Jesus, den du, o Jungfrau, geboren hast

Christi Geburt (Drittes freudenreiches Geheimnis)
Christi Geburt (Drittes freudenreiches Geheimnis)

 

Den du, o Jungfrau, geboren hast

 

Auf unserem Bild ist der wunderbare Augenblick angedeutet, als der Heiland zuerst das Licht der Welt erblickt. Die Krippe, die den Neugeborenen erst aufnehmen soll, findet sich auf der Seite. Anbetung ist hier das erste, was die erlauchte Mutter und ihren treuen Gefährten beschäftigt. In der Ferne zeigt sich den Hirten die Erscheinung der Engel. Dass die beiden Tiere in der Grotte nicht fehlen dürfen, geht sowohl aus der uralten Tradition, als aus dem Vorhandensein der Krippe hervor; viele Väter beziehen eine prophetische Aussage hierher, die sich bei Jesaja („Es kennt der Ochs seinen Eigentümer, und der Esel die Krippe seines Herrn, Israel aber kennt mich nicht, und mein Volk ist ohne Verständnis“, 1,3) findet.

 

Lukas 2,2-14: In jenen Tagen ging von Kaiser Augustus ein Befehl aus, das ganze Reich aufzuzeichnen. Dies war die erste Aufzeichnung; sie fand unter Cyrinus, dem Statthalter von Syrien, statt. Alle gingen hin, um sich einschreiben zu lassen, ein jeder in seinen Heimatort.

So zog Joseph von Galiläa aus der Stadt Nazareth nach Judäa hinauf, in die Stadt Davids, die Bethlehem heißt, um sich mit Maria, seiner Verlobten, die gesegneten Leibes war, aufschreiben zu lassen. Er stammte nämlich aus dem Haus und dem Geschlecht Davids. Während sie dort waren, kam für sie die Zeit, da sie gebären sollte. Sie gebar ihren erstgeborenen Sohn, wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn in der Herberge war für sie kein Platz.

In jener Gegend hielten Hirten auf freiem Feld Nachtwache bei ihrer Herde. Da stand auf einmal ein Engel des Herrn vor ihnen. Die Herrlichkeit Gottes umstrahlte sie; und sie fürchteten sich sehr.

Der Engel aber sprach zu ihnen: "Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteil werden soll: Heute ist euch in der Stadt Davids der Heiland geboren, Christus der Herr. Und dies soll euch zum Zeichen sein: Ihr werdet ein Kind finden, in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegend." Plötzlich gesellte sich zu dem Engel eine große himmlische Heerschar, die Gott lobte und sprach:

"Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Gott wohlgefälligen Menschen auf Erden!"

 

Nachfolge Christi II.8.: Ist Jesus bei dir daheim, so ist alles gut und leicht. Ist aber Jesus nicht bei dir, so ist alles bitter und hart. O Mensch, wie ist doch in dir alles so dsürr und kalt ohne Jesus! Wie bist du doch so eitel und töricht, wenn du etwas außer ihm suchst! Ach, ihn nicht haben, das ist ein größerer Verlust als die ganze Welt verloren haben.

Ohne Jesus zu sein, das ist eine ganze Hölle von Angst. Bei Jesus sein, das ist ein Paradies voll lieblicher Früchte. Ist Jesus bei dir, so kann kein Feind dir schaden.

Wer ohne Jesus lebt, der ist aus allen Armen der Ärmste. Wer bei Jesus gern weilt, der ist aus allen Reichen der Reichste.

 

Zehn Sätzchen, von denen jeweils eins vor jedem Ave gelesen werden kann:

 

1. Die stille heilige Nacht. "Und das Wort ist Fleisch geworden." Wie liebt uns Gott! Voll Staunen und Anbetung knie ich an der Krippe.

 

2. Der ewige Sohn Gottes ist Mensch geworden, um unsere Liebe zu gewinnen und uns selig zu machen. O Jesuskind, ich schenke dir all meine Liebe, all mein Vertrauen. Ich gebe mich dir hin. Erlöse mich von meinen Sünden und führe mich zum ewigen Leben.

 

3. Im armen Stall, in der Krippe, auf Stroh will das Jesuskind sein erstes irdisches Obdach haben. Auf alles verzichtet es. Nur mich sucht es. Da muss auch mir der Himmel höher stehen als die Erde.

 

4. Die selige Weihnacht der Gottesmutter. Was ist doch wohl in dieser Nacht an Liebe und Anbetung im Herzen der Gottesmutter vorgegangen!

 

5. Maria schenkt mir ihr Christkind. Für mich hat sie es geboren. Besonders seit der heiligen Weihnacht liebt mich die gütige Mutter Maria, wie mich Jesus liebt.

 

6. Wie groß ist das Glück des hl. Joseph! Ihm, dem armen Arbeiter, ist nun die Gottesmutter und das Gotteskind zur Obhut anvertraut. Höheres verwaltet er als der ägyptische Joseph. Möchte das übergroße Glück des hl. Joseph, das im Besitz Jesu besteht, bei allen Reichen und Armen wohnen, dann werden Hütten und Paläste reich.

 

7. Wie freuen sich die Engel bei der Geburt Christi! Jubelnd klingt das Engels-Evangelium über die Fluren: Der Heiland ist geboren! Ehre sei Gott! Friede den Menschen!

 

8. Die frommen Hirten höhren zuerst von der Geburt des Gotteskindes. Voll seliger Freude eilen sie zur Krippe. Sie haben nichts als ihre einfache herzliche Liebe. Diese aber erfreut das Jesuskind am meisten.

 

9. Der Weihnachtsstern verkündet den in Armut geborenen Herrn der Welt. Die Könige ziehen zum göttlichen Kind. Sie opfern in Ehrfurcht und Liebe ihre Gaben: Gold, Weihrauch und Myrrhen. Das Gold der Liebe, den Weihrauch der Anbetung und die Myrrhe der Abtötung will auch ich dem Jesuskind bringen.

 

10. Mein Vorsatz: Kleiner noch als in der Krippe ist uns heutigen Menschen das Jesuskind im Tabernakel anvertraut. Dort will ich es oft anbeten und mit Maria und Joseph, mit den Engeln, mit den Hirten und Königen. Sooft ich die Kirche betrete, muss ich Weihnachten feiern, sonst hätte ich keinen Glauben.