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Erwägung

Große Sünder und Sünderinnen werden von Anfang und Niedergang kommen, und die ewige Ruhe in Abrahams Schoß genießen. Du, im Christentum geboren und erzogen, mit den Heilsmitteln reichlich versehen, ein Kind der Verheißung lebst vielleicht sorglos in Sünden dahin, ohne an die äußerste Gefahr zu denken, in die ewige Finsternis, in das höllische Feuer geworfen zu werden.

Sollen nicht christliche Frauen und Töchter, die das Unglück gehabt haben, sich zu vergehen, durch Ärgernis Christus neuerdings zu kreuzigen, und so viele Seelen zu Grunde zu richten, sollen diese nicht an einem so hellleuchtenden Beispiel einer wahren Büßerin sich spiegeln, und durch ein tugendhaftes, bußfertiges Leben die früheren Vergehen bessern?

Wenn dir Gott Barmherzigkeit erwiesen und dich zur Erkenntnis und Buße berufen hat, so sei besorgt, auch anderen diese Gnade mitzuteilen, besonders jenen, denen du zum Ärgernis gedient hast. Dein Gebet zu Gott, dein Beispiel wird vielen Nutzen bringen, auch in verderbten Zeiten.

 

Gebet

Verleihe, o Herr Jesus Christus, allen denen, die sich Christen nennen die Gnade, dass sie die heiligen Pflichten ihrer Religion wohl erkennen, damit die Vortrefflichkeit dieses Namens mit der Heiligkeit ihres Lebens übereinstimme. Amen.

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Erwägung

Gott hat es zugelassen, dass zarte Jungfrauen, ungeachtet ihrer Schwachheit, über die grausamsten Peinen der Tyrannen den Sieg davon trugen: sie haben so außerordentliche Übel und Qualen gelitten, um ja in dem nichts zu vergeben, was sie der Unschuld und dem Glauben schuldig waren. Welche Lehren, welches Beispiel für christliche Jungfrauen, die dem Laster ungescheut entgegengehen, die sich gerne allen eitlen Gewohnheiten der Welt fügen, und sich ihres Gottes zu schämen scheinen, wenn die Welt redet, ihres Gottes, der ihnen schon von Natur das Gesetz der Eingezogenheit gegeben hat. O dass sie sich mit der Stärke der heiligen Agatha bewaffnen und großmütig die verführerische Welt und ihre Kinder verachten möchten, um der Gefahr der ewigen Verdammnis ihrer Seele zu entgehen.

 

Gebet

Deine Gnade, o Herr, hat der heiligen Agatha den Sieg über die grausamsten Martern erteilt. Verleihe uns durch ihre Fürbitte, dass wir über alle Hindernisse des Heils, die uns die Welt in den Weg legt, obsiegen. Amen.

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Erwägung

In der Einsamkeit und Entfernung von der Welt vereinigt sich die Seele inniger mit Gott, und nimmt mehr Teil an seinen Gnaden. Allein zur gänzlichen und beständigen Einsamkeit, worin man mit ununterbrochenem Eifer dem Gebet, der Betrachtung und den Bußübungen obliegt, wollen sich wenige finden. Hast du das Glück, im geistlichen Stand zu leben, so trage Sorge, dass du in dir nicht den Weltgeist birgst. Leider ist es oft der Fall, dass manche Geistliche der Welt äußerlich entsagen, und doch nicht unterlassen, sie hoch zu schätzen. Unter dem Priesterornat oder dem geistlichen Ordenskleid tragen sie ein weltliches Herz. Musst du aber mitten in der Welt leben, so hüte dich, ihren Gebräuchen, Sitten und Grundsätzen zu folgen, sie sind von Christus verdammt. Baue dir in deinem Haus, oder wenigstens in deinem Herzen eine Einsamkeit, und halte dich gerne darin auf. Es war nie notwendiger, als gerade in dieser Zeit. Sei der Welt gekreuzigt, und leide gerne Spottreden, und die Welt sei auch dir gekreuzigt: äußere ohne Scheu deine Verachtung gegen sie.

