Papst Cölestin I. - Die Wiederversöhnung in der Stunde des Todes

 

Papst Cölestin I.: Papst vom 10. September 422 bis 27. Juli 432

 

Brief „Cuperemus quidem“ an die Bischöfe der Provinzen Vienne und Narbonne

Die Wiederversöhnung in der Stunde des Todes

 

„Wir haben erfahren, dass Sterbenden die Buße verweigert und dem Sehnen derer nicht entsprochen wird, die zur Zeit ihres Hinscheidens wünschen, dass man ihrer Seele mit diesem Heilmittel zu Hilfe komme. Wir schaudern, gestehe ich, dass sich irgend jemand von solch großer Gottlosigkeit finde, dass er an der Milde Gottes verzweifelt, so als ob er nicht zu jeder Zeit dem, der zu ihm seine Zuflucht nimmt, zu Hilfe eilen und den unter der Last der Sünden gefährdeten Menschen von dem Gewicht befreien könnte, dessen entledigt zu werden sich jener sehnt. Was, frage ich, ist dieses anderes, als dem Sterbenden noch einen Tod hinzuzufügen und seine Seele mit eigener Grausamkeit, damit sie nicht losgesprochen sein kann, zu töten? Denn Gott, stets bereit, zu Hilfe zu kommen, lädt zur Buße ein und verspricht folgendes: An welchem Tag auch immer, sagt er, sich der Sünder bekehrt hat, werden ihm seine Sünden nicht mehr angerechnet werden (vgl. Ez 33,16). Da also der Herr der Herzenskenner ist, darf zu gar keiner Zeit einem, der danach verlangt, die Buße verweigert werden.“