Heimat

 

Heimat! . . . Lasst dem Wort mich lauschen,

das wie Engelsflügelrauschen

 

mich umwehet . . . . Wundersüße

Klänge aus dem Paradiese

 

meiner Kindheit hör ich wieder,

meiner Mutter Schlummerlieder,

 

die sie einstens mir gesungen,

die so lang, so lang verklungen . . . .

 

Heimat! . . . Tiefe Glocken läuten!

Kann nicht sagen und nicht deuten,

 

was sie rufen, was sie raunen,

kann nur lauschen stumm und staunen . . . .

 

Heimat, Heimat - sei gegrüßt!

 

Heimat! . . . Meiner Sehnsucht Flügel

eilen über Tal und Hügel,

 

und ich schaue dunkle Wälder,

goldne, erntereife Felder

 

und ein Dorf im Abendfrieden,

wo dem staubbedeckten, müden

 

Pilger winkt ein selig' Rasten

und ein fröhliches Entlasten . . . .

 

Du - ein Abglanz jener fernen

Heimat über ew'gen Sternen,

 

wo sich tiefstes Sehnen stillet,

tiefstes Heimweh sich erfüllet . . . .

 

Heimat, Heimat - sei gegrüßt!

 

Georg Türk

 


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