Die Marien-Kerze

 

In der „geistlichen Wiese“ des Patriarchen Sophronius wird rühmend das Andenken eines heiligen Mönches, des Namens Johannes, gedacht, dessen gottseliges Leben auch auf dem zweiten Konzil zu Nicäa gerühmt wurde.

Dieser heilige Greis wohnte in einer Grotte, ungefähr zehn Stunden von Jerusalem entfernt. Und sooft er aus dieser Höhle ging, um entweder, dem großen heiligen Antonius nachahmend, Gott in der Wüste zu loben, oder um die „heiligen Stätten“ Jerusalems zu verehren, oder um auf dem Berg Sinai sein Gebet zu verrichten, oder um zu den Gräbern der heiligen Märtyrer zu pilgern, die er besonders andächtig verehrte: so pflegte er eine Kerze vor dem Bild der glorreichen Jungfrau Maria anzuzünden, das in seiner Grotte sich befand, und das er als „sein Kleinod“ und „seinen Trost“ erachtete. Und indem er Abschied von der heiligen Mutter Gottes nahm, bat er sie, sie möchte für seine Kerze Sorge tragen.

Merkwürdig!

Johannes wanderte manchmal sechs ganze Wochen, manchmal mehrere, ja auch sechs Monate umher, und immer fand er bei seiner Rückkehr die Marien-Kerze brennend und auf demselben Punkt, wo er sie verlassen hatte. – Die glorreiche Himmelskönigin gab ihm durch dieses fortwährende Wunder zu verstehen: wie angenehm ihr seine so herzliche Liebe und sein so seltenes Vertrauen sei. –