Einundzwanzigste Maiandacht - Mutter der Gnade

 

Lied: Christi Mutter stand mit Schmerzen

 

Ist ein Mensch auf aller Erden,

der nicht muss erweichet werden,

wenn er Christi Mutter denkt,

wie sie, ganz von Weh zerschlagen,

bleich da steht, ohn alles Klagen,

nur ins Leid des Sohns versenkt.

 

O du Mutter, Brunn der Liebe,

mich erfüll mit gleichem Triebe,

dass ich fühl die Schmerzen dein;

dass im Leid mein Herz entzündet

sich mit deiner Lieb verbindet,

um zu lieben Gott allein.

 

Einleitungsgebet

 

V Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

A Amen.

 

V Ewiger Gott und Vater, wir erscheinen vor deinem heiligen Angesicht, um dir für die Gnaden und Vorzüge zu danken, die du der seligsten Jungfrau Maria verliehen hast. Du hast sie mit allen Gaben ausgestattet, die ihr hoher Beruf erfordert. Darum ehren und lieben wir sie und weihen ihr diesen Monat, in dem die Natur sich Jahr um Jahr in neuer Pracht und Schönheit kleidet.

A Herr und Gott, wie groß und wunderbar bist du. In die Hand der Jungfrau Maria hast du das Heil der Welt gelegt.

 

V Zu ihr kommen wir jeden Tag, freuen uns über ihre Größe und Heiligkeit und empfehlen ihrem mütterlichen Herzen alle unsere Bitten und Sorgen. Wir danken dir, dass du sie uns zur Mutter und Fürsprecherin gegeben hast, und hoffen vertrauensvoll auf ihren Schutz.

A Eine Mutter wird nie ihr Kind vergessen und immer Mitleid haben mit dem Kind ihres Schoßes.

 

V In Maria hast du uns ein Vorbild jeglicher Tugend gegeben. Sie ist die demütige Magd, die deinen Willen anbetet, die reine Jungfrau, deren Herz nur dir gehört, die heilige Mutter, die ihr Liebstes opfert, die starke Frau, die in der schwersten Stunde das Gottvertrauen nicht verliert, die Hohepriesterin des Neuen Bundes, die unter dem Kreuz ihres Sohnes zur Mittlerin der Gnaden wird. Zu ihr schauen wir auf, nach ihrem Beispiel wollen wir handeln.

A Wer auf mich hört, wird nicht zuschanden, wer sich um mich bemüht, wird niemals sündigen.

 

V So nimm das Lob in Gnaden an, das wir der Mutter deines Sohnes weihen. Was der Heilige Geist im Buch der Bücher schrieb, beten wir zu ihrer Ehre:

A Mein Herz wallt auf zu frohem Sang, ich weihe mein Lied dem König, meine Zunge ist dem Stift des schnellsten Schreibers gleich.

 

V Du bist der Schönste unter allen Menschenkindern, Anmut ist ausgegossen über deine Lippen, darum hat Gott auf ewig dich gesegnet.

A Umgürte deine Hüften mit dem Schwert, Allmächtiger, erhebe dich in deiner Pracht und Schönheit.

 

V Zieh aus mit Glück, tritt ein für Wahrheit, Güte und Gerechtigkeit, und deine Rechte wird dich wunderbar geleiten.

A Gar scharf sind deine Pfeile, Völker sinken vor dir hin, ins Herz getroffen sind des Königs Feinde.

 

V Dein Thron, o Gott, steht fest für alle Ewigkeit, dein Herrscherstab ist ein gerechtes Zepter.

A Du liebst das Recht, das Unrecht hassest du, darum hat dich der Herr, dein Gott, mit Freudenöl gesalbt vor deinen Brüdern.

 

V Wie duftet dein Gewand nach Myrrhe, Aloe und Kassia, in Elfenbeinpalästen erfreuen Königstöchter dich in deinem Ehrenschmuck.

A Zu deiner Rechten steht die Königin in golddurchwirktem Kleid, in Pracht gehüllt.

 

V Nun horche, Tochter, schau und neig dein Ohr, vergiss dein Volk und deines Vaters Haus.

A Nach deiner Schönheit sehnt der König sich, er ist der Herr, dein Gott, ihn bete an.

 

V Die Tyrustöchter flehen um deine Huld mit Ehrengaben, die Mächtigen des Volkes neigen sich vor dir.

A Die Herrlichkeit der Königstochter liegt in ihrem Innern, mit Gold ist ihr Gewand durchwirkt.

 

V Im Hochzeitsschmuck naht sie dem König, umgeben von jungfräulichem Geleit.

