn von der Zinne des Tempels stürzten.

 

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 Andacht im April: 

 

in der fröhlichen Osterzeit

 

In der Frühe des dritten Tages, nachdem der Heiland gestorben war, kamen fromme Frauen zum Grab, um den Leichnam Jesu zu salben. Der Engel des Herrn sprach zu ihnen: "Was sucht ihr den Lebenden unter den Toten? - Er ist nicht hier, er ist auferstanden!" Halleluja! Siegreich, in ewiger und unvergänglicher Herrlichkeit ging unser Erlöser aus dem Grabesdunkel hervor. Er spendete seinen Aposteln den Osterfrieden und die Osterfreude. Auch unser bedrücktes Herz will er wieder aufrichten und uns trösten. Die Kirche singt: "Das ist der Tag, den der Herr gemacht hat, lasset uns frohlocken und fröhlich sein an ihm!" So wollen wir uns denn der geistlichen Freude überlassen und wollen durch kein Leid und keine Heimsuchung uns den frohen Osterglauben trüben lassen! Christus siegte und erstand von den Toten, auch wir werden siegen und einst auferstehen.

 

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 Stoßgebetlein

 

Siehe das Kreuz des Herrn,

Fliehet, ihr feindlichen Mächte,

Gesiegt hat der Löwe aus Juda,

Die Wurzel Davids, Halleluja!

 

Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes!

 

Mein Herr und mein Gott!

 

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 Bauernregeln

 

Wenn der April Spektakel macht,

gibts Heu und Korn in voller Pracht.

 

Je früher im April der Schlehdorn blüht,

desto früher der Schnitter zur Ernte zieht.

 

Ein nasser April bringt einen trockenen Juni,

ein trockener April aber einen nassen Juni und nassen Sommer.

 

Eine gute Kirschenblüte

verheißt auch eine gute Wein- und Kornblüte.

April frisst der Lämmer viel.

 

Trockener April

ist nicht des Bauern Will;

Aprilen-Regen

kommt ihm gelegen.

 

Vor Georgi trocken,

nach Georgi nass.

 

Ist auf Markus die dritte Buche grün,

so gibts ein gutes Jahr.

 

Aprilenflöcklein

bringen Maiglöcklein.

 

Aprilenschnee düngt,

Märzenschnee frisst.

 

Welche Richtung im Gebirg die ersten Regenwolken nehmen,

von dort pflegts jedesmal im Sommer zu regnen.

 

Donnerts im April,

hat der Reif sein Ziel.

 

Nasser März,

des Bauern Schmerz,

trockener April,

ist nicht des Bauern Will,

aber an warmem Regen

ist ihm gelegen.

 

Ist der April schön und rein

wird der Mai dann wilder sein.

 

Vollmond mit Wind

ist zu Regen oder Schnee gesinnt.

 

Am Gründonnerstag ist gut Erbsen säen.

 

Wenn Georgi schön und warm ist,

so folgt rauhes Wetter;

wenn vor ihm Regen gemangelt,

so kommt nach ihm desto mehr.

 

Staubregen will guter Bote sein,

schon trocken Wetter tritt dann ein.

 

Wenn die Dornhecken ausschlagen,

geht die Kälte fort.

 

Heller Vollmond im April,

zieht die Baumblüte zusammen,

dass sie erstickt.

 

Gras, was im April wächst,

steht im Mai fest.

 

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Mai - Der Marien-Monat

 

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 Das Sonntagskind, der Hätschelknab

Sinkt zu der Mutter Erd herab.

Sie bettet ihn in Licht und Grün,

Und Vogellieder wiegen ihn.

Doch oft, wenn er so ganz verwöhnt,

Sie schüttelt ihn, dass bang er stöhnt,

Eismänner ruft sie, Eis und Schnee,

Die bringen seinen Blüten Weh.

Doch ob er froh, ob schmerzreich sei,

Die Himmelskönigin bleibt ihm treu,

Sie singt ihm wunderzart und süß

Und hebt ihn hoch zum Paradies;

Um seine goldnen Locken fluten

Des Gottesgeistes Flammengluten.

 

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 Das Gesicht des Monats Mai

 

„Der Mai tritt ein mit Freuden . . .“, „Wie schön blüht uns der Maien . . .“, „Der mayen, der mayen, der pringt uns Blümlein vil . . .“ Die Volkslieder können sich nicht genug tun im Preis dieses schönsten Monats, der noch ganz Verheißung ist, noch nicht Erfüllung, noch keine Früchte bringt, aber uns doch so froh werden lässt nach all der Winterkälte, der an jedem Baum und Strauch die Blüten wie helle Lichter entzündet. Es singt und jubelt überall: erwacht sind Feld und Flur!

Auch im Leben der Kirche ist der Mai ein Monat jubelnder Freude. Wir stehen noch in der großen Festzeit des Jahres, der Zeit zwischen Ostern und Pfingsten, wo wir den Sieg des Auferstandenen feiern. Himmelfahrt reißt unseren Blick nach oben, wo der Erhöhte zur Rechten des Vaters sitzt, Pfingsten kündet uns vom Gottesgeist, der in unsere Herzen ausgegossen wurde. Tag für Tag erklingt das Halleluja, der österliche Freudenruf, Tag für Tag wird der Gottesdienst in den weißen Gewändern der Freude gefeiert, bis das Weiß sich wandelt zum glühenden Rot des Feuers, erinnernd an die feurigen Zungen, in denen der Gottesgeist auf die Apostel niederstieg.

Selbst ein Kreuzfest wie Kreuzauffindung hat in dieser Zeit einen frohlockenden Feierklang, und auch durch die anderen Feste klingt das österliche Halleluja. Die Apostel Philippus und Jakobus, die Kirchenlehrer Athanasius, Gregor und Robert Bellarmin, die großen Erzieher Johannes de la Salle und Philipp Neri, die heilige Mutter Monika und der Märtyrer Johannes von Nepomuk gehen freudig im Siegeszug des ewigen Königs.

Einen besonderen Glanz aber erhält der Blütenmonat, durch die Maiandachten: Die schönsten Blüten werden der Mutter Maria dargebracht, die wir als Lilie ohnegleichen und Rose ohne Dornen feiern.

 

* * *

 

 Urban bringt kein' Frost mehr her,

der dem Weinstock schädlich wär.

 

Papst Urban I. - 25. Mai

 

Die Erde blüht und prangt vor Frühlingslust,

Und droben stehn die Wälder grün im Blust;

Der Fliederstrauch viel weiße Sternlein streut

Auf traumversunkne selige Liebesleut.

Tanzfrohe Jugend um den Maibaum lärmt,

Wie Bienenvolk aus seinen Körben schwärmt;

Der Bauer kann mit Butter, Milch und Eiern

Bei Maigewittern frohe Pfingsten feiern.

 

* * *

 

 Monatstugend: 

 

Eifer für die eigene und des Nächsten Heilung

 

Worin besteht aber der Eifer und die Eifersucht, die wir für die göttliche Güte haben sollen? Mein Theotimus, der für Gott Eifernde strebt danach, alles zu hoffen, zu fliehen, zu verhindern, zu verabscheuen, zu bekämpfen, und wo möglich alles niederzureißen, was Gott, das ist seinem Willen, seiner Ehre und der Heiligung seines Namens entgegenstrebt. "Ich hasse die Ungerechtigkeit", sagt David, "und verabscheue sie".

 

Der Heiland nannte ihn ob seines feurigen Eifers "Donnerkind". Das war aber nur der Brand einer liebeglühenden Natur. Johannes ist der Liebesjünger am Herzen Jesu. Keine irdische Liebe tat je seiner Liebe zu Gott und zum Heiland Eintrag und trübte die Vollkommenheit seiner jungfräulichen Seele. Unter dem Kreuz vertraute ihm der sterbende Meister sein Teuerstes in der Welt, seine Mutter an. Er war eine Stütze der Kirche in Kleinasien. Schon ein Greis, wurde er unter Domitian nach Rom geschleppt und vor der lateinischen Pforte in einen Kessel siedenden Öles geworfen.

 

* * *

 

 Andacht im Mai: 

 

Maria Maienkönigin / Christi Himmelfahrt

und Pfingsten

 

Maria durchschreitet als Königin die blühenden Auen. Auf ihren Maialtären prangen die ersten Blumensträuße, und ihre treuen Kinder bringen ihr noch viel schönere Blumen dar, Blumen der Andacht, der Liebe und Verehrung. Weihen auch wir Maria die duftigsten Blumen des Gartens und die Huldigung unseres Herzens!

