Die schönsten Gebete an den Wallfahrtsorten zu Maria, dem Heil der Kranken.

 

 

Von der Wallfahrt weiten Wegen

Bring ich Mariens Gruß und Segen

 

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In diesem Ort steht hoch und mild

Der lieben Gottesmutter Bild

Und Andacht herrschet ringsumher,

Als ob hier immer Festtag wär.

 

Zu diesem Bildnis flieh ich hin,

Wenn trostlos ich und traurig bin;

Die man im Bilde hier verehrt, -

Gibt gerne, was man hier begehrt.

 

Sie ist die Mutter unseres Herrn,

Den Irrenden ein milder Stern,

Der armen Sünder Zuversicht,

Betrübten neues Hoffnungslicht.

 

Dem Kranken gibt Sie Kraft und Heil

Und Hilf wird uns durch Sie zuteil

Noch niemanden wies Sie zurück,

Denn allen gilt ihr Gnadenblick.

 

Drum klage ihr ein jedes Leid,

Zu schneller Hilf ist sie bereit

Und ohne Trost geht niemand fort

Von diesem schönen Gnadenort.

 

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O Maria hilf doch mir,

Sieh es fleht Dein Kind zu Dir.

Du bist`s ja die helfen kann,

Ach Mutter nimm Dich meiner an.

Du bist mächtig uns aus Nöten

Und Gefahren zu erretten,

Denn wo Menschenhilf gebricht,

Mangelt dich die Deine nicht.

Nein Du kannst das heiße Fleh`n

Deiner Kinder nicht verschmäh`n,

Zeige dass Du Mutter bist,

Wo die Not am größten ist.

Hilf Maria es ist Zeit,

Mutter der Barmherzigkeit. Ave.

 

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Keiner fleht zu mir vergebens

In den Nöten seines Lebens;

Kommet nur, ich bin allezeit,

Euch zu helfen gern bereit!

Was euch drücket, will ich heben,

Was euch mangelt, will ich geben,

Was euch kränket, soll verschwinden,

Was verwundet ist, verbinden

Will ich es mit Mutterhand,

Die des Leidens viel empfand,

Allen, die sich recht bestreben

Fromm und tugendhaft zu leben

Und sich meinem Dienste weih`n,

Will ich gern und freudig sein

Trost und Hilf in aller Not,

Schutz im Leben und im Tod!

 

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O Maria ! Anker der Hoffnung, Morgenstern, Trösterin der Betrübten, unsere einzige und alleinige Mutter! Schenke heute unseren Wünschen ein geneigtes Ohr, erhöre das Flehen meines armen Herzens; ich weiß nicht, an wen ich mich wenden, wem ich mein Anliegen anvertrauen soll; und doch bin ich unglücklich und leide. Zu Dir also, o meine Beschützerin, o Maria, o meine Mutter, nehme ich in vollem Vertrauen meine Zuflucht; stehe mir bei in meiner Betrübnis, weiche nicht von mir in meiner gänzlichen Verlassenheit; ich bin zahllosen Gefahren ausgesetzt. Du bist die Mutter der Unglücklichen; schütze meine Schwachheit, o göttliche Jungfrau Maria, wirf einen gnadenvollen Blick auf mich, erhöre die Bitte einer unglücklichen Seele, welche unaufhörlich zu Dir rufen möchte: O Maria, ohne Sünde empfangen, bitte für uns, die wir unsere Zuflucht zu Dir nehmen.

 

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Verlass uns, o Mutter nicht,

Wenn unser Aug im Tode bricht!

Hilf, dass wir christlich sterben,

Die Seligkeit des Himmels erben.

Führ uns an deiner Mutterhand

Aus Todesnacht ins Sternenland.

Durch Jesu, Deines Sohnes, Leiden

Erbitte uns die ew`gen Freuden.

Kommt unsre Seele zum Gericht,

Verlasse sie, o Mutter, nicht;

Hilf ihr, Verzeihung, Gnade finden

Für alle tiefbereuten Sünden,

Dass sie nach diesem Erdenstreit

Erlangt des Himmels Seligkeit.

 

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Mutter mein im Himmel oben,

Wo Du wohnst auf hohem Thron;

Dort, wohin Dich Gott erhoben,

Deiner Tugend Dir zum Lohn;

Sieh Dein Kind hier unten stehen;

Hör es klagen, schwer im Schmerz,

Mutter, ach erhör mein Flehen,

Komm und tröst mein trostlos Herz!

O entreiße mich den Nöten,

Der so viele mich umstehn,

Hör mein Rufen, hör mein Beten,

Lass mich nicht zu Grunde gehn.

Und Du sprichst in Muttermilde:

Erdenkind sei nur getröst;

Wie du blickst zu meinem Bilde,

Wirst du deiner Not erlöst;

Fest nur deinem Gott vertraue,

Er ist Vater, ewig gut;

Hoff auf ihn und trau und baue,

Seiner Gotteshuld mit Mut.

