Die Andacht bei den Marien-Säulen

 

(aus: Die dreifache Krone Marias, P. Francois Poiré, 1853)

 

Eine Stunde von Grätz in Steiermark befindet sich eine berühmte Andachtsstätte, wo die glorreiche Himmelskönigin Maria sehr geehrt wird. – Ehe man dahin gelangt, erblickt man vierzehn Säulen, sieben auf der einen Seite des Weges und sieben auf der anderen, die zum Andenken an die hochwichtigen Geheimnisse im Leben der heiligen Muttergottes aufgerichtet sind.

 

 

Die genannte, so friedliche Stätte war der gewöhnliche Andachtsort Marias, der Gemahlin des Erzherzogs Carl und Mutter des Kaisers Ferdinand. – Diese fromme und unvergleichlich tugendhafte Fürstin kam gewöhnlich alle Samstage mit den Prinzessinnen, ihren Töchtern, dahin; und sobald sie sich der ersten Säule nahten, stiegen alle aus dem Wagen, knieten nieder und hörten die Muttergottes-Litanei, die mit Musikbegleitung gesungen wurde; dann wanderten sie von Säule zu Säule, und verrichteten vor jeder ihre Andacht, bis sie in die Marienkirche selbst eintraten.