In dieser Zeit vollenden sich gewöhnlich die Schlussgeheimnisse der Osterzeit. Der Heiland fährt zum Himmel auf und sendet uns den Heiligen Geist. Die Jünger sahen unverwandten Auges dem Heiland nach, bis die Engel sie an seine Hinwegnahme mahnten. Blicken auch wir recht oft zur Herrlichkeit des Himmels auf und suchen wir nach den Worten des Apostels das, was droben ist, wo Christus sitzt zur Rechten Gottes. Mit Maria wollen wir uns alsdann vorbereiten auf das Pfingstfest, wie es die Apostel einst in ihrer Nähe getan haben. In jenen Tagen vor der Herabkunft des Heiligen Geistes hat sie sich als die Königin der Apostel gezeigt, weshalb wir früher am Sonntag zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten dieses schöne Fest gefeiert haben. Der Heilige Geist wird uns ganz gewiss mit Trost und Kraft erfüllen zu einem christlichen Leben und zum Apostolat.

 

* * *

 

 Stoßgebetlein:

 

Komm, Heiliger Geist, erfülle die Herzen deiner Gläubigen

und entzünde in ihnen das Feuer deiner Liebe.

 

O Heiliger Geist, geliebter Gast meiner Seele,

bleibe bei mir und mache, dass ich immer bei dir bleibe.

 

Mutter Gottes, gedenke mein.

 

O meine Mutter, du bist meine Zuversicht.

 

O Maria, lass mich in Gott, mit Gott und für Gott leben.

 

Jungfrau Maria, Mutter Jesu, hilf, dass wir heilig werden.

 

Königin der Apostel, bitte für uns.

 

* * *

 

 Bauernregeln

 

Pankratius, Servatius, Bonifazius,

der Gärtner sie beachten muss,

gehn sie vorüber ohne Regen,

dem Weine bringt es großen Segen.

 

So wie Urban sich verhält,

ist das Heuwetter auch bestellt.

 

Maientau

macht grüne Au.

 

Ein kühler Mai

und nass dabei,

bringt viele Frucht und gutes Heu.

 

Die Witterung auf Sankt Urban

zeigt des Herbstes Wetter an.

 

Wenn Urban gut Wetter und um Titus viel Regen,

so bringts im Felde viel Segen.

 

Mai kühl, Brachmonat nass,

füllen Scheunen und Fass.

 

Im Mai zartes und saftiges Gras,

gibt gute Milch ohn Unterlass.

 

Viel Regen im Mai zeigt auf trockenen September.

 

Ist es klar an Petronell,

messt den Flachs ihr mit der Ell.

 

Früher Donner,

später Hunger.

 

Vor Servati kein Sommer,

nach Servati kein Frost.

 

Je später der Schlehdorn nach dem 1. Mai blüht,

desto schlimmer solls um die Korn- und Heuernte stehen.

 

Singt die Grasmücke, ehe der Weinstock sprosst,

so verkündigt sie ein gutes Jahr.

 

Wenn die Zwetschenblüte schön weiß ist,

gibt es viel Obst;

ist sie mehr gelblich,

so solls wenig geben.

 

Welschkorn (Mais) soll man stecken, wenn der Apfel blüht,

Kartoffeln, wenn die Buchen grünen.

 

DEn Mai wünscht der Bauer kühl, aber nicht kalt,

Nachtfröste schaden, aber Winde sind gut.

 

Pfingstregen tun selten gut,

diese Regel fass in deinen Mut.

 

Regen in der Walpurgisnacht

hat stets Tenn und Keller voll gemacht.

 

Fronleichnam klar,

bringt gutes Jahr.

 

* * *

 

 

Juni - Der Herz-Jesu-Monat

 

* * *

 

 Der Juni hebt zum höchsten Grat

Der Sonne perlbestreuten Pfad

Und weidet auf der Himmelswies

Nur karg die Schar im goldnen Vlies.

Doch plötzlich kehrt er sich zur Nacht

Und gibt ihr wieder neue Macht.

Petrus an der Wetterorgel sitzt,

St. Pauli Schwert am Himmel blitzt.

Und Jesu Herz, die Rose rot,

Aus stillen Heiligtümern loht

Und schwebt hinaus in Au und Feld,

Und segnet die besonnte Welt,

Dass wir in Rosen, lustbesessen,

Die Himmelsgärten nicht vergessen.

 

* * *

 

 Das Gesicht des Monats Juni

 

Der erste Rausch der Blüten ist vorüber. Die Flur bekommt immer mehr ihr sommerliches Gesicht. Schon werden die Sensen gewetzt, um das Gras zu mähen. Es ist die Zeit stillen Reifens. Die Sonne liegt heiß über den Feldern, die der Ernte entgegenharren.

Auch im Kirchenjahr beginnen nach dem Jubel der hohen Festzeit mit dem Dreifaltigkeitssonntag stillere Tage, die Sonntage nach Pfingsten (im Jahreskreis) in der schlichten grünen Farbe. Nochmals holt freilich das Volk alle bunten Blumen aus den Gärten und streut sie auf die Straßen, farbenprächtige Fahnen flattern über den wallenden Gläubigen, die den Herrn im Sakrament begleiten, wenn er an Fronleichnam, in der Brotsgestalt verborgen, durch die Straßen zieht.

An Heiligenfesten ist dieser Monat reich: Bonifatius und Norbert von Xanten haben ihre Spuren eingegraben in die deutsche Geschichte, zu den Lieblingsheiligen des Volkes zählen Margarete, Antonius von Padua und Vitus, Patron der Jugend ist Aloysius. Zum Johannistag leuchten von den Bergen die Feuer, und den Monat beschließen wir mit dem Fest der beiden Hauptapostel Peter und Paul.

 

* * *

 

 Tritt auf Johanni Regen ein,

so wird der Nachwuchs nicht gedeih'n.

 

Johannes der Täufer - 24. Juni

 

In Rosen schenkt sich uns der Sommer neu.

Der Bauer aber denkt nur an sein Heu.

Muss er das nicht? Er wünscht sich für sein Gras

Den Juni warm, gewittrig und nass,

Doch trocken, wenn es Zeit zur Heumahd ist;

Obwohl Sankt Peter keinen Wunsch vergisst?

Sankt Vit, der Gerste und des Hafers wegen,

Hingegen, er behüte uns vor Regen.

 

* * *

 

 Monatstugend: 

 

Gehorsam

 

Man muss in Demut den geistlichen Obern gehorchen, also dem Papst, dem Bischof, dem Pfarrer und denen, die von ihnen über uns gesetzt sind. Du musst auch den weltlichen Obern gehorchen. Dieser Gehorsam ist notwendig, weil niemand sich von ihm ausschließen kann und Gott alle diese Obrigkeiten über uns gesetzt hat. Wenn aber dein Gehorsam vollkommen sein soll, so folge auch ihren Ratschlägen, sogar auch ihren Wünschen, so viel Liebe und Klugheit es dir erlauben. Gehorche ihnen in den angenehmen Dingen, auch in gleichgültigen, ja sogar in schweren, widerlichen und harten Befehlen; dann wird dein Gehorsam vollkommen sein.

 

Diese Apostel waren vor den anderen besonders ausgezeichnet; sie sind die Apostelfürsten. Der Heiland machte Petrus zum unüberwindlichen Felsen seiner Kirche und übergab ihm die Schlüssel des Himmelreiches. Und Paulus war ihm ein "auserwähltes Werkzeug, seinen Namen vor Heiden und Könige und die Kinder Israels zu bringen". Unermüdlich arbeiteten beide im großen Weinberg des Herrn, mehr als alle anderen. Zuletzt gingen sie für ihren Herrn und Meister an einem und demselben Tag in den Tod. Es war im Jahr 67. Petrus wurde, das Haupt nach unten, gekreuzigt, Paulus enthauptet.

 

* * *

 

 Andacht im Juni: 

 

der Herz-Jesu-Monat / Fronleichnam / das Fest der Apostelfürsten

 

 Im Juni leuchtet uns die Sonne des heiligsten Herzens Jesu. Auch die härtesten und kältesten Herzen sollten da Feuer fangen. Der Heiland beklagte sich bei der hl. Margareta Alacoque über den Undank und die Zurückweisung, die seine Liebe erfährt. Wollen wir ihm da Ersatz bieten durch unsere Liebe und ihm Sühne leisten für die vielen Beleidigungen, die ihm besonders im Sakrament der Liebe, dem heiligsten Altarsakrament zugefügt werden.

Fronleichnam ist das Hochfest dieses Geheimnisses, in dem die ewige Liebe sich selbst uns schenkt. "Laut soll unser Lob erschallen und das Herz in Freude wallen" an diesem Tag und jubelnd wollen wir seinen Triumphzug durch die Straßen begleiten. Kein Lobspruch, keine Zierde kann seiner Größe gleichen. An das Fronleichnamsfest und seine Oktav schließt sich das Herz-Jesu-Fest an. "Mein Sohn, gib mir dein Herz!" spricht da das aus Liebe zu uns verwundete eucharistische Herz. Wollen wir ihm unser Herz geben und weihen für immer und ewig, so wie es die Apostelfürsten Petrus und Paulus getan haben, die für ihren Meister in den Tod gegangen sind. "Die Liebe Christi drängt uns!"