 

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Höre, Mutter, meine Klagen,

Die ich flehend zu Dir sende,

Ach, mit Bangen und mit Zagen,

Tränenfeucht mein Aug ich wende.

 

Zu Dir, Mutter, Quell der Liebe,

Süßer Trost der Schwerbetrübten,

Nun Dein Amt, als Mutter übe,

Bitt den Sohn den „Vielgeliebten“.

 

Dass er sende Ruh und Frieden,

Licht und Trost dem Herzen spende,

Das von Zweifeln schwach und müde,

Endlich gläubig sich doch wende.

 

An das treuste aller Herzen,

Auch für mich am Kreuz durchstochen,

Dankbar denke an die Schmerzen,

Die sein liebend Herz gebrochen.

 

O so bitte für mich Armen,

Neige huldvoll Dich herab,

Fleh um Gnade um Erbarmen,

Bitt um Treue bis ans Grab.

 

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Ich gehe, wenn ich traurig bin,

Zur lieben Mutter Gottes hin,

Und alles Leid und allen Schmerz

Vertrau ich ihrem Mutterherz.

Der Sohn in seiner Leidensnacht

Hat sie als Mutter uns vermacht.

Uns helfen ist ihr Mutterpflicht,

Maria sie vergisst das nicht.

Manch Herz ist an Erbarmen reich

Doch ihrem Herz ist keines gleich!

Des Kindes Leid, des Kindes Schmerz

Fühlt nur so recht ihr Mutterherz,

Drum geh, hast du betrübten Sinn,

Nur gleich zur Mutter Gottes hin

Und alles Leid und allen Schmerz

Erzähle ihrem Mutterherz

Und sie, die Mutter – Königin,

Verschafft dir wieder frohen Sinn,

Drum felsenfest dich ihr vertrau,

Sie ist ja unsre liebe Frau.

 

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Hilf, o Maria Mutter wert,

Du weißt gar wohl, was uns beschwert.

Dir ist bekannt das menschlich Herz

Das betrübt so mancher Schmerz,

Dem niemand glaubt, kein Auge fasst,

Nimm hin, o Mutter, solche Last.

Wir Menschen sind all Stund und Tag

In Not, Gefahr, in Pein und Plag.

Mit Feuer, Hunger, Krieg und Tod

Zu strafen uns der Himmel droht,

Und dies allein wegen unserer Sünd

Drum komm, Maria, hilf uns gschwind.

Hör an, die wir so inniglich,

Von ganzen Herzen bitten Dich,

Lass Dich erweichen, o Mutter groß,

Samt Deinen Sohn in Deinem Schoß.

Dass wir durch dessen Mildigkeit,

Sämtlich erlangen Trost und Freud,

In alle Ewigkeit. Amen.

 

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Geh zu Maria, fromme Seele,

Zu jeder Stund, an jeden Tag,

Und sag und klag Ihr, was dir fehle,

Was immer dich bedrücken mag.

Geh zu Maria, fromme Seele,

Ist dir dein Herz von Kummer schwer,

Und, mit Kindeseinfalt, zähle

Ihr alle deine Nöte her.

Vor allem geh zu dieser Stätte,

Wo Gnadenglanz ihr Bild verklärt,

Gibt’s einen, der gebetet hätte,

Dem Sie die Bitte nicht gewährt?

 

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„Maria hilf!“ ruft aller Enden

Die Not hinauf zur ew`gen Höh,

„Maria Hilf!“ wer kann sonst wenden

Des Lebens Leid und bitt’res Weh?

„Maria hilf!“ – ach, Menschen mögen

Und können nicht uns Hilf verleihn;

Wie dunkel wär’s auf unsern Wegen,

Göss Deine Lieb nicht Trost uns ein!

 

Maria hilf!“ – so ruft der Sünder,

Dess Schuld so schwer, so rot wie Blut;

Dein mildes Herz, es ist nicht minder

Selbst dem zu tief Gefall’nen gut!

Die Du am Kreuz dem rechten Schächer

Beim Sohn erfleht das Paradies,

Mach, dass auch mich Er nicht als Rächer

Und Richter in die Hölle stieß!“

 

„Maria hilf!“ – so klingt das Flehen

Der Unschuld von Gefahr bedroht,

Lass nicht im Kampf mich untergehen,

O schütz mich vor der Seele Tod!

Nein!, sterben lieber als verlieren,

Den ewig schönen Jungfraunkranz,

Er mög mich noch da droben zieren

Mit wundervollem Sternenglanz!

 

„Maria hilf!“ – vom Bett der Schmerzen

Tönt so des Kranken bange Bitt,

Dir klag ich’s mit gepresstem Herzen,

Was dieser Leib so lang schon litt!

Hilf zur Genesung mir aufs Neue,

Und leben will ich Gott zur Ehr

Mit solchem Dank und solcher Treue,

Wie wenn ich neu geboren wär!

 

„Maria hilf!“ – dringt’s aus der Hütte

Der Armut in Verzweiflung fast,

Das Elend weilt in unsrer Mitte,

Die Not ist unser steter Gast!

