Die St. Marienkirche zu Limbach in Unterfranken

 

Auf einer freundlichen Anhöhe am linken Ufer des Mains, eine Viertelstunde nördlich vom Pfarrdorf Limbach erhebt sich die schöne St. Marien-Kirche.

 

Schon in uralter Zeit stand daselbst eine Feld-Kapelle mit einem Muttergottesbild, vor dem Gläubige ihre Andacht verrichteten, und wohin Bedrängte in verschiedenen Anliegen und Nöten ihre Zuflucht nahmen, um die Fürbitte der göttlichen Mutter zu erlangen, wodurch die jetzige Wallfahrt entstand. Im 16. Jahrhundert geriet die Wallfahrt in Verfall: die Kapelle wurde baufällig. Dazu kam noch, dass der ganze Ort Limbach sowie das eine halbe Stunde unterhalb gelegene Dorf Sand die protestantische Glaubenslehre annahm. Im Jahr 1630 kehrte das Dorf wieder zur katholischen Kirche zurück. Im Jahr 1660 gab der Fürstbischof die Bewilligung zu einer Sammlung freiwilliger Beiträge: „eine liebreiche Beisteuer zu sammeln, die vergessene Wallfahrt wieder in Aufnahme zu bringen.“ Allein diese Erlaubnis hatte nicht den erwünschten Erfolg. Da bei der Baufälligkeit der Kapelle das Bedürfnis der Erbauung einer neuen Kirche längst obwaltete, gedachte man wohl, sie im Dorf selbst aufzuführen, allein man zog es doch vor, sie auf ihrem bisherigen, sehr beliebten und freundlichen Platz beizubehalten. Von alten Leuten im Ort ist die Sage zu vernehmen: „Man habe Vorboten gehabt, dass Maria in der dortigen Kapelle besonders wolle verehrt werden. Wie da eine Kapelle hätte erbaut werden sollen, habe man die nötigen Baumaterialien nahe an das Dörflein geführt, damit die Einwohner ein Kirchlein in dem Ort hätten, allein, was sie den Tag hindurch an den abgesteckten Ort brachten, das sei des anderen Tags an dem Ort, wo jetzt die Wallfahrtskirche steht, gelegen.“

 

Im Jahr 1664 wurde die Kapelle während der damaligen Kriegsunruhen beraubt, das Gnadenbild blieb vernachlässigt und wurde vom Hochaltar entfernt, und in der Sakristei aufbewahrt, bis sich endlich nach langer Zeit ein Wohltäter fand, der es infolge gemachten Gelübdes aus der Sakristei von Bamberg abholen, neu fassen und so nach Eltmann zurückbringen ließ, von wo es im Jahr 1699 Pfarrer Ehlen in einer feierlichen Prozession nach Limbach geleitete und wieder auf den Hochaltar versetzte. Das Gnadenbild ist aus Holz geschnitzt. Über dem Haupt der göttlichen Mutter, die das Jesuskind auf dem linken Arm trägt, schweben zwei Engel, die die Krone halten.

 

Nach einiger Zeit kam durch nachstehendes Ereignis die Wallfahrt zur Marien-Kapelle ungemein schnell in Aufnahme. „Im Jahr 1727 bekam die Hirtin Katharina Schwalvinger zu Limbach, nachdem sie von einer schweren hitzigen Krankheit glücklich genesen war, ein großes Übel (starken Fluss) in den Augen, so dass sie in Ängsten war, in Gefahr zu sein, des Augenlichtes beraubt, ihr Brot von Tür zu Tür suchen zu müssen. Da kam ihr zur Nacht im Traum vor: unten am Kapellenhügel oder „Höhlein“ befinde sich ein Wasser in einem durch Ochsentritte veranlassten Grübchen, und mit diesem solle sie ihre Augen waschen, so würde sie von ihrer Augenkrankheit befreit werden. Die arme leidende Frau ließ sich an die bezeichnete Stelle bringen, fand wirklich Wasser, wusch sich damit ihre Augen und war geheilt.“ Der Ort, wo dieses Wasser zum Vorschein kam, liegt an der Landstraße ungefähr neunzig Schritte von der Wallfahrtskirche. Man hat hierauf dem Wasser in einem Umkreis von etwa sechzehn bis zwanzig Schuh nachgegraben, aber keine Quelle, sondern gegen die Kirche zu nur einen feuchten Sand entdeckt. Die Hirtin voll Freude über ihre wunderbare Heilung machte dieses Ereignis ruchbar und bald kam eine Menge Blinder, Lahmer und mit allerlei Gebrechen Behafteter herbei und der Ort, wo das Wasser ein wenig hervorbrach, war mit Kranken und Presshaften, die Hilfe erwarteten, umlagert wie der Schwemmteich zu Jerusalem. Dieses Wasser hat nebst andern die Eigenschaft, dass, wenn es in einem reinen und verschlossenen Geschirr aufbehalten wird, in vielen Jahren keine Fäulnis und üblen Geruch an sich nimmt.

 

Bei dem stets zunehmenden Zudrang der Gläubigen zu dem Gnadenort trat die Wallfahrt bald in ihre Glanzperiode. Wegen großer Vermehrung der gottesdienstlichen Verrichtungen in der Wallfahrtskirche wurde Limbach zur eigenen Pfarrei erhoben. Fürstbischof Friedrich Karl von Würzburg war ein vorzüglicher Wohltäter der Kirche zu Limbach, und vermachte auch für den Bau der Pfarr- und Wallfahrtskirche zwölftausend Gulden. Im Jahr 1751 wurde zu dem Bau der neuen Kirche geschritten. Am 7. September 1755 wurde die neue Kirche vom Fürstbischof von Würzburg, Adam Friedrich Grafen von Seinsheim mit größter Feierlichkeit eingeweiht. Die Kirche erfreut sich fortwährend eines zahlreichen Besuches von Wallfahrern. Das Hauptfest wird am Sonntag nach Ostern gefeiert.

 

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(Aus: Marianischer Festkalender, Regensburg 1866)