An Maria, die unbefleckt Empfangene

 

O Salem`s schönste Tochter, Gottgeweihte,

Sei uns gegrüßt im reinen Mutterschoß!

O Kind, in dem die Menschheit sich erneute,

Schon heut` vor allen Engeln reich und groß:

Wo in der Schöpfung ew`gem Wunderreich

Ist eine Schönheit deiner Schönheit gleich?

 

Die Erde schmückt sich bräutlich hold im Lenze,

Sie windet Rosen in ihr duftend Haar,

Sie lächelt; - doch die schönsten ihrer Kränze,

Sie bieten oft ein welkes Blatt uns dar:

Im reichsten Kranze prangest du allein,

O Jungfrau, ewig schön und ewig rein!

 

Die Morgenröte hellt des Himmels Höhen

Wie Opferglut in immer neuer Pracht,

Und doch, wie oft umgraut in Sturmeswehen

Auf einmal sie der Wolken traur`ge Nacht?

Als Wundermorgen prangest du allein,

Maria, ewig schön und ewig rein!

 

O gieße heut` aus deines Lichtes Glanze

Nur einen Strahl auf deiner Lieben Schar!

O reiche heut` aus deinem Lilienkranze

Der Lilien Eine nur den Deinen dar!

Mach` unser aller Herzen engelrein,

Wie könnten sonst wir deine Kinder sein?

 

(Verkürzt nach P. Schleininger SJ)