Der heilige Karl Borromäus

 

Der heilige Karl Borromäus, Kardinal und Erzbischof von Mailand, nährte in seinem Herzen die kindliche Andacht zu Maria. Außerdem, dass er täglich den Rosenkranz und die Tagzeiten Marias, auf den Knien liegend, betete, fastete er auch jedes Mal an dem Tag vor einem Fest Unserer Lieben Frau Niemand zeigte mehr Sorgfalt, ihr beim Zeichen der Angelus-Glocke seine Verehrung zu erweisen, als er, denn wie daheim, so fiel er auch in den Straßen auf die Knie, und befand er sich zu Pferde, dann stieg er herab, um seiner Gebets-Pflicht zu genügen.

 

Die Verehrung der allerseligsten Jungfrau suchte er nicht nur bei seinen Geistlichen, in seinen Seminarien und in den Klöstern eifrigst zu befördern, sondern auch über die ganze Stadt und Diözese auszudehnen. Und in allen Pfarrkirchen musste an jedem Abend eine Antiphon zum Preis der heiligen Gottesgebärerin gesungen werden, wozu man das Volk durch Glockenläuten einlud.

 

In seiner Kathedrale hatte er eine Kapelle und Bruderschaft des heiligen Rosenkranzes und bemühte sich, sie auch in alle Pfarrkirchen einzuführen.

 

Für jeden ersten Sonntag des Monats bestimmte er, dass man eine Prozession halte, bei der ein Bildnis Marias mit aller Pracht umhergetragen wurde. Er wollte, dass sie die Beschützerin aller frommen Stiftungen sein möge, die er in seiner Diözese gründete. Und gleichfalls verordnete er, dass man im ganzen Erzbistum den Namen „Maria“, so oft man ihn aussprechen hörte, auch mit äußeren Zeichen der Hochachtung verehre.

 

Über dem Hauptturm einer jeden Pfarrkirche seines bischöflichen Sprengels ließ er ein Bild der heiligen Jungfrau aufstellen, um dadurch dem Volk anzuzeigen: dass man dereinst in den Tempel der ewigen Glorie nicht eingehen könne, ohne die Vermittlung derjenigen, die die Kirche die „Pforte des Himmels“ nennt. –

 

(Aus: Leben des Heiligen von J. P. Guissano)