Jesus, der von den Toten auferstanden ist

Auferstehung Jesu (Erstes glorreiches Geheimnis)
Auferstehung Jesu (Erstes glorreiches Geheimnis)

 

Der von den Toten auferstanden ist

 

Die Federzeichnung stellt den Augenblick dar, da der Auferstandene seiner jungfräulichen Mutter erscheint, und ihre Trauer in Wonne verwandelt. In dem Gemach, wo sie sich aufhält, sieht man das Schweißtuch und die Dornenkrone, die die Schmerzensreiche von Golgotha mit herabgenommen hatte; darüber eröffnet sich die Aussicht auf die Frauen am Eingang des Grabes, und den Engel, der auf dem abgewälzten Stein sitzt. Gegenüber erscheinen, um den Lebensbaum des Paradieses, Engel mit Siegespalmen, die das Regina coeli anstimmen.

 

Matthäus 27,62-66; 28,1-10: Tags darauf, nach dem Rüsttag, versammelten sich die Hohenpriester und Pharisäer bei Pilatus und sagten: "Herr, wir erinnern uns, dass jener Verführer bei Lebzeiten gesagt hat: Nach drei Tagen werde ich auferstehen. Lass darum das Grab bis zum dritten Tag bewachen, sonst könnten seine Jünger kommen, ihn stehlen und dann zum Volk sagen: Er ist von den Toten auferstanden. Dann wäre der letzte Betrug noch schlimmer als der erste."

Pilatus erwiderte ihnen: "Ihr sollt eine Wache haben, geht hin und bewacht das Grab, so gut ihr könnt."

Sie gingen hin, versiegelten den Stein und stellten die Wache vor das Grab.

Nach Ablauf des Sabbats, beim Morgengrauen des ersten Wochentags, machten sich Maria Magdalena und die andere Maria auf den Weg, um nach dem Grab zu sehen. Da trat ein starkes Erdbeben ein. Denn ein Engel des Herrn stieg vom Himmel herab, trat hinzu, wälzte den Stein weg und setzte sich darauf. Sein Anblick war wie der Blitz und sein Gewand weiß wie Schnee. Die Wächter erbebten aus Furcht vor ihm und waren wie tot. Die Frauen aber redete der Engel an: "Fürchtet euch nicht. Ich weiß, ihr sucht Jesus, den Gekreuzigten. Er ist nicht mehr hier, er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt, seht hier den Ort, wo er gelegen ist. Geht nun schnell hin und sagt seinen Jüngern, dass er von den Toten auferstanden ist. Er geht euch voraus nach Galiläa, dort sollt ihr ihn sehen. Siehe, ich habe es euch gesagt."

Mit Furcht und sogleich mit großer Freude gingen sie rasch vom Grab weg und eilten, seinen Jüngern die Botschaft zu bringen. Da kam ihnen Jesus entgegen und sprach: "Seid gegrüßt." Sie traten hinzu, hielten seine Füße umschlungen und beteten ihn an. Da sprach Jesus zu ihnen: "Fürchtet euch nicht, geht hin und kündet meinen Brüdern, sie sollen nach Galiläa gehen, dort werden sie mich sehen."

 

Zehn Sätzchen, von denen jeweils eins vor jedem Ave gelesen werden kann:

 

1. Die verklärte Seele Jesu ist in der Vorhölle bei den frommen Gerechten der Vorzeit. Er endet ihren dunklen Advent. Er zeigt sich ihnen und spricht mit ihnen. Er macht aus ihrem Kerker einen Ort der Freude, aus der Vorhölle ein Paradies.

 

2. Wie das heiligste Sakrament im Tabernakel, so ruht Jesu Leib im Grab. Sechzehn Soldaten bewachen ihn. Aller Welt Augen sind auf dieses Grab gerichtet.

 

3. Die Seele Jesu vereinigt sich mit dem Leib. Wie ein Funken aus dem Stein, so ersteht Jesus beim Erglühen des Morgenrotes glorreich aus dem Grab. Der göttliche Fürst beginnt ein neues Leben. Dieses neue Leben kennt kein Ende, dieser neue Tag keinen Untergang.

 

4. Göttliche Freude durchlebt ihn. Das schwere Werk ist vollbracht. Der Tod ist überwunden. Von Sünden und Hölle hat er uns befreit.

 

5. So verlassen seine Seele war im Sterben, so gotterfüllt und getröstet ist sie jetzt. Vorher voll Trauer, jetzt voll Freude. Vorher niedergetreten und misshandelt, jetzt voll Macht und Ehre.

 

6. Der vorher so verwundete Leib ist überaus schön und wunderbar verklärt. Die fünf Wundmale leuchten wie Edelsteine.

 

7. Wie ein Blitz vom Himmel steigt ein Engel herab und wälzt den Stein vom Grab. Die Erde bebt. Die Soldaten, zuerst wie tot vor Schrecken, fliehen in die Stadt. Sie sind die ersten Verkünder der Osterbotschaft: "Er ist auferstanden!"

 

8. Gewiss erscheint der Heiland zuerst seiner Mutter. Er zieht sie an sein göttliches Herz. Er verwandelt das bittere Meer ihrer Trauer in unaussprechliche Wonne.

 

9. Jesus erscheint dem Petrus und seinen übrigen Jüngern, den Frauen, den Jüngern von Emaus, ja vielen Hunderten während vierzig Tagen. Er redet mit ihnen vom Reich Gottes und erfüllt sie mit Glauben, Freude und Begeisterung.

 

10. So will auch ich jetzt auferstehen vom Grab der Sünden und bösen Gewohnheiten.

Mit Jesus werde auch ich auferstehen am Jüngsten Tag, und mein Leib und meine Seele werden verklärt sein. So werden auch an mir meine Wundmale leuchten in ewiger Vergeltung. Kein Leid des Lebens wird umsonst gewesen sein.