Die wunderbare Rettung

 

Als im Jahr 1241 die Mongolen, nachdem sie schon Polen und Schlesien verwüstet hatten, in zahllosen Schwärmen auch nach Böhmen und Mähren bis vor die Festung Olmütz hereindrangen, da war es Jaroslaw von Sternberg, Ahnherr der erlauchten altböhmischen Familie, Grafen von Sternberg, der mit seinem Häuflein von achttausend Mann siegreich dem weit überlegenen Feind widerstand, und im Vertrauen auf Gottes Erbarmen und die Hilfe Marias sein Vaterland vor dem Untergang rettete.

 

Es war an einem heißen Junitag des Jahres 1241, dass das christliche Heer sich auf dem Berg Hostainow vor dem Andringen des wütenden Feindes zur letzten Verteidigung stellte. Die Not stieg bereits auf das Äußerste, brennender Durst, Ermattung und Verzweiflung bemächtigte sich schon der Tapfersten und die Gefahr wuchs mit der Minute. Da stürzte das Volk zur heiligen Kapelle vor den Thron der göttlichen Gnadenmutter und flehte um Schutz und Hilfe gegen den Feind, und um einen Tropfen Wasser zur Erquickung seines dürren Gaumens. Und siehe! schon zeigt sich ein Wölkchen, Winde wehen, furchtbar schauerlich grollt der Donner, und finstere Wetternacht bedeckt den Himmel, darauf folgt Blitz auf Blitz und ein Regenguss belebt die Quelle des Berges wieder. So erquickt und bestärkt besiegen sie den Feind und befreien das Vaterland von dem so nahen Verderben, denn Gott verlässt die Seinen nicht und gewährt ihnen Hilfe durch Maria, wenn sie mit ihrer Fürbitte demütig ihn um Gnaden-Erweise bitten.

 

(Aus: Die heilige Sage in Österreich von J. Gebhardt)