Marianische Aussteuer

 

(aus: Die milden Stiftungen zu Brüssel)

 

Isabella Eugenia, Gemahlin des Statthalters von Belgien, suchte ihre Verehrung gegen die allerseligste Gottesmutter namentlich dadurch zu versichtbaren, dass auf ihre Veranlassung alljährlich in Brüssel eine feierliche Prozession gehalten und in dieser das Bild Marias herumgetragen wurde. Dabei musste immer ein Zug von armen, unbescholtenen Jungfrauen zunächst bei dem Bild einhergehen. Sie waren weiß gekleidet und jede trug eine brennende Wachskerze, die gleichfalls nur weiß sein durfte. – Hatten sie den besagten Dienst zwei Jahre nacheinander der gebenedeiten „Jungfrau der Jungfrauen“ geleistet, dann erhielten sie eine Aussteuer von etlichen hundert Gulden, um – je nach ihrem Beruf – in den Ehestand oder in ein Kloster treten zu können.

 

Damit auch nach ihrem Tod in dieser Weise zu Brüssel die „allerkeuscheste Jungfrau Maria“ geehrt und verherrlicht würde, so gründete die fromme Isabella mit einem ansehnlichen Kapital für immer eine „Marianische Aussteuer-Stiftung“.