Neunzehnte Maiandacht - Verantwortung

 

Lied: O Jesu Christe, wahres Licht

 

O Jesu Christe, wahres Licht,

erleuchte, die dich kennen nicht,

und bringe sie zu deiner Herd,

dass ihre Seel auch selig werd.

 

Lass alle, die im Finstern gehn,

die Sonne deiner Gnade sehn;

und wer den Weg verloren hat,

den suche du mit deiner Gnad.

 

Den Tauben öffne das Gehör,

die Stummen richtig reden lehr,

dass sie bekennen mögen frei,

was ihres Herzens Glaube sei.

 

Einleitungsgebet

 

V Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

A Amen.

 

V Ewiger Gott und Vater, wir erscheinen vor deinem heiligen Angesicht, um dir für die Gnaden und Vorzüge zu danken, die du der seligsten Jungfrau Maria verliehen hast. Du hast sie mit allen Gaben ausgestattet, die ihr hoher Beruf erfordert. Darum ehren und lieben wir sie und weihen ihr diesen Monat, in dem die Natur sich Jahr um Jahr in neuer Pracht und Schönheit kleidet.

A Herr und Gott, wie groß und wunderbar bist du. In die Hand der Jungfrau Maria hast du das Heil der Welt gelegt.

 

V Zu ihr kommen wir jeden Tag, freuen uns über ihre Größe und Heiligkeit und empfehlen ihrem mütterlichen Herzen alle unsere Bitten und Sorgen. Wir danken dir, dass du sie uns zur Mutter und Fürsprecherin gegeben hast, und hoffen vertrauensvoll auf ihren Schutz.

A Eine Mutter wird nie ihr Kind vergessen und immer Mitleid haben mit dem Kind ihres Schoßes.

 

V In Maria hast du uns ein Vorbild jeglicher Tugend gegeben. Sie ist die demütige Magd, die deinen Willen anbetet, die reine Jungfrau, deren Herz nur dir gehört, die heilige Mutter, die ihr Liebstes opfert, die starke Frau, die in der schwersten Stunde das Gottvertrauen nicht verliert, die Hohepriesterin des Neuen Bundes, die unter dem Kreuz ihres Sohnes zur Mittlerin der Gnaden wird. Zu ihr schauen wir auf, nach ihrem Beispiel wollen wir handeln.

A Wer auf mich hört, wird nicht zuschanden, wer sich um mich bemüht, wird niemals sündigen.

 

V So nimm das Lob in Gnaden an, das wir der Mutter deines Sohnes weihen. Was der Heilige Geist im Buch der Bücher schrieb, beten wir zu ihrer Ehre:

A Mein Herz wallt auf zu frohem Sang, ich weihe mein Lied dem König, meine Zunge ist dem Stift des schnellsten Schreibers gleich.

 

V Du bist der Schönste unter allen Menschenkindern, Anmut ist ausgegossen über deine Lippen, darum hat Gott auf ewig dich gesegnet.

A Umgürte deine Hüften mit dem Schwert, Allmächtiger, erhebe dich in deiner Pracht und Schönheit.

 

V Zieh aus mit Glück, tritt ein für Wahrheit, Güte und Gerechtigkeit, und deine Rechte wird dich wunderbar geleiten.

A Gar scharf sind deine Pfeile, Völker sinken vor dir hin, ins Herz getroffen sind des Königs Feinde.

 

V Dein Thron, o Gott, steht fest für alle Ewigkeit, dein Herrscherstab ist ein gerechtes Zepter.

A Du liebst das Recht, das Unrecht hassest du, darum hat dich der Herr, dein Gott, mit Freudenöl gesalbt vor deinen Brüdern.

 

V Wie duftet dein Gewand nach Myrrhe, Aloe und Kassia, in Elfenbeinpalästen erfreuen Königstöchter dich in deinem Ehrenschmuck.

A Zu deiner Rechten steht die Königin in golddurchwirktem Kleid, in Pracht gehüllt.

 

V Nun horche, Tochter, schau und neig dein Ohr, vergiss dein Volk und deines Vaters Haus.

A Nach deiner Schönheit sehnt der König sich, er ist der Herr, dein Gott, ihn bete an.

 

V Die Tyrustöchter flehen um deine Huld mit Ehrengaben, die Mächtigen des Volkes neigen sich vor dir.

A Die Herrlichkeit der Königstochter liegt in ihrem Innern, mit Gold ist ihr Gewand durchwirkt.

 

V Im Hochzeitsschmuck naht sie dem König, umgeben von jungfräulichem Geleit.

