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Erwägung

Große Sünder und Sünderinnen werden von Anfang und Niedergang kommen, und die ewige Ruhe in Abrahams Schoß genießen. Du, im Christentum geboren und erzogen, mit den Heilsmitteln reichlich versehen, ein Kind der Verheißung lebst vielleicht sorglos in Sünden dahin, ohne an die äußerste Gefahr zu denken, in die ewige Finsternis, in das höllische Feuer geworfen zu werden.

Sollen nicht christliche Frauen und Töchter, die das Unglück gehabt haben, sich zu vergehen, durch Ärgernis Christus neuerdings zu kreuzigen, und so viele Seelen zu Grunde zu richten, sollen diese nicht an einem so hellleuchtenden Beispiel einer wahren Büßerin sich spiegeln, und durch ein tugendhaftes, bußfertiges Leben die früheren Vergehen bessern?

Wenn dir Gott Barmherzigkeit erwiesen und dich zur Erkenntnis und Buße berufen hat, so sei besorgt, auch anderen diese Gnade mitzuteilen, besonders jenen, denen du zum Ärgernis gedient hast. Dein Gebet zu Gott, dein Beispiel wird vielen Nutzen bringen, auch in verderbten Zeiten.

 

Gebet

Verleihe, o Herr Jesus Christus, allen denen, die sich Christen nennen die Gnade, dass sie die heiligen Pflichten ihrer Religion wohl erkennen, damit die Vortrefflichkeit dieses Namens mit der Heiligkeit ihres Lebens übereinstimme. Amen.

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Erwägung

Gott hat es zugelassen, dass zarte Jungfrauen, ungeachtet ihrer Schwachheit, über die grausamsten Peinen der Tyrannen den Sieg davon trugen: sie haben so außerordentliche Übel und Qualen gelitten, um ja in dem nichts zu vergeben, was sie der Unschuld und dem Glauben schuldig waren. Welche Lehren, welches Beispiel für christliche Jungfrauen, die dem Laster ungescheut entgegengehen, die sich gerne allen eitlen Gewohnheiten der Welt fügen, und sich ihres Gottes zu schämen scheinen, wenn die Welt redet, ihres Gottes, der ihnen schon von Natur das Gesetz der Eingezogenheit gegeben hat. O dass sie sich mit der Stärke der heiligen Agatha bewaffnen und großmütig die verführerische Welt und ihre Kinder verachten möchten, um der Gefahr der ewigen Verdammnis ihrer Seele zu entgehen.

 

Gebet

Deine Gnade, o Herr, hat der heiligen Agatha den Sieg über die grausamsten Martern erteilt. Verleihe uns durch ihre Fürbitte, dass wir über alle Hindernisse des Heils, die uns die Welt in den Weg legt, obsiegen. Amen.

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Erwägung

In der Einsamkeit und Entfernung von der Welt vereinigt sich die Seele inniger mit Gott, und nimmt mehr Teil an seinen Gnaden. Allein zur gänzlichen und beständigen Einsamkeit, worin man mit ununterbrochenem Eifer dem Gebet, der Betrachtung und den Bußübungen obliegt, wollen sich wenige finden. Hast du das Glück, im geistlichen Stand zu leben, so trage Sorge, dass du in dir nicht den Weltgeist birgst. Leider ist es oft der Fall, dass manche Geistliche der Welt äußerlich entsagen, und doch nicht unterlassen, sie hoch zu schätzen. Unter dem Priesterornat oder dem geistlichen Ordenskleid tragen sie ein weltliches Herz. Musst du aber mitten in der Welt leben, so hüte dich, ihren Gebräuchen, Sitten und Grundsätzen zu folgen, sie sind von Christus verdammt. Baue dir in deinem Haus, oder wenigstens in deinem Herzen eine Einsamkeit, und halte dich gerne darin auf. Es war nie notwendiger, als gerade in dieser Zeit. Sei der Welt gekreuzigt, und leide gerne Spottreden, und die Welt sei auch dir gekreuzigt: äußere ohne Scheu deine Verachtung gegen sie.

