Kirchen- und Glocken-Spende

 

An der Quelle des Salzbaches, in einer der fruchtbarsten Gegenden des Königreichs Württemberg, und in einem engen, von Eichenwäldern umschlossenen Tal, das auch von mehreren Seen bewässert wird, liegt die ehemalige Zisterzienserabtei Maulbronn (Mühlen-Brunnen).

Rührend sind zwei Denkmale von der Verehrung, die diese Mönche ehedessen der allerseligsten Jungfrau Maria erwiesen, indem sie ihr die Klosterkirche selbst und eine ihrer Glocken aufopferten.

In dem Bibliothekssaal (erbaut 1519-1521) befinden sich noch die sogenannte Fundations-Tafel, die aus einem hölzernen Kasten mit zwei bemalten Flügeltüren besteht. Auf der linken Seite ist außen abgebildet, wie die Klosterbrüder im Bau begriffen sind, und innen, wie Bischof Günther und Walter von Lommersheim, als Stifter, die Kirche in den Händen halten und sie der Himmelskönigin zum Opfer mit folgenden Worten darbringen:

 

„Laß dir diß Opfer gnedlichen bevolen sein!

Ad nos flecte oculos, dulcissima Virgo Maria,

Et defende tuam, diva Matrona, domum!

1493.

 

Zu uns wende deine Augen, süßeste Jungfrau Maria,

Und beschütze, göttliche Mutter, dein Haus!“ –

 

In dem Turm der Klosterkirche befinden sich drei Glocken, worunter die kleinste die älteste ist. Sie hat die schöne Inschrift:

 

„Cunrat Fuldensis nos fecit, Virgo perennis

Signa tuae laudis audis, nec viscera claudis!

(Johannes, Lucas, Marcus, Matheus, Adonay!)

 

Conrad von Fulda hat uns gemacht, immerwährende Jungfrau,

Du hörst die Zeichen deines Lobes, und verschließest dein Herz nicht!“ –