 

Gebet

Verleihe uns, o Herr, Dein himmlisches Licht, damit wir allezeit überzeugt sind, dass die Liebe zu Dir allein uns glückselig macht, und dass denen, die Gott lieben, alles zum Besten gereicht. Amen.

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Erwägung

Welch verschiedene Gesinnungen kann eine Leidenschaft erregen. Der junge Symphronius brennt vor Liebe zur jungfräulichen Agnes. Weil aber sie sich weigert, sich mit ihm zu verehelichen, verwandelt sich seine Liebe in Wut. Ihre Geburt, ihre Jugend, ihre Schönheit sind nicht mehr im Stande, sein Herz zu erweichen. Er sieht ohne Erbarmen, wie sie zur Richtstätte geführt wird, während ihre Tugend sich himmlische Kronen erwirbt. Wie wenig ist auf die Anmutungen der Menschen zu rechnen. Nur die christliche Liebe weiß Gott wohlgefällige Freundschaften zu knüpfen und zu unterhalten. Unser Herz ist nicht für Geschöpfe gebildet, es gehört nur dem Schöpfer, ihn müssen wir über alles lieben, und nicht anders lieben, als in ihm und wegen ihm. Ihn erkennen und lieben ist unsere Glückseligkeit auf Erden. Christliche Jungfrauen und Frauen, erwägt wohl das Leben der heiligen Agnes, und lernt daraus eine heilsame Schamhaftigkeit. Sie will lieber unter den grausamsten Martern ihr Leben verlieren, als in eine solche ehrbare Verehelichung einwilligen. Wie würde sie unerlaubte Freiheiten geduldet, oder in Laster gewilligt haben? Errötet über eure Schwachheit, über euren feigen Leichtsinn. Sollt ihr wegen der Tugend der Keuschheit den Tod erleiden können, , die ihr keiner Schmeichelei, keinem Versprechen, keiner Bewerbung widerstehen könnt? Was werdet ihr sagen, wenn euch Jesus Christus einer reichen edlen Jungfrau von dreizehn Jahren entgegen stellt? Weint über eure begangenen Sünden, und werdet behutsamer.

 

Gebet

Du, o Herr, hast der heiligen Agnes diese unüberwindliche Herzhaftigkeit gegeben, mit der sie über die höchst verführerischen Gegenstände und grausamsten Martern gesiegt hat. Verleihe auch uns durch ihre Fürbitte jene Stärke, mit der wir alle gefährlichen Versuchungen überwinden können. Amen.

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Erwägung

Welcher Sieg des Glaubens. Ein junger Prinz, die Hoffnung seiner Familie und seines Volkes, opfert die Vorzüge eines hohen Adels, die Freuden, die Ehren seines angesehenen Hauses, ja selbst seine Herrschaft gerne auf, um den Schatz der göttlichen Liebe leichter zu erhalten und zur ewigen Glückseligkeit zu gelangen. Was kann tauglicher sein, uns zu beschämen wegen unserer Lauheit im Dienst Gottes? Der heilige Aloysius hat denen, die ihn mit der Aussicht auf zeitliches Ansehen und zeitliche Freuden vom geistlichen Stand abzuhalten sich bemühten, jederzeit zur Antwort gegeben: Was nützt dies zum ewigen Leben? Wie wohl würden die Christen tun, wenn sie bei Standeswahlen, bei Geschäften und Unternehmungen jeder Art sich ernsthaft befragen würden, was nützt dies zum ewigen Leben? Der heilige Jüngling führte ein bußfertiges Leben, betete in seiner langen Krankheit täglich mit einem seiner Ordensbrüder die sieben Bußpsalmen. Vier von seinen Beichtvätern, unter anderen auch der Kardinal Bellarmin, erklärten nach seinem Tod, sie glaubten gewiss, er habe in seinem ganzen Leben keine Todsünde begangen. Was denken hierbei sündhafte, und den Namen der Buße verabscheuende Christen!?