 

* * *

 

 Stoßgebetlein:

 

Wunderbares Herz meines Jesus, gib, dass ich immer mehr dich liebe.

 

Gepriesen sei das hlst. eucharistische Herz Jesu!

 

Heiliges Herz Jesu, dir schenke ich mich durch Maria.

 

Alles für dich, hlst. Herz Jesu.

 

Eucharistisches Herz Jesu, brennend von Liebe zu uns,

entflamme unsere Herzen mit Liebe zu dir.

 

* * *

 

 Bauernregeln

 

Nordwinde wehen Korn ins Land.

 

Regen am Johannistag

gibt viel Körner in den Sack.

 

Vor Johanni bitt um Regen,

nachher kommt er ungelegen.

 

Wenn Sankt Peter und Sankt Paul regnerisch,

drohen dreißig Regentage.

 

Junidonner bringt viel Getreide.

 

Wenn kalt und nass der Juni war,

verdirbt er meist das ganze Jahr.

 

Sankt Paulus klar,

gutes Jahr.

 

Wer um Medardi baut,

bekommt viel Flachs und Kraut.

 

Schönes Wetter auf Fortunatus

bedeutet ein gesegnetes Jahr.

 

An Antoni ist gute Flachssaat.

 

Sankt Vit

bringt den Regen mit.

 

Johanniswetter hat 40 Tage Bestand.

 

Ein Feuer und ein Wasserkessel drauf,

das ist des Brachmonats bester Lauf.

 

Menschen und Juniwind,

ändern sich geschwind.

 

Wie der Holder Blüht,

so blühen auch die Reben.

 

Petri und Pauli hell und klar,

bringt ein gutes Jahr.

 

Junidonner

verkünden einen trüben Sommer.

 

Wie der Juni stellt sich ein,

so soll auch der Dezember sein.

 

Viele Rosen deuten einen strengen Winter an.

 

Gutes Fischjahr,

schlechtes Frühjahr.

 

Die Bienen, die vor Johannis schwärmen,

sind besser als die nach Johannis.

 

* * *

 

 

Juli - Der Blut-Christi-Monat

 

* * *

 

 Eine Glucke, immer zorngereizt,

Er brütend sein Gefieder spreizt,

Schon quillt ein goldner Ährenschwall

Aus seinem Feuerfittich überall;

Wenn er sich wehrt in blinder Wut,

Verwüstet er die eigne Brut.

St. Margaret, die tapfre Magd,

Den Hageldrachen ihm verjagt.

St. Ulrich, wo er Mäuse trifft,

Gibt er als Futter ihnen Gift.

St. Jakob seine Schnitter tränkt,

Dass sie die nahe Müh nicht kränkt.

Die Schul versperrt er vor den Kleinen,

Das gibt ein großes Kinderweinen!

 

* * *

 

 Das Gesicht des Monats Juli

 

Das ist der Monat der Reife. Nun steht das Korn reich wogend auf den Fluren. Schon werden die Sensen und Mähmaschinen gerüstet, um die goldgelbe Frucht zu schneiden und die vollen Garben einzufahren in die Scheunen. Zeit des Reifens, Zeit der Ernte auch im religiösen Leben.

Die Sonntage nach Pfingsten (im Jahreskreis) mahnen uns, die Gnaden, von denen die großen Feste der Osterzeit Kunde gaben, nun auch zu bewahren und zu bewähren im Alltag, Frucht zu bringen für die Ewigkeit.

Eine ganze Fülle von Heiligenfesten zeigt in die gleiche Richtung: Heilige sind reife Frucht christlicher Liebe und christlichen Lebens. Jakobus der Apostel, die Slawenbekehrer Cyrill und Method und der große Kämpfer Ignatius aus der Reformationszeit reichen sich über die Jahrhunderte hinweg die Hände, alle vier gewaltige Kämpfer und Arbeiter beim Aufbau der Kirche Gottes. In der Stille seiner Klosterzelle schreibt Bonaventura seine von Gottesliebeglühenden Bücher. An der Schwelle zwischen Altem und Neuem Bund stehen die Frauengestalten Anna, Martha, Magdalena. Camillus von Lellis, Vinzenz von Paul (Monsieur Vincent), Hieronymus Aemiliani sind Vorbilder christlicher Liebe schwerer Zeit. In die deutsche Kirchen- und Weltgeschichte wirkten hinein Kilian, Ulrich und Kaiser Heinrich II. Und dann noch ein liebliches Fest: Mariä Heimsuchung.

 

* * *

 

 Ist's um Jakobi heiss und trocken,

so kann der Landmann wohl frohlocken.

 

Jakobus der Ältere - 25. Juli

 

Nun brenne, Sonne, flamme, Mittagsglut,

Daß Obst und Korn und Wein gerade gut.

Viel Arbeit, Sorg und Angst vor Wettersnot

Trägt doch der Bauer um das liebe Brot.

Helf Gott, daß du es stets bedenken willst,

Wenn du mit Roggenbrot den Hunger stillst.

Dies Glück sei uns in Zukunft stets beschieden:

Heimat und Brot zu würdigen - in Frieden.

 

* * *

 

 Monatstugend: 

 

Armut im Geist

 

Wenn dein Herz an deinen Gütern hängt, wenn du ängstlich um sie besorgt bist und fürchtest sie zu verlieren, so bist du schon von dem Fieber angesteckt; denn die mit Fieber Behafteten trinken auch mit Gier das Wasser, das man ihnen reicht, während Gesunde es ruhig trinken. Es ist unmöglich an einer Sache viel Wohlgefallen zu finden, ohne sein Herz an sie zu hängen. Wenn du nun deine Güter verlieren solltest, und dein Herz geriet in große Traurigkeit, so glaube mir, es hing auch an ihnen; denn die Betrübnis über den Verlust beweist am meisten unsere Anhänglichkeit an eine Sache.

 

Der Heiland hatte ihn von den Netzen seines Vaters hinweg berufen, und Jakobus hatte wie sein Bruder Johannes, der Liebesjünger, gleich alles verlassen und hing Jesus mit ganzem Herzen an. Er gehörte mit Petrus und Johannes zu den Lieblingen des Heilands und hatte etwas von der drängenden Liebe seines Bruders in sich, weshalb er auch "Donnerkind" hieß. Nach kurzer apostolischer Tätigkeit unter den Juden und in Spanien starb er, nach Jerusalem zurückgekehrt, als erster Apostel den Martertod unter Herodes.

Wie Jakobus aus Liebe zum Heiland alles Irdische dahingab, müssen auch wir die Armut im Geist besitzen.

 

* * *

 

 Andacht im Juli: 

 

die Verehrung des kostbaren Blutes

 

Das Blut Christi ist der Traubensaft des hlst. Herzen Jesu. Es war der kostbare Lösepreis für uns, versöhnte Gott und rief sein Erbarmen auf uns herab. Der hl. Johannes schreibt: "Er hat uns geliebt und uns gereinigt von unseren Sünden durch sein Blut und uns zu einem Königtum, zu Priestern bei Gott, seinem Vater, gemacht." Dieses Blut ist das "blutgetränkte Gewand" des Völkerheilandes, der "die Weinkelter der Zornglut des allmächtigen Gottes tritt" (Offenbarung 19). Alle Gnaden, die wir erhalten, sind von ihm gerötet. Es fließt in den sieben Gnadenströmen der hl. Sakramente über die Menschen hin, reinigt sie in der Taufe und Buße von den Sünden und senkt sich im hl. Messopfer als Gnadentau auf uns herab. Verehren wir das Blut Christi recht innig und trinken wir den kostbaren Traubensaft von unserem "wahren Weinstock", der Jesus Christus ist, recht oft in der hl. Kommunion, wenn möglich täglich.

 

* * *

 

 Stoßgebetlein:

 

Gelobt und gepriesen sei das hl. Herz und das kostbare Blut Jesu im hlst. Altarsakrament.

 

Seele Christi, heilige mich, usw.

 

Ewiger Vater, ich opfere dir auf das kostbare Blut Jesu Christi zur Genugtuung für meine Sünden und für die Anliegen der heiligen Kirche.

 

O Jesus, du bist das Lamm Gottes, das auf den Altären der Welt immerfort geopfert wird; ich vereinige mich mit dir.

 

* * *

 

 Bauernregeln

 

Im Juli muss braten,

was im Herbst soll geraten.

 

Regnet es an Maria Heimsuchung,

so regnet es vierzig Tage,

und man hat solange kein Heu.

 

Margaretentag Regen,

bringt keinen Segen.

 

Regnets an Maria Magdalenentag,

folgt stets mehr Regen nach.

 

Wenns an Jokobi regnet,

ist der Most nicht sehr gesegnet.

 

Sind um Jakobi die Tage warm,

gibts im Winter viel Kält und Harm.

 

Um Margaretha und Jakobi

pflegen schwere Gewitter zu kommen.

 

Wenn die Ameisen im Juli ihre Haufen höher und weiter als sonst gewöhnlich machen,

so bedeutet es einen frühen, kalten Winter.

