Der heilige Petrus Kanisius aus der Gesellschaft Jesu

 

Der heilige Petrus Kanisius, Profess-Priester der Gesellschaft Jesu, nährte und unterhielt in seinem Herzen die zärtlichste Andacht, mit der er der allerseligsten Jungfrau huldigte. Diese Andacht sah er für eines der wirksamsten Mittel an, die ein Mann besitzt, in dessen Beruf es liegt, die Ehre und Anbetung des göttlichen Sohnes dieser Mutter zu befördern und zu verbreiten. Immer war daher sein Herz durchdrungen von den erhabensten Gesinnungen der Ehrfurcht und Hingebung zu dieser glorreichen Himmelskönigin. Und dieselben Gesinnungen suchte er durch seine Unterredungen, durch seine Predigten und Bücher allen Gläubigen einzuflößen. Er führte die Unschuldigen zur Makellosen, die Gefallenen zur Zuflucht der Sünder, die Büßer zur Trösterin der Betrübten, die Bedrängten zur Hilfe der Christen, alle zur Mutter der Gnaden. – Den Kirchen aber und Kapellen, die ihrem Namen geweiht waren, verschaffte er Ablässe und andere Gnaden und Auszeichnungen. Besonders tat er dies für die berühmte Wallfahrtskirche Unserer Lieben Frau von Alten-Oettingen. – Im Verhältnis der Gnaden, die er durch die Fürsprache der Gebenedeiten des Herrn empfing, wuchs auch seine Dankbarkeit. – Alle Tage pflegte er ihr zu Ehren den heiligen Rosenkranz zu beten, und in seinem hohen Alter legte er ihn beinahe nicht mehr aus der Hand. Er rechnete es sich zur besonderen Ehre, alle zu ihrer Verherrlichung eingeführten Andachtsübungen mitzubegehen. Und sie erwiesen sich in seinen Augen als umso wichtiger, gerade weil sie der Mutter des Welterlösers galten. –

 

(Aus: Leben des Seligen von P. Georg Patiß)