 

Gebet

O Gott, der Du den heiligen Aloysius zu einer so großen Herrlichkeit im Himmel, wie die heilige Maria Magdalena von Pazzi gesehen, und auf Erden erhöht hast: verleihe uns die kräftige Gnade, dass, da wir dem Unschuldigen nicht nachgefolgt sind, wenigstens dem Bußfertigen nachzufolgen trachten. Amen.

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Erwägung

Diesen Heiligen kann man wohl ein großes Licht nennen, wie es Jesus Christus vom heiligen Johannes sagte, denn er leuchtete durch seine Lehre, die er sowohl gepredigt, als durch seine Erbauungsschriften, die er hinterlassen hat. Seinen brennenden Eifer für das Heil der Seelen beurkundet die mitleidsvolle Liebe, die er zu den Sündern trug. Er pflegte zu sagen: Wenn der Sünder nicht sieht, dass man ihn liebt, so entschließt er sich nicht, die Sünde zu verlassen. Dies lernte er von Jesus, der die Sünder mit Liebe aufnahm, um sie zu bessern. Suchen auch wir durch Sanftmut und Schonung sie zu gewinnen, eingedenk der Worte des heiligen Jakobus: "Wer einen Sünder von seinem Irrweg zurückbringt, der errettet dessen Seele vom Tod, und bedeckt eine Menge seiner Sünden."

Die Besuchung des allerheiligsten Altarsakramentes sah Liguori als eine Quelle an, durch die ihm Jesus so häufig Gnaden zufließen ließ, und er wurde nicht müde, mit den ergreifendsten Worten die Gläubigen in allen Anliegen zu dieser Gnadenquelle hinzuweisen. Zu Jesus am Kreuz war seine Liebe nicht weniger groß, und er sagte: "Wer beim Anblick des Gekreuzigten nicht zerknirscht wird, der muss entweder kein Herz oder keinen Glauben haben." Wie ist uns zumute, wenn wir Jesus am Kreuz betrachten?

Er war auch mit zärtlicher Andacht der allerseligsten Jungfrau Maria zugetan, dessen seine von inniger Liebe zu ihr atmenden Lieder, die er selbst in Musik setzte, Zeugnis geben, und zu deren vertrauensvollen Anrufung er die Gläubigen bei allen Gelegenheiten aneiferte. Fassen wir daher, dieses fromme Vorbild nachahmend, den festen Entschluss, zur seligsten Jungfrau jederzeit wahre Andacht zu hegen, und suchen wir selbe auch bei andern zu befördern.

 

Gebet

O Gott, der Du der Welt aus unendlicher Liebe Deinen Eingeborenen zum Erlöser gegeben und uns durch Ihn den Weg zum ewigen Leben geöffnet hast, verleihe uns auf die Fürbitte des heiligen Alphons, dass wir durch die Betrachtung dieser Wohltat Dir mit steter Liebe anhängen, und an der Frucht der Erlösung teilnehmen, durch Jesus Christus, unsern Herrn. Amen.

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Erwägung

Der heilige Andreas war ein Freund des Kreuzes. Nachdem er dessen Ruhm bei so vielen Völkern gepredigt hatte, wurde ihm das Glück zuteil, daran wie sein Herr und Meister zu sterben. Wie schätzt du die Kreuze, die dir Gott zuschickt? Siehst du sie als himmlische Geschenke oder als zeitliche Armseligkeiten an? Deine Gesinnung hierin macht dich glücklich oder unglücklich. Gute und Böse haben ihr Kreuz. Jeden Tag wiederholt sich, was auf dem Kalvarienberg einmal geschehen ist. Der böse Schächer war wie der gute ans Kreuz geheftet, doch mit dem wichtigen Unterschied, dass der gute Schächer durch seine Hingabe an die Anordnungen Gottes sich die ewige Seligkeit verdiente, der böse aber durch seine Lästerungen und Ungeduld die Verwerfung, die ewige Verdammnis sich zuzog.

