„Maria ist meine Braut!“

 

(aus: Leben des ehrwürdigen Gerhard Majella, C. Dilgskron, Wien 1879)

 

Der ehrwürdige Gerhard Majella, Laienbruder aus der Kongregation des allerheiligsten Erlösers, war ein ganz besonderer Verehrer Marias. Er unterließ bei keiner Gelegenheit, ihren Altar zu besuchen und ihr seine Verehrung zu bezeigen. „Maria“, rief er oft in seliger Begeisterung aus, „hat mein Herz bezaubert, und ich habe es ihr hingegeben!“ – Kam ein Marienfest heran, dann konnte er sich den ganzen Tag über nicht von ihrem Altar trennen. – Einst sah man ihn an einem solchen Fest ganz entflammt vor den Augen alles Volkes zum Marienaltar hineilen und einen Ring auf denselben legen. Um die Absicht dieses seines Tuns befragt, erwiderte er: „Ich habe mit der Reinheit der heiligen Muttergottes auch meine Reinheit vermählen wollen!“ Und gar oft, wenn dann von dieser Ehe die Rede war, rief er jubelnd aus: „Gott sei es gedankt, Maria ist meine Braut!“

 

Gerhard Majella hat auch die jungfräuliche Reinheit bis an seinen Tod bewahrt, und das Kleid der Unschuld seit der Taufe nie durch eine schwere Sünde befleckt.