Die Blut-Urkunde

 

Der fromme Kurfürst Maximilian I. von Bayern hatte sein Leben einzig und allein der Mutter Jesu geweiht. – Er ließ für das Gnadenbild Marias zu Alten-Öttingen einen kostbaren silbernen Tabernakel verfertigen und brachte ihn im Jahr 1645 zum Opfer dar. – Nach seinem Tod wurde, wie er es befohlen hatte, sein Herz in ein silbernes Herz eingeschlossen, nach Alten-Öttingen gebracht und dort in der heiligen Kapelle beigesetzt. Bei dieser Feierlichkeit befahl Maria Anna, seine Gemahlin in dem silbernen Tabernakel des Gnadenbildes nachzusuchen, weil die Sage ging: es liege hier eine Handschrift des verstorbenen Kurfürsten Maximilian verborgen. Wirklich fand man auch unter den Füßen des Gnadenbildes eine mit dem kurfürstlichen Siegel zwei Mal verschlossene Handschrift, die eine von dem frommen Kurfürsten mit eigener Hand und seinem eigenen Blut geschriebene Aufopferung enthielt, die also lautet:

„Ich schenke und weihe mich Dir, o Jungfrau Maria! Dies bezeuge ich mit meinem Blut und meiner Handschrift. Maximilian, der größte Sünder.“ –