 

Gebet

Verleihe uns, o Herr, dein himmlisches Licht, damit wir allezeit überzeugt sind, dass die Liebe zu dir allein uns glückselig macht, und dass denen, die Gott lieben, alles zum Besten gereicht. Amen.

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Erwägung

Welch verschiedene Gesinnungen kann eine Leidenschaft erregen. Der junge Symphronius brennt vor Liebe zur jungfräulichen Agnes. Weil aber sie sich weigert, sich mit ihm zu verehelichen, verwandelt sich seine Liebe in Wut. Ihre Geburt, ihre Jugend, ihre Schönheit sind nicht mehr im Stande, sein Herz zu erweichen. Er sieht ohne Erbarmen, wie sie zur Richtstätte geführt wird, während ihre Tugend sich himmlische Kronen erwirbt. Wie wenig ist auf die Anmutungen der Menschen zu rechnen. Nur die christliche Liebe weiß Gott wohlgefällige Freundschaften zu knüpfen und zu unterhalten. Unser Herz ist nicht für Geschöpfe gebildet, es gehört nur dem Schöpfer, ihn müssen wir über alles lieben, und nicht anders lieben, als in ihm und wegen ihm. Ihn erkennen und lieben ist unsere Glückseligkeit auf Erden. Christliche Jungfrauen und Frauen, erwägt wohl das Leben der heiligen Agnes, und lernt daraus eine heilsame Schamhaftigkeit. Sie will lieber unter den grausamsten Martern ihr Leben verlieren, als in eine solche ehrbare Verehelichung einwilligen. Wie würde sie unerlaubte Freiheiten geduldet, oder in Laster gewilligt haben? Errötet über eure Schwachheit, über euren feigen Leichtsinn. Sollt ihr wegen der Tugend der Keuschheit den Tod erleiden können, , die ihr keiner Schmeichelei, keinem Versprechen, keiner Bewerbung widerstehen könnt? Was werdet ihr sagen, wenn euch Jesus Christus einer reichen edlen Jungfrau von dreizehn Jahren entgegen stellt? Weint über eure begangenen Sünden, und werdet behutsamer.

 

Gebet

Du, o Herr, hast der heiligen Agnes diese unüberwindliche Herzhaftigkeit gegeben, mit der sie über die höchst verführerischen Gegenstände und grausamsten Martern gesiegt hat. Verleihe auch uns durch ihre Fürbitte jene Stärke, mit der wir alle gefährlichen Versuchungen überwinden können. Amen.

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Erwägung

Welcher Sieg des Glaubens. Ein junger Prinz, die Hoffnung seiner Familie und seines Volkes, opfert die Vorzüge eines hohen Adels, die Freuden, die Ehren seines angesehenen Hauses, ja selbst seine Herrschaft gerne auf, um den Schatz der göttlichen Liebe leichter zu erhalten und zur ewigen Glückseligkeit zu gelangen. Was kann tauglicher sein, uns zu beschämen wegen unserer Lauheit im Dienst Gottes? Der heilige Aloysius hat denen, die ihn mit der Aussicht auf zeitliches Ansehen und zeitliche Freuden vom geistlichen Stand abzuhalten sich bemühten, jederzeit zur Antwort gegeben: Was nützt dies zum ewigen Leben? Wie wohl würden die Christen tun, wenn sie bei Standeswahlen, bei Geschäften und Unternehmungen jeder Art sich ernsthaft befragen würden, was nützt dies zum ewigen Leben? Der heilige Jüngling führte ein bußfertiges Leben, betete in seiner langen Krankheit täglich mit einem seiner Ordensbrüder die sieben Bußpsalmen. Vier von seinen Beichtvätern, unter anderen auch der Kardinal Bellarmin, erklärten nach seinem Tod, sie glaubten gewiss, er habe in seinem ganzen Leben keine Todsünde begangen. Was denken hierbei sündhafte, und den Namen der Buße verabscheuende Christen!?

 

Gebet

O Gott, der du den heiligen Aloysius zu einer so großen Herrlichkeit im Himmel, wie die heilige Maria Magdalena von Pazzi gesehen, und auf Erden erhöht hast: verleihe uns die kräftige Gnade, dass, da wir dem Unschuldigen nicht nachgefolgt sind, wenigstens dem Bußfertigen nachzufolgen trachten. Amen.

