Unsere Liebe Frau zu Bistricz in Kroatien

 

Im Land Kroatien ist der berühmteste marianische Wallfahrtsort Bistricz, in der Diözese Agram.

 

Über die Entstehung dieses Gnadenortes erzählt die Überlieferung folgendes:

 

Als im Jahr 1545 die Türken und Tartaren den ersten Einfall in Kroatien unternahmen und die Ortschaft Zlatar verheerten, da haben die Gläubigen die schon damals in Bistricz vorhandene alte Marienstatue mit großer Sorgfalt verborgen, indem sie sie unter dem Chor der Kirche vergruben, um sie vor einer Schändung durch die Ungläubigen zu bewahren. Vierzig Jahre später grub sie der Pfarrer, namens Lukas, wieder aus und stellte sie abermals auf den Altar. Im Jahr 1654 wurde sie bei Wiederkehr stürmischer Zeiten in die Kirchenmauer eingemauert, wo sie so lange verborgen blieb, bis der Bischof von Agram, Martin von Borkovich, sie wieder suchen ließ. Denn da dieser Bischof sich noch ganz gut daran erinnerte, dass er in seiner Jugend zu dieser Statue zu wallfahrten gewohnt war, schickte er zur Aufsuchung dieses heiligen Bildes den Custos und Domherrn Ztoklos nach Bistricz. Nachdem es diesem wirklich gelungen war, das Gnadenbild zu entdecken, wurde es unter großen Feierlichkeiten wieder auf den Hochaltar gestellt.

 

Die Andacht und Verehrung für dieses heilige Bild nahm so zu, dass die kleine Kirche die herbeieilenden Wallfahrer nicht mehr fassen konnte und eine neue geräumigere aufgebaut wurde. Im Jahr 1710 gaben die Stände von Dalmatien, Kroatien und Slavonien die Bewilligung dazu, dass zur Herstellung eines neuen Hochaltars von jedem Hause ein Gulden als Beitrag bezahlt werden soll. Durch diese reichlich geflossenen Gaben wurde wirklich ein hölzerner Hochaltar mit zierlichen Bildhauerarbeiten errichtet. Aber im Jahr 1790 wurden an seine Stelle ein anderer von Marmor gesetzt.

 

 

Die zahlreichen Votivtafeln an den Wänden der Kirche, - man zählte im Jahr 1783 deren über eintausend – beurkunden, dass viele Wunder und Gnadenerweise in dieser Gnadenkirche auf Fürbitte Mariens geschahen, tausende von Pilgern aus Ungarn, Steiermark, Kärnten, Illyrien und dem Küstenland ziehen alljährlich nach Bistricz, um der Himmelskönigin ihre Huldigung darzubringen.