Nimmer genug!

 

Ruhloser Erdensohn, der in den Sternen forscht,

Sich in die Tiefen senkt, wo still die Perle reift,

Im schwankgebundenen Kahn wandernde Wolken teilt,

Nimmer wird dir genug!

 

Willig zu deinem Dienst ward dir des Feuers Kraft,

Kühn aus der Berge Schoß holst du das rote Gold,

Schlingst um den Scheitel dir schimmernder Kronen Reif,

Nimmer wird dir genug!

 

Meere durchschwimmt dein Kiel, Wüsten durchfliegt dein Ross,

Schwindelnder Klippen Rand streifet dein kecker Fuß

Über dem Donner hoch, wo selbst die Gämse bebt,

Nimmer wird dir genug!

 

Kündend von Pol zu Pol trägt dir der leichte Draht

Schnell den Gedanken hin; dir auf dem Eisenpfad

Schleppet das Riesentier brausend die Räderlast,

Nimmer wird dir genug!

 

Ach, und ein schlicht Gewand, das kaum die Glieder deckt,

Ein unbesonnter Raum, wenige Schritte lang,

Und etwas Erde nur, die sich zum Hügel formt,

Sind dir doch einst genug!

 

 

Feodor Löwe