A Mit Jubel und Frohlocken führt man sie herbei, so ziehen sie in den Palast des Königs.

 

V Statt deiner Väter werden Söhne dir geboren, du setzt sie ein als Fürsten auf der ganzen Erde.

A Verkünden wird man deinen Namen allen kommenden Geschlechtern, und preisen werden dich die Völker immerdar.

 

V Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

A Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

 

Maria befreit uns von der Schlange

 

Es ward durch dich, o Reine,

Zermalmt der Schlange Haupt.

Dir danken wir`s alleine,

Dass ihr der Sieg geraubt.

 

Du bist`s, die uns gegeben,

Die Gnade und das Heil.

Ja, jedes Gut im Leben,

Durch dich wird uns zu Teil.

 

O Jungfrau, makellose,

Verlass uns Sünder nicht,

Du himmlisch holde Rose,

Tröst uns mit deinem Licht!

 

Lied: Unter dem Kreuze

 

Unter dem Kreuze,

dran der Herr gehangen,

stehst du nun, Frau,

von Traurigkeit umfangen.

Was für ein Thron,

der schimpflichste der Throne,

ward deinem Sohne!

 

Den du geboren,

dass er König werde,

herrscht nun vom Kreuze

über alle Erde.

Du stehst bei ihm

und trägst das Schwert im Herzen,

Mutter der Schmerzen!

 

Unter dem Kreuze,

leidend mit dem Sohne,

empfingst du, Frau,

für uns die Marterkrone.

Du wirktest mit,

das Opfer zu vollenden,

dass wir heimfänden.

 

V Ewiger Vater, durch deine Kraft gestärkt, hat die Makkabäische Mutter ihre sieben Söhne in den Tod gegeben und ihr eigenes Leben hingeopfert. Wir sehen in ihr das Vorbild der Schmerzensmutter, die als Hohepriesterin des Neuen Bundes unter dem Kreuz deines Sohnes stand und für uns zur Mittlerin der Gnade wurde. Sie war von dir auserwählt, an seinem Versöhnungsopfer teilzunehmen, alle Schmach und alle Schmerzen mit ihm zu tragen. Zu ihr schauen wir auf und verehren sie als die Zuflucht der Sünder, als die Mutter der göttlichen Gnade.

A Maria sprach: Siehe, ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe nach deinem Wort.

 

V Wir lesen aus dem zweiten Buch der Makkabäer, wie sieben Brüder und ihre Mutter den Martertod erlitten:

Der gottlose König Antiochus ließ die sieben Brüder mit ihrer Mutter ergreifen und wollte sie zwingen, gegen das Gesetz Schweinefleisch zu essen. Weil sie aber bereit waren, eher zu sterben, als das Gebot des Herrn zu übertreten, wurde der König zornig und befahl, Pfannen und eiserne Kessel glühend zu machen. Dann ließ er einem nach dem andern die Zunge ausschneiden, die Haut vom Kopf ziehen, Hände und Füße abhauen und die Gemarterten am Feuer braten. Die Mutter und die noch Lebenden mussten zusehen. Sie ermahnten sich gegenseitig, starkmütig zu bleiben, und sprachen: Der Gott der Wahrheit wird uns zur Auferstehung und zum ewigen Leben führen, wenn wir um seines Gesetzes willen leiden und sterben. Bewunderung über alles Maß verdient die Mutter. Ihr Andenken wird bei allen Gerechten fortleben. Sieben Söhne sah sie an einem Tag umkommen und ertrug es standhaft, weil sie auf Gott vertraute. Nachdem die Söhne gestorben waren, wurde auch sie getötet.

A Bewunderung über alles Maß verdient die Mutter. Ihr Andenken wird bei allen Gerechten fortleben.

 

V Mein Sohn, in meinem Schoß habe ich dich getragen und bis zu dieser Stunde dich ernährt. Schau auf zum Himmel, hin zur Erde und fürchte diese Henker nicht.

A Wie meine Brüder gebe ich Leib und Leben hin und bitte Gott, er möge unserem Volk gnädig sein.

 

V In unserem Land wird man nicht mehr hören von Willkür und Gewalttat, von der Verwüstung seiner Grenzen.

A Das Heil wird wohnen in den Mauern, die wir bauen, Jubel wird herrschen in den Toren.

 

V Der Herr ist nahe denen, die bedrängten Herzens sind, und richtet jeden auf, der leiden muss.

A Sein Angesicht ist wider alle, die Böses tun. Ihr Leben tilgt er aus mit seiner Macht. Die Sünder beugt er in den Staub.