Dass wir bloß leiden, ist noch nicht genug, wir müssen auch leiden als Christen, als Jünger Jesu Christi, d.h. für die Gerechtigkeit, und mit Geduld. Ungeduld und Widerspenstigkeit dienen zu nichts, vermehren das Übel, und ziehen den Verlust alles Verdienstes nach sich, das wir durch demütiges Erdulden hätten erwerben können.

 

Gebet

O Herr, der Du dem heiligen Andreas den Wert des Kreuzes so klar zu erkennen gegeben hast, verleihe uns durch seine Fürbitte, dass wir alle von Dir geschickten Prüfungen, ohne darüber zu klagen, mit Dankbarkeit annehmen und mit Großmut ertragen. Amen.

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Erwägung

Wohl gereichte es der heiligen Mutter Anna zu großer Ehre, dass sie bestimmt wurde, der Welt die Mutter Gottes zu geben. Aber weit mehr Ruhm ist es ihr, dass sie Maria in Unschuld aufzog, und in ihr alle Tugenden ausbildete. Sie war in den Händen Gottes das vornehmste Werkzeug unseres Heils, in der Zubereitung jenes auserwählten Gefäßes, dessen der Heilige der Heiligen zur Erfüllung der Absichten seiner Liebe sich bedienen wollte. Die katholische Kirche wird zu allen Zeiten die mütterliche Gottseligkeit der heiligen Anna lobpreisen, und die Glorie ihrer Tochter wird von einem Geschlecht zum andern auch ihr zukommen. O dass doch ihr Beispiel die Sorgfalt der Väter und Mütter erweckte! Ihre heiligste Pflicht ist, ihre Kinder in der Furcht Gottes zu erziehen. Dadurch ehren sie Gott, verherrlichen seinen Namen, und heiligen sich selbst. Hierüber drückt sich der Apostel der Welt, der heilige Paulus deutlich aus, indem er sagt, die Eltern wirken ihr Seelenheil so viel, als sie für die gute Erziehung ihrer Kinder Fürsorge tragen. Er wollte vom Dienst des Altars diejenigen entfernt wissen, deren Kinder die empfangene christliche Erziehung nicht durch einen erbaulichen Lebenswandel an den Tag legen. Wozu dient das ängstliche Bestreben, ihnen Ehrenstellen und Reichtümer zu verschaffen? Warum wenden viele so große Sorge an, ihren Leib wohl zu bilden, nach dem Geschmack und den Tändeleien der Welt, während sie vernachlässigen, ihre Kinder zur Tugend, die sie allein glücklich machen kann, zu bilden? Diesen Fehler haben auch die heidnischen Weltweisen erkannt, und ihn ihren Mitbürgern verpönt.

 

Gebet

O Herr, der Du das Herz der tugendhaften Mutter Anna mit den zarten Gesinnungen der Gottseligkeit, die wir an Dir bewundern, ausgeschmückt hast, verleihe, dass alle christlichen Mütter sie zu ihrem Vorbild nehmen, und ihr nachzufolgen sich bestreben. Amen.

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Erwägung

1. Der Heilige konnte es nicht dulden, wenn er mit Besuchen beehrt wurde. Er wünschte deshalb an einem Ort zu leben, wo er nicht gekannt war. Du aber hast nur dein Vergnügen im Umgang mit den Menschen, und empfindest wohl aber Verdruss im Umgang mit Gott. Da scheinen dir die Stunden - Jahre.

2. Dieser Heilige brannte vor Liebe zum Märtyrertod. Hast du nicht Eifer genug, um zu verlangen, für Jesus zu sterben, so gib wenigstens deine Liebe zur Welt auf. Ein guter Christ muss wünschen, von den Banden des Lebens befreit zu sein, und mit Jesus Christus zu regieren. Vielleicht macht dich aber schon der Gedanke an den Tod zittern? Du kannst davon nicht reden hören.