A Mit Jubel und Frohlocken führt man sie herbei, so ziehen sie in den Palast des Königs.

 

 

 

V Statt deiner Väter werden Söhne dir geboren, du setzt sie ein als Fürsten auf der ganzen Erde.

A Verkünden wird man deinen Namen allen kommenden Geschlechtern, und preisen werden dich die Völker immerdar.

 

V Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

A Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

 

Maria

 

Reinste Jungfrau, Mutter des Herrn!

Strahlende Sonne, leuchtender Stern!

 

Wunderzypresse, Balsam im Leid!

Sichere Führerin, Kriegsheer im Streit!

 

Friedensvermittlerin, siegreiche Frau!

Königin, Herrscherin, dir ich vertrau!

 

Mutter, dich grüße ich,

Mutter, dich ehre ich,

Mutter, dir danke ich;

Mutter, dich liebe ich allezeit,

Dich lieb ich, o Mutter, in Ewigkeit!

 

Lied: Wunderschön prächtige

 

Wunderschön prächtige, hohe und mächtige,

liebreich holdselige, himmlische Frau,

der ich mich ewiglich weihe herzinniglich,

ganz mich mit Leib und mit Seele vertrau;

Gut, Blut und Leben

will ich dir geben:

alles, was immer ich hab, was ich bin,

geb ich mit Freuden, Maria, dir hin.

 

Sonnenumglänzete, Sternenumkränzete,

Leuchte und Trost auf der nächtlichen Fahrt!

Vor der verderblichen Makel der Sterblichen

hat dich die Allmacht des Vaters bewahrt.

Selige Pforte

warst du dem Worte,

als er vom Throne der ewigen Macht

Gnade und Rettung den Menschen gebracht.

 

V Ewiger Vater, du hast das Weinen und Wehklagen der Mütter gehört, deren Kinder Herodes in Betlehem ermorden ließ, und dein Sohn hat auf seinem Kreuzweg das Mitleid der Frauen gesehen, die über ihn weinten. Du willst aber mehr als Tränen, die aus einer natürlichen Rührung und Stimmung fließen. Darum lass uns nie die Verantwortung vergessen, die wir für die eigene Seele und für alle tragen, die du uns anvertraust, sonst müsste auch uns das Wort treffen: Weinet nicht über mich, sondern über euch selbst und über eure Kinder. Im Geist der Gottesmutter wollen wir den Kreuzweg deines Sohnes betrachten, um das Bewusstsein unserer Verantwortung zu stärken und ein Christentum der Tat in uns zu wecken.

A Was der Mensch sät, das wird er auch ernten. Wer im Fleisch sät, wird vom Fleisch Verderben ernten. Wer aber im Geist sät, wird vom Geist ewiges Leben ernten.

 

V Wir lesen aus dem Evangelium des heiligen Matthäus über den Kindermord in Betlehem:

Als Herodes sah, dass er von den Weisen getäuscht worden war, geriet er in heftigen Zorn. Er ließ in Betlehem und in der ganzen Umgegend alle Knäblein bis zu zwei Jahren töten, entsprechend der Zeit, die er von den Weisen erforscht hatte. Da ging in Erfüllung das Wort des Propheten Jeremia, der da spricht: Eine Stimme wird in der Höhe vernommen, Wehklagen, Trauern und Weinen. Rachel weint über ihre Kinder und will sich nicht trösten lassen, weil sie nicht mehr da sind.

A Rachel weint über ihre Kinder und will sich nicht trösten lassen.

 

V So spricht der Herr der Heerscharen: Lass dein lautes Weinen. Deine Augen sollen keine Tränen mehr vergießen.

A Dein Schmerz wird seinen Lohn erhalten; deine Kinder kehren heim aus Feindesland.

 

V Unschuldig starben sie und leben nun in Gottes Reich; in ihrer Mitte weilt das Lamm.

A Aus Todesnot sind sie gekommen, sie haben ihr Gewand gewaschen im Blut des Lammes.

 

V Sie beten den Gott an, der lebt von Ewigkeit, und legen ihre Kronen nieder vor dem Thron des Allerhöchsten.

A Sie fallen vor ihm nieder und preisen den, der herrscht in alle Ewigkeit.

 

V Die Seinen prüft der Herr wie Gold im Feuerofen, als heilige Opfergabe stehen sie vor seinen Augen.

A Vor den Menschen litten sie die Qual des Todes, unsterblich ist die Hoffnung der Erwählten für die Ewigkeit.

