Gottes Stimme

 

So weit am Himmelszelt

Die goldnen Sterne prangen,

Hältst du, o Herr! die Welt

Mit starkem Arm umfangen;

Du lebst von Ewigkeit

Auf deinem Strahlenthrone,

Und nie verwischt die Zeit

Den Glanz von deiner Krone!

 

Wie Donner durch die Nacht

Ertönt des Meeres Brausen,

Wenn es mit hehrer Macht

Die Stürme wild durchsausen;

Gewalt`ger als das Meer

Im aufgeregten Grimme

Erschallet laut und hehr,

Gott! deine starke Stimme!

 

Der Seele schönster Hort

Ist, Herr! ja deine Lehre,

Laut kündet sie dein Wort,

Dass sie ein jeder höre;

Dass er zu aller Zeit

Sein Handeln darauf baue,

Und deine Herrlichkeit

Dereinst im Himmel schaue!

 

Ernst Vincke