U. L. Frau mit dem geneigten Haupt in Döbling bei Wien

 

(Von Franz Ben. Zeilinger, „Ave Maria“, Heft 4, 1914, S. 77)

 

Ein schöner Zug der katholischen Bevölkerung Wiens ist es, dass alljährlich am Mariä Namenstag ganze Scharen herbeieilen in die Karmeliten-Klosterkirche in Döbling, um das Titularfest „U. L. Frau mit dem geneigten Haupt“ zu feiern. Ebenso ist es eine Freude zu sehen, wie jedes Mal nach dem heiligen Segen alles zu Füßen der heiligen Mutter mit dem geneigten Haupt hinkniet, und mit Begeisterung das Marienlied singt. Jeder fremde Priester, der in dieser Kirche die heilige Messe liest, hält es für ein Glück, an dieser Gnadenstätte zu zelebrieren, und jeder Ministrant hält es für eine Ehre, an diesem Altar beim heiligen Opfer zu dienen. Dieser Altar wurde von den Linzern auf Anregung des Hochw. P. Prior Angelus Moser O. C. D. gespendet, und ist im Karmel ein besonderer Schmuck. Für Österreich ist dieses Gnadenbild von besonderer Bedeutung, da die Gnadenmutter zum ehrwürdigen Dominikus a Jesus aus diesem Bild sprach: „Ich werde das Haus Österreich allzeit mit meiner Fürbitte beschützen, und seine Macht und Majestät erhalten und erheben, solange es in Gottseligkeit und Andacht verharren wird.“

 

Vom ehrwürdigen Dominikus in Rom im Schutt gefunden, blieb es viele Jahre daselbst und wurde viel verehrt. Später im Besitz Kaiser Ferdinands II. und seiner Gemahlin Eleonore (starb als Karmelitin), wurde es später den unbeschuhten Karmeliten in der Leopoldstadt übergeben, und am 14. Dezember 1904 in die neue Klosterkirche in Döbling übertragen. Nach den Ordenstraditionen hat die Mutter vom geneigten Haupt versprochen, allen Verehrern dieses Bildes ihre Bitten zu erhören, und besonders den armen Seelen im Fegefeuer ihre Huld zu schenken.

 

Möge die liebe Mutter „mit dem geneigten Haupt“ noch recht oft ihr Haupt neigen, wenn viele bedrängte Herzen zu ihr flehen, und besonders, wenn Samstag das Lied erschallt, von den Mönchen gesungen: „Salve Regina, mater misericordiae, vita, dulcedo et spes nostra, salve!“

 

http://www.karmel.at/wien/bmv.htm