 

V Wie Wasser haben sie das Blut der Unschuld rings um Jerusalem vergossen, und niemand war, der Mitleid hatte.

A Für Christus haben sie gelitten und triumphieren nun für immer.

 

V Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

A Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

 

Zur Mutter von der immerwährenden Hilfe

 

Jungfrau, Mutter Gottes mein,

lass mich ganz Dein eigen sein!

Dein im Leben, Dein im Tod,

Dein in Unglück, Angst und Not,

Dein in Kreuz und bitt'rem Leid,

Dein für Zeit und Ewigkeit.

 

Jungfrau, Mutter Gottes mein,

lass mich ganz Dein eigen sein!

Mutter, auf Dich hoff' und bau' ich.

Mutter, zu Dir ruf' und seufz' ich.

Mutter, Du Gütigste, steh mir bei.

Mutter, Du Mächtigste, Schutz mir leih'.

 

O Mutter, so komm, hilf beten mir!

O Mutter, so komm, hilf streiten mir!

O Mutter, so komm, hilf leiden mir!

O Mutter, so komm und bleib bei mir!

 

Du kannst mir ja helfen, o Mächtigste!

Du wirst mir auch helfen, o Gütigste!

Du musst mir nun helfen, o Treueste!

Du willst mir auch helfen, Barmherzigste!

 

O Mutter der Gnade, der Christen Hort!

Du Zuflucht der Sünder, des Heiles Port!

Du Hoffnung der Erde, des Himmels Zier!

Du Trost der Betrübten, Ihr Schutzpanier!

 

Wer hat je umsonst Deine Hilf' angefleht?

Wann hast Du vergessen ein kindlich Gebet?

Drum ruf' ich beharrlich in Kreuz und in Leid!

Maria hilft immer! - Sie hilft jederzeit!

 

Ich ruf' voll Vertrauen in Leiden und Tod:

Maria hilft immer - in jeglicher Not!

So glaub' ich - und lebe und sterbe darauf.

Maria hilft mir in den Himmel hinauf.

 

V Wir lesen aus dem Evangelium des heiligen Lukas über die weinenden Frauen Jerusalems:

Als sie Jesus nach Golgatha hinausführten, zog eine große Menge Volkes mit, auch viele Frauen, die ihn beklagten und beweinten. Jesus wandte sich zu ihnen hin und sprach: Ihr Töchter Jerusalems, weint nicht über mich, sondern weint über euch selbst und über eure Kinder. Denn seht, es werden Tage kommen, da man sagen wird: Selig die Unfruchtbaren, deren Schoß nicht geboren und deren Brust nicht genährt hat. Den Bergen wird man zurufen: Fallt über uns!, und den Hügeln: Bedeckt uns! Wenn das am grünen Holz geschieht, was wird dann am dürren geschehen!

A Weint nicht über mich, sondern weint über euch selbst und über eure Kinder.

 

V Als Israel noch jung war, habe ich es geliebt als meinen Sohn. Aus Ägypten habe ich es gerufen.

A Wie ein Vater habe ich es ernährt, auf meinen Armen habe ich es getragen.

 

V Ich zog es an mich mit den Banden meiner Liebe. Von seinem Nacken löste ich das Joch der Knechtschaft.

A Je mehr ich tat für seine Söhne, desto weiter wichen sie von mir und gingen ihre eigenen Wege.

 

V Mit Heuchelei hat Ephraim mich rings umgeben, Lüge häuften sie auf Lüge.

A Nun wird das Schwert beginnen, ihre Stätte zu verwüsten; ihre Fürsten wird es fressen.

 

V Ihre Herzen sind geteilt. Bitter werden sie es büßen; verwüstet werden ihre Heiligtümer.

A Dorngestrüpp wird darauf wuchern. Zu den Bergen wird man sagen: Deckt uns!, und zu den Hügeln: Fallt über uns!

 

V An dem Tag, da der Herr das Strafgericht hinwegnimmt, erscheint der König Israels inmitten seines Volkes und wird sein Retter sein.

A Dann werden sich die Kinder Israels zum Herrn bekehren und die Gnade des Messias suchen.

 

V Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

A Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

 

V Ewiger Vater, das auserwählte Volk des Alten Bundes ist in die Irre gegangen. Es hat dich verlassen und seinen Erlöser nicht erkannt, trotzdem die Propheten immer wieder von ihm sprachen. Zu uns hast du noch viel erschütternder gesprochen durch das Leiden und das Sterben deines Sohnes. Herr, wir wollen deine Stimme hören und auf dem Kreuzweg zu erfassen suchen, was uns der Erlöser sagen und zeigen will. Gib, dass wir ihn verstehen, wie seine heilige Mutter ihn verstanden hat. Mit ihr folgen wir in aufrichtiger Reue und mit ehrlichem Wollen dem, der für uns das schwere Kreuz getragen hat.

