Die Gelobung einer neuntägigen Andacht

 

Don Lazaro Romirez, Vater der berühmten Schauspielerin Bernarda Romirez, später vermählt mit Sebastian de Prado, war ein Hidalgo aus der Montana, der als Krämer herumwanderte. Seine Frau, die ihn begleitete, zog sich infolge eines Wochenbettes und der rauen Jahreszeit eine vollkommene Lähmung zu. In diesem trostlosen Zustand lag sie in Madrid. Hier befand sich damals an der Ecke, wo die Halle de Leon an die von Santa Maria stößt, ein Bild der heiligen Jungfrau, das vom frommen Volk sehr verehrt wurde. Darauf setzte nun die arme Frau ihr Vertrauen. Mit kindlicher Hingebung verlobte sie sich Mariä, dem „Heil der Kranken“, zu einer neuntägigen Andacht und schleppte sich auf ihren Krücken jede Nacht zu dem Bild. Es war dies im Juli 1624. Am letzten der neun Tage (montags am 15. Juli) fühlte sie sich allplötzlich vollkommen gesund und im freien Gebrauch ihrer Glieder. Sie lief sogleich nach der Plazuela Anton Martin und kaufte dort Nägel, um ihre Krücken, deren sie weiter nicht mehr bedurfte, am Bild der Gebenedeiten des Herrn anzunageln.

Dieses Ereignis machte großes Aufsehen. Das Bild wurde sofort (am 24. Juli) in die Pfarrkirche zum heiligen Sebastian versetzt, zum Andenken aber an die Begebenheit an besagter Stätte ein anderes Bild aufgestellt, das sich bis heute noch dort befindet.

Dies gab Veranlassung zur Stiftung der berühmten „Bruderschaft von Unserer Lieben Frau de la Novena“, die die Schauspieler zu ihrer Patronin auserwählten.

In der königlichen Bibliothek zu Madrid wird noch ein Manuskript aufbewahrt, worin die Vermächtnisse, Jahrestage usw. der verstorbenen Brüder und Schwestern eingetragen sind.

(Aus: Cölestina, eine Festgabe für Frauen und Jungfrauen)