Fünfzehnte Maiandacht - Im Kampf um die Reinheit

 

Lied: Herzliebster Jesu

 

Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen,

dass man ein solch scharf Urteil hat gesprochen?

Was ist die Schuld, in was für Missetaten

bist du geraten?

 

Du wirst gegeißelt und mit Dorn gekrönet,

ins Angesicht geschlagen und verhöhnet,

du wirst mit Essig und mit Gall getränket,

ans Kreuz gehenket.

 

Einleitungsgebet

 

V Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

A Amen.

 

V Ewiger Gott und Vater, wir erscheinen vor deinem heiligen Angesicht, um dir für die Gnaden und Vorzüge zu danken, die du der seligsten Jungfrau Maria verliehen hast. Du hast sie mit allen Gaben ausgestattet, die ihr hoher Beruf erfordert. Darum ehren und lieben wir sie und weihen ihr diesen Monat, in dem die Natur sich Jahr um Jahr in neuer Pracht und Schönheit kleidet.

A Herr und Gott, wie groß und wunderbar bist du. In die Hand der Jungfrau Maria hast du das Heil der Welt gelegt.

 

V Zu ihr kommen wir jeden Tag, freuen uns über ihre Größe und Heiligkeit und empfehlen ihrem mütterlichen Herzen alle unsere Bitten und Sorgen. Wir danken dir, dass du sie uns zur Mutter und Fürsprecherin gegeben hast, und hoffen vertrauensvoll auf ihren Schutz.

A Eine Mutter wird nie ihr Kind vergessen und immer Mitleid haben mit dem Kind ihres Schoßes.

 

V In Maria hast du uns ein Vorbild jeglicher Tugend gegeben. Sie ist die demütige Magd, die deinen Willen anbetet, die reine Jungfrau, deren Herz nur dir gehört, die heilige Mutter, die ihr Liebstes opfert, die starke Frau, die in der schwersten Stunde das Gottvertrauen nicht verliert, die Hohepriesterin des Neuen Bundes, die unter dem Kreuz ihres Sohnes zur Mittlerin der Gnaden wird. Zu ihr schauen wir auf, nach ihrem Beispiel wollen wir handeln.

A Wer auf mich hört, wird nicht zuschanden, wer sich um mich bemüht, wird niemals sündigen.

 

V So nimm das Lob in Gnaden an, das wir der Mutter deines Sohnes weihen. Was der Heilige Geist im Buch der Bücher schrieb, beten wir zu ihrer Ehre:

A Mein Herz wallt auf zu frohem Sang, ich weihe mein Lied dem König, meine Zunge ist dem Stift des schnellsten Schreibers gleich.

 

V Du bist der Schönste unter allen Menschenkindern, Anmut ist ausgegossen über deine Lippen, darum hat Gott auf ewig dich gesegnet.

A Umgürte deine Hüften mit dem Schwert, Allmächtiger, erhebe dich in deiner Pracht und Schönheit.

 

V Zieh aus mit Glück, tritt ein für Wahrheit, Güte und Gerechtigkeit, und deine Rechte wird dich wunderbar geleiten.

A Gar scharf sind deine Pfeile, Völker sinken vor dir hin, ins Herz getroffen sind des Königs Feinde.

 

V Dein Thron, o Gott, steht fest für alle Ewigkeit, dein Herrscherstab ist ein gerechtes Zepter.

A Du liebst das Recht, das Unrecht hassest du, darum hat dich der Herr, dein Gott, mit Freudenöl gesalbt vor deinen Brüdern.

 

V Wie duftet dein Gewand nach Myrrhe, Aloe und Kassia, in Elfenbeinpalästen erfreuen Königstöchter dich in deinem Ehrenschmuck.

A Zu deiner Rechten steht die Königin in golddurchwirktem Kleid, in Pracht gehüllt.

 

V Nun horche, Tochter, schau und neig dein Ohr, vergiss dein Volk und deines Vaters Haus.

A Nach deiner Schönheit sehnt der König sich, er ist der Herr, dein Gott, ihn bete an.

 

V Die Tyrustöchter flehen um deine Huld mit Ehrengaben, die Mächtigen des Volkes neigen sich vor dir.

A Die Herrlichkeit der Königstochter liegt in ihrem Innern, mit Gold ist ihr Gewand durchwirkt.

 

V Im Hochzeitsschmuck naht sie dem König, umgeben von jungfräulichem Geleit.

A Mit Jubel und Frohlocken führt man sie herbei, so ziehen sie in den Palast des Königs.