 

Was der Juli und August nicht kochen,

das kann der September nicht braten.

 

Regnets am Tag Unsrer Lieben Frauen (5.),

da sie das Gebirge tät beschauen,

so wird sich das Regenwetter mehren

und noch 40 Tage lang währen.

 

Regen an Margarete dauert 14 Tage und bringt schlechte Heuernte.

 

Ist es vor Maria und Magdalena trocken mit wenig Sonnenschein,

wird das Korn recht wichtig sein.

 

Warme, helle Jakobi:

kalte Weihnachten.

 

Wenn an St. Annentag die Ameisen stark aufwerfen,

so folgt ein strenger Winter.

 

Fällt vor Jakobi die Blüte vom Kartoffelkraut,

auf keine gute Kartoffel dann baut.

 

Ist das Wetter drei Tage vor Jakobi schön,

so wird das Korn gut;

regnets, so bringts schlechtes Korn hervor;

auch verderben die Eicheln.

 

Hundstage klar,

fruchtbares Jahr.

 

* * *

 

 

August - Der Maria-End-Monat

 

* * *

 

August, der scheint ein welscher Mann,

Doch zeigt sein Durst den Deutschen an,

Schweißüberronnen, braungebrannt,

Schafft seine harte Schnitterhand.

Indes er sich zur Scholle bückt,

Maria zum Himmel wird entrückt;

Er schaut ihr nach und träumt empor

Zum lichten Feierabendtor.

Geschundne Flur klagt schmerzlich weh

Wie am Altar St. Barthlomä.

Wenn unten sind die Felder leer,

Dann prangt der Sternengarten wunderschwer,

Und in der Scheune wiegt geborgen

Der Bauer die Kinder seiner Sorgen.

 

* * *

 

 Das Gesicht des Monats August

 

Prall liegt die Sommersonne über den Feldern, auf denen vereinzelt noch die Garben stehen. Helle weiße Wolken segeln über das Blau des Himmels, aber am Himmelsrand stehen drohend steile Gewitterwolkentürme. Uns lockt der Sommer in den Wald, an den Badestrand, in die Berge. Nicht alle können weite Reisen im Urlaub unternehmen, aber alle wollen wir uns in ein paar stillen Tagen Kraft holen für lange schwere Arbeitsmonate.

Wir suchen die Stille, nicht den Lärm. Erholung gibt es nur durch Stille. In dieser Ruhepause haben wir auch einmal Zeit, ein wertvolles Buch zu lesen und uns beschaulich in die Geheimnisse unseres Glaubens zu vertiefen.

Das Fest der Verklärung lenkt unseren Blick hinauf zu Christus, der damals auf dem Berg seine Jünger einen Schimmer seiner Gottheit ahnen ließ und jetzt verklärt zur Rechten seines Vaters thront. An Mariä Himmelfahrt schauen wir sehnsüchtig der Gottesmutter nach, die jetzt bei ihrem Sohn weilen darf. Dort oben sind auch die Heiligen im Strahlenglanz: der Apostel Bartholomäus und der Diakon Laurentius, die ihre Christustreue mit dem Martertod besiegelten, der Ordensstifter Dominikus und der geistesgewaltige Augustinus, der schlichte Landpfarrer Johannes Vianney und der König Ludwig von Frankreich, die adelige Dame Johanna Franziska von Chantal, die demütige Schwester Klara von Assisi und Rosa von Lima, die südamerikanische Mystikerin.

 

* * *

 

 Sankt Lorenz kommt in dunkler Nacht

ganz sicher mit Sternschnuppenpracht.

 

Laurentius von Rom - 10. August

 

Wer in der Erntezeit nicht früh aufsteht,

Mag sehn, wie arm es ihm im Winter geht.

Am rechten Tage recht bereit zu sein,

Das führt der Ernte reiche Garben ein.

Gar manchem ist des Lebens Frucht gereift,

Doch er versäumt, dass er zur Sense greift,

Er scheut den Fleiß und muss dann klagen

Ein Leben lang ob erntelosen Tagen.

 

* * *

 

 Monatstugend: 

 

Keuschheit und Kampf gegen die Sinnlichkeit

 

Die Keuschheit ist die Lilie der Tugenden; denn sie macht Menschen den Engeln ähnlich. Nichts ist schön, was nicht rein ist, und die Reinheit der Menschen ist ihre Keuschheit. Man nennt die Keuschheit Ehrbarkeit und ihre Übung Ehre; sie heißt auch Unversehrtheit und ihr Gegenteil Verderbnis. Kurz, sie hat die ihr ganz eigene Ehre, die schöne und weiße Tugend der Seele und des Körpers zu sein. Halte dich immer an Jesus Christus, den Gekreuzigten, geistigerweise durch die Betrachtung, in inniger, wirklicher Verbindung durch die hl. Kommunion. Er ist das keusche, unbefleckte Lamm, wenn dein Herz an ihm ruht, so wird es rein und von aller Sinnlichkeit befreit sein.

 

Bartholomäus ist jener Nathanael, der vom Heiland "ein echter Israelit ohne Falsch und Arg" genannt wurde. Als erster von allen erkannte und bekannte er Jesus als Sohn Gottes und König von Israel, und Jesus verhieß ihm noch größere Erkenntnisse. Er soll als Apostel in Indien, Phrygien und Großarmenien gewirkt haben. Im letzteren Land erlitt er auf die grausamste Weise den Martertod, indem man ihm bei lebendigen Leib die Haut abzog.

Bitten wir den heiligen Bartholomäus um die Reinheit des Herzens, die Gott schauen lässt, und kämpfen wir, um unsere Sinne zu bewahren, gegen die Sinnlichkeit!

 

* * *

 

 Andacht im August: 

 

Verehrung des Unbefleckten Herzens Mariä / Mariä Himmelfahrt

 

Wie die Andacht zum hlst. Herzen Jesu unser Verhältnis zum göttlichen Heiland vertiefte und inniger gestaltete, so wird durch die Verehrung des Unbefleckten Herzens Mariä unsere Liebe zur allerseligsten Jungfrau, unserer himmlischen Mutter, eine lebendigere und herzlichere. Das Herz Mariä war das auserwählte Gefäß des Heiligen Geistes, in das er, der die Person der Liebe in der Gottheit ist, die ganze Fülle der Liebe ausgießen konnte. Und die Liebe dieses allerreinsten Herzens brachte den Menschen den Heiland der Welt, das Herz Jesu, das der Feuerherd der Liebe ist, an dem die Liebe der Menschenherzen zu ihrem Gott und Herrn sich entzünden muss. Deshalb ist Maria die Mutter der göttlichen Liebe. Ihr Herz kostete auch mit dem Herzen ihres göttlichen Sohnes alle Freuden und Schmerzen der Liebe. Unter dem Kreuz wurde es von dem Schwert der Schmerzen durchbohrt. Und dort begann die mütterliche Liebe, mit der Maria Jesus liebte, sich auf uns alle auszudehnen; denn da gab der sterbende Heiland uns Maria zur Mutter. Lieben wir daher Maria mit kindlicher Liebe und schenken wir ihr unser Herz, damit sie es für Gott und den Heiland bewahre. Gestalten wir unser Herz nach dem Vorbild ihres Herzens in Reinheit und Liebe Gottes. Das Fest Mariä Himmelfahrt zeigt uns die Belohnung und Krönung dieser Tugenden.

 

* * *

 

 Stoßgebetlein:

 

Unsere Liebe Frau vom heiligsten Herzen, bitte für uns!

 

O liebreiche, schmerzhafte und barmherzige Mutter, bitte für uns!

 

Ehre und Ruhm sei den heiligsten Herzen Jesu und Mariä!

 

O Maria, gib, dass deine Kinder in der Liebe zu dir verharren!

 

Wer im August das unbefleckte Herz Mariä durch eine tägliche beliebige Andachtsübung verehrt, gewinnt jeden Tag einen Teilablass und einmal einen vollkommenen Ablass unter den gewöhnlichen Bedingungen.

 

* * *

 

 Bauernregeln

 

Wittert es viel im Monat August,

du nassen Winter erwarten musst.

 

Wenns im August stark tauen tut,

bleibt auch gewöhnlich das Wetter gut.

 

Wenns am Laurentiustage regnet, so gibt es schlechtes Schaf- und Bienenfutter,

d.h. es folgt schönes Wetter, und die Spinnen überziehen die Stoppeln und das Heidekraut.

 

Wenn es an Bartholomäi regnet, wird der Herbst trocken,

und die Kartoffeln geraten gut.

 

Wie das Wetter an Bartholomä,

so bleibt es den ganzen Herbst.

 

Ein kühler August nach einem heißen Juli verkündet einen harten,

ein trockener August einen schneereichen Winter.

 

Ists in den ersten Augustwochen heiß,

so bleibt der Winter lang weiß.

