Der marianische Liebhaber

 

(aus: Christliche Symbolik, Dr. Wolfgang Menzel, 1854)

 

 

Bei den großen Marienfesten und den dabei stattfindenden Prozessionen befleißigt sich der fromme Sinn der Gläubigen, namentlich im Süden Europas und Amerikas, die göttliche Gnadenmutter in ihren mannigfachsten Beziehungen zum Erlösungswerk zu verehren und ihr die reichsten Attribute beizulegen. Jeder Stand, jede Zunft zieht mit besonderen Emblemen und Sinnsprüchen auf. – Eine eigentümliche Erscheinung dabei ist der „Marianische Liebhaber“; ein Jüngling, der sich dem Dienst Marias ausschließlich gewidmet hat und in der köstlichsten Kleidung und Ausschmückung an der Prozession teilnimmt, in der demnach die kindliche, volkstümliche Liebe zur allerseligsten Jungfrau als personifiziert ihren anmutigen Ausdruck findet.