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Erwägung

Diesen Heiligen kann man wohl ein großes Licht nennen, wie es Jesus Christus vom heiligen Johannes sagte, denn er leuchtete durch seine Lehre, die er sowohl gepredigt, als durch seine Erbauungsschriften, die er hinterlassen hat. Seinen brennenden Eifer für das Heil der Seelen beurkundet die mitleidsvolle Liebe, die er zu den Sündern trug. Er pflegte zu sagen: Wenn der Sünder nicht sieht, dass man ihn liebt, so entschließt er sich nicht, die Sünde zu verlassen. Dies lernte er von Jesus, der die Sünder mit Liebe aufnahm, um sie zu bessern. Suchen auch wir durch Sanftmut und Schonung sie zu gewinnen, eingedenk der Worte des heiligen Jakobus: "Wer einen Sünder von seinem Irrweg zurückbringt, der errettet dessen Seele vom Tod, und bedeckt eine Menge seiner Sünden."

Die Besuchung des allerheiligsten Altarsakramentes sah Liguori als eine Quelle an, durch die ihm Jesus so häufig Gnaden zufließen ließ, und er wurde nicht müde, mit den ergreifendsten Worten die Gläubigen in allen Anliegen zu dieser Gnadenquelle hinzuweisen. Zu Jesus am Kreuz war seine Liebe nicht weniger groß, und er sagte: "Wer beim Anblick des Gekreuzigten nicht zerknirscht wird, der muss entweder kein Herz oder keinen Glauben haben." Wie ist uns zumute, wenn wir Jesus am Kreuz betrachten?

Er war auch mit zärtlicher Andacht der allerseligsten Jungfrau Maria zugetan, dessen seine von inniger Liebe zu ihr atmenden Lieder, die er selbst in Musik setzte, Zeugnis geben, und zu deren vertrauensvollen Anrufung er die Gläubigen bei allen Gelegenheiten aneiferte. Fassen wir daher, dieses fromme Vorbild nachahmend, den festen Entschluss, zur seligsten Jungfrau jederzeit wahre Andacht zu hegen, und suchen wir selbe auch bei andern zu befördern.

 

Gebet

O Gott, der du der Welt aus unendlicher Liebe deinen Eingeborenen zum Erlöser gegeben und uns durch ihn den Weg zum ewigen Leben geöffnet hast, verleihe uns auf die Fürbitte des heiligen Alphons, dass wir durch die Betrachtung dieser Wohltat dir mit steter Liebe anhängen, und an der Frucht der Erlösung teilnehmen, durch Jesus Christus, unsern Herrn. Amen.

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Erwägung

Der heilige Andreas war ein Freund des Kreuzes. Nachdem er dessen Ruhm bei so vielen Völkern gepredigt hatte, wurde ihm das Glück zuteil, daran wie sein Herr und Meister zu sterben. Wie schätzt du die Kreuze, die dir Gott zuschickt? Siehst du sie als himmlische Geschenke oder als zeitliche Armseligkeiten an? Deine Gesinnung hierin macht dich glücklich oder unglücklich. Gute und Böse haben ihr Kreuz. Jeden Tag wiederholt sich, was auf dem Kalvarienberg einmal geschehen ist. Der böse Schächer war wie der gute ans Kreuz geheftet, doch mit dem wichtigen Unterschied, dass der gute Schächer durch seine Hingabe an die Anordnungen Gottes sich die ewige Seligkeit verdiente, der böse aber durch seine Lästerungen und Ungeduld die Verwerfung, die ewige Verdammnis sich zuzog.

Dass wir bloß leiden, ist noch nicht genug, wir müssen auch leiden als Christen, als Jünger Jesu Christi, d.h. für die Gerechtigkeit, und mit Geduld. Ungeduld und Widerspenstigkeit dienen zu nichts, vermehren das Übel, und ziehen den Verlust alles Verdienstes nach sich, das wir durch demütiges Erdulden hätten erwerben können.

