Die Hasel

 

Als Maria übers Gebirge zu ihrer Base Elisabeth ging, wurde sie von einem schlimmen Wetter überrascht, der Donner widerhallte in den Klüften, und Blitz auf Blitz schlug in die Bäume des Waldes. Maria aber fand Zuflucht unter einem Haselbaum. Da hat unsere liebe Frau die Hasel gesegnet, und nun ist sie sicher vor dem Blitzschlag und gewährt jedem Schutz, der sich unter ihr birgt.

Und noch ein zweitesmal hat die Hasel die Mutter des Heilandes in großer Gefahr bewahrt. Maria hatte eines Mittags ihr Kind in den Schlaf gesungen. Und wie es so schlief, sah sie es mit großer Liebe an und sprach: „Schlaf, du holder Engel! Ich will derweilen in den Wald laufen und dir eine Handvoll Erdbeeren pflücken.“ Wie sie aber in den Wald kam und sich nach den Beeren bückte, schoss eine Natter aus dem Gras in die Höhe. Maria verbarg sich rasch hinter einer Hasel, bis sich die Schlange verkrochen hatte. Danach pflückte sie die Beeren für ihr Kind. Und wie sie auf dem Heimweg ist, spricht sie zur Hasel: „So wie du heute mein Schutz gewesen bist vor der Natter, so sollst du künftig allen Menschen dienen.“ Darum ist seit den ältesten Zeiten ein grüner Haselzweig der beste Schutz gegen Schlangen.