Der Averitter

 

Es war ein Edelmann. Er entschloss sich, geistlich zu werden, und trat in den Orden der grauen Mönche. Er war so sehr in der Minne, dass es ihm ganz gleich war, was in dem Kloster aus ihm wurde.

Aber die Mönche berieten sich und kamen zu dem Entschluss, dass es dem feinen Herrn nicht wohl stünde, ein dienender Bruder zu werden. Deshalb gaben sie ihm einen Meister bei, der ihn in der geistlichen Kunst unterrichten sollte. Doch was er auch vorlas und sonst an ihm tat, seine Sinne waren schon zu schlaff. Es war alles vergebens. Es war der Mann sein Lebtag ein Ritter gewesen und in seinem Handwerk alt geworden. Er lernte die Kunst nicht.

Blos die beiden Worte blieben bei ihm: Ave Maria, und nichts mehr.

Es tat dem Ritter selber weh. Aber es wollte die Kunst einfach nicht in seinen harten Schädel hinein. Doch die beiden Worte grub er in sein Herz. Er war sehr tugendsam. Und wo er ging und stand, was man ihn fragte, immer nur sagte er: Ave Maria.

Da starb der Rittermönch und wurde begraben.

Alsbald aber wuchs aus seinem Grab eine Lilie, die war sehr weiß und trug auf ihren reinen Blüten in schönem Gold geschrieben die Worte: Ave Maria.

Darüber wunderten sich die Brüder sehr. Sie gruben nach, kamen auf den Grund und fanden die Wurzel der Blume in dem Mund des Marienritters.