 

V Meine Füße stellte er auf Felsengrund und machte meine Schritte sicher.

A Selig ist der Mensch, der auf den Herrn schaut und sein Vertrauen nicht auf eitle Dinge setzt.

 

V Die Hand des Herrn wird offenbar an denen, die ihm dienen; aber seinen Feinden wird er zürnen.

A Ihre Leichen wird man schauen, zum Abscheu werden sie für alle Menschen sein.

 

V Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

A Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

 

Zur Mutter von der immerwährenden Hilfe

 

Jungfrau, Mutter Gottes mein,

lass mich ganz Dein eigen sein!

Dein im Leben, Dein im Tod,

Dein in Unglück, Angst und Not,

Dein in Kreuz und bitt'rem Leid,

Dein für Zeit und Ewigkeit.

 

Jungfrau, Mutter Gottes mein,

lass mich ganz Dein eigen sein!

Mutter, auf Dich hoff' und bau' ich.

Mutter, zu Dir ruf' und seufz' ich.

Mutter, Du Gütigste, steh mir bei.

Mutter, Du Mächtigste, Schutz mir leih'.

 

O Mutter, so komm, hilf beten mir!

O Mutter, so komm, hilf streiten mir!

O Mutter, so komm, hilf leiden mir!

O Mutter, so komm und bleib bei mir!

 

Du kannst mir ja helfen, o Mächtigste!

Du wirst mir auch helfen, o Gütigste!

Du musst mir nun helfen, o Treueste!

Du willst mir auch helfen, Barmherzigste!

 

O Mutter der Gnade, der Christen Hort!

Du Zuflucht der Sünder, des Heiles Port!

Du Hoffnung der Erde, des Himmels Zier!

Du Trost der Betrübten, Ihr Schutzpanier!

 

Wer hat je umsonst Deine Hilf' angefleht?

Wann hast Du vergessen ein kindlich Gebet?

Drum ruf' ich beharrlich in Kreuz und in Leid!

Maria hilft immer! - Sie hilft jederzeit!

 

Ich ruf' voll Vertrauen in Leiden und Tod:

Maria hilft immer - in jeglicher Not!

So glaub' ich - und lebe und sterbe darauf.

Maria hilft mir in den Himmel hinauf.

 

V Wir lesen aus dem Evangelium des heiligen Johannes, wie die Mutter Jesu unter dem Kreuz stand:

Alle, die Jesus näher kannten, und viele Frauen, die ihm aus Galiläa gefolgt waren, standen auf Golgatha und sahen von ferne alles, was sich ereignete. Bei dem Kreuz aber standen seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Kleophas, und Maria Magdalena. Als Jesus seine Mutter sah und neben ihr den Jünger, den er liebte, sprach er zu seiner Mutter: Frau, siehe da deinen Sohn. Dann sprach er zu dem Jünger: Siehe da deine Mutter. Von jener Stunde an nahm der Jünger sie zu sich.

A Siehe da deinen Sohn; siehe da deine Mutter.

 

V Jesus liebte den Johannes, weil der Vorzug seiner Reinheit ihn der höheren Liebe würdig machte.

A Dem Tod nahe, empfahl der Herr ihm seine Mutter; die Jungfrau gab er dem Jungfräulichen.

 

V Wem soll ich dich vergleichen, Tochter Jerusalems, wen dir zur Seite stellen oder wie dich trösten, Jungfrau, Tochter Sions? Groß wie das Meer ist dein Schmerz.

A Ihr alle, die ihr vorübergeht am Weg, habt Acht. Schaut, ob ein Schmerz gleich sei meinem Schmerz.

 

V Dieser ist gesetzt zum Fall und zur Auferstehung vieler in Israel, zu einem Zeichen, dem man widersprechen wird.

A Ein Schwert wird deine Seele durchbohren, damit die Gedanken vieler Herzen offenbar werden.

 

V Sie hat ihr Leben mit Kraft gegürtet und ihr Herz mit Stärke gewappnet.

A Ein Heer der Starken hat sie gesammelt, die freudig die Schlachten des Herrn schlagen.

 

V Die Söhne derer, die dein Herz durchbohrten, werden kommen, sich vor dir zu beugen,

A und die Spuren deiner Füße werden alle küssen, die dich einst verachtet haben.