 

Gebet

O Herr, der du dem heiligen Andreas den Wert des Kreuzes so klar zu erkennen gegeben hast, verleihe uns durch seine Fürbitte, dass wir alle von dir geschickten Prüfungen, ohne darüber zu klagen, mit Dankbarkeit annehmen und mit Großmut ertragen. Amen.

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Erwägung

Wohl gereichte es der heiligen Mutter Anna zu großer Ehre, dass sie bestimmt wurde, der Welt die Mutter Gottes zu geben. Aber weit mehr Ruhm ist es ihr, dass sie Maria in Unschuld aufzog, und in ihr alle Tugenden ausbildete. Sie war in den Händen Gottes das vornehmste Werkzeug unseres Heils, in der Zubereitung jenes auserwählten Gefäßes, dessen der Heilige der Heiligen zur Erfüllung der Absichten seiner Liebe sich bedienen wollte. Die katholische Kirche wird zu allen Zeiten die mütterliche Gottseligkeit der heiligen Anna lobpreisen, und die Glorie ihrer Tochter wird von einem Geschlecht zum andern auch ihr zukommen. O dass doch ihr Beispiel die Sorgfalt der Väter und Mütter erweckte! Ihre heiligste Pflicht ist, ihre Kinder in der Furcht Gottes zu erziehen. Dadurch ehren sie Gott, verherrlichen seinen Namen, und heiligen sich selbst. Hierüber drückt sich der Apostel der Welt, der heilige Paulus deutlich aus, indem er sagt, die Eltern wirken ihr Seelenheil so viel, als sie für die gute Erziehung ihrer Kinder Fürsorge tragen. Er wollte vom Dienst des Altars diejenigen entfernt wissen, deren Kinder die empfangene christliche Erziehung nicht durch einen erbaulichen Lebenswandel an den Tag legen. Wozu dient das ängstliche Bestreben, ihnen Ehrenstellen und Reichtümer zu verschaffen? Warum wenden viele so große Sorge an, ihren Leib wohl zu bilden, nach dem Geschmack und den Tändeleien der Welt, während sie vernachlässigen, ihre Kinder zur Tugend, die sie allein glücklich machen kann, zu bilden? Diesen Fehler haben auch die heidnischen Weltweisen erkannt, und ihn ihren Mitbürgern verpönt.

 

Gebet

O Herr, der du das Herz der tugendhaften Mutter Anna mit den zarten Gesinnungen der Gottseligkeit, die wir an dir bewundern, ausgeschmückt hast, verleihe, dass alle christlichen Mütter sie zu ihrem Vorbild nehmen, und ihm nachzufolgen sich bestreben. Amen.

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Erwägung

1. Der Heilige konnte es nicht dulden, wenn er mit Besuchen beehrt wurde. Er wünschte deshalb an einem Ort zu leben, wo er nicht gekannt war. Du aber hast nur dein Vergnügen im Umgang mit den Menschen, und empfindest wohl aber Verdruss im Umgang mit Gott. Da scheinen dir die Stunden - Jahre.

2. Dieser Heilige brannte vor Liebe zum Märtyrertod. Hast du nicht Eifer genug, um zu verlangen, für Jesus zu sterben, so gib wenigstens deine Liebe zur Welt auf. Ein guter Christ muss wünschen, von den Banden des Lebens befreit zu sein, und mit Jesus Christus zu regieren. Vielleicht macht dich aber schon der Gedanke an den Tod zittern? Du kannst davon nicht reden hören.

3. Unser Heiliger begibt sich nach einem so unschuldigen und bußfertigen Leben in die Einsamkeit, um sich zum Tod vorzubereiten, und du denkst nicht einmal an den Tod nach einem sündigen, in Lustbarkeiten, Spielen und Ausschweifungen zugebrachten Leben. Du lebst, als würdest du niemals sterben. Welcher Unterschied wird es beim Gericht Gottes sein!?

 

Gebet

Du, o Herr, hast das Herz des heiligen Antonius durch Betrachtung der ewigen Wahrheiten zum Eifer für andere Seelen entzündet. Verleihe, dass wir durch Betrachtung eben dieser Wahrheiten unser eigenes Seelenheil recht zu besorgen lernen. Amen.

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