Lieder und Gedichte 6

 

Inhalt:

 

1. Zum heiligen Schutzengel

2. Ich bleib` dir treu!

3. Der Name Maria

________________________________________________________________________

 

1. Zum heiligen Schutzengel

 

Englein, komm zu deinem Kinde!

Führ` mich rein durchs Tal der Sünde,

Wo ich leide, wo ich streite,

Sei du doch an meiner Seite.

 

Will der Teufel mich umgarnen,

Englein, hör` nicht auf zu warnen!

Wenn ich vor zwei Wegen stehe,

Rufe dann: "Den schmalen gehe!"

 

Und hab` einst ich ausgelitten,

Treu für Gottes Reich gestritten,

Trag mich dann auf leichtem Flügel

Zu der Sel`gen Sonnenhügel.

 

Trag mich hin zu Gottes Throne,

Dass ich ewig bei dir wohne,

Um mit dir in hehren Weisen

Ewig Gott, den Herrn, zu preisen. Amen.

 

Wilhelm Donner

________________________________________________________________________

 

2. Ich bleib` dir treu!

 

Herr, auf dich will ich vertrauen,

Fest voll froher Zuversicht;

Immer will ich auf dich bauen,

Du vergisst die Deinen nicht.

Deine Lieb` ist täglich neu:

"Ich bleib` dir treu!"

 

In den schwersten Lebenslagen,

Sei`s im Glücke, - sei`s in Not:

Nicht will murren ich und klagen,

Fest vertrau ich dir, mein Gott. -

Was mir auch beschieden sei:

"Ich bleib` dir treu!"

 

Fest will ich mich an dich schmiegen,

Wenn mich lockt die böse Lust;

Droh` ich ihr zu unterliegen,

Flieh` ich an des Heilands Brust.

Seine Gnade macht mich frei:

"Ihm bleib` ich treu!"

 

Ihm nur weih` ich Sinn und Streben,

Ihm gehört mein ganzes Sein;

Jesus ganz mich hinzugeben,

Dies soll stets mein Wahlspruch sein.

Es ist meines Lebens Mai:

"Ich bleib` ihm treu!"

 

Jesus, lehre du mich wandeln

Einen sel`gen Lebenspfad;

Gib zu allem Tun und Handeln

Du, o Gott, mir deine Gnad`.

Gib, dass ich die Sünde scheu:

"Dir bleib` ich treu!"

 

Alexander Prospero

________________________________________________________________________

 

3. Der Name Maria

 

Wer kann ihn ermessen, den Segen,

Den uns dein Name erschließt,

O Reinste, wer kann es erwägen,

Was dieser den Gläubigen ist?

 

Ein Meer, das als grundlos an Gnade

Und seliger Freude sich zeigt;

Ein Glanz, der die dornigen Pfade

Macht sonnenlicht und leicht.

 

Nie kann diesen Namen ergründen

Der erdenverstand, so beschränkt,

Doch können wir preisend verkünden,

Was uns durch ihn wird geschenkt.

 

Er träufelt ja Trost und Frieden

Und Hoffnung in jegliches Leid,

Der schuldigen Seele hienieden

Noch Heil und Rettung er beut.

 

Das lasset uns dankbar erkennen,

Dir treu, o Maria, geweiht,

Und stets lobpreisend dich nennen

Inmitten der sündigen Zeit.

 

R. Grein

________________________________________________________________________