Maria, sei gegrüßt!

 

Mit des Engels heil`gem Munde,

Der die Botschaft dir gebracht,

Als nicht fern mehr war die Stunde,

Wo das Licht durchbrach die Nacht,

Dessen Glanz, o sel`ge Jungfrau,

Deine Stirne sanft umfließt –

Sei, o Mutter, sei gegrüßt!

 

Mit Elisabethens Zunge,

Da du liebreich ihr genaht,

Und die Kunde, noch die junge,

Freude streut auf deinen Pfad;

Als sie sinkt zu deinen Füßen,

Dir den Saum des Kleides küsst –

Sei, o Mutter, sei gegrüßt!

 

Mit der Hirten stummem Zagen,

Die dein Kindlein beten an,

Als sie sich zu nähern wagen,

Und es süß liebkosen dann;

Mit den heiligen drei Kön`gen,

Die das Licht so lang vermisst,

Sei, o Mutter, sei gegrüßt!

 

Ja mit Jesu heil`gen Lippen,

Da er dir zu Füßen saß,

Mit dir betet, mit dir lernte,

In den heil`gen Büchern las;

Ja mit Jesu süßem Herzen,

Der dir All und Alles ist –

Sei, o Mutter, sei gegrüßt!

 

O so grüße denn auch heute,

O Maria, grüße mich!

Grüße mich mein ganzes Leben; -

Doch am wärmsten flehe ich:

Grüße mich in letzter Stunde!

Wenn die letzte Träne fließt,

Sei in Gnaden ich gegrüßt!