Vor dem Tabernakel

 

Komm Seele, liebe Seele,

Komm, knie dich her zu mir,

Vorn stillen Tabernakel;

Dein Gott ist hier!

 

Dein Schöpfer und dein König,

Der dir das Sein geschenkt,

Dein Vater, der erbarmend

Dein Leben lenkt;

 

Dein Heiland, der aus Liebe

Zu dir vom Himmel stieg,

Und sterbend dir errungen

O, blut´gen Sieg!

 

Dein Bruder in der Fremde,

Der all dein Elend teilt,

Dein Arzt, der jede Krankheit

Und Wunde heilt;

 

Der ew´ge Hohepriester,

Dein Opferlamm, so mild,

Dein Weinstock, der das Dürsten

Der Seele stillt;

 

Die reine Himmelsnähre,

Der Kraft und Heil entsprießt;

Der Gnadenborn, der segnend

Dein Herz durchfließt!

 

Ja knie dich her und blicke

Mich recht vertrauend an;

Sag nichts als: „Herr ich glaube.“

Du hast´s getan!

 

Dann, dass ich mild dich segne,

Neig tief und fromm dein Haupt,

Jetzt geh! – Dir ist geschehen,

Wie du geglaubt!