3. Unser Heiliger begibt sich nach einem so unschuldigen und bußfertigen Leben in die Einsamkeit, um sich zum Tod vorzubereiten, und du denkst nicht einmal an den Tod nach einem sündigen, in Lustbarkeiten, Spielen und Ausschweifungen zugebrachten Leben. Du lebst, als würdest du niemals sterben. Welcher Unterschied wird es beim Gericht Gottes sein!?

 

Gebet

Du, o Herr, hast das Herz des heiligen Antonius durch Betrachtung der ewigen Wahrheiten zum Eifer für andere Seelen entzündet. Verleihe, dass wir durch Betrachtung eben dieser Wahrheiten unser eigenes Seelenheil recht zu besorgen lernen. Amen.

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Erwägung

Die Tat der heiligen Apollonia ist mehr zu bewundern, als nachzuahmen; denn wiewohl man bereit sein muss, eher alles zu leiden, als etwas gegen den Glauben und die guten Sitten zu tun, so ist es doch in keinem Fall erlaubt, sich selbst das Leben zu nehmen. Und wenn die heiligen Väter die Entschlossenheit und den Mut der heiligen Apollonia loben, so glaubten sie mit dem heiligen Augustin, sie habe nach einer besonderen Einsprechung des Heiligen Geistes gehandelt; oder ihre Tat sei wenigstens aus frommer Einfalt, und diese aus dem inbrünstigem Eifer und der innigsten Liebe entstanden. Wir können wohl der Annäherung des Todes mit Freuden entgegensehen, wenn uns Gott durch Verfolgungen prüft, denn so waren die heiligen Märtyrer gesinnt, wenn sie, vom Feuer der göttlichen Liebe entflammt, mit Freuden ihr Blut vergossen haben, um für ewig mit dem höchsten Gut vereinigt zu werden; aber, um seinem Elend zu entgehen, selbst gewaltsame Hand an sich anzulegen, dies streitet wider die wesentlichen Pflichten des Menschen gegenüber Gott, gegen das gemeine Wohl und gegen sich selbst. In solchen Umständen muss der Mensch in Kraft der heiligen Religion über alle Zufälle dieses zeitlichen Lebens erhaben sein.

 

Gebet

O Gott, der Du den Gläubigen Vertrauen auf die Fürbitte der heiligen Apollonia in Zahnschmerzen gegeben hast, verleihe, dass wir nach ihrem Beispiel alle Widerwärtigkeiten und Schmerzen, die Du uns schickst, großmütig erdulden mögen. Amen.

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Erwägung

Hat wohl die katholische Kirche von den Apostel-Zeiten her einen mehr erleuchtetern Lehrer, der die Wahrheiten der Religion besser verteidigt, der sie genauer und gründlicher ausgelegt, der sich mehr Hochachtung erworben, der mehr Ansehen und Beifall gehabt habe, als Augustinus? Hat man aber auch je einen so großen, demütigen Lehrer von dieser Zeit an gesehen, als eben den heiligen Augustinus? Seine ausnehmende Heiligkeit floss aus der Quelle der Demut. Er befolgte die für andere geschriebene Regel zuerst mit der größten Treue. Wenn man mich fragt, welches das erste, zweite, dritte Gebot sei, so werde ich antworten, die Demut; die nämliche Antwort werde ich geben, sooft man mich hierüber befragt: Es gibt wohl auch andere Gebote; aber wenn die Demut nicht vorangeht, nicht mitfolgt, nicht nachfolgt, so entreißt die Hoffart alles aus unseren Händen, was wir Gutes tun. Unser Herr hat sich verdemütigt, um uns diese Tugend zu lehren; gegen die sich eine gewisse Wissenschaft, die eine wahre Unwissenheit ist, auflehnt.

 

Gebet

O Herr, der Du Deiner Kirche den heiligen Augustinus gegeben hast, sie zu erleuchten und zu erbauen, verleihe uns auf seine Fürbitte den Gehorsam seines Glaubens, die Tiefe seiner Demut und die Zartheit seiner Andacht, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.