 

Wenn recht viele Goldkäfer laufen,

braucht der Wirt den Wein nicht zu taufen.

 

Wenns im August ohne Regen abgeht,

das Pferd mager vor der Krippe steht.

 

Ists im August und Anfang September schön und warm,

so ists dem Wein zuträglich.

 

Ist Laurentius ohne Feuer,

gibts ein kaltes Weinchen heuer.

 

Wenn man zum Lorenztag eine reife Traube findet,

so ist viel Hoffnung auf guten Wein.

 

Die Witterung an Laurenzi und Mariä Himmelfahrt

hält gewiss einige Tage an.

 

Mariä Himmelfahrt klarer Sonnenschein:

bringt viel und guten Wein.

 

Um den Ludwigstag pflegt warmes Sommerwetter gern in Regen umzuschlagen,

der an acht Tage dauert.

 

Barthel und Lorenz schön,

ist ein guter Herbst vorauszusehn.

 

* * *

 

 

September - Der Schutzengel-Monat

 

* * *

 

 Der Regenbogen webt sein Kleid,

Der Stieglitz leiht ihm das Geschmeid.

Nussknacker, Apfelschmauser auch,

Liebt er des Hirtenfeuers Rauch

Und wärmt sich dran im Herbstgestürm.

St. Mang, der Drachen und Gewürm

Seit alten Zeiten kühn bestritt,

Zieht aus; St. Michael streitet mit.

Doch nahmen sie im deutschen Land

Gleich Heuschreckschwärmen überhand.

Komm, Herkules, mags dir gelingen,

Das Ungeziefer zu bezwingen!

 

* * *

 

 Das Gesicht des Monats September

 

Aus dem Grün der Zweige lachen verlockend die buntbackigen Früchte. Die Körbe der Erntenden sind schwer von Äpfeln und Birnen, blauen und gelben Pflaumen, von Zwetschgen und Nüssen und den ersten Trauben. Aus den Bauerngärten leuchten die hellen Farben der Dahlien und Astern, letzter Sommerfarbenrausch. Bevor es Herbst wird. Ein Monat des Reichtums, der Fülle, der Farben.

Aber schon rüsten sich die Schwalben zum Flug in die wärmeren Länder, da sie den nahenden Winter fürchten.

Wenn uns der Sommer reich beschenkte, wollen wir den Geber aller Gaben danken, wollen aber auch selber von unserer Gabe weiterschenken an diejenigen, die nicht so reich mit den Gütern der Erde bedacht wurden. So wird dieser Monat der Ernte zur Mahnung, wohlzutun und das Hauptgebot der Liebe zu vergessen. Religion und Leben müssen innig verbunden sein.

Gleich zu Beginn des Monats lenkt ein Kreuzfest unseren Blick auf das Zentralgeheimnis der Erlösung und der opfernden Liebe. Eben daran erinnert auch das Fest der Sieben Schmerzen Mariä.

Dieser Monat ist reich an Marienfesten: Mariä Geburt, Mariä Namen, Maria von der Erlösung der Gefangenen. (Der Orden der Mercedarier, der sich Maria geweiht hatte, nahm sich der christlichen Sklaven in Nordafrika an.)

Die Martyrer sprechen uns von der Teilnahme an Christi Leiden: Cornelius, die beiden Cyprian, Januarius, Eustach, Linus, Cosmas und Damian, Wenzel.

Zur Lesung der Heiligen Schrift rufen uns auf der Evangelist Matthäus und der große Schriftausleger Hieronymus.

Michael, der Bannerherr der himmlischen Heere, der Sieger über den Satan, ruft uns zu: „Wer ist wie Gott?“

Und schließlich noch eine bedeutende Frau, die eingegriffen hat in die Geschicke der Kirche und der Welt: Hildegard von Bingen, die man die erste deutsche Ärztin genannt hat.

 

* * *

 

 Ist's an Ägidi klar und hell,

so reift der Weinstock rasch und schnell.

 

Ägidius - 1. September

 

Als ob der Frühling wiederkommt, - verklärt

Das Licht vom Kühlen Himmel niederfährt

Und gibt den Äpfeln purpurroten Schein

Und taucht in goldnen Schmelz die Trauben ein

Und zeichnet, schwarz in Silberglanz gestellt,

Den Sämann, wie er schreitet übers Feld.

Noch einmal grüßt uns Schönheit, Pracht und Fülle,

Eh´ niedersinkt des Sommers welke Hülle.

 

* * *

 

 Monatstugend: 

 

Sanftmut und Demut

 

Der heilige Chrisam, dessen sich gemäß apostolischer Überlieferung die Kirche Gottes bei der Firmung und anderen Segnungen bedient, besteht aus Olivenöl und Balsam; diese versinnbildlichen 2 Tugenden, die besonders unserm Heiland teuer waren, die an seiner göttlichen Person besonders hervorleuchteten und die er uns eindringlich empfahl, gleich als wollte er durch sie unser Herz auf besondere Weise seinem Dienst weihen und zu seiner Nachfolge anziehen. "Lernt von mir," sagt er, "denn ich bin sanftmütig und demütig von Herzen".

 

Früher hieß er Levi, und er war ein Zöllner. Als Jesus ihn berufen hatte, war er voll überströmender Dankbarkeit für die erwiesene Gnade und nannte sich Matthäus d.i. "Gottgeschenkter" oder "Gottesgabe". Er schrieb das erste Evangelium, in dem er vor allem die Milde und Demut des Heilandes erstrahlen lässt. Nachdem er zuerst in Judäa die frohe Botschaft vom Heiland verkündigt hatte, und das Evangelium auch schriftlich niedergelegt hatte, machte er Missionsreisen nach Arabien und Äthiopien. Dort starb er den Martertod.

Matthäus möge uns die Kostbarkeiten der bescheidenen Tugendpflanzen Sanftmut und Demut erkennen lehren!

 

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 Andacht im September: 

 

zum hl. Schutzengel / Mariä Geburt / St. Michael

 

Der 1. Sonntag im September ist vielfach der Schutzengelsonntag. Über den Schutzengel sagt ein frommer Gottesgelehrter, Hugo von St. Viktor: "Sie bewachen uns an allen Orten und zu jeder Stunde. Allzeit stehen sie uns bei und sind mit heiliger Sorgsamkeit auf unsere Bedürfnisse bedacht. Sie sind Mittler zwischen dir, o Gott, und uns; vor deinem Thron legen sie unsere Seufzer und Tränen nieder und erflehen uns deine Gnaden. Sie begleiten uns auf allen Wegen, gehen mit uns aus und ein und haben genaue Aufsicht über unser Verhalten inmitten eines verdorbenen Geschlechtes . . . Sie stehen uns bei in der Arbeit, sie beschützen uns in der Ruhe, ermuntern uns im Kampf und krönen uns im Sieg." Hegen wir daher eine vertrauensvolle Verehrung für unseren Schutzengel. Seine Gegenwart, deren wir durch den Glauben gewiss sind, soll uns Ehrfurcht und Achtsamkeit in unserem Wandel einflößen, dass wir nichts Unrechtes tun.

Ein besonderes Fest des Septembermonats ist Mariä Geburt. Da wollen wir Gott danken für die Gnaden, mit denen er Maria, unsere Mutter, ausgestattet hat, wollen aber auch an die uns verliehenen Gnaden denken, zu denen die Taufgnade und der Schutzengel gehören, die wir bald nach unserem Eintritt in die Welt erhalten haben.

St. Michael möge uns helfen, den Kampf gegen den höllischen Drachen, der Gott und seine Gnaden aus unserer Seele verdrängen will, allezeit siegreich zu führen in Erinnerung an seinen Schlachtruf: "Wer ist wie Gott?"

 

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 Stoßgebetlein:

 

Engel Gottes, mein Beschützer, dir hat Gottes Huld mich anbefohlen; drum erleuchte, leite, führe und beschirme mich. Amen.

 

Heiliger Erzengel Michael, beschütze uns im Kampf, damit wir im furchtbaren Gericht nicht zugrunde gehen.

 

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 Bauernregeln

 

Auf einen warmen September

folgt gern ein kalter und regnerischer Oktober.

 

Donner um Michaeli

bedeuten große Winde.

 

Wie der September ist,

so wird der künftige März.

 

Ist die Nacht von Michaeli recht hell,

kommt ein Winter kalt zur Stell.

 

Nord und Ost (Wind)

bedeuten starken Winterfrost,

und hat die Sonne keinen Rand,

hat das Wetter vier Wochen Bestand.

 

Viel Eicheln um Michaeli,

viel Schnee um Weihnachten.

 

Wer um Michaelis bestellt die Wintersaat,

eine reiche Ernte zu hoffen hat.

 

Nach Septembergewittern

wird man im Hornung vor Schnee und Kälte zittern.

 

Septemberregen ist dem Bauer gelegen,

wenn er aber den Winzer trifft,

ist er ebenso schlecht als Gift.

 

Gewitter in der zweiten Hälfte des September bringen viele Winde.