Kein Brot, kein Kleid – im Herd, dem kalten,

Kein Feuer mehr trotz Eis und Schnee,

Wie können wir noch Hilf erhalten,

Als nur durch Dich in so viel Weh!

 

„Maria hilf!“ – so fleht – verlassen

Von aller Welt – ein Herz in Leid;

Dürft Deine Hand nicht fest ich fassen,

Dem Untergang wär ich geweiht!

 

„Maria hilf!“ ruft in den Stürmen

Der Seemann, dem der Abgrund droht.

Du, Stern des Meers, allein kannst schirmen

Mich und mein Schiff vor sicherm Tod!

 

„Maria hilf!“ – so ringt das Flehen

Des Bergmanns sich aus dunklem Schacht,

Lebendig, ach! muss ich mich sehen

In grauenvollster Grabesnacht!

 

„Maria hilf!“ so haucht noch leise

Des Sterbenden erbleichter Mund,

O hilf zur letzten langen Reise,

Hilf in des Lebens schwerster Stund!

 

„Maria hilf!“ – steht am Altare

Der Priester – und in stiller Zell

Der Mönch; an ihres Gatten Bahre

Die Frau im heißen Tränenquell;

An Kindleinsgrab zwei Elternherzen,

Die jetzt an aller Freude arm,

Das Waisenkind in bangen Schmerzen,

Dem niemand naht voll Liebe warm!

 

„Maria hilf!“ so ruft vom Throne

Der Kaiser, - der Soldat im Streit,

Der Papst mit dreifach heil’ger Krone,

Der Missionär im Urwald weit,

Der Künstler eh zum Werk dem hehren,

Er sich in frommer Andacht schickt,

Der Arzt, in seinem Amt, dem schweren,

Dass ihm die Kur am Kranken glückt!

 

„Maria hilf!“ – das ist auf Erden

Der erste wie der letzte Schrei,

Drin alle Menschen gleich sich werden,

Wie ungleich sonst ihr Los auch sei,

Der nimmer ruht in ihrem Herzen,

Den immer ruft der bange Mund,

Drin tausendfach verschiedne Schmerzen

Sich unsrer Mutter machen kund.

 

„Maria hilf!“ – Im Himmel droben

Wird dieser Ruf verklungen sein

In Jubellied und Dankesloben!

Das freudig wir Maria weihn,

Durch deren Hilf wir überwunden

Das Fleisch, den Satan und die Welt.

In deren Lieb wir nun gefunden,

Den ew’gen Lohn im Gotteszelt!

 

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Der Pilger Abschiedsgruß beim Scheiden von der Gnadenstätte

 

So heißt’s denn wieder scheiden

Von diesem Ort so hehr,

Und scheiden, das bringt Leiden,

Wir fühlen’s nur zu sehr!

Wie Kindern ist’s uns heute,

Die von der Mutter gehen,

Fort in die Welt, die weite,

Vielleicht auf Nimmersehn!

 

Da gibt’s viel heiße Zähren,

Viel bittern bangen Schmerz,

Viel liebe letzte Lehren

Aus Mutter-Mund und Herz;

Da gibt’s ein warm Versprechen

Mit Kindes-Hand und Mund,

Zu keiner Zeit zu brechen

Mit Gott den heil’gen Bund!

 

So knien zum letzten Male

Vor unsrer Mutter wir,

Seh’n – bei der Lampen Strahle

Ins liebe Antlitz ihr,

Kaum können satt wir schauen

Uns an der Mutter heut,

Und heiße Tränen tauen

In tiefstem Trennungsleid!

 

Ist’s wohl in diesem Leben

Der letzte Scheidegruß,

Den wir gebracht soeben

Zu des Altares Fuß?

O süße Mutter, sage,

Wird nochmals uns das Glück

Dass unser Fuß uns trage

An diesen Ort zurück?

 

Du schweigst, und unsre Herzen,

Sie schlagen tief bewegt,

Ein Tränenflor voll Schmerzen

Auf unser Aug sich legt!

O Mutter, liebe Milde,

Leb wohl und gib uns heut

Von deinem Gnadenbilde

Den Segen als Geleit!

 

Wir haben unser Leben

Gelegt in deinen Schoß,

Du, Mutter, kannst uns geben

Ein gut und glücklich Los,

Kannst enden unsre Leiden,

Und lindern unsre Last,

Kannst wenden wohl zu Freuden

Das Weh, dass uns erfasst!

 

So wollen ohne Bangen

Wir wieder heimwärts gehn!

Wir werden Heil erlangen,

Wir werden Hilfe sehn,

Und ob’s auch anders ginge

Als unser Herz es meint,

Du ordnest alle Dinge,

Wie Dir’s am besten scheint!

 

Eins aber tu uns allen,

Steh uns im Tode bei,

Dass er ein selig Wallen

Zum Tempel Gottes sei,

Zum wahren Gnadenorte,

Wo mit dem Sohn du weilst,

Und uns mit mildem Worte

Den Muttergruß erteilst!