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Erwägung

Wenn die Menschen, die für den Himmel erschaffen, und so gestaltet sind, dass sie den Himmel leicht ansehen können, die Schönheit des Firmaments oder Sternenhimmels mit Überlegung betrachten; wenn sie auf den Glanz der Planeten und Gestirne, auf die unveränderliche Regelmäßigkeit ihres Laufes Aufmerksamkeit haben würden, könnten sie wohl anstehen, den allmächtigen Urheber dieser großen Werke zu bewundern? Dies waren die Gedanken und Erwägungen, die die heilige Jungfrau Barbara zum Christentum geführt und so fest in ihm begründet haben, dass sie weder die herrlichsten Verheißungen, noch die grausamsten Peinen erschüttern konnten. Man hat aber Ursache, über die Treue und Standhaftigkeit dieser unerschrockenen Jungfrau weniger zu erstaunen, als über die Unempfindlichkeit so vieler Menschen, die aus dem Glauben wissen, dass Gott für sie alle diese Wunderdinge gemacht, und ihnen noch größere Glückseligkeit vorbereitet hat; und ihm dennoch den gerechten Dienst ihrer Liebe, Anbetung und Huldigung versagen. Diese unbegreifliche Undankbarkeit ist wohl zu verabscheuen, und für einen vernünftigen Menschen höchst unanständig, für einen Christen aber das größte Verbrechen!

 

Gebet

O Herr, der Du die heilige Barbara erweckt hast, die Feigheit so vieler untreuen Christen durch ihren Mut zu beschämen: verleihe, dass wir durch ihre Fürbitte im Glauben zunehmen, und durch sie alle Feinde im Leben und Tod besiegen können. Amen.

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Erwägung

Die einzige Bemühung des heiligen Apostels Bartholomäus war, die Ehre Gottes bei allen, auch den wildesten Völkern, zu befördern, und seine Erkenntnis auszubreiten; dieser Eifer ist eine Folge der brennenden Liebe zu Gott. Wie kann sich aber ein Christ schmeicheln, dass er Gott liebe, wenn ihm die Beförderung der Ehre Gottes gleichgültig ist? Ein wahrer Anbeter Gottes wünscht sehnlich, die erste Bitte im Vaterunser erfüllt zu sehen; er hat ein großes Verlangen, dass Gott überall erkannt, vollkommen geliebt, und ihm von allen Menschen treulich gedient werde; er ladet mit dem königlichen Propheten alle Geschöpfe ein, sich nach allen ihren Kräften mit ihm zur Verherrlichung Gottes zu vereinigen: vor allem aber sucht er durch sein Gebet die Gnade zu erhalten, alle Anmutungen seiner Seele und alle Handlungen seines Lebens Gott zu widmen und zu heiligen.

Der heilige Bartholomäus und andere Apostel haben allem Irdischen abgesagt und ihr Blut und Leben gerne aufgeopfert, um das Reich Jesu Christi in den Seelen zu errichten und zu begründen. Was tun heutigen Tages viele Christen, die die Apostel als ihre Väter, Lehrmeister und Führer ansehen müssten? Kann man nicht von ihnen sagen, sich suchen das Reich Jesu Christi zu vertilgen, und das Satans-Reich einzuführen? Gehen nicht dahin ihre Reden, Beispiele und Taten, wodurch sie den Nächsten ärgern, vom Weg zum Himmel abwendig machen und den breiten Weg zur Hölle führen? Aber wehe dem Menschen, der Ärgernis gibt! Besser wäre es für ihn, wenn er mit einem Mühlstein am Hals in den Abgrund des Meeres gestürzt würde; das sagt Christus, die ewige Wahrheit.

 

Gebet

Deine Gnade, o Herr, hat dem heiligen Bartholomäus den Mut gegeben, unter tausend Gefahren dein Evangelium zu verkündigen, und durch den grausamen Martertod zu besiegeln: verleihe, dass, die wir ihm glauben, auch nach diesem Glauben leben, und allezeit bereit sind, für ihn unser Leben zu lassen. Amen.