 

V Statt deiner Väter werden Söhne dir geboren, du setzt sie ein als Fürsten auf der ganzen Erde.

A Verkünden wird man deinen Namen allen kommenden Geschlechtern, und preisen werden dich die Völker immerdar.

 

V Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

A Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

 

Die Unbefleckte

 

Ihr Lilien der Felder,

Ihr Blümlein der Wälder,

Wo ihr in stillem Glanze lacht,

Erbleicht der Fürsten tote Pracht.

 

Doch gibt es eine Rose –

Ich mein die Fleckenlose –

Ihr Herz, von reiner Lieb durchglüht,

Viel tausendmal noch schöner blüht.

 

Maria, Fleckenlose!

Geweihte Wunderrose!

Dein Glanz, den du der Welt verhüllt,

hat leuchtend alle Welt erfüllt.

 

So lange noch hienieden

Zu pilgern uns beschieden,

Erfüll das Herz mit deinem Duft,

Bis wir einst sinken in die Gruft!

 

Lied: Maria, breit den Mantel aus

 

Maria, breit den Mantel aus,

mach Schirm und Schild für uns daraus;

lass uns darunter sicher stehn,

bis alle Stürm vorübergehn.

Patronin voller Güte,

uns allezeit behüte.

 

Dein Mantel ist sehr weit und breit,

er deckt die ganze Christenheit,

er deckt die weite, weite Welt,

ist aller Zuflucht und Gezelt.

Patronin voller Güte,

uns allezeit behüte.

 

V Ewiger Vater, du kennst die Macht der Sünde und weißt, wie leicht die Menschen der Versuchung erliegen. Jakob, der Stammvater Israels, weinte bittere Tränen in dem Gedanken, dass ein wildes Tier seinen Sohn Joseph zerrissen habe. Für viele Menschen ist die Sünde der Unlauterkeit das wilde Tier, das ihnen das Leben der Gnade und den Frieden des Herzens zerreißt. Bewahre uns vor diesem Unglück, und lass uns an der Geißelsäule deines Sohnes das Verderben der Sünde erkennen und von Herzen bereuen, was wir je gefehlt haben. Hilf uns, sein Leiden so zu betrachten, wie Maria, die reinste Jungfrau, es getan hat, damit wir durch ihn gerettet werden.

A Selig sind, die aus großer Bedrängnis kommen und ihr Kleid im Blut des Lammes gewaschen haben.

 

V Wir lesen aus dem ersten Buch Mose, wie die Söhne Jakobs ihren Bruder Joseph nach Ägypten verkaufen:

Jakob sandte Joseph zu seinen Brüdern, die bei Sichem ihre Herden weideten. Als sie ihn von ferne sahen, sprachen sie zueinander: Da kommt der Träumer. Wir wollen ihn töten und sagen: Ein wildes Tier hat ihn zerrissen. Ruben, sein ältester Bruder, suchte ihn zu retten und entgegnete: Vergießt nicht sein Blut! Werft ihn lieber in die Zisterne hier und haltet eure Hände rein! Im Stillen hoffte er, ihn später zu befreien und dem Vater zurückzuschicken. Kaum war Joseph angekommen, da ergriffen sie ihn, zogen ihm sein langes, buntgestreiftes Kleid aus und warfen ihn in eine alte Zisterne, in der kein Wasser war. Als kurz darauf madianitische Kaufleute vorüberzogen, verkauften sie ihn für zwanzig Silberlinge. Dann nahmen sie sein Kleid und tauchten es in das Blut eines Böckleins, das sie geschlachtet hatten. Sie schickten es ihrem Vater und ließen ihm sagen: Das haben wir gefunden. Sieh zu, ob es das Kleid deines Sohnes ist. Der alte Vater erkannte es sofort und rief: Es ist das Kleid meines Sohnes. Ein wildes Tier hat ihn zerrissen, Raubtiere haben ihn verschlungen. Dann zerriss er sein Gewand, legte Trauerkleider an und klagte lange Zeit um seinen Sohn. Niemand konnte ihn trösten. Immer wieder versicherte er: Vor Herzeleid werde ich sterben und zu meinem Sohn in das Totenreich hinabsteigen. Und er beweinte ihn ohne Unterlass.

A Ein wildes Tier hat ihn zerrissen, Raubtiere haben ihn verschlungen.

 

V Mein Herz verzagt in mir. Du siehst die Schlinge, die sie mir voll Bosheit legten.

A Schaue ich umher, so sehe ich keinen, der mir hilft. Versperrt ist mir die Flucht, und niemand nimmt sich meiner an.