 

Regnets in die Hopfenstöcke (d.h. zum Pflücken),

wird das neue Bier nicht schmecken.

 

Aegidius hält sein Wetter vier Wochen lang fest.

 

Ziehen zu Mariä Geburt

die Schwalben noch nicht fort,

so wollen sie sehen,

wie die Blumen im Weinmonat stehen.

 

Fröste vor Wenzeslaus

zahlen sich nach Galli aus.

 

Weinhändler auf Matthäus achten,

des Michael Wetter auch betrachten.

 

Acht Tage vor und acht Tage nach Michaeli ist die beste Kornsaat.

 

Aus Michael und Hieronymus

mache aufs Weihnachtwetter Schluss.

 

Wenn die Eichäpfel früher als um Michaeli und in großer Menge wachsen,

so kommt ein früher Winter vor Weihnachten mit vielem Schnee.

 

Mariä geborn,

Bauer, säe dein Korn.

 

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Oktober - Der Rosenkranz-Monat

 

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Oktober singt: O Sonne mein,

Ich fing dich in den Keller ein!

Am Mostfass sitzt er, selig-still,

Und lauscht, was drinnen werden will.

Macht auch die Gicht dem Alten Pein,

Beim Kirchweihtanz schwingt er das Bein.

Das Krautfass stampft er klüglich fest

Und denkt an Schwein und Wurst und Gäst.

Doch ziert er treu St. Wendels Bild.

Den Musensohn versorgt er mild

Mit Ränzel und mit Talern gut,

Holt ihn zur Bude Simon und Jud.

Und wenn um fromme Hände schlicht,

Der Rosenkranz die Perlen flicht,

Im Sturm das müde Herbstlaub zittert,

Lauscht er, von Ewigkeit umwittert.

 

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Das Gesicht des Monats Oktober

 

Hat uns der hohe Sommer das Brot beschert, so schenkt uns der Herbst den Wein. Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Er soll nicht nur schuften und sich mühen im Schweiße seines Angesichts, er soll auch ein wenig Lebensfreude haben, ein Gläschen Wein am Sonntag oder ein Lied nach der Arbeit und ein stilles Buch am Abend. Der Mensch braucht die Freude, wie die Blumen die Sonne brauchen.

So wollen wir dem Herbst danken, dass er uns die Früchte schenkt und dass er noch einmal in farbiger Glut die Wälder und die Gärten leuchten lässt von buntem Laub und prangenden Blumen. Aber der Schönheit kann sich nur wahrhaft freuen, wer vom Vater weiß, der all dies erschaffen hat und der auch uns in Seinen Armen hält. Franz von Assisi hat das gewusst, der Sonne und Vögel und Blumen und Wasser Bruder und Schwester nennt, der nur deshalb das Sonnenlied singen konnte, weil er über sich den Vater wusste, der Seine Sonne aufgehen lässt über Gute und Böse.

Auch die „kleine“ Theresia ist voll solcher Freudigkeit und Zuversicht in all ihren Kämpfen und Schwierigkeiten, und selbst die reformgewaltige, arbeitsüberlastete „große“ Theresia hat ein Scherzwort in ihren Briefen übrig und verteidigt gegen unfromme Eiferer das kindliche Spiel ihrer Nonnen.

 

Alle Welt gehört dem Herrn, einst wird die Welt verklärt und von der Herrlichkeit des Herrn erfüllt sein, das verkündet das Christkönigsfest, das früher am letzten Sonntag des Monats gefeiert wurde. Im Gefolge des Christkönigs stehen auch der König Eduard und der Fürst und Jesuitengeneral Franz Borgia neben der Herzogin Hedwig, aber auch der arme Hirte Wendelin und die schlichte Klosterfrau Maria Alacoque, der hochgebildete Arzt Lukas neben den Handwerkern Simon und Judas. Und wenn die Familien sich in diesem Marienmonat zusammenscharen, um den Rosenkranz gemeinsam zu beten, dann gedenken sie der Magd des Herrn und des fleischgewordenen Gotteswortes. Das Wort Gottes ist noch wichtiger als das leibliche Brot und die tägliche Freude. Denn aus ihm allein leben wir.

 

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Lies vor der Kirchweih' deinen Wein,

später tritt die Kälte ein.

 

Kirchweih im Oktober

 

Goldlodernd flammt das Laub im Waldgeäst,

Natur hält Erntedank, ein glühend Fest!

Kartoffelfeuer stieben würzigen Rauch,

Der Landschaft Bild verschwimmt im Nebelhauch.

Im Bergland treibt der erste Schnee sein Wehn,

Noch wehrt das Herz sich vor dem Herbstvergehn,

Doch wie die Farben blassen und verschwelen,

Naht sich das Leidgedenken: Allerseelen.

 

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Monatstugend: 

 

Zurückgezogenheit und Sammlung

 

"Du musst auch, Philothea, die Einsamkeit lieben; nicht nur die innere deines Herzens, wohin du dich mitten in den Unterhaltungen zurückziehen kannst, sondern auch die örtliche Einsamkeit. Du brauchst nicht in die Wüste zu gehen; aber verweile gern einsam in deinem Zimmer, in deinem Garten oder an einem anderen Ort, wo du ungestört dich in dein Herz zurückziehen, deine Seele durch gute Gedanken und heilige Vorstellungen oder durch Lesen eines guten Buches erquicken kannst."

 

Sie gehören zu den verborgensten Aposteln. Simon hatte den Beinamen der "Eiferer" und Judas den Zunamen Thaddäus oder Lesbäus d.i. "der Beherzte" zum Unterschied von Judas Iskariot. Er schrieb einen kurzen apostolischen Brief, der zum Neuen Testament gehört.

Simon und Judas Thaddäus sollen gegen Ende ihres Lebens gemeinsam in Persien den Glauben verkündigt und dort den Martertod erlitten haben, Simon, indem er entzwei gesägt wurde, und Judas durch Enthauptung oder durch einen Keulenschlag.

 

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 Andacht im Oktober: 

 

der hl. Rosenkranz / Christus König

 

Wenn die Rosen draußen verwelken, winden die Marienkinder der Rosenkranzkönigin Kränze geistlicher Rosen im Rosenkranzgebet. Die großen Geheimnisse unserer Erlösung werden mit hineingeflochten und färben sie bald freudig gelb oder leidensrot oder sieghaft weiß, je nachdem es die Geheimnisse der Freude, des Leidens oder des Triumphes sind. Nehmen wir den Rosenkranz oft zur Hand, um dieses Rosengewinde zu flechten - in Freud und in Leid, in Glück und Unglück. Maria, die Rosenkranzkönigin ist unsere mächtige Helferin, Schirmerin und Trösterin.

Gegen Ende des Monats (heute gegen Ende des Monats November) tritt Christus König vor uns hin mit den Abzeichen seines ewigen und allumfassenden Königtums. Er will seinen Thron aufs neue befestigen in unseren Seelen und in der Welt. Jubeln wir ihm zu mit allen Geschöpfen; denn er ist "würdig, zu empfangen Macht, Reichtum, Weisheit, Kraft, Ehre, Preis und Lob" (Offenbarung 5,12). Jesus, der Heiland, sei König unseres Verstandes, unseres Willens, unseres Herzens und unseres ganzen Tuns und Lassens. Und wir wollen mit allen Kräften daran arbeiten, dass sein Reich über die ganze Welt ausgebreitet werde.

 

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 Stoßgebetlein:

 

O Jesus Christus, ich huldige dir als dem König der Welt.

 

Heiliges Herz Jesu, dein Reich komme!

 

Eucharistisches Herz Jesu, Glutofen der göttlichen Liebe, gib der Welt den Frieden!

 

Königin des heiligen Rosenkranzes, bitte für uns !

 

Liebes Herz Mariä, sei meine Rettung!

 

Einen vollkommenen Ablass erhält man an jedem Tag, sooft man fünf Gesetze des Rosenkranzes vor dem Allerheiligsten betet. Bedingung: Sakramentenempfang.

 

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 Bauernregeln

 

Wenn der Eichbaum noch sein Laub behält,

so folgt im Winter strenge Kält.

 

Wenn rau und dick des Hasen Fell,

dann sorg für Holz und Kohlen schnell.

 

Viel Regen im Oktober und November

bringt einen windreichen Dezember.

 

Ein trockener, lieblicher Herbst

lässt einen guten Frühling erwarten.

 

St. Gallen

lässt den Schnee fallen.

 

An Ursula muss das Kraut herein,

sonst schneien Simon und Judas drein.

 

Wenns am Gallustag regnet,

regnets bis zu Weihnachten.

 

Wenn Buchenfrüchte geraten wohl,

Nuss- und Eichbäume hängen voll,

so folgt ein harter Winter drauf,

und fällt der Schnee in großem Hauf.

 

Oktober und März

gleichen sich allerwärts.

 

Hat der Oktober viel Regen gebracht,

hat er Gottesäcker bedacht.

