"Maria Schmerz" in Wien-Grinzing

 

(Fr. Benedikt a Jesu, „Ave Maria“, Heft 1, 1912, S. 8)

 

Am Fuße des Kahlenberges, im XIX. Gemeindebezirk Wiens gelegen, befindet sich das liebliche Gotteshaus Maria Schmerz. Von den PP. Oblaten des heiligen Franz von Sales im Jahr 1909 erbaut an Stelle einer alten Kapelle, wurde sie eingeweiht am 30. April 1910 durch + Generalvikar von Wien, Dr. Gottfried Marschall. Die Kirche, im Barockstil erbaut, erinnert in ihrer Form und Lage an Lourdes und birgt in ihrer Krypta das alte Gnadenbild. Diese Statue der schmerzhaften Mutter Gottes stammt aus einem alten Haus in der Josefstadt und wurde in den Achtziger-Jahren (des 19. Jahrhunderts) in einer kleinen Kapelle zur Verehrung aufgestellt. Hier befand sich vorher ein Marterl, das schon vor der Türkenbelagerung hier gestanden sein soll und sagenumwoben war, genannt die Schwalben-Muttergottes. Da der Andrang der Gläubigen sehr groß wurde, erbaute 1892 der Großfuhrmann Kothbauer eine größere Kapelle, in der auch später das Allerheiligste aufbewahrt wurde. Die neuerbaute Kirche ist das Ziel vieler tausender Wiener, die hier neben der leiblichen auch geistige Erholung suchen. Von den Patres Salesianern wird regelmäßiger Gottesdienst gehalten. Dass die Schmerzensmutter eine Zuflucht der Sünder und ein Heil der Kranken wurde, bezeugen die vielen Votivtafeln und -bilder, sowie Votivgeschenke aller Art in den Gängen der Krypta. Mögen noch viele Sünder ihre Ruhe finden am Gnadenthron Mariens!

 

Heil`ge Mutter, drück` die Wunden,

Die dein Sohn am Kreuz empfunden,

Tief in uns`re Seelen ein.