 

V Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

A Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

 

V Ewiger Vater, ehe dein Sohn am Kreuz starb, hat er uns Maria zur Mutter gegeben und uns alle zu ihren Kindern gemacht. Wie Johannes sie von jener Stunde an zu sich nahm, so wollen wir von diesem Monat an besonders treue Kinder dieser Mutter sein und bleiben. Mit Schmerzen hat sie uns auf Golgatha geboren, mit Liebe will sie uns die Gnaden vermitteln, die das Kreuzesopfer uns verdient hat. Ihr zu Ehren eilen wir mit neuem Eifer zum Altar des Neuen Bundes, auf dem dieses Opfer wieder gegenwärtig wird. Ihr Beispiel soll uns zeigen, was Christi Opfer wert ist, und ihre Fürsprache möge helfen, dass wir uns immer inniger mit dem verbinden, der für uns ist gekreuzigt worden.

A Amen.

 

Lied: Unter dem Kreuze

 

Wie Eva einst die

Frucht vom Baum genommen,

durch dich, Maria,

ist das Heil gekommen.

Du gabst dein Kind

am Kreuz in Gottes Willen,

ihn zu erfüllen.

 

Um deine Schmerzen

hat dir Gott gegeben,

Mutter zu werden

über alles Leben.

Die er erlöste,

kommen, dich zu ehren,

du Magd des Herren!

 

 

Litanei von der Mutter Gottes

 

V/A Herr, erbarme dich.

V/A Christus, erbarme dich.

V/A Herr, erbarme dich.

 

V Christus, höre uns. A Christus, erhöre uns.

 

V Gott Vater im Himmel, A erbarme dich unser.

V Gott Sohn, Erlöser der Welt, A erbarme dich unser.

V Gott Heiliger Geist, A erbarme dich unser.

V Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, A erbarme dich unser.

V Heilige Maria, A bitte für uns.

Heilige Gottesgebärerin

Heilige Jungfrau der Jungfrauen

Mutter Christi

Mutter der göttlichen Gnade

Du reinste Mutter

Du keuscheste Mutter

Du unversehrte Mutter

Du unbefleckte Mutter

Du liebenswürdige Mutter

Du wunderbare Mutter

Du Mutter des guten Rates

Du Mutter des Schöpfers

Du Mutter des Erlösers

Du weiseste Jungfrau

Du ehrwürdige Jungfrau

Du lobwürdige Jungfrau

Du mächtige Jungfrau

Du gütige Jungfrau

Du getreue Jungfrau

Du Spiegel der Gerechtigkeit

Du Sitz der Weisheit

Du Ursache unserer Freude

Du geistliches Gefäß

Du ehrwürdiges Gefäß

Du vortreffliches Gefäß der Andacht

Du geheimnisvolle Rose

Du Turm Davids

Du elfenbeinerner Turm

Du goldenes Haus

Du Arche des Bundes

Du Pforte des Himmels

Du Morgenstern

Du Heil der Kranken

Du Zuflucht der Sünder

Du Trösterin der Betrübten

Du Hilfe der Christen

Du Königin der Engel

Du Königin der Patriarchen

Du Königin der Propheten

Du Königin der Apostel

Du Königin der Märtyrer

Du Königin der Bekenner

Du Königin der Jungfrauen

Du Königin aller Heiligen

Du Königin, ohne Makel der Erbsünde empfangen

Du Königin des heiligen Rosenkranzes

Du Königin des Friedens

 

V Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünden der Welt, A verschone uns, o Herr.

V Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünden der Welt, A erhöre uns, o Herr.

V Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünden der Welt, A erbarme dich unser.

 

V Bitte für uns, heilige Gottesmutter, A dass wir würdig werden der Verheißungen Christi.

 

V Lasset uns beten. Wir bitten dich, Herr und Gott, verleihe, dass wir als deine Diener uns der beständigen Wohlfahrt der Seele und des Leibes erfreuen und auf die glorreiche Fürsprache der seligen allzeit jungfräulichen Mutter Maria von der gegenwärtigen Trübsal befreit und der ewigen Freude teilhaftig werden, durch Christus, unsern Herrn. A Amen.

 

Lied: Herzliebster Jesu

 

O große Lieb, o Lieb ohn alle Maße,

die dich gebracht auf diese Marterstraße!

Ich lebte mit der Welt in Lust und Freuden,

und du musst leiden.

 

Ach, großer König, groß zu allen Zeiten,

wie kann ich gnugsam solche Treu ausbreiten?

Keins Menschenherz vermag es auszudenken,

was dir zu schenken.

 

V Auf die Fürsprache der allerseligsten Jungfrau und Gottesmutter Maria segne uns der allmächtige Gott, der Vater + und der Sohn + und der Heilige + Geist.

A Amen.