Hehrer Gebrauch nach der Taufe eines Kindes

 

(aus: Christliche Volksgebräuche)

 

In vielen Gegenden Frankreichs geschieht es, dass fromme Mütter, wenn ihr neugeborenes Kind durch den Empfang des heiligen Sakramentes der Taufe Gottes Eigentum wurden, indem die heilige Gnadenflut in ihm die Erbsünde getilgt hat, es zum Altar der seligsten Jungfrau Maria tragen und es zu den Füßen ihres Bildes oder ihrer Statue andachtsvoll niederlegen. Sie leitet zu diesem Tun die Überzeugung: dass weil der göttliche Heiland zu seinen Aposteln sprach: „Lasset die Kleinen zu mir kommen!“ auch seine gebenedeite Mutter so sage. Und im Aufblick zu Maria pflegen sie zu beten: „Mutter der Christen, siehe hier eines deiner Kinder! Sei ihm freundlich und gnädig alle Tage seines Lebens, und am Ende seiner Laufbahn öffne ihm die Himmelspforte!“

 

 

Und um diese zweifache Huld, die man für das Heil des Kindes erflehte, auch äußerlich anzudeuten, werden dem Kind Kleider von weißer und blauer Farbe angetan, weil dies die Farben Marias sind, die Symbole nämlich ihrer unbefleckten Reinheit und demütigsten Demut.