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Erwägung

Der in den ewigen Wahrheiten wohl unterrichtete heilige Benedikt ist nur bedacht, sie ins Werk zu setzen; er verlässt deswegen in seinem vierzehnten Lebensjahr Rom, seine Güter, seine Familie, und sucht eine von der Gesellschaft der Menschen entfernte Höhle, um seinen Leib mit allerlei Strengheiten abzutöten, und seinen Geist nur mit Betrachtung himmlischer Güter zu beschäftigen. Da entflammt ihm der Satan einen grausamen Kampf; aber durch seinen Starkmut und seine Beharrlichkeit besiegt er alle Anfälle dieses allgemeinen Feindes des menschlichen Geschlechtes. Sein über sich selbst erfochtener Sieg ist um so glänzender, je größer die Zahl derer ist, die er durch Errichtung seines Ordens seinen gefährlichsten Anfällen entzieht. Und dieser Heilige, der, der Demut Jesu Christi seines Herrn nachzufolgen, ganz unbekannt in völliger Vergessenheit zu leben suchte, wird der Stifter eines Ordens, der seinen Namen durch alle Jahrhunderte ehrwürdig macht. Da man nun gleichsam mit seinen Augen ein solches Wunder sieht, kann man sich wohl enthalten, mit allem Eifer einem Herrn zu dienen, der die aus Liebe zu ihm gebrachten Opfer so herrlich belohnt? So lasst uns denn zur Stunde von Herzen allem Irdischen entsagen, um nur nach dem Himmlischen uns zu sehnen.

 

Gebet

Du, o Herr, hast den heiligen Benedikt mit jener glänzenden Glorie gekrönt, die er nun genießt, um ihn wegen des verächtlichen Lebens, das er aus Liebe zu Dir umfangen hat, zu belohnen: verleihe, dass wir ihm nachfolgen, und alle Güter verachten, um die des Himmels zu erlangen. Amen.

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Erwägung

Nur allein der unverrückte Hinblick auf Gott vermag den Menschen im Gewirr der Leidenschaften unversehrt zu erhalten. Die Überzeugung, dass nur die ewigen Güter all` unsers Nachstrebens würdig sind, wird uns nicht versinken lassen in den Abgrund des Irdischen. Die lebendige Hoffnung, jenseits des Grabes die Befriedigung unserer innigsten Herzens-Wünsche durch den seligen Besitz Gottes zu erlangen, schützt uns gegen die Forderungen unserer Sinne, wie auch gegen die Forderungen dieser entarteten Welt, dass wir niemals unerlaubten Genüssen nachjagen, und die uns dargebotenen entschlossen zurückweisen. Eine ernsthafte Betrachtung über die Vergänglichkeit zeitlicher Ehre, und selbst alles Menschen-Ruhms erhebt unsern Geist und unser Gemüt zu Dem empor, der allein groß genannt werden kann, dem allein aller Preis gebührt, und dessen Urteil über den Wert oder Unwert eines Menschen allein entscheidende Geltung hat. Wer demnach von der Begierde nach zeitlichen Gütern, Genüssen und Ehren sich nicht beherrschen und entwürdigen lassen will, der halte sich fest an Gott, der Urquelle aller Seligkeit, die allein alle unsere Wünsche und Begierden vollkommen zu sättigen vermag.

 

Gebet

Großer Gott, der Du uns auf die Erde gesetzt, und uns schon mit so reichlichen Gaben überschüttet hast: lass nicht zu, dass wir über dem Genuss des Irdischen unserer ewigen Bestimmung vergessen. Es zieht uns so vieles in uns und außer uns in den Staub nieder; doch Du vermagst uns aufzurichten, und aufrecht zu erhalten. Darum entziehe uns nicht Deine rettende Hand, auf dass wir nicht ins ewige Verderben stürzen. Amen.

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