Papst Johannes XV. - Heiligenverehrung

 

Papst Johannes XV.: Papst von August 985 bis März 996

 

Enzyklika „Cum conventus esset“ an die Bischöfe und Äbte Frankreichs und Deutschlands vom 3. Februar 993

Heiligenverehrung

 

„Auf gemeinsamen Rat hin haben wir beschlossen, dass das Andenken jenes, nämlich des heiligen Bischofs Ulrich, mit liebevollster Zuneigung und gläubigster Frömmigkeit verehrt werden soll: Denn so beten wir zu den Reliquien der Martyrer und Bekenner und so verehren wir sie, dass wir zu dem, dessen Blutzeugen und Bekenner sie sind, beten; wir verehren die Diener, damit die Ehre überströme auf den Herrn, der gesagt hat: „Wer euch aufnimmt, nimmt mich auf“ (Mt 10,40), und daher wir, die wir kein Vertrauen in unsere Gerechtigkeit haben, durch ihre Fürbitte und Verdienste beim gütigsten Gott immerdar Beistand hätten; denn die sehr heilsamen göttlichen Gebote und die Lehren der heiligen Kanones und der ehrwürdigen Väter drängten – in frommem Blick auf die Erwägung aller Kirchen, aber auch durch das Bemühen der apostolischen Leitung – nachdrücklich darauf, die angemessenen Vorteile und das ganze Maß an Festigkeit zu erlangen, damit das Andenken des schon vorher erwähnten ehrwürdigen Bischofs Ulrich dem Gottesdienst zugewiesen sei und bei der ehrfürchtigsten Darbringung der Lobpreisungen Gottes stets dienlich sein könne.“