Fünfter Tag - Die Strafen der schweren Sünde

 

1. An den Früchten erkennt man den Baum. Die Frucht der Sünde ist die Strafe: die Strafe beweist die Bosheit der Sünde. Die erste Sünde begingen die Engel des Himmels: es war die Sünde der Hoffart, der Auflehnung gegen Gott. Und wie schrecklich strafte sie Gott. Der Blitz des Allmächtigen schleuderte sie hinab in den Abgrund der Hölle. So straft Gott die Sünde, und du, Erdenwurm, wagtest es, hundert,- ja tausendmal zu sündigen, dich gegen Gottes Allmacht zu erheben. O Bosheit aller Bosheit.

 

2. An den Engeln strafte Gott so entsetzlich die Sünde, aber auch die sündigen Menschen sollten seine Strafe fühlen. Die ersten Menschen aßen von der verbotenen Frucht, sie wollten Gott gleich sein und empörten sich gegen Gott. Wie furchtbar hat Gott diese Sünde bestraft. Wegen dieser Sünde mussten Adam und Eva verbannt aus dem Paradies im Elend sterben, wegen dieser Sünde sind nun alle ihre Nachkommen dem Tod verfallen, wegen dieser Sünde kamen und kommen noch immer die traurigsten Gefährten des Todes: Schmerz, Arbeit, Krankheiten, Pest, Hungersnot, Erdbeben, Kriege über die Menschen . . . Macht die Betrachtung solcher Übel keinen Eindruck auf dich? Wen sollten diese strafenden Blitze der Rache Gottes nicht aus dem Sündenschlaf aufrütteln.

So viel Unheil brachte der Ungehorsam, die Sünde, aber wie viel Gutes brachte dagegen Maria durch ihren Gehorsam gegenüber Gott und durch ihre Tugenden über das ganze Menschengeschlecht. Darum betet die Kirche am Fest ihrer Geburt: „Deine Geburt, jungfräuliche Gottesgebärerin, hat der ganzen Welt Freude verkündigt, denn aus dir ist aufgegangen die Sonne der Gerechtigkeit, Christus, unser Gott, der den Fluch vernichtet und Segen verbreitet, den Tod zuschanden gemacht und uns ewiges Leben geschenkt hat.“ Sie ist jetzt am Thron Gottes unsere Mittlerin und Fürsprecherin, um alle dem liebenden Herzen ihres Sohnes nahezubringen, die Guten und die Bösen. Sie erfleht den Gerechten die Gnade der Beharrlichkeit, den Sündern die Gnade wahrer Buße.

 

Lasset uns beten drei Ave Maria, um durch Maria vor jeder schweren Sünde bewahrt zu bleiben.

Gegrüßet seist du . . .

 

Gebet.

O mein Gott, wie kann ich dir genug danken, dass du mich noch leben lässt, dass du mich nicht schon bei meiner ersten Sünde in die Hölle hinabgeschleudert hast. Nein, niemals will ich mehr sündigen. Gib mir Tränen der Reue, dass ich Tag und Nacht meine Sünden beweine, gib mir die Gnade, dass ich in Hass gegenüber jeder Sünde entbrenne und dir allein diene, dich allein liebe und so deinem furchtbaren Zorn entgehe. O Maria, meine einzige Hoffnung, bitte für mich um Gnade und Erbarmen. Amen.