Das Gold zu einem Bild

 

Die heilige Hedwig von Polen verehrte Maria mit einer glühenden Liebe und suchte, wo sie nur immer konnte, ihre Ehre zu verbreiten. Unter anderem nahm sie ihr feinstes Gold an Schmuck und sonstigen Gerätschaften und ließ daraus ein Muttergottesbild verfertigen, das sie dann so lieb gewann, dass sie es gleichsam als ihre Heimat ansah. Sie betete vor diesem Bild und trug es immer bei sich, und als sie zum Sterben kam, da hielt sie es bis zu ihrem letzten Atemzug immer in der Hand und zwar so fest, dass man nach ihrem Tod nicht im Stande war, ihre Finger von ihm loszubringen, man musste sie mit dem Bild begraben. – Als man nach fünfundzwanzig Jahren ihren ehrwürdigen Leib, weil unterdessen ihr Heiligsprechungsprozess in Rom eingeleitet war, aus dem Grab erhob, so fand man wunderbarer Weise den ganzen Leib verwest, und nur die Finger, mit denen sie das Bild Mariens hielt, waren unversehrt, frisch und beweglich. –