14 - Von der Sonntagsheiligung

 

1. Von Anfang an hat Gott der Herr einen Tag der Woche sich vorbehalten: an diesem Tag sollen die Menschen ihre irdischen Geschäfte ruhen lassen und die Feier des Gottesdienstes begehen. Im Bericht über die Schöpfung heißt es: „“Gott heiligte den siebenten Tag“, und in den 10 Geboten schärfte der Herr diese uralte Anordnung von neuem ein mit den Worten: „Gedenke, dass du den Sabbat heiligst“. So streng forderte Gott diese Ehre für sich, dass er im Gesetz des Mose die Sabbatschändung mit der schweren Strafe der Steinigung belegte. Mit dem Neuen Bund trat an die Stelle des Sabbats der Sonntag, weil dieser Tag durch die erhabensten Wunder der Auferstehung und der Sendung des Heiligen Geistes geheiligt worden war.

 

2. So stammt also der Sonntag seinem ersten Ursprung nach aus dem Paradies, und obwohl die Menschen durch ihre Schuld das Paradies verloren haben, so ist ihnen doch mit dem Sonntag ein lichter Strahl der Paradiesesschönheit und der Paradiesesfreude geblieben. Der Sonntag nimmt das Joch der Arbeit von der Schulter des müden Menschen und lenkt sein Auge nach oben, damit er seines Vaters im Himmel und der ewigen Heimat seiner unsterblichen Seele gedenke. Eine Wohltat ist der Sonntag für uns, eine Wohltat an Leib und Seele, besonders für die ärmsten und geplagtesten Menschen. An diesem Tag wenigstens können sie sich aufrichten und aufatmen, sich ihrer Menschenwürde und hohen Bestimmung wieder bewusst werden und hoffenden Herzens vorausschauen auf die ewige Sabbatruhe im Himmel.

 

3. Ein Sonnentag soll der Sonntag für uns sein. Er soll die Sonne des Glaubens und der Hoffnung, der Gnade und der Wahrheit, der Freude und des Trostes in unser Herz scheinen lassen. Ein solcher Sonnentag wird er sein, wenn wir ihn im rechten Geist feiern. Lass die knechtliche Arbeit ruhen und entweihe nicht aus schnöder Gewinnsucht diesen heiligen Tag; ein solcher Gewinn würde dir keinen Segen bringen. Geh zur Kirche, um das heilige Opfer mitzufeiern und das Wort Gottes zu hören. Benutze den Tag, um für deine Seele zu sorgen durch Empfang der heiligen Sakramente, durch eifriges Gebet und erbauliche Lesung. Dann wird dir immer noch Zeit bleiben, um dich zu erholen durch Ruhe und zu erfreuen durch Erholung; aber meide alle gefährliche oder übermäßige oder gar sündhafte Lust. Die Sonntagsheiligung bringt großen Segen; wo der Sonntag nicht mehr gilt, da erstirbt die Religion, und der Mensch irrt immer weiter ab von seinem wahren Ziel.

 

Lasset uns beten drei Ave-Maria, um durch die Fürbitte Mariä vor der Entheiligung des Sonntags bewahrt zu bleiben.

Zusatz: . . . Jesus, der uns die Gnade geben wolle, den Tag des Herrn recht zu feiern.

 

Gebet

 

Glorreiche Himmelskönigin, du bist eingegangen in den ewigen Sonntag, dessen Jubel niemals verstummt. Siehe, wir tragen noch das Joch des irdischen Werktages. Lass nicht zu, dass wir in weltliche Gesinnung versinken, sondern erflehe uns die Gnade, dass eine würdige Sonntagsfeier immer wieder unsere Seelen zum Himmel erhebe, bis wir zur ewigen Sabbatruhe gelangen. Amen.