 

V Geißelstreiche habe ich zu erwarten, mein Schmerz steht allezeit vor mir.

A Sie hassen mich zu Unrecht, vergelten Böses mir für alles Gute, das ich ihnen tat.

 

V Ich bin geworden wie ein Tauber, der nicht hört, und wie ein Stummer, der seinen Mund nicht auftut.

A Verlass mich nicht, o Herr, und weiche nicht von meiner Seite.

 

V Alles, was dir widerfährt, nimm an. Halte aus im Leid und sei geduldig.

A Denn Gold und Silber wird geprüft im Feuer, der Gerechte in der Trübsal.

 

V Furcht soll euch nicht quälen und Verzweiflung eure Seele nicht zerreißen.

A Nach Ägypten hat der Herr mich vor euch her gesandt, um euch zu retten.

 

V Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

A Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

 

Zur Mutter von der immerwährenden Hilfe

 

Jungfrau, Mutter Gottes mein,

lass mich ganz Dein eigen sein!

Dein im Leben, Dein im Tod,

Dein in Unglück, Angst und Not,

Dein in Kreuz und bitt'rem Leid,

Dein für Zeit und Ewigkeit.

 

 

Jungfrau, Mutter Gottes mein,

lass mich ganz Dein eigen sein!

Mutter, auf Dich hoff' und bau' ich.

Mutter, zu Dir ruf' und seufz' ich.

Mutter, Du Gütigste, steh mir bei.

Mutter, Du Mächtigste, Schutz mir leih'.

 

O Mutter, so komm, hilf beten mir!

O Mutter, so komm, hilf streiten mir!

O Mutter, so komm, hilf leiden mir!

O Mutter, so komm und bleib bei mir!

 

Du kannst mir ja helfen, o Mächtigste!

Du wirst mir auch helfen, o Gütigste!

Du musst mir nun helfen, o Treueste!

Du willst mir auch helfen, Barmherzigste!

 

O Mutter der Gnade, der Christen Hort!

Du Zuflucht der Sünder, des Heiles Port!

Du Hoffnung der Erde, des Himmels Zier!

Du Trost der Betrübten, Ihr Schutzpanier!

 

Wer hat je umsonst Deine Hilf' angefleht?

Wann hast Du vergessen ein kindlich Gebet?

Drum ruf' ich beharrlich in Kreuz und in Leid!

Maria hilft immer! - Sie hilft jederzeit!

 

Ich ruf' voll Vertrauen in Leiden und Tod:

Maria hilft immer - in jeglicher Not!

So glaub' ich - und lebe und sterbe darauf.

Maria hilft mir in den Himmel hinauf.

 

V Wir lesen aus dem Evangelium des heiligen Matthäus über die Geißelung des Heilandes:

Pilatus sah, dass er bei den Juden nichts ausrichten konnte. Er musste vielmehr feststellen, dass der Lärm des Volkes immer größer wurde. Darum nahm er Wasser und wusch sich vor dem Volk die Hände, indem er sprach: Ich bin unschuldig am Blut dieses Gerechten. Seht ihr zu! Da rief das ganze Volk: Sein Blut komme über uns und über unsere Kinder. Weil er dem Volk entgegenkommen wollte, gab er ihnen den Barabbas frei, der wegen Mord und Aufruhr in den Kerker geworfen worden war. Jesus aber ließ er nehmen und geißeln.

A Sein Blut komme über uns und über unsere Kinder.

 

V Wunden über Wunden schlägt man mir, zerfleischt mir meine Seiten ohne Schonung.

A Die mir Freunde waren und am nächsten standen, kommen nicht herbei. Die mit mir lebten, stehen abseits.

 

V Mein Gebein durchbohren bittere Schmerzen, und jene, die mich quälen, ruhen nicht.

A Mein Fleisch zerreißt man wie mit scharfen Zähnen, doch meine Seele trage ich in meinen Händen.

 

V Geißelhiebe treffen mich mit aller Wucht, am frühen Morgen fängt die Züchtigung schon an.

A Nichts ist mehr heil an meinem Fleisch, kein gesunder Fleck an mir um all der Sünden willen.

 

V Mit seinem eigenen Blut ging er als Hoherpriester in das Allerheiligste, erlöste uns für alle Ewigkeit.

A Als makelloses Opferlamm hat er sich dem Vater dargebracht, um unsere Schuld zu sühnen.

 

V Was er zur Sühne trug, bringt uns das ewige Erbe der Verheißung.

