Marianisches Sterbe-Glöcklein

 

Segne, o Maria,

unsre letzte Stund,

süße Trostesworte

flüstre dann dein Mund!

 

Deine Hand, die milde,

drück das Aug uns zu,

sei in Tod und Leben

unser Segen du.

 

Der Mensch, der Maria mit dem schönen Namen Mutter ruft, wird nicht untergehen. Und je elender er aus der Fremde zurückkehrt, wo er in der Welt und in der Sünde gewesen ist, desto gütiger wird die Mutter ihre Arme und ihr Herz öffnen, um ihr Kind an sich zu ziehen.

Darum wollen wir niemals von der Mutter lassen. Eng um sie versammelt mit allen treuen Marienkindern, an ihrer lieben Mutterhand, so müssen wir unseren Lebensweg mit ihr gehen und aus treu ergebenem Kindesherzen wollen wir sie bitten: "Mutter, nimm mich mit!"

Und wenn in unseren letzten Jahren Verzagtheit, Lauheit und Trägheit uns niederdrücken und aus dem seelischen Gleichgewicht bringen, dann wollen wir unsere Hände bittend zu Maria erheben und rufen: "Mutter, nimm mich mit!"

Und wenn körperliche und seelische Leiden in uns bohren und wühlen, dass wir aufschreien möchten, wenn Angst und Not und Kummer uns fast zermalmen und Lebensmut rauben wollen, dann blicken wir empor zu Maria, der mächtigen und gütigen Königin, und rufen: "Mutter, nimm mich mit! Nimm mich mit auf den Kalvarienberg, damit ich an deinem Kreuz mich aufrichten, bei deinem Schmerz mich trösten kann."

Und noch einmal mag dieser Ruf als kindliche Bitte aus unserem Herzen und von unseren Lippen kommen, wenn das Ende unseres Lebens sich naht, wenn die müden Augen sich schließen, und das arme leidende Herz zum letzten Mal schlagen will. Dann soll der Abschiedsgruß vom Leben unserer Himmelskönigin gelten, und unsere letzte Bitte sie soll lauten: "Mutter, nimm mich mit dir in den Himmel!"

Matthias Hergert

 

Maria bittet für einen Sterbenden