 

Oktobergewitter sagen beständig,

der künftige Winter sei wetterwendig.

 

Durch Oktobermücken

lass dich nicht berücken.

 

Wirft der Maulwurf sehr spät im Oktober,

so müssen um Neujahr die Mücken tanzen.

 

Ist der Oktober kalt,

so gibts im nächsten Jahr wenig Raupen und Mäuse.

 

Kommt die Feldmaus ins Dorf,

so sorg um Holz und Torf.

 

Werden die Blätter bald welk und krumm,

so sieh nach deinem Ofen dich um.

 

Heller Herbst, windiger Winter.

 

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November - Der Armen-Seelen-Monat

 

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Ein Hutzelgreis, sein Tag ist karg,

Der Nebel spinnt ihm schon den Sarg,

Legt Kränze, Silberfäden drauf,

Altweibersommer weckt ihn auf;

Dann spricht im Traum er vor sich hin,

Die armen Seelen drängen ihn,

Und seufzend über Gräberreihn

Erzählen sie von Schuld und Pein.

St. Martin teilt mit ihm sein Kleid,

Sitzt frierend er und reifbeschneit.

Ein Vöglein singt noch unverzagt,

Cäcilia, die Gottesmagd.

Oft an sein Haus der Sturmwind prallt

Und ihm ein Dies irae schallt.

Dann sieht er bange schon im Wehen

Die alte, müde Welt vergehen.

 

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Das Gesicht des Monats November

 

Nebel hängen am Morgen über dem Fluss. Regen trieft von den entlaubten Bäumen. Es ist kalt geworden. Der Sommer ist weit. Alle seine Blütenherrlichkeit ist tot.

Da gehen unsere Gedanken zu den Toten. Auf ihre Gräber legen wir die letzten Blumen des Herbstes. Und in den Kirchen betet die Gemeinde: „Das ewige Licht leuchte ihnen.“ Aber nicht vom Tod künden die Kreuze auf den Gräbern und die ernsten Gesänge der Kirche, sondern vom Leben, vom ewigen Leben. Gott ist das Leben, und keiner kann für immer tot sein, der in dem lebendigen Gott gelebt hat.

Darum feiern wir auch die Todestage der Heiligen als ihre Geburtstage zum ewigen Leben. In langer Reihenfolge stehen sie vor uns. Am ersten Tag dieses Monats treten alle vor uns hin, Bischöfe und Bekenner, Märtyrer und Jungfrauen, deren Namen der Kalender kündet, und die noch viel größere Schar der unbekannten Heiligen, die vor dem Thron Gottes stehen und für uns beten, auch wenn wir ihre Namen nicht kennen.

Aber auch einzelner Heiliger gedenkt die Kirche in diesem Monat: Da sind der Apostel Andreas und der Apostelschüler Klemens, der große Reformator Karl und der große Gelehrte Albert, der Wundertäter Gregor und der Kirchenlehrer der Mystik Johannes vom Kreuz, aus Rom die Märtyrerin Cäcilia, die zur Patronin der Musik geworden ist, aus Alexandrien Katharina, aus Deutschland die liebenswürdigen Gestalten der Heiligen Gertrud und Elisabeth.

 

Und am Martinstag sammeln sich die Kinder in vielen Gegenden mit Laternen und Lampions, um den großen Heiligen zu feiern, der seinen Mantel mit dem Bettler teilte.

 

* * *

 

St. Martin setzt sich schon mit Dank

am warmen Ofen auf die Bank.

 

Martin von Tours - 11. November

 

Der graue Mond mahnt an den kalten Tod

Und mahnt an unsrer armen Brüder Not;

Sankt Martin gab den halben Mantel her,

Wer teilt zur Hälfte, hilfsbereit wie er?

Wenn um dein Haus jagt der Novemberwind,

Denk aller, die heut ohne Heimat sind,

Die in der Winterkälte einsam frieren

Und sich wie Wanderer im Schnee verlieren.

 

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Monatstugend: 

 

Selbstverleugnung und Kreuzesliebe

 

Jede Liebe, die nicht im Leiden des Erlösers wurzelt, ist eitel und gefährlich. Unglücklich ist der Tod ohne Liebe zum Erlöser. Unglücklich ist die Liebe ohne den Tod des Erlösers. Die Liebe und der Tod sind im Leiden des Heilandes so vereinigt, dass man die eine oder die andere nicht im Herzen haben kann. Auf Kalvaria kann man das Leben nicht besitzen ohne die Liebe, noch die Liebe ohne den Tod des Heilandes. Außerhalb dieses Berges ist alles entweder ewiger Tod oder ewige Liebe, und die ganze Weisheit des Christen besteht darin, während dieses irdischen Lebens gute Wahl zu treffen. Es gibt keinen Mittelweg: entweder die ewige Liebe oder den ewigen Tod.

 

Andreas war ein Bruder des heiligen Petrus und Schüler Johannes des Täufers. Als der auf den Heiland als das Lamm Gottes hinwies, folgte er ihm nach und schloss sich nach endgültiger Berufung völlig an. Er soll in Skythien nördlich vom Schwarzen Meer gewirkt haben und durch Thrakien nach Griechenland gekommen sein. Zu Patras in Achaia starb er den Martertod an einem Kreuz mit verschränkten Balken. Er brach bei dessen Anblick in die Worte aus: "O du heiliges, innigst geliebtes, langersehntes Kreuz, nimm mich von den Menschen und gib mich meinem Herrn und Meister, dass er mich durch dich empfange, wie er mich durch dich erlöste!"

Hegen wir eine ähnliche Gesinnung zum Kreuz!

 

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Andacht im November: 

 

Fest Allerheiligen / das Lamm Gottes / Allerseelenmonat

 

Der November ist der Monat der letzten Dinge, Am Fest Allerheiligen öffnet sich uns der Himmel der Seligen und wir lauschen ihren Gesängen, die sie dem Lamm singen. Wie groß muss das Glück und die Herrlichkeit derer sein, die Gott in seine Freude und seine ewige Wohnung eingehen hieß! Alle Seligkeiten sind an ihnen erfüllt. Vergessen wir nie die Verheißungen unseres Heilandes und das uns im Himmel aufbehaltene Glück! "Im Hinblick auf die Ewigkeit - ist Spiel mir alle Müh` der Zeit", sang der heilige Franz von Assisi. Tragen wir gern und freudig unser Kreuz. Je größer das Leid, desto größer die Freud`. Hüten wir uns vor allem vor der schweren Sünde. Sie wäre unser größtes Unglück.

An den letzten Novembersonntagen, mit denen das Kirchenjahr zu Ende geht, hören wir die Evangelien vom Untergang der Welt und dem Gericht Gottes. Wehe uns, wenn wir dann zu den Verworfenen gehören würden!

Noch ist die gnadenreiche Zeit. Auch für die Armen Seelen im Fegfeuer. Lassen wir durch unsere Gebete und Opfer das Blut Christi, des Lammes Gottes, hinabträufeln in den Kerker ihrer Leiden wie einen erfrischenden Tau, der sie von aller Makel reinigt.

 

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Stoßgebetlein:

 

Heiliger Namenspatron, gedenke meiner bei Gott und bitte für mich, dass ich stets gut lebe, den Glauben bewahre und im Kampf siege.

 

Mein Gott, ergieße deine Segnungen und Erbarmungen über alle Menschen und über die Seelen im Fegfeuer, für die ich aus Liebe, Dankbarkeit oder Freundschaft

beten soll und will.

 

Herr, gib ihnen die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihnen!

Lass sie ruhen in Frieden. Amen.

 

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Bauernregeln

 

Blühn im November die Bäume aufs neu,

dann währet der Winter bis zum Mai.

 

Wenn um Martini Nebel sind,

so wird der Winter meist gelind;

hat Martini aber weißen Bart,

dann wird der Winter lang und hart.

 

Wenn die Gans vor Martini auf dem Eise ausglitscht,

kann sie sich nach St. Martin ins Wasser tauchen.

 

Ist es um Mariä Opferung neblig, trüb und nass,

so wird der Winter unbeständig;

ist es aber klar und hell,

so kommt ein starker Winter.

 

Ist das Erdreich beim ersten Schneefall nass und offen,

so darf man sich keine reiche Getreideernte versprechen;

ist der Boden aber gefroren,

wird sie gut ausfallen.

 

Wenns zur Mitte November auf den Frost starken Schnee gibt,

so ist auf strengen Winter zu hoffen:

kommt der Schnee ohne Frost, so pflegt er nicht auszuhalten.

 

Wässert man im November die Wiesen nicht,

so gibt es wenig Heu.

 

Wenn das Weinholz wohl reift, braun wird, so hofft man übers Jahr viel Wein;

hat die Rebe noch Saft im Wintermonat, so vertrocknet sie gern im Frühjahr.

 

Schafft Katharina vor Frost sich Schutz,

so watet man lange draußen im Schmutz.