A Das ist das Blut des Bundes, den der Herr mit uns geschlossen hat.

 

V Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

A Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

 

V Ewiger Vater, das Blut deines Sohnes ist der Lösepreis für unsere Schuld. Im Vertrauen auf die Gnade, die er uns verdient hat, kämpfen wir mit Freuden gegen jede Sünde und Versuchung. Unsere Schwäche soll uns nicht entmutigen. Maria ist die Zuflucht der Sünder. Sie hat ein mütterliches Herz für alle, die der Feind bedrängt. Ihre Fürbitte möge uns die Kraft der Überwindung bringen durch das bittere Leiden dessen, der für uns ist gegeißelt worden.

A Amen.

 

Lied: Maria, breit den Mantel aus

 

Maria, hilf der Christenheit,

dein Hilf erzeig uns allezeit;

komm uns zu Hilf in allem Streit,

verjag die Feind all von uns weit.

Patronin voller Güte,

uns allezeit behüte.

 

O Mutter der Barmherzigkeit,

den Mantel über uns ausbreit;

uns all darunter wohl bewahr

zu jeder Zeit in aller Gfahr.

Patronin voller Güte,

uns allezeit behüte.

 

Litanei von der Mutter Gottes

 

V/A Herr, erbarme dich.

V/A Christus, erbarme dich.

V/A Herr, erbarme dich.

 

V Christus, höre uns. A Christus, erhöre uns.

 

V Gott Vater im Himmel, A erbarme dich unser.

V Gott Sohn, Erlöser der Welt, A erbarme dich unser.

V Gott Heiliger Geist, A erbarme dich unser.

V Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, A erbarme dich unser.

 

V Heilige Maria, A bitte für uns.

Heilige Gottesgebärerin

Heilige Jungfrau der Jungfrauen

Mutter Christi

Mutter der göttlichen Gnade

Du reinste Mutter

Du keuscheste Mutter

Du unversehrte Mutter

Du unbefleckte Mutter

Du liebenswürdige Mutter

Du wunderbare Mutter

Du Mutter des guten Rates

Du Mutter des Schöpfers

Du Mutter des Erlösers

Du weiseste Jungfrau

Du ehrwürdige Jungfrau

Du lobwürdige Jungfrau

Du mächtige Jungfrau

Du gütige Jungfrau

Du getreue Jungfrau

Du Spiegel der Gerechtigkeit

Du Sitz der Weisheit

Du Ursache unserer Freude

Du geistliches Gefäß

Du ehrwürdiges Gefäß

Du vortreffliches Gefäß der Andacht

Du geheimnisvolle Rose

Du Turm Davids

Du elfenbeinerner Turm

Du goldenes Haus

Du Arche des Bundes

Du Pforte des Himmels

Du Morgenstern

Du Heil der Kranken

Du Zuflucht der Sünder

Du Trösterin der Betrübten

Du Hilfe der Christen

Du Königin der Engel

Du Königin der Patriarchen

Du Königin der Propheten

Du Königin der Apostel

Du Königin der Märtyrer

Du Königin der Bekenner

Du Königin der Jungfrauen

Du Königin aller Heiligen

Du Königin, ohne Makel der Erbsünde empfangen

Du Königin des heiligen Rosenkranzes

Du Königin des Friedens

 

V Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünden der Welt, A verschone uns, o Herr.

V Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünden der Welt, A erhöre uns, o Herr.

V Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünden der Welt, A erbarme dich unser.

 

V Bitte für uns, heilige Gottesmutter, A dass wir würdig werden der Verheißungen Christi.

 

V Lasset uns beten. Wir bitten dich, Herr und Gott, verleihe, dass wir als deine Diener uns der beständigen Wohlfahrt der Seele und des Leibes erfreuen und auf die glorreiche Fürsprache der seligen allzeit jungfräulichen Mutter Maria von der gegenwärtigen Trübsal befreit und der ewigen Freude teilhaftig werden, durch Christus, unsern Herrn. A Amen.

 

Lied: Herzliebster Jesu

 

Was ist doch wohl die Ursach solcher Plagen?

Ach, meine Sünden haben dich geschlagen.

Ich, mein Herr Jesu, habe dies verschuldet,

was du erduldet.

 

Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe.

Der gute Hirte leidet für die Schafe;

die Schuld bezahlt der Herre, der Gerechte,

für seine Knechte.

 

V Auf die Fürsprache der allerseligsten Jungfrau und Gottesmutter Maria segne uns der allmächtige Gott, der Vater + und der Sohn + und der Heilige + Geist.

A Amen.