Papst Anastasius II. - Die Gültigkeit der von Schismatikern gespendeten Sakramente

 

Papst Anastasius II. : Papst vom 24. November 496 bis 17. November 498

 

Brief „Exordium pontificatus mei“ an Kaiser Anastasius I. von 496

Die Gültigkeit der von Schismatikern gespendeten Sakramente

 

„Gemäß dem Brauch der katholischen Kirche möge Deine geheiligtste Durchlauchtheit erkennen, dass keiner von denen, die Akazius (Patriarch von Konstantinopel, 472-489, Urheber des Akazianischen Schismas, 484-519) getauft oder die er gemäß den Kanones zu Priestern oder Leviten geweiht hat, aufgrund des Namens des Akazius irgendein Anteil an der Schädigung trifft, so dass vielleicht die durch einen Ungerechten übertragene Gnade des Sakramentes weniger stark schiene. Denn auch wenn die Taufe von einem Ehebrecher oder von einem Dieb gespendet wurde, gelangt sie als ungeschmälertes Geschenk zum Empfänger: denn jene Stimme, die durch die Taube sprach, schließt jeden Makel menschlicher Befleckung aus, jene, durch die erklärt und gesagt wird: „Er ist es, der tauft . . .“ (Lk 3,16). Denn wenn die Strahlen dieser sichtbaren Sonne, obwohl sie durch die stinkendsten Orte hindurchgehen, von keiner Verunreinigung durch Berührung befleckt werden, so wird noch viel mehr die Kraft jener Sonne, die diese sichtbare gemacht hat, durch keine Unwürdigkeit des Spenders eingeschränkt. Deshalb also hat auch dieser, als er in übler Weise Gutes spendete, nur sich geschadet. Denn das unverletzliche Sakrament, das durch jenen verliehen wurde, bewahrte für die anderen die Vollkommenheit seiner Kraft.“