 

Morgenrot

mit Regen droht.

 

Allerheiligen Reif

macht zu Weihnachten alles starr und steif.

 

Sankt Martin:

Feuer ins Kamin.

 

Wolken am Martinitag,

der Winter beständig werden mag.

 

Andreasschnee tut dem Korne weh.

 

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Dezember - Der Weihnachts-Monat

 

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Dezember ist ein Knecht der Nacht,

Und doch sein Auge lichthell lacht,

Denkt an den Anfang, nicht ans End,

Wenn lockend läutet der Advent.

Und drückt ihn lastend mancherlei,

So ist das Christkind doch dabei,

Christkind der Tröster, wenn er friert,

Christkind den kalten Ofen schürt,

Christkind, im Wachen und im Traum

Den Kindern strahlt sein goldner Baum.

Christkind lässt Engel niederschweben,

Es ist in toter Zeit das Leben.

 

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Das Gesicht des Monats Dezember

 

Welcher ist der schönste Monat? Alle Kinder werden sagen: der Dezember. Denn er wird durchstrahlt von dem Glanz, der vom Weihnachtsbaum ausgeht. Schlittenfahren, Schlittschuhlaufen, Skifahren und Schneeballschlachten sind eine willkommene Zugabe. Wir freuen uns, wenn an Weihnachten die Fluren und Wälder in ein fleckenloses Weiß getaucht sind, aber das Eigentliche des Dezembers ist doch das Kommen des Herrn. Diese Freude beginnt schon im Advent: Der Adventskranz hängt an der Decke, am ersten Sonntag wird eine Kerze angezündet, und dazu singen wir die schönen alten Lieder; die Mutter liest eine stille Geschichte, und wir üben ein neues Weihnachtslied. Die Jungen sitzen am Tisch und sägen und leimen und basteln an ihrer Krippe, und die Mädchen stricken geheimnisvolle Geschenke. Der Advent ist so recht die Zeit der Familie, wo echte Familienkultur sich entwickeln und wo an den langen Winterabenden die Familie länger zusammensitzen kann zum Vorlesen, Singen und Erzählen. Nützen wir diese Zeit aus, die Familie, die in unserer Zeit so gefährdet ist, wieder zusammenzuführen und innerlich zu festigen.

Und dann Weihnachten: der Gang zur Mette in der schweigenden Nacht, das Lied und die Lesung des Evangeliums unter dem Lichterbaum, die frohe Bescherung zur Erinnerung daran, dass Gott uns das Schönste beschert hat: Seinen Sohn. Lassen wir Weihnachten nicht nur ein Fest der Kinder und der Geschenke sein, sondern lassen wir uns finden von Ihm, der gekommen ist, uns zu erlösen!

 

Wär Christus tausendmal geboren

Und nicht in dir,

Du bliebst doch tausendmal verloren!

Angelus Silesius

 

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Geht St. Barbara im Grünen,

kommt's Christkind im Schnee.

 

Barbara - 4. Dezember

 

O dunkle Nacht! Wie wär´ das Licht jetzt fern,

Wenn uns nicht leuchtete der Weihnacht Stern!

Ja, gingen wir nicht durch das ganze Jahr

Dem Stern entgegen, sehnend immerdar?

Er strahlt am Tannenbaum aus Kerzenschein,

Er ladet uns zur lichten Christnacht ein;

So führt er einst nach letztem Jahreslauf

Uns in den ewigen Weihnachtsglanz hinauf.

 

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Monatstugend: 

 

Gebet und Vereinigung mit Gott

 

"Erhebe also oft dein Herz zu Gott, o Philothea, in kurzen, aber glühenden Anmutungen bewundere seine Schönheit; rufe seine Hilfe an; wirf dich zu Füßen des Gekreuzigten im Geist nieder; bete seine Güte an; befrage ihn oft über dein Seelenheil; schenke ihm öfters während des Tages dein Herz; hefte dein inneres Auge auf seine Anmut; reiche ihm die Hand, wie ein kleines Kind seinem Vater, damit er dich führe; lege ihn auf dein Herz, wie einen schönen Strauß; pflanze ihn, wie eine Fahne in deine Seele; schenke ihm auf tausendfache Weise dein Herz; um seine Liebe zu erlangen und um die glühender und zärtlicher Liebe diesen göttlichen Bräutigam wieder zu lieben."

 

Thomas, griechisch Didymus (Zwilling) genannt, hatte ein treues Herz und einen nach Wahrheit dürstenden Geist. Einmal, als sich Jesus zur Erweckung des Lazarus nach Judäa begeben wollte, sprach er vom Sterben mit Jesus. Und bei den Worten des Heilandes beim letzten Abendmahl über den Weg des Lebens erkundigte er sich besonders über diesen. Nach der Auferstehung des Heilandes war er zuerst ungläubig, sank aber dann mit den Worten: "Mein Herr und mein Gott!" vor dem Auferstandenen nieder, als er aufs neue erschien. Er arbeitete als Apostel bei den Parthern und Indern, wo er den Martertod durch Lanzenstiche fand.

Thomas lehrt uns das rechte Gebet und den Weg zur Vereinigung mit Gott.

 

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Andacht im Dezember: 

 

die hl. Adventszeit / die Unbefleckte Empfängnis Marias / das Weihnachtsfest

 

Adam und Eva hatten durch ihre Sünde ihr Glück und das ihrer Kinder, aller Menschen, verscherzt. Alle Tränen können es nicht wiederbringen. Der Himmel hatte sich verdüstert, die Blitze des göttlichen Zornes zuckten, und die höllische Schlange hielt die Menschheit umschlungen.

Der Hoffnungsstern war Maria, die unbefleckt Empfangene; zwischen ihr und der Schlange hatte Gott Feindschaft gesetzt und sie zertritt ihr den Kopf. Sie durfte nie unter der Herrschaft des Bösen stehen.

In den Adventsliedern tönt die Sehnsucht der Altväter wider nach dem Erscheinen des Retters und Heilandes. Jesaja, der Prophet, verkündigt als große Freudenbotschaft: "Siehe, die Jungfrau wird empfangen und einen Sohn gebären."

Die Zeit erfüllte sich. Als die Nacht, die in der Welt herrschte, am dunkelsten war, da kam das allmächtige Wort, der eingeborene Sohn Gottes und wurde von der Jungfrau im Stall zu Betlehem geboren. Maria und Josef beteten es an, Hirtenschalmeien ertönten und oben in den Lüften sangen himmlische Scharen: "Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Menschen auf Erden, die eines guten Willens sind!" Weihnacht - seligste, gnadenreichste, hellste Nacht im Erdendunkel! Gehen wir zum Kindlein und schließen wir es in unsere Arme und in unser Herz!

 

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Stoßgebetlein:

 

Maria mit dem Kindlein lieb,

uns allen deinen Segen gib!

 

Mein Gott und mein alles!

 

Bleibe bei mir, Herr, sei meine wahre Freude!

 

Jesus, dir lebe ich, Jesus, dir sterbe ich, Jesus, dein bin ich im Leben und im Tod!

 

Gepriesen sei die heilige und unbefleckte Empfängnis der seligsten Jungfrau

und Gottesmutter Maria!

 

Jesus, Maria, Josef! Segnet uns jetzt und im Todeskampf.

 

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Bauernregeln

 

Ist der Johannistag dunkel,

so folgt ein gutes Jahr.

 

Trockener Dezember,

trockener Frühling und Sommer.

 

Wenn es grün ist auf Weihnachten,

wir die Ostern weiß betrachten.

 

Weihnachten nass,

gibt leere Speicher und Fass.

 

Wie die Witterung am Christtag,

so soll sie im Januar sein.

 

Sivester Wind, früh Sonnenschein,

bringt selten guten Wein.

 

Wenn die Milchstraße im Dezember schön, weiß und hell erscheint,

so wird das folgende ein gutes, fruchtbares Jahr.

 

Wenn die Zeit von Weihnachten bis Heilige Drei Könige neblich und dunkel ist,

sollen das Jahr darauf Krankheiten erfolgen.

 

Im Dezember trocken und eingefroren, macht,

dass der Weinstock mehr Kälte ertragen kann, als ein Fichtenbaum.

 

Frost im Dezember, der bald wieder aufbricht,

deutet auf einen mäßigen Winter.

 

Sankt Luzen (Luzia)

macht den Tag stutzen.

 

Weihnachten im Klee,

Ostern im Schnee.

 

So hoch im Winter der Schnee auf den Wiesen liegt,

so hoch soll im Heuet das Gras stehen.

 

Siehst du fremde Wandervögel,

so wirds kalt nach alter Regel.

 

Kalte Winter ohne viel Schnee,

lassen für den Sommer viele Donnerwetter,

aber nicht vielen Hagel erwarten.

 

Wenns nicht vorwintert,

so winterts nach.

 

Gelindes Wetter um Weihnachten ist ein Vorbote,

dass die Kälte lang hinaus währen wird.

 

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