Gelübde zu Ehren der Unbefleckten Empfängnis

 

Dem tapferen General Vergé, der sich in der französischen Armee an dem Feldzug in der Krim beteiligte, hatte seine fromme Frau empfohlen: sich um die Fürbitte der Mutter Christi und um ihren besonderen Schutz durch ein besonderes Gelübde zu bewerben. – Er machte es unmittelbar vor der Erstürmung des „grünen Hügels“, dem stärksten Befestigungswerk vor Sewastopol, als er gerade den Brief seiner Frau erhalten hatte.

 

Ohne irgendeine Verwundung ging er aus diesem mörderischen Sturm glücklich hervor, und er löste alsbald sein Gelübde für den Muttergottes-Schutz, das darin bestand: die Anerkennung des Glaubenssatzes von der unbefleckten Empfängnis Marias laut auszusprechen, und zwar durch folgendes Sonett:

 

„Maria, wie so oft zu dir im Stillen

Fleht ich, und stets gab sich dein Schutz mir kund,

Drum fühlt mein Herz für dich im schönen Bund –

Vertrauen, Liebe, Dank in sich erquillen!

 

So lass mich jetzt, was ich gelobt, erfüllen,

Als mitten in dem Schlachtgewühl ich stand:

„Dass sündlos du, nach Gottes heilgem Willen,

Empfangen bist!“ gläubig mein Herz erkannt.

 

Ja, du hast mich geschützt im heißen Kampf,

Dass stark mein Mut blieb und dabei besonnen

Im Kugelregen und im Pulverdampf;

Dir dank ich diesen Sieg, den wir gewonnen:

Drum sei der Sieges Ruhm auch dir geweiht;

Marias Name sei gebenedeit!“

 

(Aus: Bilder aus der Gegenwart 1856 von Carl Zell)