Die Mariahilf-Kapelle zu Eggenbach bei Döringstadt in Oberfranken

 

In einer angenehmen Talebene, die sich am Ufer des Itz hinzieht, liegt gegen Coburg das Dorf Eggenbach. In einiger Entfernung erhebt sich auf der Anhöhe gegen Osten gar freundlich die schöne Wallfahrtskirche Mariahilf. Daselbst stand in der Vorzeit anfänglich eine Bretterhütte und nachher an deren Stelle eine ganz kleine Kapelle mit dem aus Holz geschnitzten Bildnis der schmerzhaften Mutter Gottes, die sich zur jetzigen Wallfahrtskirche ausgebildet hat.

 

Das Marienbild in der Bretterhütte scheint in den früheren Zeiten wenig beachtet worden zu sein. Um das Bild mehr zu schützen, wurde statt der Bretterhütte eine etwas dauerhaftere, kleine Kapelle erbaut. Von nun an wurde die heilige Gottesmutter an dieser Stelle immer häufiger verehrt. Im Jahr 1707 wurde der Grundstein zur jetzigen Kirche gelegt. Zur Vollendung gelangte sie im Jahr 1710. Am 9. August 1713 wurde sie durch den Weihbischof Dr. Johann Bernard von Würzburg eingeweiht.

 

Der Ruf dieses Wallfahrtsortes wurde unterdessen durch die Erzählung eines Wunders sehr erhöht. Folgendes sagt eine vorhandene Urkunde darüber:

 

„Es bekennet Jörg Geber von Gerach aus der Baunacher Pfarrei, daß sein söhnlein zehn Wochen stumm undt ein Elender grummer Grüppel gewesen, dazu sechzehn Wochen lang das freschlich gehabt habe, nun so hat Er Geber sammt seiner Hausfraw, weil kein menschliche Hülf vorhanden gewest, Ihre andacht undt gelübtnuß nach Egerbach zu Maria-Hülf genommen, undt daß Kindt dahin nit allein versprochen, sondtern auch dorthin getragen, Ihr andacht allda nach Gott zu Mariam zu verrichten. Als sie dann ihre andacht und Opffer verricht gehabt undt wieder aus der Mariä-Hülf-Cappeln gehen wollen, unter der Kirchthür sanget das Kindt ahn undt sagt zu seinen Vatter: „Vatter ich kann rethen“, undt alß sie das Kindt zu probiren nieder auf seine grumme Füß gesetzet, finge es auch ahn zu gehen undt ginge selbst nacher Hauß undt ist daß Kindt dato noch frisch undt gesundt. Daß bekennet undt bezeuget Peter Oth schuldheiß undt Haneß Zwinger, beede von Gerach 1714 den 12. May.“

 

Der zahlreichere Besuch der Kirche hatte natürlich eine Vermehrung der Gottesdienste zur Folge. Da das Gnadenbild, das auf dem Hochaltar seine Stelle fand, die schmerzhafte Mutter Gottes darstellt, so war von nun an das Fest Mariä-Schmerz das Patronatsfest der Kirche. Zur Erhöhung der Feier desselben wurde um Verleihung eines Ablasses nachgesucht und dieser auch im Jahr 1716 erteilt.

 

Welch große Verehrung man aus der Nähe und Ferne noch immer gegenüber der heiligen Mutter Gottes zu Mariahilf in Eggenbach trägt, beweisen die vielen Andächtigen, die fortwährend im Verlauf des Jahres sich dort einfinden. Der Hochaltar mit dem Gnadenbild ist eingeweiht zu Ehren der heiligen Jungfrau Maria. Das Innere der Kirche zeigt, dass man sich in einer Wallfahrtskirche befindet, zu deren Ausstattung viele fromme Verehrer der heiligen Jungfrau Maria eine lange Reihe von Jahren hindurch das ihrige beitrugen.

 

(Aus: Marianischer Festkalender, Regensburg 1866)