Papst Innozenz I. - Die Wiederversöhnung in der Todesstunde

 

Papst Innozenz I.: Papst vom 21. Dezember 402 bis 12. März 417

 

Brief „Consulenti tibi“ an Bischof Exsuperius von Toulouse vom 20. Februar 405

Die Wiederversöhnung in der Todesstunde

 

“Es wurde gefragt, was bei denen beachtet werden soll, die, nach der Taufe zu jeder Zeit den Lüsten der Unenthaltsamkeit ergeben, am äußersten Ende ihres Lebens zugleich die Buße und die Versöhnung in der Kommunion verlangen.

Für diese ist die frühere Vorschrift härter, die spätere unter Einwirkung der Barmherzigkeit entgegenkommender. Denn die frühere Gewohnheit hielt daran fest, dass ihnen die Buße gewährt, aber die Kommunion verweigert wurde. Denn da zu jenen Zeiten die Verfolgungen häufig waren, wurde, damit nicht die leichte Gewährung der Kommunion die wegen ihrer Wiederversöhnung unbesorgten Menschen vom Abfall nicht zurückhielte, die Kommunion mit Recht verweigert, die Buße jedoch gewährt, damit nicht das Ganze völlig verweigert würde: und die Zeitverhältnisse machten die Vergebung härter. Aber nachdem unser Herr seinen Kirchen den Frieden wiedergegeben hat und nunmehr der Schrecken vertrieben ist, hat man beschlossen, den von hinnen Gehenden die Kommunion zu reichen, sowohl wegen der Barmherzigkeit des Herrn, gleichsam als Wegzehrung für die Scheidenden, als auch damit wir nicht den Anschein erwecken, der Strenge und Härte des Häretikers Novatian zu folgen, der die Vergebung verweigerte. Es wird also zusammen mit der letzten Buße die Kommunion gewährt: damit solche Menschen noch an ihrem letzten Ende mit Erlaubnis unseres Erlösers vom immerwährenden Untergang befreit werden.“