A Amen.

 

Lied: Wunderschön prächtige

 

Schuldlos Geborene, einzig Erkorene,

du Gottes Tochter und Mutter und Braut,

die aus der Reinen Schar Reinste wie keine war,

die selbst der Herr sich zum Tempel gebaut!

Du Makellose,

himmlische Rose,

Krone der Erde, der Himmlischen Zier,

Himmel und Erde, sie huldigen dir!

 

Du bist die Helferin, du bist die Retterin,

Fürstin des Himmels und Mutter des Herrn!

Spiegel der Reinigkeit, Stärke der Christenheit,

Arche des Bundes, hellleuchtender Stern!

Liebreich dich wende,

Frieden uns sende,

Mutter, ach wende die Augen uns zu,

lehr uns in Demut so wandeln wie du!

 

Litanei von der Mutter Gottes

 

V/A Herr, erbarme dich.

V/A Christus, erbarme dich.

V/A Herr, erbarme dich.

 

V Christus, höre uns. A Christus, erhöre uns.

 

V Gott Vater im Himmel, A erbarme dich unser.

V Gott Sohn, Erlöser der Welt, A erbarme dich unser.

V Gott Heiliger Geist, A erbarme dich unser.

V Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, A erbarme dich unser.

 

V Heilige Maria, A bitte für uns.

Heilige Gottesgebärerin

Heilige Jungfrau der Jungfrauen

Mutter Christi

Mutter der göttlichen Gnade

Du reinste Mutter

Du keuscheste Mutter

Du unversehrte Mutter

Du unbefleckte Mutter

Du liebenswürdige Mutter

Du wunderbare Mutter

Du Mutter des guten Rates

Du Mutter des Schöpfers

Du Mutter des Erlösers

Du weiseste Jungfrau

Du ehrwürdige Jungfrau

Du lobwürdige Jungfrau

Du mächtige Jungfrau

Du gütige Jungfrau

Du getreue Jungfrau

Du Spiegel der Gerechtigkeit

Du Sitz der Weisheit

Du Ursache unserer Freude

Du geistliches Gefäß

Du ehrwürdiges Gefäß

Du vortreffliches Gefäß der Andacht

Du geheimnisvolle Rose

Du Turm Davids

Du elfenbeinerner Turm

Du goldenes Haus

Du Arche des Bundes

Du Pforte des Himmels

Du Morgenstern

Du Heil der Kranken

Du Zuflucht der Sünder

Du Trösterin der Betrübten

Du Hilfe der Christen

Du Königin der Engel

Du Königin der Patriarchen

Du Königin der Propheten

Du Königin der Apostel

Du Königin der Märtyrer

Du Königin der Bekenner

Du Königin der Jungfrauen

Du Königin aller Heiligen

Du Königin, ohne Makel der Erbsünde empfangen

Du Königin des heiligen Rosenkranzes

Du Königin des Friedens

 

V Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünden der Welt, A verschone uns, o Herr.

V Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünden der Welt, A erhöre uns, o Herr.

V Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünden der Welt, A erbarme dich unser.

 

V Bitte für uns, heilige Gottesmutter, A dass wir würdig werden der Verheißungen Christi.

 

V Lasset uns beten. Wir bitten dich, Herr und Gott, verleihe, dass wir als deine Diener uns der beständigen Wohlfahrt der Seele und des Leibes erfreuen und auf die glorreiche Fürsprache der seligen allzeit jungfräulichen Mutter Maria von der gegenwärtigen Trübsal befreit und der ewigen Freude teilhaftig werden, durch Christus, unsern Herrn. A Amen.

 

Lied: O Jesu Christe, wahres Licht

 

Erleuchte, die da sind verblendt,

bring heim, die sich von dir getrennt;

versammle, die zerstreuet gehen,

und stärke, die im Zweifel stehn.

 

So werden alle wir zugleich

auf Erden und im Himmelreich

hier zeitlich und dort ewiglich

für solche Gnade preisen dich.

 

V Auf die Fürsprache der allerseligsten Jungfrau und Gottesmutter Maria segne uns der allmächtige Gott, der Vater + und der Sohn + und der Heilige + Geist.

A Amen.