Zeugnis der Liebe

 

Ich vereine, was das Schicksal löset,

Und beschwöre Widerspruch und Not;

Was mein Hauch berührt, o! das geneset,

Meinem Balsam weichet selbst der Tod!

Stark ist Löwenmut,

Stärker meine Glut,

Und die Blumen meiner Wege sprießen

Ewig, als das Süßeste vom Süßen.

 

Gerne geb ich alles, was ich habe,

Opfernd hin, und wirke heilend still;

Ich umfasse, dass ein Trost es labe,

Das, was unumfasst vergehen will!

Meinem Wunderreich

Ist kein andres gleich!

Gute Seelen sich mit mir verbinden,

Um ihr Glück an meiner Brust zu finden!

 

Kühn vertrauen, freudig alles wagen,

Glück zu bringen ist mir hehre Pflicht;

Was nicht tausend Menschenzungen sagen,

Fasst ein Wort, das meine Zunge spricht;

Und es wird zur Saat,

Die stets Segen hat;

Reinigend erneut es alles Streben

Zu dem heilig großen Gottesleben!

 

Wähne nicht, du fändest im Getümmel

Sinnberauschter Menschen meine Spur;

Frommer Sehnsucht Heimat ist der Himmel,

Göttliches kommt ja von oben nur!

Ich entzünde mich,

Um zu läutern dich

An der Flamme, welche ewig währet,

Von der Gottheit Strahlenschein verkläret!

 

Senkt sich einst die abgestreifte Hülle

In die Grabnacht der Vergessenheit,

Schwebt zu Paradieses-Freuden-Fülle

Heim die Seele nach dem Erdenstreit:

Dann an Gottes Thron,

Wo erblüht dein Lohn,

Wirst du mich erst recht im Licht erkennen,

Sehn, dass rein wie Gold die Flammen brennen!

 

Theophania